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Ob man nun wirklich seine Festplatte mit Schmackes auf den Beton werfen, danach geschmeidig mit dem bösen Diesel überfahren, duschen und abschließend auch noch shampoonieren möchte, das sei jedem guten Gewissens selbst überlassen. Die Apacher AC730 mit 1 TB Speicherkapazität sollte das eigentlich wegstecken können.

Military Grade? Zumindest steckt die bei uns verbaute Toshiba-HDD (1TB, 5400 U/min) in einem 3mm dicken Dural-Strampler und wiedersteht auch Fallstudien aus über einem Meter, einem Druck von bis zu 1,5 Tonnen, diversen Schüttel- und Vibrations-Orgien, sowie Dunst und Wasser.

Mit IPX8 gibt es den Schutz auf unbestimmte Zeit gegen das Eindringen von Wasser beim kompletten Eintauchen, nur gegen einen fiesen Kärcher würde ich sie wohl eher nicht antreten lassen. Man könnte sie Dank IP6X auch mit unter die Dusche nehmen oder in den Sand der Wüste Gobi. Dicht ist dicht und sollte es auch bleiben.

Aber zunächst packen wir den Test-Drive erst einmal aus. Mehr als ein USB-Kabel und ein Handbuch bekommt man nicht dazu, aber mehr benötigt man ja eigentlich auch nicht. Nur das Kabel hätte noch einen Tick länger ausfallen können.

Glaubt mir das vielleicht niemand und meint, das wäre nur die übliche PR-Blase? Keine Angst, denn misstrauisch, wie ich bin, habe ich mich an der regelkonformen Zerstörung des Testobjekts versucht und dafür natürlich auch die ultimativen Video-Beweise. Ihr müsst dann nur noch auf die nächsten Seiten weiterblättern, Fun-Faktor mit eingerechnet!

Optik, Haptik und Anschlüsse

Der Body der ca. 420 Gramm schweren AC730 besteht aus einer recht festen Aluminium-Legierung und hinterlässt einen haptisch guten Eindruck. Das Material ist alles andere als dünn und die Spaltmaße zwischen Bady und Einsatz passen ebenfalls. Die verbaute 2,5″-Notebookfestplatte ist mit ihren 5200 U/min natürlich kein Rennwagen, aber wir haben natürlich zum Schluss auch die Performance ausführlich gemessen.

Der Anschluss erfolgt über eine USB-3.1-Lösung, wobei es eigentlich egal wäre, welche der USB3.x-Spezifikationen man nun nimmt. Da eine mechanische Festplatte verbaut ist, wird diese immer der limitierende Faktor bleiben.

Bevor wir nun gleich auf den Folgeseiten die Gefahr suchen, schnell noch die technischen Daten in Tabellenform:

Typ Festplatte
EAN 4712389914798
Modellbezeichnung AP1TBAC730S-1
Serie AC730
Bauform 2,5 Zoll, extern
Kapazität 1 TB
Internes Interface SATA
Schnittstelle 1x USB 3.1 (Gen 1)
Weitere Informationen IP68 zertifiziert (wasser- und staubabweisend)
Zubehör vorhanden USB-Kabel, Anleitung
Abmessungen Breite: 105,5 mm x Höhe: 23,9 mm x Tiefe: 135,6 mm
Gewicht 420 Gramm


Pünktlich zum Beginn der Draußen-sitzen-Saison will ich auch wieder Bluetooth Geräte testen, die unseren Ohren schmeicheln. Beziehungsweise dies tun sollten, falls sie es denn könnten. Beim Suchen in den passenden Offerten fiel mir nämlich ein Speaker auf, der mit medientauglichen 40 Watt daherkommen soll.

Damit würde dann sogar Kevin-Tiger Schulze zum exponierten Star der Pausenhof-Gang, wenn die MP3-gerippten Rapper zwischen Mathe und Geo bei einer heimlich gerauchten Kippe um die Wette plärren.

Warum ich den Konjunktiv bereits Eingangs so genüsslich überstrapaziere? Es klingt zu gut und preiswert, um wahr zu sein. 40 Watt für 40 Euro, das ergäbe eine Ratio von einem Watt pro Euro und das wäre dann wirklich ein brutal günstiges Hammer-Feature. Allein mir fehlt der Glaube. Doch dazu gleich mehr, denn man kann ja alles irgendwie überprüfen.

Als Zubehör erhält man neben dem eigentlichen Lautsprecher ein kurzes 3,5mm-Klinkenkabel für den analogen Anschluss (der uns sogar helfen kann Probleme zu lösen, siehe weiter unten) und ein noch viel kürzeres USB-2.0-Kabel zum Anschluss an Computer oder Netzteil, sowie ein äußerst dünn gehaltenes Handbüchlein. Das war’s dann auch schon, reicht aber.

Optik und Haptik

Materialtechnisch ist der Tronsmart Element Mega der übliche Mix aus metallischem Body, lackiertem, umlaufenden Lochmetall sowie einer Kunstofbeplankung mit Rubber-Coating oben und unten. Zweckmäßig, eher unauffällig und damit auch recht zeitlos. Das kann man durchaus positiv sehen, denn auch die Verarbeitung geht auf den ersten Blick völlig in Ordnung. Womit es bis hierher absolut nichts zu meckern gibt.

Was uns durchaus anspricht, ist die Oberseite mit den Bedienelementen. Hier trifft eine weiße LED auf milchig-weißen Kunstoff, der die Hintergrundbeleuchtung wunderschön streut. Was leuchten soll, ist in der schwarzen Beschichtung ausgespart. An sich ist das nichts Neues, aber so großflächig ist dies schon ein echter Hingucker.

Die Unterseite ist auch kein Geheimnisträger der Extraklasse, sondern brilliert mit: nichts. Die zwei Gummifüße sind rutschfest und großflächig, aber das ist kein Alleinstellungsmerkmal, wenn auch nötig. Mehr gibt es zum Äußeren nicht zu vermelden, denn auf die Anschlüsse und Bedienelemente, sowie die technischen Eckdaten gehe ich gleich noch ein.

Funktionalität und Anschlüsse

Die Oberseite zeigt bereits alle verfügbaren Bedienelemente. Schön ist auf jeden Fall das NFC-Feature. Einmal das Smartphone galant am Logo vorbeigeschwenkt und flupps ist man verbunden. Das klappt auch in der Praxis schneller als man Mops sagen kann. Die Modus-Schaltfläche ist wie alle anderen eine reine Touch-Lösung und dient der Umschaltung zwischen Bluetooth- und analogem Modus bzw. der MP3-Player-Funktion bei eingelegter Speicherkarte. Verzeichnisse werden leider willkürlich ausgelesen und man weiß nie so recht, was als Nächstes kommt. Aber es läuft wenigstens Musik.

Auf der Rückseite findet man den analogen 3,5-mm-Klinkeneingang, den Ein-/Aus-Schalter, den Slot für den Card-Reader und den USB-2.0-Versorgungsanschluss. Mit einem passenden Kabel lässt sich das Gerät bei eingelegter Speicherkarte auch als Massenpeicher nutzen und vom PC aus mit MP3-Dateien zuballern.

Das verbaute Bluetooth-4.2-Modul ist mittlerweile üblicher Standard. Mit TWS (True Wireless Stereo) kann man übrigens auch noch einen weiteren Tronsmart Mega verbinden und somit Party-Feeling aufkommen lassen, solange so etwas Ähnliches mit der erzielten Lautstärke und der verfügbaren Leistung überhaupt aufkommen mag. Genau darum geht es nämlich gleich.

Was beim Bluetooth-Modus stört, ist die Synchronisierung mit der Gerätelautstärke des Smartphones. Hier ist kaum eine Einstellung im Bereich niedrigerer Lautstärkepegel möglich. Es ist eigentlich fast immer zu laut und fängt schnell an zu übersteuern. Allerdings teilt sich der Tronsmart dieses Feature mit anderen aktuellen Bluetooth-Geräten. Sogar unsere 900-Euro-Soundbar von Klipsch zeigt identische Symptome. Wer über ein Nicht-Apfel-Smartphone mit Klinkenausgang verfügt, der ist übrigens fein raus. Schließt man nämlich die ganze Ladung analog per Kabel an, geht es bis hinab in den Flüstermodus. Grundrauschen inbegriffen, leider.

40 Watt  – Fat Boy oder Fata Morgana?

Gehen wir nun ein wenig mehr ins Detail. Der Tronsmart enhält gleich zwei Akkus mit insgesamt 6600 mAh Speicherkapazität, was für bis zu 15 Stunden Betrieb halten soll. Ein Dauertest mit sehr mäßiger Lautstärke lief immerhin noch über neun Stunden, jedoch nicht länger. Versucht man sich an einer etwas dominanteren Beschallung, dann ist nach weniger als 4 Stunden Schluss.

Kommen wir nun zu den ausgelobten 40 Watt, mit denen der Hersteller so eifrig wirbt. Betrachtet man das Bild mit der Unterseite des Geräts, dann sehen wir als Anschlussleistung 10 Watt (5V * 2A). Na da schau her, Frau Stachelbeer… Aber ich glaube ja auch immer an das gute im Menschen und unterstelle zunächst einmal, dass das Teil mit aufgeladenem Akku deutlich mehr Saft in die Arterien gespritzt bekommen wird. Um das zu testen, habe ich den maximalen Schallpegel vor dem Einsetzen extremer Verzerrungen gemessen.

Und was durfte ich feststellen? Es war egal, ob der Akku voll und der Tronsmart Element Mega ohne bzw. mit Ladekabel betrieben wurde, oder ob er zuvor komplett entleert wurde und das Gerät nur über das USB-Kabel angeschlossen war. In der Spitze konnte ich dann reichlich 1.8 Ampere messen, eigentlich der Tod eines normalen PC-Anschlusses. Der Ladestrom im ausgeschalteten Zustand lag dann aber wieder brav in der Norm.

Rechnet man das alles mal herunter, dann ergibt sich eine maximale Leistungsaufnahme von ca. 8 Watt, was sich dann in einer echten Verstärkerleistung von 2x 3 Watt verliert. Womit also eine elektrische Leistung von ca. 6 Watt übrigbliebe. Die RMS-Leistung dürfte ungefähr bei brauchbaren 10 Watt liegen, womit wir genau dort angekommen wären, wo andere Brüllwürfel dieser Preisklasse ebenfalls rangieren. Aber 40 Watt? Das Gras, was man dafür rauchen müsste, ist in Deutschland definitiv verboten.

Was bleibt, ist ein fader Nachgeschmack eines Lockvogelangebotes der PR-Sonderklasse. Es gibt auch Zeitgenossen, die meinen, lediglich die vebauten Chassis wären zu schwach für den angeblich zu potenten Verstärker. Alles Quark, das Ding ist genauso eine Mogelpackung wie der DeLorean DMC-12 mit dem albernen PRV-Motörchen von Renault. Blendwerk halt. Doch wir haben ja noch unsere Messungen und den Sound-Check, deshalb geht es auf Seite 2 nun munter weiter. Bitte weiterblättern!

Einführung und Lieferumfang

Wenn man sich vom bisherigen (Soundkarten-) Produktportfolio deutlich abheben, jedoch nicht auf eingeführte Bezeichnungen und Marken verzichten will, kauft sich einfach mal eben so ein X und pappt es hinten dran. Aus Sound Blaster wird dann einfach Sound BlasterX und fertig. Naja, noch nicht ganz, denn auch das H5 gab es ja schon einmal.

Um das neue Produkt aufzuhübschen, verlängert man die Produktbezeichnung wie Chantal-Cheyenne ihre Haare einfach mit griffigen Extensions und fertig ist der neue Bomber der Nation. Mit Creative Sound BlasterX H5 Tournament Edition zwingt man dann gleich noch jedes CMS mit in die Knie, denn Überschriften als Wortungeheuer liegen schwer im Trend und dem Redakteur ebenso im Magen.

Was aber ist nun neu? Ein geändertes Tooling einschließlich anderer Treiber soll Schwachstellen beseitigen, am Klang feilen und wohl auch etwas an den Kosten sparen können. Wir schauen deshalb noch einmal genau hin und hören auch noch einmal zu, was uns das geänderte Modell alles zu offenbaren hat (oder vielleicht auch nicht).

Im Lieferumfang findet man neben dem eigentlichen Kopfhörer erneut ein ansteckbares Mikrofon und das Anschlusskabel mit Steuereinheit, welches in eine Smartphone-kompatiblen 3,5mm-Multifunktionsklinke endet. Darüber hinaus erhält man, wie schon beim H5, noch ein weiteres Klinken-Verlängerungskabel, das die Kombi-Klinke, wie wir sie sie z.B. für mobile Geräte kennen, wieder durch zwei separate 3,5mm-Stecker ersetzt, die man dann getrennt in den Mikrofon-Eingang bzw. Kopfhörerausgang des PCs steckt.

Optik und Haptik

Die patentierte Aufhängung der Ohrmuscheln samt Bügel ist das eigentliche Glanzstück der Konstruktion. Soweit wir wissen, nutzen nur wenige Firmen dieses Patent, was sicher auch am Auftragsfertiger liegt, der hier einen an sich recht neutralen und sehr leichten Kopfhörer einfach mit durchdachtem Tooling zum Headset umfunktioniert hat. Die kleinen Änderungen zum Vorgängermodell muss man schon mit der Lupe suchen.

Den gestiegenen Qualitätsanspruch merkt man dann auch erneut am Materialmix, denn vor allem die sehr stabilen Aluminiumteile in Verbindung mit höherwertigem Kunststoff sind optisch und haptisch eine Erlösung aus dem üblichen Headset-Einheitsbrei. Wir haben wiederum versucht, das Headset mit Gewalt zu verwinden und zu verbiegen – umsonst, das hält. Das ist vielleicht keine Konstruktion für die Ewigkeit, aber zumindest für die halbe. Mindestens.

Tragekomfort

Egal, wie groß der Kopfumfang oder ausgefallen die Kopfform auch ausfallen – einmal eingestellt sitzt das Headset perfekt wie bestellt und auf Maß gefertigt. Wir haben sehr selten ein so unaufdringlich und doch nicht zu locker sitzendes Headset getestet, das beim Langzeittragekomfort dermaßen punkten kann, obwohl es als Over-Ear-Ausführung ja komplett alles einschließt.

Die Polster aus Kunstleder sind extrem weich und der verarbeitete Schaumstoff im Inneren passt sich der Anatomie des Trägers weitgehend an. Inwieweit das PU-Lederimitat langzeitstabil ohne Risse bleibt, können wir allerdings nicht abschätzen.

Mit den etwas schräg angestellten Treibern, Creative nennt das “Tilt-Driver-Implementierung”, kommt man der Anatomie dann zumindest so weit entgegen, dass man versucht, die Abstrahlungsrichtung dem Gehörgang besser anzupassen. Damit meint man, den entstehenden Luftraum zwischen Treiber und Ohr noch weiter optimieren zu können. Ob man die angestrebte Resonanzvermeidung gerade dadurch erreicht hat, lässt sich aus unserer Sicht so nicht mehr nachvollziehen, denn wir haben erst gar keine störenden Resonanzen hören können.

Die Gelenklösung kann auf ganzer Linie überzeugen und ist sogar sehr gut vergleichbar mit der Umsetzung diverser Beyerdynamic-Produkte. Diese frappierende Ähnlichkeit setzt sich übrigens auch im Inneren des Bügels bei der Verstellung und den geprägten Druckpunkten für die Positionen fort. Auch Headsets wie das Qpad QH 90 sind ähnlich konstruiert, was sicher kein Zufall ist.

Ein guter Sitz ist schon die halbe Miete, den Rest erreicht man durch das wirklich geringe Gewicht des Headsets. Positiv erwähnen muss man auch das im Bügel integrierte, sehr weiche Kopfpolster, dass man aber aufgrund der Leichtigkeit nicht einmal sonderlich in Anspruch nehmen muss. Im direkten Vergleich zum Vorgängermodell gibt es hier keine Unterschiede.

Erfrischendes Design trifft richtig gute Verarbeitung. Das ist seltener in der 70-Euro-Klasse als man denkt, auch wenn andere Produkte ebenfalls mit Qualität und neuen Ideen punkten können. Hier hat man einfach noch einen draufgesetzt. Diese Luftigkeit und der geringe Anpressdruck gehen zwar etwas zu Lasten des sonst üblichen Bassgewitters, aber wehe, wenn sie losgelassen werden! Doch dazu gleich mehr.

Funktionalität und Anschluss

Die im Kabel eingebaute Kontrolleinheit beherbergt einen Lautstärkeregler und den Schalter fürs Mikrofon. Die Positionierung ist nah genug am Kopf, so dass der Griff eigentlich nie ins Leere geht. Positiv auch, dass Creative auf eine USB-Soundlösung verzichtet hat und auf die konventionelle 3,5mm-Klinke ohne akustische Verschlimmbesserung im Audiostrang setzt.

So lohnt sich nämlich auch der Anschluss an einen guten Kopfhörerverstärker, der vielen Onboard-Lösungen fast immer überlegen ist und vor allem höhere Pegel bei geringeren Verzerrungen ermöglicht. Gerade die Pegelfestigkeit macht viele Onboard-Lösungen schnell zum Flaschenhals, während die eigentlichen DACs mittlerweile durchaus recht brauchbar sind.

Der zusätzliche Funktionstaster an der Seite hilft, Telefonanrufe anzunehmen bzw. im Mediaplayer vorzuspulen, wenn ein passendes Smartphone angeschlossen ist. Der Gleichlauf des analogen Lautstärkereglers ist ok, aber nicht perfekt (Anfangsbereich).

Treiber und Teardown

Wir haben das Headset natürlich auch auseinandergeschraubt, denn wir wollen ja auch sehen, was sich im Inneren verbirgt. Wir können feststellen, dass der ODM im Falle dieser Neuauflage eine zweckmäßige Dämpfung im Inneren nutzt, was wir sehr begrüßen. Alle vom Hersteller optional nutzbaren Öffnungen in der Gehäuseabdeckung um den Treiber herum sind zugeklebt und werden somit nicht genutzt. Kein Sounding ist auch eine Lösung und manchmal sogar die beste.

Die Lötqualität an Platinen und dem Treiber geht in Ordnung, genauso wie die Auswahl der verwendeten Buchsen. Der Spritzguss der Schalen aus ABS ist sauber gelöst und alle relevanten Stellen sind auch entgratet worden. Einen Schönheitspreis muss man im Inneren ja auch nicht gewinnen.

Mikrofon

Das Mikrofon mit Kugelcharakteristik besitzt keinen Pop-Schutz mehr und ist ansteck- bzw. abziehbar, was das Headset schnell in einen ultraleichten und sehr komfortablen Kopfhörer verwandelt, mit dem man auch Musik genießen kann und natürlich auch umgekehrt.

Die Geräuschunterdrückung funktioniert passabel und ohne Pumpen, lediglich bei hohen Spitzen schwächelt das Mikrofon etwas. Die Sprachverständlichkeit ist sehr gut, zumal man das Mikrofon durch den sehr flexiblen Schwanenhals auch optimal positionieren kann. Doch zu den Messergebnissen und der abschließenden Beurteilung der Spracheingabe gleich mehr.

Die Anschlüsse für Mikrofon und Kopfhörerkabel sind eindeutig und straff genug, um ein versehentliches Herausrutschen der Stecker zu vermeiden.

Schön, bei aller Euphorie muss man natürlich voranstellen, dass solche Billigangebote wohl kaum das Zeug haben dürften, unversehrt Gegenstand archäologischer Ausgrabungen kommender Generationen zu werden. So ehrlich muss man in Bezug auf Materialwahl und damit auch Haltbarkeit schon sein.

Aber so als zeitlich befristete Überbrückung zwischen Clearasil- und Selbstfindungsphase, kann man bei diesem Preis eigentlich gar nichts falsch machen, wenn das Produkt einigermaßen verwertbare Schallemissionen von sich gibt und nicht schon vom bloßen Angucken in einzelne Moleküle zerbröselt.

Die erste Antwort gibt uns der Lieferumfang beim Auspacken. Headset mit fest angeflanschtem Schwanenhalsmikro und satten 2,50 Metern eines textilummantelten Kabels, an dem man sich nach einem infernalen akustischen Schlüsselerlebnis sogar aufhängen könnte, so dick ist es. Doch so weit wird es nicht kommen, versprochen. Außer einer faltbaren Kurzanleitung gibt es auch nichts weiter, was man nicht schon mit bezahlt hätte.

Die USB-Soundlösung befindet sich integriert in der linken Hörmuschel, Treiber braucht man allerdings erst gar keine. Full-RGB gibt es von Haus aus auch nicht und am Ende ist es der ideale On-Night-Stand für Headsets. Reinstecken, funktioniert und hinterher wieder rausziehen. Treiber-Leichen und sonstige Verpflichtungen werden einem nicht auferlegt. Passt also, auch zum Preis.

Optik, Haptik und Funktionalität

Womit wir schon wieder auf den Preis zurückkommen (müssen). Ein optisches Highlight als Eye-Catcher sucht man vergebens, denn es ist alles farblich fein Schwarz in Schwarz abgestuft, wenn man denn Schwarz als Farbe akzeptiert. Farbliche Akzente schafft man am Ende zumindest unter Einsatz von Elektrizität, indem diese blaue LEDs zum Leuchten bringt, die sich hinter dem ebenfalls in vornehmen Schwarz gehüllten Lochmetall der Muschelrückseite befinden. Abschalten geht aber nicht, Effekte gibt es auch keine und das Dosenlicht bleibt somit immer an. Bis zum Rausziehen.

Die Kunststoffbügel sind die üblichen, gebogenen Fiberglasstäbchen, die chinesische Supplier gern auf fremde Köpfe pfropfen. In gewisser Weise sind sie sogar unkaputtbar, womit man die unvermeidbare Erstbruchstelle wohl eher beim sich automatisch anpassenden Kopfband mit Seilaufzug bzw. bei den Kabeln suchen sollte. Aber zumindest mehrere Fall-Tests aus bis zu 1,5 Metern Höhe auf Laminat und das kecke Lassoschwingen am USB-Kabel hat das Testobjekt erst einmal ohne Murren und Knurren weggesteckt.

Neben den üblichen, spritzgegossenen Bodies der Ohrmuscheln bleibt zumindest im Bereich der Materialauswahl alles einheitlich im Niedrigpreisbereich, denn weder die eingesetzten PU-Materialien zur Schonung der Kopfhaut unter dem Band, noch die ganzen anderen Kunststoffteile der Mechanik atmen da einen parfümierten Hauch von Wertigkeit aus. Hält aber erst einmal, wenn man es nicht gerade genervt in die Ecke feuert oder sich brutal draufsetzt. Die finale Antwort darauf, wie lange das in der Summe dann gutgeht, ist bei den 25 Euro aber mit Sicherheit noch nicht eingepreist.

Der Lautstärkeregler ist alles andere als intuitiv zu finden und zudem ziemlich winzig. Da wird man sich erst einmal daran gewöhnen müssen oder besser gleich die Verstellmöglichkeiten am PC nutzen und den Regler auf voller Kraft voraus belassen. Das kann man sogar guten Gewissens tun, denn ein echtes Rauschen provoziert man damit erstaunlicherweise nicht. Was man nicht an Firlefanz verbaut, kann auch nicht Rauschen. Die genaue Antwort kommt dazu gleich noch.

Die Ohrpolster sind zwei ziemlich haltlose Schaumgummiröllchen mit dünner PU-Lederimitatummantelung und nicht gerade formstabil. Aber gerade diese Softies sind es, die den finalen Sitz der Ohrmuscheln garantieren, weil sie sich willenlos in fast jede Position kneten lassen und damit eigentlich auch immer schön dicht abschließen.

Klanglich ist das insofern ganz lustig, weil sich die Klangcharakteristik damit auch hörbar ändert. Positiv gesehen, kann man das aber auch als eine Art Hardware-Equalizer nutzen, wenn einem der Hochton zu sehr auf die Nerven geht. Ein bisschen schiefzupfen und schon werden allzu scharfe Sibilanten zum einem mild säuselnden Abendwind.

Außerdem lassen sich die aufgesteckten Polster recht leicht abnehmen und säubern, was sich auch öfters mal empfiehlt, da es keinen Luftausgleich gibt. Das Mikroklima driftet innerhalb dieser geschlossenen Veranstaltung nämlich schon nach einigen Stunden nonchalant in Richtung Subtropen.

Zu viel negative Schlagzeilen auf einmal? Dann kommen wir doch mal auf den Preis zurück und den Umstand, dass es die meisten der 40- oder 50-Euro-Headsets das alles definitiv kaum besser können. Und schon geht es dem nassen Ohrläppchen wieder besser, denn man hat ja erst einmal die Hälfte gespart. Womit wir beim Rest des Innenlebens angekommen werden. Zeit für einen Tear-Down!

Innenleben und USB-Soundlösung

Schrauben wir das Teile also mal auf. Der solide 50mm-Treiber (nichts wirklich Umwerfendes, aber gute Hausmannskost) ist eingeklebt. Optisch nicht schön, aber schön praktisch und zudem üblich. Die zwei Platinen trennen sich in Hauptplatine und Zusatzplatine mit dem Lautstärke-Potentiometer. Die Verarbeitungsqualität passt schon, die Lötqualität auch, selbst wenn man damit keine Schönheitswettbewerbe gewinnt. Die Zugentlastung der Kabel und Zuführungen geht in Ordnung, zumal wir es alles in der Summe schon deutlich schlechter (obwohl teurer) gesehen haben.

Im Inneren sitzt als Herzstück der übliche Verdächtige. Als USB-Ohrschrittmacher dient ein HS-100B von C-Media. Quadratisch, praktisch, günstig. Gut auch, wenn man den Preis nicht vergisst. Eingebauter DAC, 48K / 44.1KHz Sampling Rate, Kopfhörerverstärker, Pop-Unterdrückung und Low-Pass fürs Mikrofon samt 16-Bit ADC und Boost, Lautstärkeregelung für die Wiedergabe – guter Standard ohne echte Highlights. Aber eben auch ohne Schwächen. Im Gegensatz zum CM56xxx in den deutlich teureren USB-Headsets fehlen zwar die vielen Mixer- und Soundverschlimmbesserungs-Features, aber auf kopflastiges DSP kann man gern verzichten, wenn die Basis stimmt.

Womit wir bei den LED angekommen wären, die ein Kunststoffleuchtband als großflächigen Photonenverteiler nutzen und über die Platine gespeist werden. Das nüchtern-knackige Blau mit den unzähligen Lichthöfen trägt zwar optisch ziemlich stark auf und abschalten kann man es leider auch nicht ohne brutalen mechanischen Eingriff als Totaloperation an den Kabeln, aber der Zielgruppe wird es wohl auch so gefallen. Und falls nicht, dann tröstet einen zur Not ja wenigstens der Preis.

Im Gegensatz zu Sapphires schwergewichtiger RX Vega64 Nitro+ ist die Gigabyte RX Vega56 Gaming OC eher eine graue Maus mit einem recht gesundem Body-Maß-Index. Nur nicht um jeden Preis auffallen. Und es scheint fast so, als hätte man es sogar bewusst darauf angelegt, möglichst wenige Begehrlichkeiten zu wecken, um bloß keine Nachfrage auszulösen (die man wohl eh nie hätte befriedigen können).

Um es mal vorab zu spoilern: diese Karte hat auch ihre guten Seiten und sie wird uns zudem zeigen, wie eine normale “Butter-und-Brot-Karte” mit Vega10 hätte aussehen können, ja vielleicht sogar müssen. Sie ist damit das genaue Gegenteil der Sapphire-Karte und besitzt doch auch ihre ganz persönliche Note. Da sie noch seltener sein dürfte als die große Schwester, fangen deshalb heute mit Gigabytes RX Vega56 Gaming OC an.

Markt und Verfügbarkeit

Aus internen Quellen wissen wir, dass die AIB jeweils nur wenige Chips im mittleren vierstelligen Bereich von AMD erhalten haben, davon überwiegend Vega64. Die allgemeine Knappheit an Packages verhindert momentan somit eine echte Massenproduktion, denn man kann eine Produktionslinie nicht ständig anfahren und abstellen oder gar länger pausieren lassen. Kosten und Aufwand wären einfach zu hoch.

Dass wir trotzdem ein Exemplar ergattern konnten, liegt jedenfalls nicht an den überdurchschnittlichen Fähigkeiten deutscher Importeure, zumal hier laut internen Informationen auch nur Karten im zweistelligen Bereich verfügbar waren, sondern an einer gewissen Eigeninitiative beim Eigenimport (einschließlich Steuern).

Unboxing, Optik und Haptik

Mit einem Gewicht von nur reichlich einem Kilogramm ist die Gigabyte-Karte erstaunliche 600 Gramm leichter als Sapphires monströses Schlachtschiff. Auch bei den Maßen hat Gigabyte deutlicher gespart und bietet mit nur 27,8 cm Einbaulänge (Außenfläche Slotblende bis Ende der Kühlerbdeckung) eine relativ kurze Karte. Mit 13 cm Höhe (ab Oberkante Mainboardslot bis Oberseite der Kühlerabdeckung, sowie einer Dicke von 4,7 cm von der Platine bis zur Front der Kühlerabdeckung, ergibt sich so das Bild einer eher kompakten Karte.

Die beiden gegenläufig drehenden Lüfter mit einem Rotorblattdurchmesser von je 9,5 cm sitzen in einer Öffnung mit 10 cm Durchmesser. Insgesamt 11 Rotorblätter pro Lüfter sorgen mit ihrer speziellen Form vor allem für Airflow und Verwirbelungen und weniger für statischen Druck. Dies sollte dem Kühlkonzept durchaus hilfreich entgegenkommen.

Die Backplate verzichtet auf das Aorus-Logo, welches noch auf dem Vorserienmodell prangte. Der Kupfer-Einsatz, der über der Rückseite des Packages sitzt, trennt die aktiv zur Kühlung genutzte Backplate thermisch von diesem Bereich und kühlt ebenfalls – ein wenig. Die integrierte Heatpipe sieht man hier auf diesen Bildern aber (noch) nicht. Dazu später mehr.

Immerhin sollte man wenigstens noch 5 mm für den rückseitigen Aufbau einplanen, was bei einigen Mainboards durchaus schon zu Problemen führen kann, wenn Kühlkörper zu eng am Slot sitzen oder aber der CPU-Kühler extrem groß ausfällt.

Man sieht an der Unterseite der Karte bereits deutlich, dass Gigabyte auch bei den vertikal angeordneten Lamellen ein wenig an der Form gefeilt hat. Durch das Schrägstellen und die Wellenform soll der Airflow effizienter kühlen. Wir werden dies zu einem späteren Zeitpunkt noch genau hinterfragen.

Auch die Oberseite zeigt deutlich, dass Gigabyte bewusst den Rotstift angesetzt hat. Keine RGB-Effekte und sonstiger LED-Spielkram, sondern eine etwas zerklüftete Kunststoffwüste aus Spritzguss und aufgedruckten orangenen Farbakzenten. Das weiße Gigabyte-Logo ist ebenfalls nur aufgedruckt. Außerdem genügen Gigabyte zwei 8-Pin-Buchsen für die externe Spannungsversorgung.

Das geschlossene Ende der Karte zeigt außer den Ende der zwei 8-mm- und der drei 6-mm-Heatpipes nicht viel, sondern lediglich das Anschlusskabel der Lüfter. Auf der Platine waren hier weitere mögliche Buchsen vorgesehen (z.B. RGB-Ausgang), die man aber im Verlauf der Entwicklung wieder weggelassen hat.

Die Slotblende ist insofern hochinteressant, als dass sie gleich sechs anstelle der fünf Anschlüsse der Referenzkarte aufweist. Jeweils drei HDMI-2.0-Anschlüsse und drei DisplayPorts 1.4 stehen dem Anwender zur Verfügung. Damit eignet sich die Karte auch für den Anschluss von bis zu sechs Monitoren im Eyefinity-Betrieb.

Abschließend werfen wir noch einen ersten Blick auf die technischen Daten. Gigabyte hat, AMDs Guidelines für die Taktfrequenzen folgend, sowohl den maximalen Turbo-Takt um reichlich 100 MHz, als auch in Verbindung damit das Power Limit um 55 Watt angehoben. Was dies dann in der Realität wirklich ergibt, sehen wir gleich noch.

Verglichen mit den relevanten Referenzkarten sieht dies dann so aus (die GeForce GTX 1070 haben wir bewusst nicht verwendet, da die übertaktete RX Vega56 oft deutlich schneller agiert):

Modell Radeon
RX Vega64
Reference
Gigabyte
RX Vega56
Gaming OC
Radeon
RX Vega56
Reference
GeForce
GTX 1070 Ti
Geforce
GTX 1080
FE
GPU Vega 10 Vega 10 Vega 10 GP104 GP104
Chipgröße 484 mm² 484 mm² 484 mm² 314 mm² 314 mm² 
Transistoren 12.5 Mrd. 12.5 Mrd. 12.5 Mrd. 7,2 Mrd. 7,2 Mrd.
GPU-Basistakt/
Boost-Takt
1274 MHz
1546 MHz
1275 MHz
1590 MHz
1156 MHz
1471 MHz
1607 MHz
1683 MHz
1607 MHz
1733 MHz
Shader/SIMD 4096/64 3585/56 3585/56 2432/19 2560/20
Textur-Einheiten/
ROPS
256
64
224
64
224
64
152
64
160
64
Pixel-Füllrate
99 GPix/s 102 GPix/s 94 GPix/s 108 GPix/s 114 GPix/s
Textur-Füllrate 396 GTex/s 356 GTex/s 330 GTex/s 244 GTex/s 257 GTex/s
Speicheranbindung 2048 Bit 2048 Bit 2048 Bit 256 Bit 256 Bit
Speichertyp HBM2 HBM2 HBM2 GDDR5 GDDR5X
Speicherbandbreite
484 GB/s 410 GB/s 410 GB/s 256 GB/s 320 GB/s
Speichertakt
1,9 Gbps 1,6 Gbps 1,6 Gbps 8 Gbps 10 Gbps
Speicherausbau
8 GB 8 GB 8 GB 8 GB 8 GB
DX Feature-Level 12_1 12_1 12_1 12_1 12_1
PCIe-Buchsen 2 × 8-Pin 2x 8 Pin 2 × 8-Pin 1x 8-Pin 1x 8-Pin
TBP 295 Watt 265 Watt 210 Watt 180 Watt 180 Watt 

Testsystem und Messmethoden

Das neue Testsystem und die -methodik haben wir im Grundlagenartikel “So testen wir Grafikkarten, Stand Februar 2017” (Englisch: “How We Test Graphics Cards“) bereits sehr ausführlich beschrieben und verweisen deshalb der Einfachheit halber jetzt nur noch auf diese detaillierte Schilderung. Wer also alles noch einmal ganz genau nachlesen möchte, ist dazu gern eingeladen. Allerdings haben wir CPU und Kühlung erneut verbessert, um für diese schnelle Karte mögliche CPU-Flaschenhälse weitgehend auszuschließen.

Interessierten bietet die Zusammenfassung in Tabellenform schnell noch einen kurzen Überblick:

Testsysteme und Messräume
Hardware:
Intel Core i7-6900K @4,3 GHz
MSI X99S XPower Gaming Titanium
G.Skill TridentZ DDR4 3600
1x 1 TByte Toshiba OCZ RD400 (M.2, System SSD)
2x 960 GByte Toshiba OCZ TR150 (Storage, Images)
Be Quiet Dark Power Pro 11, 850-Watt-Netzteil
Kühlung:
Alphacool Eisblock XPX
5x Be Quiet! Silent Wings 3 PWM (Closed Case Simulation)
Thermal Grizzly Kryonaut (für Kühlerwechsel)
Gehäuse:
Lian Li PC-T70 mit Erweiterungskit und Modifikationen
Modi: Open Benchtable, Closed Case
Monitor: Eizo EV3237-BK
Leistungsaufnahme:
berührungslose Gleichstrommessung am PCIe-Slot (Riser-Card)
berührungslose Gleichstrommessung an der externen PCIe-Stromversorgung
direkte Spannungsmessung an den jeweiligen Zuführungen und am Netzteil
2x Rohde & Schwarz HMO 3054, 500 MHz Mehrkanal-Oszillograph mit Speicherfunktion
4x Rohde & Schwarz HZO50, Stromzangenadapter (1 mA bis 30 A, 100 KHz, DC)
4x Rohde & Schwarz HZ355, Tastteiler (10:1, 500 MHz)
1x Rohde & Schwarz HMC 8012, Digitalmultimeter mit Speicherfunktion
Thermografie:
Optris PI640, Infrarotkamera
PI Connect Auswertungssoftware mit Profilen
Akustik:
NTI Audio M2211 (mit Kalibrierungsdatei)
Steinberg UR12 (mit Phantomspeisung für die Mikrofone)
Creative X7, Smaart v.7
eigener reflexionsarmer Messraum, 3,5 x 1,8 x 2,2 m (LxTxH)
Axialmessungen, lotrecht zur Mitte der Schallquelle(n), Messabstand 50 cm
Geräuschentwicklung in dBA (Slow) als RTA-Messung
Frequenzspektrum als Grafik
Betriebssystem Windows 10 Pro (Creators Update, alle Updates)
Radeon Software Adrenalin (17.12.2, Stand Dezember 2017)

Was haben ein Kühlaggregat und eine Tastatur gemeinsam? Beides kann ganz schön cool sein und aus der gleichen Quelle stammen. Oder dass Pressemitarbeiter durchaus auch in der Metallverarbeitung beschäftigt sein können. Doch bevor wir nun allzu viele Münzen in die Wortspielkasse werfen müssen, klären wir die Nichteingeweihten doch lieber auf.

Über Topre-Schalter weiß man hierzulande relativ wenig, obwohl die Fangemeinde langsam, aber kontinuierlich wächst. Doch hinter Topre verbirgt sich eigentlich die bereits 1935 gegründete (und 1985 in Topre umbenannte) japanische Firma Tokyo Press Kogyo Ltd., die auf den ersten Blick als ehemaliges Press- und Stanzwerk eigentlich so gar nichts mit mechanischen Tastaturen am Hut zu haben scheint. Doch der Schein trügt, denn schon 1983 begann man mit der Herstellung elektronischer Geräte und 1990, nur folgerichtig, auch mit Office-Zubehör.

Genau in dieses Jahr fällt dann auch die erste, von Eiiti Wada entwickelte professionelle Tastatur, die sich in erster Linie an UNIX-Nutzer richtete. Eiiti Wada hatte damals nichts anderes als die perfekte Tastatur im Blick, die sich konsequent auf das Wesentliche beschränkt, damit Platz spart und auch möglichst fehlerfrei bedienbar sein sollte. Wer sich übrigens für die ganze Story interessiert (da das Ganze dann doch schon etwas zu weit wegführt) sei auf diesen Link verwiesen.

Mit dem Happy Hacking Keyboard Professional 2 führt PFU Limited (also Fujitsu) nun die schon damals als Kooperation begonnene Umsetzung als modernisierte Neuauflage fort und öffnet sich inhaltlich nunmehr auch PC- und Mac-Nutzern. Exklusivität hat natürlich am Ende auch ihren Preis und so werden, wie auch bei qualitativ hochwertiger Reizwäsche, für einen Hauch von (fast) Nichts, die größten Preise aufgerufen. Weniger ist mehr, auch im Warenkorb. Nun ja…

Dazu Zubehör fällt eher überschaubar aus. Ein einfaches, nur 1.8m langes Mini-USB Anschlusskabel und die Tastatur samt dünnem Handbüchlein sind alles, was man der auch sonst nicht grade voluminösen Verpackung entnehmen kann. Doch wie so oft, zählen auch die inneren Werte, denn das schmächtige Teil hat es faustdick hinter den Ohren.

Optik und Haptik

Schlichter, anthrazitfarbener Kunststoff auf der gesamter Linie: mehr als eine mattierte Ober- und Unterschale aus ABS bietet das Keyboard nicht. Optische Gaming-Attitüden sind auf der gesamten Breite von 29,4 cm (bei einer Tiefe von 11 cm und einer Höhe von nur 4 cm) genauso verpönt, wie solch unverschämte Dinge in Form einer RGB-Hintergrundbeleuchtung oder eines knalligen Logos. Wer hat, der hat und muss es nicht der ganzen Welt noch laserblau ins Auge drücken.

Die Tastenanordnung im minimalistischen Sun Type 3 Layout lässt die Breite schrumpfen und zusammen mit der Beschriftung in Sublimationstechnik ergibt sich so eine ziemlich monolithisch wirkende Tasten-Krater-Landschaft, die fast schon wie aus einem Stück gefeilt wirkt. Da wird später einmal jeder eingeklemmte Pizza-Brösel automatisch zum optischen Kontrapunkt und erhöht die nur 530 Gramm Nettogewicht ab Werk deutlich.

Der Hersteller findet das Ganze reichlich “crisp”, aber irgendetwas muss die PR ja letztendlich auch schreiben. Man bezieht sich anscheinend vor allem auf das Material der Tastenkappen und die Art der Beschriftung, auf die wir gleich noch zurückkommen werden.

Wir würden es eher aufregend unaufgeregt nennen, was den Kern wohl mindestens genauso gut trifft und zudem eine nahezu unbegrenzte Haltbarkeit assoziiert. Denn wo nichts sinnlos drangepömpelt wurde, kann eben auch (fast) nichts kaputtgehen. Wir haben diesbezüglich natürlich im Verlaufe des Tests auch einmal in Innere geschaut.

Die Seitenansicht zeigt die heute noch gültige Anordnung der einzelnen Reihen, samt Neigung der Tastenkappen und Abständen zwischen den einzelnen Tasten im US ANSI Layout, die aufgrund der nur 60 verbauten Exemplare relativ groß ausfallen. Vertippen (fast) unmöglich.

Die Unterschale ist mit auf einer Seite mit drei Nasen eingehängt und auf der anderen mit drei Schrauben befestigt. Eine Trägerplatte findet man im Inneren nicht, nur eine an der Oberschale verschraubte FR4-Trägerplatine mit den aufgesetzten und an der Front durchgeführten Topre-Switches.

Die zweiteiligen Aufsteller sind einfach gehalten, aber wirkungsvoll. Je nachdem, welcher Teil hochgeklappt wurde, vergrößert sich auch der Aufstellwinkel. Der sehr schwergängige Schnappmatismus ist zwar nicht gerade ideal für Studio-gepflegte Langnägel, aber sicher gegen zufälliges Zusammenklappen. Die üblichen Rubber-Parts, also Gummi-Auf- bzw. Einlagen gegen ein mögliches Verrutschen, gibt es hingegen noch nicht einmal gegen Aufpreis.

Konnektivität und Innenleben

Die Anschlussvielfalt beschränkt sich auf einen Mini-USB-2.0-Eingang, mit dem man die Tastatur mit dem Ausgabegerät verbinden kann. Gleichzeitig fungiert die Tastatur noch als USB-Hub, der zwei USB-2.0-Ausgänge bietet.

Realisiert wird das Ganze auf der Controller-Platine mit einem µPD720114 von RENESAS. Auf dieser Platine, die auf der Unterschale sitzt und mittels eines flexiblen Anschlusskabels mit der Hauptpatine verbunden ist, findet auch einen M38K07M4LHP von RENESAS.  Dabei handelt es sich um einen 8-Bit-Mikrocontroller mit Festwertspeicher, den man in dieser Form auch in einfacheren Yamaha-Keyboards für den Freizeitmusiker findet.

Da man am Ende eher minimalistisch vorgeht, bleibt dem Keyboard das trickreiche NKRO über eine Multi-Device-fähige Firmware natürlich verwehrt. Ein einziger installierter Device für die Tastatureingaben muss somit reichen, womit sich noch ein ehrliches 6KRO ergibt. Mehr als sechs Tastaturrückmeldungen lassen sich somit nicht gleichzeitig übertragen, wobei die Tastatur durch die verwendete Logik bereits weder zu Ghosting-, noch zu Jamming-Effekten neigt. Das bliebe dann auch am Ende noch auf der Haben-Seite stehen.

Der µPD720114 ermöglicht den einfachen Hub aus zwei USB-Anschlüssen, für die man eine Belastbarkeit von jeweils 100 mA angibt (500 mW). Das ist eigentlich fast gar nichts für aktuelle Bling-Bling-Gaming-Devices mit 1001 LED, reicht aber auch so schon für normale Mäuse oder einfache Card-Reader. Auf dem Bild sehen wir zudem noch den Dip-Schalter, auf den wir gleich noch genauer eingehen werden.

Doch zurück zur Leistungsaufnahme. Die Tastatur selbst benötigt erstaunlich genügsame 400 mW, was sich als Strom von 80 mA niederschlägt. Damit stünden theoretisch pro Hub sogar 200 mA statt der angegebenen 100 mA zur Verfügung, jedoch ermöglicht der verwendete µPD720114 (theoretisch) als 4-Kanal-Hub nur 100 mA pro Kanal, egal wie viele Kanäle genutzt werden oder unbenutzt brachliegen. Allerdings konnten wir einen der Anschlüsse testweise stabil sogar mit 300 mA belasten, ohne dass es zu Instabilitäten gekommen ist, solange der zweite Anschluss frei blieb.

Bevor wir nun noch zu den hochinteressanten Topre-Switches, den Tastenkappen und der Verschaltung bzw. Modifikation kommen, noch einmal schnell alle technischen Daten im Überblick:

Technische Daten
Hersteller (Anbieter):
PFU
Bezeichnung: Happy Hacking Keyboard Professional2
Modell: PD-KB400B
Colour Black
Layout: 60-Key modified US ANSI Layout
Taster:
Topre Electrostatic Capacitive Key Switches
Taster-Typ: Rubber Dome and Conic Spring
Auslösekraft: 45 g
Hub: 4 mm
Tastenkappen: Zylindrisch geformte Tastenkappen aus PBT
Beschriftung: Haltbare Farbsublimation (True Black)
Anschluss: Mini USB 2.0 Type B
USB-Hub: 2x USB 2.0/1.1
(<=100 mA je Anschluss)
Konfiguration: Dip-Schalter
Abmessungen: 294 (B) x 110 (T) x 40 mm (H)
Gewicht: 530 g (netto, ohne Kabel
Lieferumfang Keyboard, 1.8m USB 2.0 Kabel, Handbuch
Ursprungsland: Japan
Garantie: 2 Jahre Herstellergarantie
Preis: ca. 290 Euro (über Amazon)

Man hat sich bei Sapphire Zeit gelassen, was dem ganzen Projekt sicher nicht geschadet hat. Während einige Mitbewerber bereits PVT-Samples, also die Kleinserie vor dem Start der eigentlichen Massenproduktion unter die Medien gestreut haben, hat sich Sapphire eher bedeckt gehalten.

Wenn wir uns dann noch vor Augen führen, mit welchen Problemen die “geleakten” Karten teilweise zu kämpfen hatten (z.B. Wärmeleitpasten-Probleme bei Powercolor), dann hat Sapphire wirklich gut daran getan, den Deckel noch etwas länger draufzuhalten.

Gut, genügend Erfahrung bringt man natürlich schon aus der Fertigung der Referenzkarten mit, die ja in den genutzten Räumlichkeiten im Werk von PC-Partner in Dongguan im Auftrag in ordentlichen Stückzahlen hergestellt wurden. Aber so eine Nitro+ mit eigenem Kühler und anderem Platinendesign ist dann schon noch einmal eine andere Hausnummer. Dass wir so lange warten mussten, liegt nun bestimmt nicht an Sapphire, so dass wir dieses Thema an dieser Stelle auch nicht noch einmal aufgreifen wollen.

Und schließlich hat man auch nicht gekleckert, sondern richtig geklotzt. Damit das, was dabei heraus gekommen ist, dann nicht das Mainboard zu sehr belastet, gibt es von Sapphire noch ein Bracket kostenlos dazu. Die fast 1,6 Kilo wollen ja schließlich auch gehalten werden.

Unboxing und Features

Die immerhin 1596 Gramm schwere Karte ist 31 cm lang (ab Außenkante Slot-Blende bis Ende Gehäuse), 13 cm hoch (ab Oberkante Mainboard-Slot bis Oberkante Gehäuse) und 4,8 cm tief. Damit ist es bereits 2.5-Slot-Karte, zumal auch die Backplate noch einmal ca. 0,5 cm auf der Rückseite benötigt.

Wer die Karte gleich in den ersten Slot steckt, wird beachten müssen, dass es dann schon knapp werden kann. Das betrifft auch die Einbauhöhe, denn mit Steckern und Kabel kommen schnell noch einmal 3 cm und mehr zu den schon nicht gerade niedrigen 13 cm dazu. Auch mit dem Gewicht ist das so eine Sache, aber im Zubehör gibt es ja auch noch eine geeignete Entlastung fürs Mainboard mit aufs Haus dazu.

Das Sapphire-Logo unterhalb der Backplate ist beleuchtet und mit dem unvermeidbarem RGB-Feature auch farbmäßig Gott sei Dank anpass- und sogar bei Bedarf abschaltbar.

Die passende Software liefert Sapphire natürlich mit und die Oberfläche ist wirklich selbsterklärend.

Die Gehäuseabdeckung setzt auf Kunststoff und zwei transparente Ringe an den beiden Öffnungen für die großen Lüfter. Optisch ist dies auf den ersten Blick zwar gewöhnungsbedürftig, aber spätestens dann, wenn die RGB-LED das Ganze zum Leuchten bringen, leuchten wohl auch die Augen des Nutzers. Je nach Geschmack vor Freude oder Schmerz über das knallharte Stahlblau, das einen Out-of-the-Box erst einmal empfängt.

Die Oberseite ist geprägt von den gleich drei 8-Pin PCIe-Spannunsgversorgungs-Anschlüssen, sowie dem hintergrundbeleuchteten Sapphire-Logo. RGB auch hier, wobei man Sapphires Software nutzen muss, wenn man mehr als das knallige Blau für alle Dioden möchte.

Außerdem finden wir einen BIOS-Umschalter, der auf ein BIOS mit deutlich niedriger Leistungsaufnahme zugreifen lässt. Leiser, kühler und natürlich auch etwas langsamer. Zusammen mit den drei Modi im WattMan “Turbo” (max. Power Limit), “Balanced” (Standardvorgabe) und “Power Saver” (min. Power Limit) ergeben sich so mehrere Variationsmöglichkeiten, die wir auch schon in früheren Artikeln ausführlich besprochen haben.

Wir sehen in der Seitenansicht auch deutlich, dass die vertikal angeordneten Lamellen oberhalb der GPU leicht geneigt sind. Das gibt dem Airflow noch eine Strömungsrichtung mit auf den Weg und vergrößert so auch die direkt angeblasene Fläche des Kühlers.

Das Kartenende ist dank der vertikal angeordneten Lamellen quasi geschlossen. Die Slot-Blende beherbergt zwei DP-1.4-Anschlüsse und zwei HDMI-2.0-Anschlüsse. Auf einen DVI-I hat man aus strömungstechnischen Gründen cleverer Weise verzichtet, denn die Blende ist gleichzeitig ja der Auslass der warmen Abluft aus dem Kühlsystem, auch wenn durch die vertikale Lamellenanordnung kein direkter Austritt erfolgen kann.

Modell Sapphire
RX Vega64
Nitro +
Radeon
RX Vega64
Reference
Radeon
RX Vega
FE
Geforce
GTX 1080
FE
GPU Vega 10 XTX Vega 10 XTX Vega 10 XTX GP104
(400-A1)
Chipgröße 484 mm² 484 mm² 484 mm² 314 mm² 
Transistoren 12.5 Mrd. 12.5 Mrd. 12.5 Mrd. 7,2 Mrd.
GPU-Basistakt/
Boost-Takt
1423 MHz
1630 MHz
1274 MHz
1546 MHz
1138 MHz
1382 MHz
1607
1733 MHz
Shader/SIMD 4096/64 4096/64 4096/64 2560/20
Textur-Einheiten/ROPS
256/64 256/64 256/64 160/64
Pixel-Füllrate
104.3 GPix/s
98,9 GPix/s 88,4 GPix/s 114,2 GPix/s
Textur-Füllrate 417,3 GTex/s
395,8 GTex/s 353,8 GTex/s 257,1 GTex/s
Speicheranbindung 2048 Bit 2048 Bit 2048 Bit 256 Bit
Speichertyp HBM2 HBM2 HBM2 GDDR5X
Speicherbandbreite
483,8 GB/s 483,8 GB/s 483,8 GB/s 320 GB/s
Geschw. Grafikspeicher
1,9 Gbps 1,9 Gbps 1,9 Gbps 10 Gbps
Speicherausbau
8 GB 8 GB 16 GB 8 GB
DX12 Feature-Level 12_1 12_1 12_1 12_1
PCIe-Buchsen 3 × 8-Pin 2 × 8-Pin 2 × 8-Pin 1x 8-Pin
TBP 256 Watt
295 Watt < 300 Watt 180 Watt 

Testsystem und Messmethoden

Das neue Testsystem und die -methodik haben wir im Grundlagenartikel “So testen wir Grafikkarten, Stand Februar 2017” (Englisch: “How We Test Graphics Cards“) bereits sehr ausführlich beschrieben und verweisen deshalb der Einfachheit halber jetzt nur noch auf diese detaillierte Schilderung. Wer also alles noch einmal ganz genau nachlesen möchte, ist dazu gern eingeladen. Allerdings haben wir CPU und Kühlung erneut verbessert, um für diese schnelle Karte mögliche CPU-Flaschenhälse weitgehend auszuschließen.

Interessierten bietet die Zusammenfassung in Tabellenform schnell noch einen kurzen Überblick:

Testsysteme und Messräume
Hardware:
Intel Core i7-6900K @4,3 GHz
MSI X99S XPower Gaming Titanium
G.Skill TridentZ DDR4 3600
1x 1 TByte Toshiba OCZ RD400 (M.2, System SSD)
2x 960 GByte Toshiba OCZ TR150 (Storage, Images)
Be Quiet Dark Power Pro 11, 850-Watt-Netzteil
Kühlung:
Alphacool Eisblock XPX
5x Be Quiet! Silent Wings 3 PWM (Closed Case Simulation)
Thermal Grizzly Kryonaut (für Kühlerwechsel)
Gehäuse:
Lian Li PC-T70 mit Erweiterungskit und Modifikationen
Modi: Open Benchtable, Closed Case
Monitor: Eizo EV3237-BK
Leistungsaufnahme:
berührungslose Gleichstrommessung am PCIe-Slot (Riser-Card)
berührungslose Gleichstrommessung an der externen PCIe-Stromversorgung
direkte Spannungsmessung an den jeweiligen Zuführungen und am Netzteil
2x Rohde & Schwarz HMO 3054, 500 MHz Mehrkanal-Oszillograph mit Speicherfunktion
4x Rohde & Schwarz HZO50, Stromzangenadapter (1 mA bis 30 A, 100 KHz, DC)
4x Rohde & Schwarz HZ355, Tastteiler (10:1, 500 MHz)
1x Rohde & Schwarz HMC 8012, Digitalmultimeter mit Speicherfunktion
Thermografie:
Optris PI640, Infrarotkamera
PI Connect Auswertungssoftware mit Profilen
Akustik:
NTI Audio M2211 (mit Kalibrierungsdatei)
Steinberg UR12 (mit Phantomspeisung für die Mikrofone)
Creative X7, Smaart v.7
eigener reflexionsarmer Messraum, 3,5 x 1,8 x 2,2 m (LxTxH)
Axialmessungen, lotrecht zur Mitte der Schallquelle(n), Messabstand 50 cm
Geräuschentwicklung in dBA (Slow) als RTA-Messung
Frequenzspektrum als Grafik
Betriebssystem Windows 10 Pro (Creators Update, alle Updates)

Endlos-Roundup und Tiefenprüfung

Viele werden sich natürlich fragen, warum wir das Roundup zur Radeon RX480 erst jetzt gemacht, bzw. begonnen haben. Aber Erstens haben wir die Arbeitsteilung innerhalb der Redaktion grundlegend geändert, sowie neue Schwerpunkte gesetzt und Zweitens, das lag eher weniger in unserer Macht, war leider die Großzahl der Samples anfangs auch gar nicht oder zumindest nur sehr eingeschränkt zusammen vorhanden. Da zudem viele der Samples nur in Rotation zwischen den Redaktionen ausgetauscht wurden, wäre eine Demontage nicht in Frage gekommen.

Aber besser spät als nie und wenn wir ganz ehrlich sind: So benötigen auch Grafikkarten und deren Treiber (vor allem bei AMD) erst einmal eine gewisse Reife, um ein wirklich objektives Bild vermitteln zu können. Wer sich für AMD-Grafikkarten entscheidet, wird, aus welchen Gründen auch immer, eher Wert auf eine längerfristige Bindung bzw. Nutzung legen und eher weniger auf maximale Effizienz, die jedoch vieles von vornherein ausschließt, was irgendwann vielleicht einmal wichtig werden könnte.

Die Urmutter aller RX480-Karten: das Referenzmodell von AMDDie Urmutter aller RX480-Karten: das Referenzmodell von AMD

Wer seine Karten häufiger wechselt und bereit ist, die für den jeweiligen Momentzustand vielleicht effizienteste Karte zu erwerben und dabei naturgemäß auch weniger aufs Geld schaut, wird mit einer Radeon RX480 vielleicht genauso wenig glücklich, wie er es seinerzeit mit einer Radeon R9 390(X) geworden wäre. Doch es geschehen auch Zeichen und Wunder und so mancher Nutzer dieser älteren Boliden reibt sich bei aktuellen Spielen verwundert die Augen, wenn es um die Performance seiner Karte geht, während man von einer GeForce GTX 780 (Ti) kaum noch etwas liest.

Womit wir auch direkt beim Thema wären. Dieses Roundup wird definitiv keine Auflistung dessen, was eine Radeon RX480 von einer GeForce GTX 1060 trennt oder mit ihr vebindet. Wir werden auch keinen Feature-Battle befeuern, bei dem es am Ende nie einen wirklichen Sieger geben kann, denn die Philosophien beider Chiphersteller liegen für so etwas dann doch viel zu weit auseinander. Die Performance-Benchmarks haben wir deshalb auch bewusst so ausgewählt, dass von allem etwas dabei ist, je nachdem.

Nein, wir wollen stattdessen im Detail und mit vielen Messungen hinterfragen, wodurch sich die jeweiligen Umsetzungen der Radeon RX480 herstellerspezifisch wirklich unterscheiden und welche Kaufargumente und Hinweise für die richtige und optimale Produktentscheidung wichtig sind. Bei den GPU-Taktraten kann man architekturbedingt als Hersteller ja nicht viel anders machen, bei der Interpretation von Power Limit, Spannungsversorgung und Kühlung dann aber schon.

Wichtig ist jedoch, dass wir sowohl im offenen Benchtable, als auch im geschlossenen System gemessen haben – mit zum Teil sehr unterschiedlichen Ergebnissen! Praxisrelevante Ergebnisse darf man hier also erwarten, was aber durchaus nicht überall selbstverständlich ist. 

Wir beginnen im Roundup zunächst mit insgesamt fünf Karten, werden aber in nicht allzu ferner Zeit noch zwei weitere Karten zufügen, die sich bereits schon in unserem Labor befinden. Schade ist hingegen, dass sich Gigabyte von der Zusage eines Samples für dieses Roundup leider zurückgezogen hat. Es bleibt also spannend, wenn auch mit einer Karte weniger!

Inbetriebnahme und technische Daten

Das neue Testsystem und die -Methotik haben wir im Grundlagenartikel “So testen wir Grafikkarten, Stand Februar 2017” (Englisch: “How We Test Graphics Cards“) bereits sehr ausführlich beschrieben und verweisen deshalb der Einfachheit halber jetzt nur noch auf diese detaillierte Schilderung. Wer also alles noch einmal ganz genau nachlesen möchte, ist dazu gern eingeladen.

Interessierten bietet die Zusammenfassung in Tabellenform schnell noch einen kurzen Überblick:

Testsysteme und Messräume
Hardware:
Intel Core i7-5930K @4,2 GHz
MSI X99S XPower Gaming Titanium
Corsair Vengeance DDR4-3200 @2400 MHz
1x 1 TByte Toshiba OCZ RD400 (M.2, System SSD)
2x 960 GByte Toshiba OCZ TR150 (Storage, Images)
Be Quiet Dark Power Pro 11, 850-Watt-Netzteil
Windows 10 Pro (alle Updates)
Kühlung:
Alphacool Eispumpe VPP755
Alphacool NexXxoS UT60 Full Copper 360mm
Alphacool Cape Corp Coolplex Pro 10 LT
5x Be Quiet! Silent Wings 3 PWM
Thermal Grizzly Kryonaut (für Kühlerwechsel)
Gehäuse:
Lian Li PC-T70 mit Erweiterungskit und Modifikationen
Modi: Open Benchtable, Closed Case
Leistungsaufnahme:
berührungslose Gleichstrommessung am PCIe-Slot (Riser-Card)
berührungslose Gleichstrommessung an der externen PCIe-Stromversorgung
direkte Spannungsmessung an den jeweiligen Zuführungen und am Netzteil
2x Rohde & Schwarz HMO 3054, 500 MHz Mehrkanal-Oszillograph mit Speicherfunktion
4x Rohde & Schwarz HZO50, Stromzangenadapter (1 mA bis 30 A, 100 KHz, DC)
4x Rohde & Schwarz HZ355, Tastteiler (10:1, 500 MHz)
1x Rohde & Schwarz HMC 8012, Digitalmultimeter mit Speicherfunktion
Thermografie:
Optris PI640, Infrarotkamera
PI Connect Auswertungssoftware mit Profilen
Akustik:
NTI Audio M2211 (mit Kalibrierungsdatei)
Steinberg UR12 (mit Phantomspeisung für die Mikrofone)
Creative X7, Smaart v.7
eigener reflexionsarmer Messraum, 3,5 x 1,8 x 2,2 m (LxTxH)
Axialmessungen, lotrecht zur Mitte der Schallquelle(n), Messabstand 50 cm
Geräuschentwicklung in dBA (Slow) als RTA-Messung
Frequenzspektrum als Grafik

Eines wollen wir gleich voanstellen: Es soll nicht um ein selbstgezimnmertes 2.1-System gehen, bei dem zwei kleine Brüllwürfelchen mit einen dicken, großen Bruder kombiniert werden sollen. Unsere Intention ist es, den Subwoofer so dezent und gewinnbringen einzusetzen wie möglich und ihn nur soweit aufspielen zu lassen wie nötig.

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Besitzt man nämlich zwei gute Regalboxen oder Nahfeldmonitore am Computer, ist man hinab bis zu 70 Hz eigentlich bereits recht gut aufgestellt. Der übliche Matsch mit Frequenzübergängen im Oberbass und unteren Mitten – inklusive der sattsam bekannten Folgen – soll vermieden werden; ein weicher, aber präziser, akustischer Unterbau ist unser Ziel.

Genau an dieser Stelle kommt jetzt der Mivoc Hype 10 G2 ins Spiel, der mit seinen unglaublich verlockenden 135 Euro nicht nur uns aufgefallen ist. Massive 17 Kilo und ordentliche Außenabmessungen sowie eine auf den ersten Blick gefällige Optik fordern uns geradezu heraus, das Teil einmal genauer unter die Lupe zu nehmen, was uns zu einem anonymen Kauf verleitet hat. Dass neben viel Licht auch diverse Schatten existieren, werden wir später noch sehen. Doch immer schön der Reihe nach.

Der Lieferumfang fällt bei diesem Preis natürlich knapp aus und nur ein Netzanschlusskabel sowie ein paar anschraubbare Kunststoffstandfüße mit Gummieinlage ergänzen den Subwoofer in der Originalverpackung. Die Löcher sind vorgebort und das Anschrauben einfach. Trotzdem würden wir – abhängig vom Fußboden – zu Spikes oder besser entkoppelten Füßen aus dem HiFi-Zubehör raten. Für den Anfang tun es die Hartpalstikteile aber erst einmal.

Der Mivoc Hype ist ein typischer Front-Fire-Subwoofer, dessen Bassreflexrohr ebenfalls zur Front hin ausgerichtet ist. Damit ist er zwar nicht mehr ganz so empfindlich, was die Aufstellung zur Wand hin betrifft, aber es lohnt sich trotzdem in jedem Falle, den Standort nach Möglichkeit auszutesten und zu optimieren.

Optik und Haptik

Bei diesem Preis bleibt natürlich keinem Hersteller Spielraum für optische Kinkerlitzchen. Man muss also damit rechnen, dass sich der Anbieter auf das Grundlegendste beschränkt. Diese Sparzwänge treffen auch den Mivoc, jedoch fast immer nur auf den zweiten Blick. Der Subwoofer misst 32 cm in der Breite, ist immerhin stolze 44 cm hoch und 36 cm tief. Mit Standfüßen landet man bei einer Gesamthöhe von rund 48 cm.

Die knapp 17 Kilo Gewicht des Subwoofers resultieren aus einem recht steifen Korpus und dem Innenleben, auf das wir später noch genauer eingehen werden. Haptisch ist alles im grünen Bereich: Die Kanten und Ecken sind alle gefällig abgerundet und auch die mattschwarze Folierung des MDF-Korpus ist recht sauber gelöst. Lediglich die Seitenteile in Klavierlack-Optik sind wahre Fingerabdruckskarteien und betteln um regelmäßige Raumpflege.

Nimmt man den Rahmen für die Lautsprecherbespannung ab, fällt der Blick auf das Chassis und eine Front, die ebenfalls akzeptabel verabeitet scheint, auch wenn dezente Klebereste und optische Einbußen beim ästhetischen Erscheinungsbild den Spaß an der Offenheit etwas trüben. Wir haben jedenfalls alles wieder geschlossen – es sieht so einfach besser und wertiger aus. Das Firmenlogo aus Gummi ist pures Cost-Down, fällt aber wenigstens farblich nicht aus dem Rahmen.

Die Anschlüsse und Regler befinden sich innerhalb der Montageplatte für den Aktivteil auf der Rückseite des Subwoofers, die leicht eingelassen und mit einigen Holzschrauben zur Befetigung versehen wurde. Die Steifigkeit geht in Ordnung, auch wenn man bei voll arbeitendem Bass die Stellen finden kann, wo durch den Druck im Inneren etwas Luft entweicht.

Es gibt keinen echten physikalischen Netzschalter, sondern lediglich die Möglichkeit, das Gerät ausgeschaltet faktisch im Dauer-Standby laufen zu lassen. Die Endstufe wird dabei elektrisch durch ein Relais von der Stromversorgung getrennt. Man kann diese Technik natürlich auch für die Zuschaltautomatik nutzen, die den Subwoofer immer dann aktiv werden lässt, wenn ein Signal anliegt, oder aber in der dritten Schalterstellung den Dauerbetrieb erzwingen.

Was man bei Geräten dieser Preisklasse eher selten findet ist die Phasenumkehr-Option, mit der zumindest eine simple 180°-Phasenverschiebung machbar ist. Das kann je nach Hör- bzw. Aufstellort von Vorteil sein und dient vor allem dazu, die möglicherweise unterschiedliche Phasenausrichtung zum Hauptverstärker zu korrigieren, wenn man den Klinkeneingang nutzt. Darüber hinaus lassen sich die Empfindlichkeit (“Level”) des Verstärkereingangs und die Crossover-Frequenz einstellen, wobei zu letzterer noch etwas zu schreiben sein wird.

Die Eingänge sind simpel, aber sehr zweckmäßig  konzipiert. Neben der Stereo-Klinke (Low-Level), deren Signal in ein monaurales Signal für den Verstärker umgewandelt wird (es ließe sich übrigens auch von Haus aus ein monaurales Signal über nur eine Klinken einspeisen), findet man auch noch die Möglichkeit, die eigentlichen Lautsprecher durchzuschleifen und das Signal aus dem Lautsprecherausgang des Verstärkers zu gewinnen (High-Level).

Bevor wir dem Inneren und damit der Wahrheit auf den Grund gehen gibt es hier die technischen Daten, die wir um unsere eigenen Messergebnisse ergänzt haben:

Vor drei Monaten haben wir The Division auf Herz und Nieren getestet. Dabei kam viel Licht, aber durchaus auch Schatten zutage. Mit der Zeit litt speziell die Darkzone (der PvP-Bereich des Spiels) unter Cheatern, was vielen Spielern den Spaß wenigstens am PvP-Modus vermieste. In der Folge ergriff Ubisoft drastische Maßnahmen, um der Situation Herr zu werden.

Dennoch hat das Spiel in verschiedensten Bereichen (wie zum Beispiel der Grafik und der Atmosphäre) deutliche Stärken und macht auch viel Spaß.

Neben den üblichen Patches erschienen bisher zwei monatliche “Content-Updates”, die neue Inhalte lieferten und so das Spiel frisch halten sollen. Im April brachte Incursions die neue Mission Falcon verloren, KI-Verbesserungen und neue Gadgets. Im Mai brachte Conflict die neue Mission Klarer Himmel und die Möglichkeit, die Abholung des Dark Zone-Plünderguts mit Hilfe eines Messers zu unterbrechen.

Äußerst kurze und knackige ErklärungÄußerst kurze und knackige Erklärung

Jetzt haben wir Juli – und das erste von drei kostenpflichtigen DLCs ist da.

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