[UPDATE] Pascal-Roundup: GeForce GTX 1070 und GeForce GTX 1080 im Vergleich

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Mit der Strix-Serie will Asus das eigene Portfolio seit geraumer Zeit nach oben hin abrunden, was je nach Modell bisher auch immer mehr oder weniger eindeutig gelingen konnte. Doch wo ordnet sich die GeForce Asus GeForce GTX 1070 Strix OC ein, wenn man sie mit den äquivalenten Modellen anderer Hersteller vergleicht?

Die Testsamples erreichten uns leider recht spät, so dass wir den Test nicht im Rahmen der Erstveröffentlichung machen konnten. Doch besser spät als nie, denn so schlecht ist die Karte am Ende nämlich gar nicht.

Äußerer Aufbau und Anschlüsse 

Die Kühlerabdeckung besteht aus anthrazitfarbenem, matten Kunststoff. Das wirkt optisch bereits etwas dröge und ist vor allem auch haptisch nun wirklich keine Offenbarung.Aber vielleicht liegen die eigentlichen Stärken ja anderswo?

Die Karte ist mit ihren 1048 Gramm eine typische Vertreterin des Halbschwergewichts, was den Einbau eher unproblematisch macht. Etwas kritischer ist da schon die Länge von 30 cm. Die Höhe von 12,5 cm ist Durchschnitt und die Einbautiefe von 3,5 cm typisch für ein Dual-Slot-Design. Insgesamt drei 90mm-Lüfter sollen hier für den richtigen Durchzug sorgen.

Die Rückseite der Platine ist von einer einteiligen, geschwärzten Aluminium-Backplate verdeckt, die ein mit einer LED im Hintergrund beleuchtetes RoG-Logo trägt. Man muss durch diese Backplate mindestens weitere fünf Millimeter Tiefe auf der Rückseite einplanen, was für Multi-GPU-Systeme wichtig sein könnte.

Die Oberseite der Karte trägt einen “Republic of Gamers”-Schriftzug samt LED-Hintergrundbeleuchtung sowie einen 8-poligen PCIe-Spannungsversorgunganschluss am Ende der Grafikkarte.

Das Ende der Karte zeigt wie ihre Unterseite, dass die Lamellen vertikal ausgerichtet sind und somit auch kein Luftstrom in Richtung Kartenende bzw. Slot-Blende geht.  Das ist in Bezug auf die Erwärmung von Mainboard und Luft im Gehäuseinneren eher kontraproduktiv.

Die Slot-Blende trägt insgesamt fünf Ausgänge, von denen maximal vier gemeinsam betrieben werden können (Multi-Monitor-Setup). Neben dem Dual-Link-DVI-D-Port (kein analoges Signal durchgeschleift!) finden sich auf der Rückseite noch ein HDMI-2.0-Ausgang sowie drei DisplayPort-1.4-Anschlüsse. Der Rest der Slot-Blende ist mit eingen Öffnungen für den Luftauslass versehen, die aber aufgrund der Lamellenausrichtung eher dekorative Zwecke erfüllen.

Platine und Bestückung

Asus setzt bei der GTX 1070 Strix auf ein eigenes Platinen-Design, das klassenüblich bestückt wurde. Sichtbare Abstriche beim Layout bzw. der Bestückung oder exklusive Winkelzüge bei der verbauten Technik konnten wir nicht entdecken.

Beim Speicher kommt der übliche GDDR5-Speicher von Samung zum Einsatz. Die acht Module vom Typ K4G80325FB-HC25 besitzen eine Kapazität von jeweils acht Gigabit (32x 256 MBit), die je nach abgefordertem Takt mit Spannungen zwischen 1,305 und 1,597 Volt betrieben werden können.

Doch zurück zur Platine und der Spannungsversorgung: Der Hersteller setzt auf ein fast schon überdimensioniertes  6+1-Phasen-Design, wobei die sechs Phasen für die GPU von einem der üblichen uP9511 von uPI Semiconductor Corp versorgt werden.

Die Spannungswandler für die GPU sind mit nur einem hochintegrierten IR 3555 von International Rectifier pro Phase realisiert worden. Dieser Chip beinhaltet sowohl den Gate Driver, als auch einen Dual-Channel-N-MOSFET, mit dem High- und Low-Side umgesetzt werden, sowie die notwendige Schottky-Diode. Das spart enorm Platz auf der Platine und kommt einem aufgräumten Design sehr entgegen.

Die eine Phase für den Speicher wird von einem up1660 als PWM-Controller bereitgestellt. Man arbeitet bei dieser sehr kräftig belasteten Phase mit jeweils zwei prallel verschalteteten N-Channel MOSFETs 3054 auf der High-, sowie zwei parallel betriebenen 3056 auf der Low-Side.

Bei den verwendeten Spulen folgt man dem hauseigenen Super-Alloy-Power (SAP) Feature, welches vollmundig eine besonders stabile Spannungsversorgung garantieren soll. SAPII heißt es bei Asus, Military Class bei MSI und im Endeffekt sollen die Spulen, Kondensatoren und andere, ausgewählte Komponenten eine höhere Belastbarkeit und Lebensdauer garantieren. Nachprüfen kann man es jedoch nicht, aber es klingt zumindest erst einmal toll.

Mit dem 8915 von ITE statt des üblichen INA3221 realisiert Asus u.a. das Current-Monitoring für die Überwachung der fließenden Ströme. Unterhalb der GPU sind dann die üblichen beiden Kondensatoren aufgelötet, die Spannungsspitzen abfangen und glätten sollen.

Taktraten, Spannungen und Leistungsaufnahme

Bevor wir zur Leistungsaufnahme kommen, betrachten wir noch die Verläufe von Boost-Takt und anliegender GPU-Kernspannung, die wir wegen ihrer großen Ähnlichkeit bewusst untereinander gestellt haben. Man sieht hier sehr schön den Zusammenhang von Taktfrequenz und Spannung, wobei das von Asus verwendete relativ niedrige Power Target von ca. 170 Watt für einen relativ nervösen Boost-Takt sorgt, der überwiegend durch die gekappte Leistungsaufnahme limitiert wird.

Während sich der Boost-Takt nach Erwärmung und unter wechselnden Lasten (Gaming) von anfänglich 2015 MHz bei ca. 1946 MHz im Mittelwert MHz einpendelt, fällt er bei Dauerlast im Stresstest auf durchschnittlich 1734 MHz ab. Dies sieht auch bei den Spannungswerten sehr ähnlich aus: Werden anfangs noch bis zu 1,062 Volt erreicht, sinkt diese Spannung dann später auf 1,025 Volt, was Durchschnitt ist.

Aus diesen Spannungsverläufen und den fließenden Strömen ergibt sich dann auch die Leistungsaufnahme, die wir mit unserem exakten Equipment sehr gut an allen Anschlüssen messen können.

Da die Hersteller auf Grund von Nvidias Restriktionen auf die unterste mögliche Taktrate verzichten, um durch diesen Kunstgriff quasi einen Boost-Step mehr zu erhalten, steigt der niedrigste GPU-Takt auf 291 MHz.

Die Folgen davon zeigt die Tabelle:

Leistungsaufnahme
Idle 10 Watt
Idle Multi-Montor 12 Watt   
Blu-ray 12 Watt
Browser-Games 102 bis 117 Watt
Gaming (Metro Last Light 4K) 165 Watt
Torture (Furmark) 166 Watt

Natürlich wollen wir euch auch die gewohnten Detailgrafiken der Leistungsaufnahme im Idle, beim 4K-Gaming und beim Stresstest nicht vorenthalten, die sowohl die Lastverteilung auf den einzelnen Spannungs- und Versorgungsschienen abbilden als auch einen guten Überblick über die anfallenenden Lastschwankungen und Leistungsspitzen geben:

Die gemessenen 5.1 Ampere anstelle der maximal durch die PCI SIG spezifizierten 5.5 Ampere sind wirklich beruhigend, auch beim Einsatz auf älteren Mainbords. Asus lässt lediglich den Speicher und eine Phase über den Mainboard-Slot versorgen, während die anderen fünf Phasen für die GPU komplett über den externen dem 8-Pin-Anschluss versorgt werden.

Kühlsystem und Temperaturen

Im direkten Zusammenhang zur aufgenommenen Leistung steht natürlich die erzeugte Abwärme, für deren optimale Abführung die Kühllösung verantwortlich ist. Die Backplate kann leider nicht aktiv mithelfen, denn sie dient nur der Optik und Stabilisierung der Karte.

Wir sehen auch, dass die Hintergrundbeleuchtung des RoG-Logos über eine einfache Streufolie gelöst ist, in die eine kleine LED eingebettet wurde, die rückseitig mit einem Stecker am Mainboard angeschlossen wird.

Der einfache Kühlframe auf der Vorderseite kühlt die meisten Speicherbausteine, hätte aber von der Form her optimaler gestaltet werden können. Insgesamt drei Module werden extra mittels Pad üder den Heatsink des Kühlers mitgekühlt (was generell die bessere Lösung gewesen wäre), während ein Modul fast gar keine Kühlung abbekommt.

Asus arbeitet beim Kühler mit einem klassischen DHT-Design aus angeschliffenen und zusammengepressten Heatpipes. Zum einsatz kommen vier horizontal ausgerichtete 8-mm-Heatpipes und eine außenliegende 6-mm-Heatpipe. Für die abzuführenden knapp 170 Watt Verlustleistung ist dies mehr als ausreichend.

Die Temperaturen liegen mit maximal 62°C voll im grünen Bereich und sorgen für hohe Boost-Clock-Raten trotz recht niedrig angesetzem Power-Target.

Betrachtet man zusätzlich noch die die Infrarot-Bilder der Platine, dann sieht man erstmals extrem deutlich, was eine sehr gute und durchdachte Kühlung der Spannungswandler bringen kann. Insgesamt ist die thermische Belastung der Platine erfreulich niedrig.

Gleiches gilt dann auch für den Stress-Test, denn die Temperaturen steigen nur marginal an. Insgesamt betrachtet kann man die Kühlung somit als absolut souverän bezeichnen.

Geräuschentwicklung

Die Hysterese ist perfekt implementiert, so dass die Lüfterkurven ein sehr angenehmes Bild ergeben. Die Karte bleibt auch nach einer Stunde noch knapp unterhalb der Marke von 1600 U/min für die drei Lüfter.

Mit 37 dB(A) bei Volllast liegt die Asus-Karte im Mittelfeld. Betrachtet man jedoch die Analyse des Frequenzspektrums, dann sieht man schnell, wo die eigentlichen Spitzen der Messung liegen. Die drei Lüfter erzeugen zwar auch ein leichtes Lagergeräusch, dafür jedoch in der Gesamtheit ein eher gleichmäßiges Rauschen, was man dann rein subjektiv weniger störend empfindet als tiefere Töne bei Karten mit nominell geringerer db(A)-Zahl im Ergebnis.

Was wir auch sehen, sind gewisse “elektrische” Geräusche aus dem Spannungswandlerbereich im Superhochton, den aber die wenigsten überhaupt wahrnehmen können.

Technische Daten und Zwischenfazit

Betrachten wir nun noch einmal zusammenfassend die technischen Daten und individuellen Details der Grafikkarte:

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