Internet und WLAN für Einsteiger: Wir planen und bauen das optimale Heimnetz

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Einfach mal so drahtlos Daten hin und her schubsen kann jeder. Oft genug bekommt man vom DSL-, Kabel- oder Glasfasernetz-Anbieter sogar noch den ersten Router subventioniert oder zur Miete als Multifunktionsgerät dazu. Fast immer funktioniert das Ganze dann auch mehr oder weniger schnell und gut, aber ein wirklich optimales und durchdachtes WLAN-Konzept ist das nicht. Es ist wie ein Anzug von der Stange: irgendwie passt es, aber man sieht (und spürt) den Billigheimer auf 3 Kilometer gegen den Wind. Außerdem gibt es auch Ecken, wo man gar nicht hinfunken kann. Und dann?

Deshalb wollen wir gemeinsam Schritt für Schritt die Internet-, WLAN- und Power-Lan Problematik für den Heimgebrauch erkunden, Stolperfallen umgehen, den Dualbandbetrieb und das Mesh schätzen lernen und am Ende sicherstellen, dass auch der schnellste High-Speed-Internet-Anschluss datenmäßig in der letzten Ecke des Wohn- oder Arbeitsbereiches ankommt. Was nützt einem die fetteste Bandbreite, wenn im Bad dann nur noch Rauchzeichen ankommen und noch nicht einmal das IP-Radio funktioniert?

Ein gutes Heimnetz ist auch eine Frage des eingesetzten Kapitals, zugegeben. Aber jeder noch so kleine Kompromiss wirkt sich unter Umständen möglicherweise sogar negativ aufs gesamte Netzwerk aus, so dass das Sparen am falschen Ende zu mehr Ärger als Freude führt. Wir wollen zudem neben unseren Experimenten und den dazugehörigen theoretischen Grundlagen den Spaß am eigenen Experimentieren fördern. Denn so ein richtig konfiguriertes Heimnetz kann auch richtig Spaß machen, wenn man eben nicht nur gedankenlos Daten hin und her jongliert und irgendwelche Geräte vom Grabbeltisch einstöpselt.

In diesem Tutorial werden wir zunächst das Wichtigste übers Heimnetz erfahren, gemeinsam planen, wie das heimische Netzwerk am besten zu realisieren ist und geben wertvolle Tipps zur Optimierung und Fehlersuche. Geringes Tempo, rätselhafte Abbrüche oder böse Nachbarn? Wir klären gemeinsam, wo der Hase im Pfeffer liegt. Basierend auf unseren beiden Dauerbrennern aus dem Jahr 2011 haben wir uns entschlossen, dies alles noch einmal aufzufrischen und den aktuellen Gegebenheiten anzupassen. Denn es hat sich mittlerweile nämlich jede Menge getan!

Goldene Regel: Alles möglichst aus einer Hand!

Wer sich wundert, warum er trotz teurer Komponenten nicht die mögliche Maximalleistung erreicht, verwendet oft genug Geräte mit unterschiedlichen Chipsätzen. Fast niemandem ist dieser wichtige Umstand bewusst, deshalb wollen wir noch einmal explizit darauf hinweisen. Die größten Chancen auf ideale Datenraten hat man nämlich meist nur dann, wenn z.B. alle WLAN-Komponenten aus der gleichen Modellreihe eines Herstellers stammen oder über den gleichen Chipsatz verfügen! Leider wechseln Hersteller aus dem Budget-Bereich oft mit den Modellreihen auch die Chipsätze, so dass man nie sicher sein kann, auch wenn man ausschließlich Produkte der Firma X oder Y benutzt. Wichtig ist allerdings auch, dass alle diese Komponenten zumindest uneingeschränkt den gleichen Standard unterstützen, so dass wir später noch einmal genauer darauf eingehen werden.

Wir verwenden in unseren Tests im Folgenden bewusst und ausschließlich Geräte eines einzigen Herstellers (AVM) von denen wir zudem wissen, dass sie auch trotz unterschiedlicher Modellreihen zu 100% untereinander kompatibel sind. Die Auswahl erfolgt zwar exemplarisch und es hätten auch Asus, Trendnet oder andere sein können. Allerdings wollten wir eben auch sicher gehen, dass der Router IP-TV mit Multi-Cast (in unserem Fall Entertain der Telekom) zu 100% unterstützt und auch mit unserem Gigabit-Glasfaser-Anschluss zurechtkommt. Das allein ist nämlich schon eine Geschichte für sich und schränkt die Auswahl etwas ein, zumal auch die Gerätepalette der Telekom etwas limitiert ist und fast keiner der Anbieter wirklich alles liefern kann.

Warum wir so ausdrücklich und permanent darauf herumreiten? Beginnen wir beim Normalfall, dem Butter-und-Brot-System mit dem Router, den der Provider oft als Gratis-Beigabe oder als günstiges Mietgerät dem Kunden aufs Auge drückt. Hier handelt es sich meist um vorkonfigurierte Kombigeräte, bei denen (DSL-) Modem, Router und WLAN in einem Gerät vereint sind. Vorteil für Kevin-Klaus und Chantal-Cheyenne: der Anschluss ist relativ idiotensicher. Die Konfiguration des Gerätes geschieht zudem oft gleich automatisch oder zumindest per Voreinstellungen. Wer jedoch ein wirklich optimales und schnelles Heimnetzwerk nutzen möchte, wird mit dieser Hardware kaum Freude haben.

Anbieter wie die Telekom nutzen z.B. in der Firmware ihrer Router (wie z.B. dem Speedport Smart) integrierte Hintertürchen, die es dem Anbieter erlauben, auf den Router und im Heimnetz befindliche Geräte wie z.B. Media-Receiver per Fernwartung zugreifen zu können. So bequem das klingt, so gefährlich kann so eine Backdoor aber auch sein. Wer zudem Portfreigaben, Firewall-Optionen oder ein Gastnetzwerk einrichten möchte, hat mit solcher “Hausfrauen”-Hardware fast nie Glück. Man kann damit natürlich glücklich werden, je nach Anspruch und Umfang des Netzwerkes, muss es aber nicht zwangsläufig, nur weil z.B. überall Telekom draufsteht.

Im Übrigen bietet sogar die Telekom die Fritz!Box 7590 auch günstig zur Miete an, wenn man explizit danach fragt. Allerdings hat Magenta offensichtlich kein Interesse, diese Produkte aktiv zu bewerben, denn ohne Hintertür hat man keinen uneingeschränkten Zugriff auf das Kundennetzwerk mehr. Im Zweifelsfall muss man also hartnäckig bleiben.

Da sich die Menüs und Optionen der am Markt erhältlichen Geräte zum Teil erheblich unterscheiden, haben wir deshalb auf Screenshots aus den Konfigurationsmenüs verzichtet und stattdessen lieber die Begriffe als solche erklärt. Mit diesem Wissen ist es später dann garantiert möglich, ein beliebiges, selbst erworbenes Gerät optimal einzusetzen.


Das Beste ist übrigens gerade gut genug. Am besten Geräte einer Modellreihe und Firma nutzen, die den gleichen Standard beherrschen. Jede inkompatible Komponente im WLAN stört. Die angegeben Werte in MBit/s sind zudem theoretische Spitzenwerte, die in der Praxis so nicht erreicht werden!

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