Alte Weisheit: Was an der Dose nicht ankommt, kann man auch nicht verteilen. Mittlerweile gibt es neben dem “klassischen” DSL bzw. ADSL auch noch so nette Dinge wie VDSL, Kabel und Glasfaser (FTTH), sowie mobile Hotspots, auf die wir jedoch in diesem Artikel nicht eingehen wollen. Zunächst wollen wir erst einmal ergründen, wie schnell unser Internet ist und warum es oft genug wichtig zu wissen, ob man z.B. bereits einen Anschluss mit BNG-Migration besitzt oder nicht. Wer nicht weiß, was sich dahinter verbirgt, bekommt gleich noch das nötige Wissen, keine Angst. Betrachten wir zunächst also einmal die wichtigsten Varianten der Internetanbindung, die man im Haus vorfinden kann:
| Standard | Datenübertragungsrate |
|---|---|
| Analog-Modem | maximal 56 kbit/s |
| ISDN | 64 kbit/s, 128 kbit/s bei Nutzung beider B-Kanäle bis zu 2 Mbit/s bei Primärmultiplexanschluss |
| ADSL, ADSL2+ | 384 kbit/s Down- und 64 kbit/s Upstream (DSL „light“) bis zu 25 Mbit/s Down- und 3,5 Mbit/s Upstream (ADSL2+) |
| VDSL | 25 Mbit/s bis 300 Mbit/s |
| DOCSIS (TV-Kabel) | 10 Gbit/s Down- und 1 Gbit/s Upstream |
| Fibre to the Home (FTTH; Glasfaser) | 1+ Gbit/s Downstream |
BNG als Wunderwaffe? Was es mit All-IP auf sich hat
Trotzdem müssen wir noch einmal kurz in die Theorie abgleiten, bevor es mit der Praxis weitergeht. Wir kennen zwar alle die “Zwangsumstellung” der analogen Telefonanschlüsse, doch was genau dahintersteckt, meist nicht. BNG heißt das neue Zauberwort der Telekom, wobei die neue All-IP-Struktur bei anderen Anbietern letztendlich nicht (viel) anders aussieht. Neben der Vereinfachung der Struktur, stehen natürlich auch Fragen wie eine Kostenersparnis (für den Anbieter) und eine mögliche (zukunftssichere) Erweiterbarkeit auf dem Aufgabenzettel. Betrachten wir diese Allzweckwaffe einmal am Beispiel der Telekom:
| Quelle: wik Consult | Quelle: wik Consult |
Ohne jetzt zu kompliziert auszuschweifen, erklären wir es stark vereinfacht. Das BNG (Broadband Network Gateway) hat die Aufgabe, den Verkehr vom Anschluss des Endkunden hin zu einem MPLS (Multi Protocol Label Switching) IP-Routernetzwerk zu konzentrieren. Beim Upstream muss der über das Ethernet-Protokoll ankommende Verkehr gebündelt, geprüft und quasi mit einem Label versehen werden, bevor er im MPLS eingespeist werden kann.
Beim Downstream übernimmt das BNG den Verkehr aus dem Routernetz, entfernt das Label und gibt ihn über das Ethernet Protokoll wieder an den Kundenschluss zurück. Das BNG vereint somit die Funktionen eines Ethernet-Switches, eines BRAS (Broadband Remote Access Server, z.B. Zugangskontrolle zum IP-Netz und die Autorisierung bzw. Zugang zu den gebuchten Diensten) und eines LER (Label-Edge Routers) in einem Gerät.
Die Diskussion, wie viele MBit/s es dann im Down- und Upstream sein sollen, hängt wiederum vom Anbieter und dessen Möglichkeiten, sowie den eigenen Erfordernissen (oder Ansprüchen ab). Am Ende gilt aber all das, was wir nun schreiben aber für alle Geschwindigkeiten und Anbieter. Mal mehr und mal weniger, je nachdem. Wir nutzen übrigens für all unsere Tests das neue Gigabit-Internet, in unserem Falle “Entertain Giga” der Telekom.
Datenrate ist nicht gleich Datenrate, nur ein “bis zu”
Auf dem Weg zu neuen Down- und Upload-Rekorden legen einem die Internet-Provider natürlich gern Stolpersteine in denselben, was bereits mit dem Kleingedruckten im Vertrag beginnt und auf der Homepage samt vollmundiger Werbung so nicht zu lesen ist. Der erste Knick im Stimmungsbarometer kommt nämlich, wenn man die Auftragsbestätigung in den Händen hält oder das extrem Kleingeduckte bzw. Verlinkte auf den Homepages der Anbieter durchforstet:
Die minimale Geschwindigkeit beträgt 550 MBit/s im Download und 450 MBit/s im Upload. Die maximale Geschwindigkeit beträgt 1.000 MBit/s im Download und 500 MBit/s im Upload. Die normalerweise zur Verfügung stehende Geschwindigkeit beträgt 750 MBit/s im Download und 480 MBit/s im Upload. (Entertain Giga der Telekom)
Das liest sich dann schon deutlich anders, nur so recht beworben wird es so nicht. Logisch. Doch kommt wenigstens auch an, was man als Mindestpaket garantiert bekommt? Auch da haben wir aber so unsere Zweifel. Denn je mehr Anschlüsse z.B. an einem OLT hinzukommen, umso schlechter werden nämlich auch die durchschnittlichen Datenraten. Hier nur mal als Beispiel unser Gigabit-Anschluss anhand von automatisierten Messungen über den Zeitraum von immerhin 6 Monaten. Dazu haben wir die Dienste bzw. die Software von cnlab (Software, mit Download), breitbandmessung.de und Oakla, sowie eine eigene Datenverbindung zu einem lokalen Server in der Stadt genutzt und daraus Mittelwerte für die Monate und die Tageszeiten errechnet.
Auch tageszeitabhängig kann man oft genug sein blaues Wunder erleben, denn konstant sieht definitiv anders aus! Wir sehen auf unserer Grafik die große Abhängigkeit von der Tageszeit mit den großen Dellen frühmorgens und am Abend, was einmal mehr zeigt, dass Deutschland ganz offensichtlich ein Volk von Frühaufstehern ist.
Prüfen wir jetzt unsere Internet-Geschwindigkeit!
Zusammen mit nPerf SAS aus Frankreich bieten wir unseren Lesern ab sofort einen ganz besonderen Service: einen echten Speed-Test für Eure Internet-Verbindungen! Doch nicht nur das, denn nPerf benötigt keine Installation irgendwelcher Plugins oder Flash, bietet dafür aber auch Statistiken, die Möglichkeit, Eure Messungen statistisch zu erfassen und vieles mehr. Wir haben deshalb nachfolgend das Wichtigste für Euch noch einmal zusammengefasst.
Wir bieten Euch, basierend auf lizensierten der nPerf-Integration, eine Internet-Speed-Test-Anwendung, die kostenlos genutzt werden kann. Jeder Leser kann diese Funktion nutzen, um die Geschwindigkeit seiner Internetverbindung zu messen. Alle Benutzer der nPerf-Anwendung, egal ob nun hier, auf Partnerseiten oder auf der nPerf-Homepage selbst, bilden zusammen das sogenannte Panel dieser fortlaufenden Studie. Diese nPerf-Studie basiert daher auf Millionen von Tests, und repräsentiert damit auch das umfangreichste Datenmaterial für Deutschland.
Hier klicken und den Speed-Test starten! Er steht ab sofort auch auf der Startseite in der rechten Toolbar zur Verfügung.
Geschwindigkeits- und Latenzmessungen
Die Hauptaufgabe des nPerf-Speed-Tests besteht darin, die maximale Kapazität der Datenverbindung in Bezug auf Geschwindigkeit und Latenz zu messen. Um dies zu erreichen, baut nPerf mehrere Verbindungen gleichzeitig auf, da nur die volle Ausnutzung der Bandbreite erlaubt, diese genau zu messen. Die für das sagenannte “Barometer” (deutschlandweite Auswertung) verwendete Bandbreite ist der Durchschnittswert, der von der Anwendung gemessen wird. Bandbreitenmessungen spiegeln somit die maximale Kapazität der Datenverbindung wider.
Diese Werte entsprechen möglicherweise nicht der realen und subjektiven Wahrnehmung bei normaler Verwendung des Internets, da hier nur auf nPerf-Servern gemessen wird und so mancher Anbieter von Webinhalten bereits von sich aus bandbreitenbezogen arg limitiert.
Die gemessene Bitrate kann ebenso von der Qualität des lokalen Netzwerks des Benutzers (negativ) beeinflusst werden. Diese mögliche Limitierung ist umso höher, je schneller die eigene Internetanbindung ist. Bei einer sehr schnellen Glasfaserverbindung kann daher eine lokale Verbindung über das WLAN oder Power-LAN den gemessenen Durchsatz erheblich reduzieren. Da diese Einschränkungen jedoch für alle Mitbewerber gleich ist, beeinflussen sie den eigentlichen Vergleich untereinander natürlich nicht. Testverfahren A wird also nicht schneller agieren können als Testverfahren B. Darüber hinaus weisen wir ja alle Benutzer auf diese Einschränkungen hin und empfehlen ausdrücklich, eine guter Ethernet-Verbindung zum eigenen Router im Heimnetzwerk zu nutzen.
Um Benutzern jederzeit eine maximale Bandbreite zu gewährleisten, setzt nPerf auf ein Netzwerk von Servern, die für diese Aufgabe auch wirklich geeignet sind. Diese Server sind in Deutschland oder im Ausland gehostet. Die verfügbare Gesamtbandbreite für Deutschland beträgt z.B. mehr als 25 Gb/s. Jeder Anwender kann, neben der automatischen Auswahl, natürlich auch selbst frei aus der Liste der angebotenen Server wählen.







