Leistungsaufnahmemessungen im Detail

Wir messen die Leistungsaufnahme fürs Package bzw. die gesamte CPU direkt hinter den Spannungswandlern, deren Verluste man natürlich ebenfalls noch mit einplanen sollte. Der Vorteil unserer Direktmessung bzw. Sensorerfassung liegt darin, dass die Werte unabhängig vom Mainboard und dessen Effizienz ermittelt werden. Das hilft später bei der besseren Vergleichbarkeit.

Spiele und Workstation-Workloads können sehr unterschiedlich bei der erforderlichen Leistungsaufnahme sein, je nach tatsächlicher CPU-Last. Unsere Beispiele zeigen deshalb jeweils ein eher durchschnittliches Szenario, welches dem Durchschnittswert aus allen Spielen und Anwendungen unserer Suite am ehesten entspricht.

Dabei liegen die CPUs im 3D-Einsatz oft genug noch deutlich unterhalb der angegebenen TDP, was einmal mehr zeigt, dass diese lediglich ein Richtwert für die Auslegung der Kühlung ist, allerdings eben nicht ausschließlich.

In unserem Grundlagenartikel „Stresstests im Detail: CPU und Gesamtsystem richtig testen“ geben wir dazu jedem Leser die benötigte Hilfestellung und empfehlen diese Lektüre dringend.

Beim Stresstest kann die angegebene TDP hingegen zum Teil bereits sehr deutlich überschritten werden. Dies liegt vor allem am verwendeten AVX-Befehlssatz, dessen extensive Nutzung in unserer Testsoftware eine überdurchschnittlich hohe Leistungsaufnahme hervorrufen kann. Ältere CPUs ohne AVX-Erweiterung zeigen dieses Verhalten jedoch nicht (SSE-Fallback). Außerdem liegt Vieles auch an den Voreinstellungen des jeweils genutzten Mainboards (AVX-Ratio).

Wir haben bei diesen Messungen jedoch stets versucht, das jeweilig erreichbare Maximum bei Normaltakt auszuloten. Es ist somit eine reine „Worst-Case“-Messung, die jedoch im Alltag in dieser Form nicht auftreten sollte. Wir empfehlen trotzdem, die jeweiligen Stabilitätstests auch am eigenen System einmal vorzunehmen.