Netzteil über Nacht ausstecken

Mitglied seit
Jul 22, 2018
Beiträge
58
Punkte
7
#1
Ich weiß, diese Frage gibt es bereits in zig anderen Foren, aber die Antworten sind sehr unterschiedlich. Deshalb stelle ich hier die Frage nochmal.

Ist es für das Netzteil schädlich, wenn man jeden Tag den Stecker zieht. Beim ein/ausstecken entstehen ja Stromspitzen, die auf Dauer die Kondensatoren belasten.

Hintergrund: ich nutze PowerLan und habe nur eine Steckdose neben dem PC (der PowerLan Adapter stellt wiederum eine Steckdose zur Verfügung). Ich möchte aber das Powerlan über Nacht ausstecken, da im Schlafzimmer die blinkenden LEDs stören. Jetzt habe ich zwei Möglichkeiten:
Entweder das Powerlan in eine Steckerleiste einstecken -> schlechte Signalübertragung.
Oder die Steckerleiste ins Powerlan einstecken -> Steckerleiste und somit PC werden über Nacht ausgesteckt und somit eine dauerhafte Belastung fürs Netzteil.

Netzteil ist übrigens ein Seasonic Focus Gold 450W.
 
Mitglied seit
Jul 22, 2018
Beiträge
1.544
Punkte
82
#2
Mir ist nicht ganz klar, wie beim Einstecken Stromspitzen entstehen; meiner Erinnerung zufolge passiert das erst, wenn du den PC einschaltest. Insofern dürfte es für dich am sinnvollsten sein, dass du das Netzteil selber vorm Steckerziehen auch ausschaltest und natürlich erst wieder anschaltest, wenn der Stecker in der Dose ist.
Es gibt die Empfehlung, dass durchs Ziehen des Steckers Strom gespart wird anstatt alles angeschlossen oder im Wartezustand (Stand by) zu belassen (oder via Steckerleiste, die tatsächlich komplett abschaltbar ist). Stromspitzen werden da also schwerlich auftreten oder die diesen Rat gebende Fachwelt ignoriert das geflissentlich, was ich mir nicht vorstellen kann.
 
Mitglied seit
Aug 14, 2018
Beiträge
408
Punkte
27
#3
Ich glaube, hier ist das sogenannte inrush current oder auf deutsch auch Einschaltstrom gemeint, wenn ein Gerät nach langer Stromlosigkeit wieder oder zum ersten Mal ans Netz angeschlossen wird. Die Kondensatoren auf der Primärseite laden sich beinahe schlagartig in wenigen Millisekunden auf und so kann kurzzeitig Strom von 50-100A fließen (je nach Hersteller und Modell vielleicht sogar mehr oder wengier).

Abhilfe schaffen hier Softstartschaltungen, die den eingehenden Stromfluss begrenzen. Ob diese Ströme nachhaltig den Kondensatoren zusetzen und deren Lebensdauer herabsetzen ist immer wieder Gegenstand einer Diskussion. Soweit ich das verstanden habe, setzt eine zu hohe Temperatur den Elektrolytkondensatoren aber mehr zu. Ich schätze, dass alte ElKos wohl öfter beim Einschalten sterben, da sie einen höheren Innenwiderstand haben und entsprechend mehr Verlustleistung in Form von Hitze aufbauen.
 
Mitglied seit
Dez 2, 2018
Beiträge
407
Punkte
42
#4
Zuerst muss man differenzieren zwischen ausgeschaltetem Gerät und ausgeschaltetem Netzteil.
Fährt man den Computer nur herunter, ist das Netzteil meistens noch immer aktiv. Glücklicherweise lässt es sich aber bei den meisten PC-Netzteilen direkt abschalten (Schalter am Netzteil).
Bei Monitoren oder ähnlichen wird es häufig schon schwieriger.

Ansosnten ist die Erklärung von DHAmoKK weitestgehend korrekt: Ist das Netzteil eingeschaltet und wird an Netzspannung gelegt, laden sich in den ersten Millisekunden die Primärseitigen Elektrolytkondensatoren. Dies kann bedeuten, dass in den ersten Millisekunden durchaus beachtliche Ströme fließen. Mann kann diesen Strom relativ leicht begrenzen, allerdings wird darauf, anscheinend aus Kostengründen, oft verzichtet.

Die Lebensdauer von Elektrolytkondensatoren wird üblicherweise in den Datenblättern in Stunden bei Temperatur (z.B, 2000h bei 105°C) angegeben. Inwiefern der sogenannte Inrushcurrent darauf Einfluss hat, darüber wird seit zig Jahren gestritten und ich traue mir da keine Aussage zu. Was aber auf jedenfall klar ist: Temperatur setzt den Elkos massiv zu.

Eine wichtige Sache wird bei deisem Thema immer wieder ignoriert:
Die Steckverbindungen. Werden unter Last(Der Inrushcurrent ist eine Last) Steckverbindungen getrennt oder geschlossen können kleine Lichtbögen entstehen, welche die Kontaktflächen schädigen.

Edit: Tippfehler korrigiert
 
Zuletzt bearbeitet :
Mitglied seit
Jul 22, 2018
Beiträge
1.544
Punkte
82
#5
Laut verlinktem Wikiartikel ist das exakt das, was ich meine, weil dort steht:
Als Einschaltstrom bezeichnet man den elektrischen Strom, der unmittelbar nach dem Einschalten eines elektrischen Verbrauchers fließt.
Hat also mit dem Rein-raus des Netzsteckers nix zu tun.
 
Mitglied seit
Dez 2, 2018
Beiträge
407
Punkte
42
#6
Man darf halt bei dem Thema nicht vergessen, dass das Netzteil ausgeschaltet sein muss. Habe leider schon einige Geräte gesehen, bei denen das nicht mehr möglich ist. Als Beispiel fallen mir da auf Anhieb viele Notebooknetzteile ein.
 
Mitglied seit
Jul 22, 2018
Beiträge
1.544
Punkte
82
#7
Öööh... wie jetzt? Der Einschaltstrom tritt nur auf, wenn das NT vorher komplett aus UND nicht mehr ans Stromnetz angeschlossen war oder worauf bezieht sich das mitm nicht Vergessen jetzt? Ich bin etwas verwirrt.
 
Mitglied seit
Dez 2, 2018
Beiträge
407
Punkte
42
#8
Meines Wissens nach, tritt der Inrushcurrent immer dann auf, wenn das Netzteil mit Spannung versorgt wird, nachdem es vorher solange vom Netz getrennt war (entweder abgesteckt oder über einen Netzschalter), dass sich die Primärseitigen Elkos entladen haben.
 

Nr4

Mitglied
Mitglied seit
Okt 21, 2018
Beiträge
12
Punkte
1
#9
Die Erwärmung eines Elkos durch Inrush Current kann vernachlässigt werden. Die Wärmekapazität ist viel zu groß, als dass sich in den paar Sekunden eine Erwärmung von mehr als 1-2 Grad über Umgebung ergibt. Allerdings können große Ströme bei den Kontaktpunkten im Elko zu Problemen führen, z.B. falls diese durch Alterung bereits geschwächt sind.
Richtig blöd für Elkos wird es meist dann, wenn sie lange ohne Spannung gelagert wurden (am besten noch bei hohen Temperaturen). Dann baut die Oxidschicht und damit die Spannungsfestigkeit ab. Werden sie dann wieder sofort der vollen Nennspannung ausgesetzt kann es zum Durchschlag kommen. Teilweise gibt das nen ordentlichen Knalleffekt :eek:
 
Mitglied seit
Jul 22, 2018
Beiträge
1.544
Punkte
82
#10
Gibt es verläßliche Werte für die Entladungsdauer? Darum dürfte es Bertl96 letztlich gehen.
 
Mitglied seit
Dez 2, 2018
Beiträge
407
Punkte
42
#11
Es gibt da zwar eine schöne Formel , über die man die Zeitkonstante der Entladung ausrechnen kann. Allerdings benötigt man dafür die genauen Kapazitäten und Widerstände, was natürlich ein Problem darstellt.

Es gibt auch diverse Faustformeln. Von denen halte ich allerdings, aus Sicherheitsgründen und etwas Erfahrung, nichts.
 
Mitglied seit
Jul 22, 2018
Beiträge
1.544
Punkte
82
#12
Okay, es läßt sich also nur vermuten, dass es im beschriebenen Fall besser wäre, wenn der Stecker nicht gezogen wird.
Da sehe ich zwei Möglichkeiten:
1. den Kauf eines Steckdosenverteilers, in deinem Fall ne 2erversion. So kann der PC über Nacht an der Dose bleiben und das Landings nicht.
2. die LEDs überdecken.
 
Mitglied seit
Aug 14, 2018
Beiträge
408
Punkte
27
#13
Eine dritte Möglichkeit gäbe es noch: Ein vernünftiges LAN Kabel verlegen und diesen PowerLAN Rotz zum Teufel schicken ^^
 
Mitglied seit
Jul 22, 2018
Beiträge
58
Punkte
7
#15
Danke für die vielen Inputs. Nachdem LAN kabel verlegen nicht so einfach möglich ist, sonst würde sich die Frage natürlich nicht stellen, werde ich einfach mal einen Verteiler kaufen und schauen, ob das Powerlan Signal da unbeschadet durchkommt.
 
Mitglied seit
Jul 23, 2018
Beiträge
224
Punkte
27
#16
Betreibe meinen Monitor und Rechner, wie auch Fernsehen und HTPC schon seit Jahren and Klappschaltern. Bei Nichtsnutzung sind diese stets vom Netz getrennt und kriegen keinen Saft - also kein Standby-Effekt.

Bis einschließlich heute hat es sich meiner Erfahrung nach lediglich positiv auf die Stromrechnung(en) ausgewirkt ;)
 
Mitglied seit
Jul 22, 2018
Beiträge
58
Punkte
7
#18
Ich habe mich nach der Diskussoon hier dafür entschieden den PC einfach an die Steckerleiste zu stöpseln, die jeden Abend ausgesteckt wird. Ein qualitativ hochwertiges Netzteil muss das aushalten.
 
Oben Unten