Reviews Kurztest: Fritz!Powerline 730E und Fritz!WLAN Repeater 1750 -Teil1

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#1
Ich habe gestern mein Heimnetz ein wenig aktualisiert. Hier ein kleiner Erfahrungsbericht bzw. Kurztest der verwendeten Komponenten.
Aber vorneweg: Es gibt hier eine super Einführung für den Aufbau von Heimnetzwerken: Mein Kurztest ist dazu höchstens eine kleine Ergänzung.

1) Fritz!Powerline 530E Set - Wo WLAN nicht hinkommt oder genügt
Ziel war es eine WLAN Verbindung zu ersetzen, die nicht immer gut funktionierte
FritzBox 7590 (Keller) ---LAN--- FritzBox 7113 (als WLAN Accesspoint im OG) ---WLAN--- FOSCAM 9805W (Schuppen)
Nominell war die CAM mit 20 MBit/s angebunden, es gab aber teilweise Aussetzer und dann ist WLAN ja auch noch super einfach störbar.

Da ich im Schuppen kein LAN-Kabel liegen habe sollte die Strecke von 20m (ca. 35m Stromkabel) per PowerLAN überbrückt werden.
Die AVM-Produkte sind nach meiner Erfahrung alle sehr einfach zu konfigurieren harmonieren gut mit der FritzBox. Daher war der Anbieter für mich gesetzt. Es gibt aber durchaus eine größere Auswahl an Geräten bei AVM!
  • Es gibt Powerline Modelle mit max 500MBit/s und max 1200MBit/s
  • Es gibt Modelle mit und ohne Stecker - Bei den Modellen mit Stecker kann man z.B. das Kamera Netzteil oben aufstecken. Man benötigt somit keine weitere Steckdose.
  • Es gibt auch Modelle mit schaltbaren Steckdosen die man zur Heim-Automatisierung und Stromverbrauchsmessung nutzen kann.
    Allerdings deuten die Bewertungen in den Shops drauf hin, dass die Schaltfunktion schon mal ausfällt. (zu starke Verbraucher dran gehängt? Man weiß es nicht)
  • Es gibt sogar Modelle mit WLAN, die wahlweise als WLAN-Brücke/Repeater/Accesspoint, bzw. Powerline Brücke genutzt werden können.
Meine Wahl viel auf das Powerline 530E-Set.

Nun gut was soll ich weiter faseln: Die Einrichtung ist erstaunlich einfach:
Powerline neben dem Router und neben der Kamera einstecken und jeweils mit einem LAN Kabel verbinden. Mehr ist es nicht.
Die Verbindung wird ab Werk AES 128 Bit verschlüsselt.

Das Ganze ist dann über das Menü der FritzBox konfigurierbar. Dort kann man die Sende- und Empfangsgeschwindigkeit prüfen, die Firmware der Powerlines aktualisieren, die genutzten Frequenzspektren analysieren, Statistiken aufzeichnen lassen um diese an den AVM-Support zu senden, falls mal was nicht klappt. Zusätzlich lassen sich Kindersicherung/Online-Zeit für die Verbindung konfigurieren.

500 MBit kommen am Ende natürlich nicht bei rum. Das ist vermutlich nur machbar wenn man beide Enden in benachbarte Steckdosen steckt. Aber für meinen Anwendungsfall reicht es locker. Ich bekomme 110Mbit/s in Senderichtung und 70Mbit/s Empfangsgeschwindigkeit. Die Verbindung zur Kamera ist nun sehr viel stabiler und performanter.
Am Ende kann man das in der FritzBox auch noch schön in der Mesh-Darstellung anzeigen:

Mesh.jpg

Für mich eine klare Empfehlung für den Fall das man mal ausnahmsweise eine Strecke überbrücken will, die nicht gut mit WLAN zu versorgen ist.
Es stellt sich noch die Frage ob sich das Produkt langfristig bewährt. Ich werde euch versuchen auf dem Laufenden zu halten.

2) Fritz-WLAN Repeater 1750E - Erweiterung der WLAN-Reichweite
Vorneweg. Ich hab die FritzBox nicht als WLAN-Repeater im Einsatz, sondern an das Gigabit-LAN im Oberschoss angeschlossen und nutze es damit als WLAN-Accesspoint bzw. LAN Brücke.

Als Mesh-WLAN-Repeater würde er das schnelle 5GHz Netz (max 3*433MBit/s) nutzen um eine Verbindung zur FritzBox herzustellen und über 2,4GHz (max 3*150MBit/s) eine Verbindung zu den Clients aufbauen.
Als WLAN-Accesspoint/LAN-Brücke wird er über LAN-Kabel an die FritzBox angeschlossen. Im Mesh-Netzwerk kann er die Bandbreite aller Antennen den Clients zur Verfügung stellen.

So kommen dann maximal 1750MBit/s zusammen (drei Antennen mit je max 433MBit/s und 3 mit je max 150MBit/s). Die Maximalgeschwindigkeiten erreicht man nie. Und ein Client hat normalerweise auch keine drei Antennen, sodass die Bandbreite von drei Kanälen gebündelt werden kann. Aber mit mehr Antennen kann man auch mehrere einfache Clients mit jeweils einer Antenne bedienen. Oder man kann über Beamforming das WLAN-Signal in Richtung des Clients auszurichten.

Das erklärt auch warum WLAN mit vielen Clients nicht so gut funktioniert, dann müssen sich mehrere Clients eine Antenne d.h. einen Kanal teilen und die funken dann munter kreuz und quer. Naja - nicht so ganz: Wenn gerade ein Client funkt, dann stellen die anderen auf Funkstille solange bis sie das Wort erteilt bekommen. Aber das bedeutet jeder Client hat hat nur anteilige "Funkzeit" auf dem Kanal. Schlecht wenn jetzt auch noch die ganze Nachbarschaft, das Babyphone und das DECT-Telefon auf den selben Kanälen funken und die "Basis-Station" d.h. der Router oder Accesspoint auch noch weiter weg ist und durch drei Wände durch muss. Dann geht schnell gar nix mehr.

So weit so gut: Bei mir müssen nur sehr wenige WLAN Clients angebunden werden. Die FritzBox hängt aber im Keller. Im Obergeschoss geht da nicht mehr viel. Daher sollte ein neuer WLAN Accespoint her. Der alte WLAN Accesspoint (eine Fritzbox 7113) tat über 8 Jahre seinen Dienst, aber sollte nun doch mal aktualisiert werden.

Auch hier war der Hersteller AVM für mich gesetzt. aber man hat auch hier die Qual der Wahl -
  • Es gibt Geräte, mit 2,4GHz Netz und Geräte für 2,4Ghz + 5GHz Netz
  • Es gibt Geräte die CrossBand Repeating können wie oben beschrieben (Mesh WLAN-Repeater)
  • Es gibt Geräte mit und ohne LAN-Anschluss (Nur die mit LAN Anschluss können auch als Accesspoint/Lan-Brücke verwendet werden)
  • Es gibt auch Geräte die gleichzeitig eine Powerline haben, die eignen sich wenn der WLAN Repeater weit weg von der FritzBox platziert werden soll und man PowerLAN als Brücke zwischen beiden nutzen will.
Da ich im Obergeschoss GBit-LAN liegen habe und ich 2,4GHz + 5GHz mit möglichst vielen Antennen (3 Stück) haben wollte, ist meine Wahl auf den Fritz!WLAN Repeater 1750E gefallen. Ich setze ihn damit also eigentlich nicht als Repeater sondern als WLAN Accesspoint im Mesh-Netzwerk ein.

Langer Rede kurzer Sinn: Auch hier ist die Einrichtung erstaunlich einfach!
Einstecken - WLAN/WPS Tasten auf Repeater und FritzBox drücken. Das war es.
In meinem Fall noch LAN-Kabel anschließen und das Gerät im Browser auf Anschluss als WLAN Brücke einstellen:

mesh2.jpg


Ergebnis: Vorher (mit der FritzBox 7113 als Accesspoint im OG) war die Verbindung zu den Clients oft sehr schlecht. Insbesondere ein älteres Tablet von 2012 mit Alu-Gehäuse (Antennen hinter Alu-Blech ist einfach keine gute Idee) hatte oft eine unerträglich schlechte WLAN Verbindung mit nominell zwischen 10 und 20 Mbit. Mit dem neuen Repeater sind es konstant 72 MBit, denn scheinbar hat das Teil sogar eine 5GHz Antenne.
Klar andere Hersteller haben auch gute Produkte. Aber was mir bei AVM gefällt ist die einfache Installation und die nahtlose Integration mit der vorhandenen FritzBox.
  • Die WLAN Einstellungen wurden einfach von der FritzBox übernommen.
  • Ich kann z.B. mit dem Fritzfon C5 auf Knpofdruck den WLAN Gastzugang auf der FritzBox aktivieren und das gilt dann auch für den Zugriff über den Repeater.
  • Wer mehr einstellen will kann das auch. Das funktioniert alles wie auf der FritzBox. Das ist mir wichtig, denn ich will nicht groß Handbücher lesen oder rumprobieren, wenn ich alle 2 Jahre mal was umstellen will.
Für mich ist der Fritz!WLAN Repeater eine klare Empfehlung:
  • Den kann man bedenkenlos auch Laien in die Hand drücken.
  • Man kann ihn Flexibel als Repeater oder Accesspoint verwenden
Es stellt sich noch die Frage ob sich das Produkt langfristig bewährt. Ich werde euch versuchen auf dem Laufenden zu halten.

Wie gesagt, von WLAN Netzen mit arg vielen Clients würde ich allgemein abraten, wenn man die Möglichkeit hat LAN-Kabel zu legen.
Wenn nicht mögen ein oder mehrere WLAN-Repeater auch eine gute Option sein, die Situation zu verbessern (Das habe ich nicht getestet).
In dem Fall, dass der Router im Keller steht ist das auf jeden Fall eine Riesen-Verbesserung. Für Fälle wo die Kellerdecke besonders dick ist oder wenn WLAN aus anderen Gründen nicht durchkommt mag auch ein WLAN-Repeater mit PowerLAN eine sehr gute Alternative sein.
 
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#2
3) Alte FritzBox als WLAN-Accesspoint, DECT-Basisstation, Telefon-Anlage, Druckerserver, Mini-NAS, Anrufbeantworter, Fax-Server oder Switch weiternutzen

Die Fritzbox ist genau das: Eine Wundertüte mit vielen Funktionen. Wer jetzt auf VDSL umgestiegen ist hat sicher noch eine alte Fritzbox wie die 7272 rumliegen. Genauso war es bei mir.

Die Ausgangssituation war folgende: Im Arbeitszimmer im Erdgeschoss hatte ich eine alte Fritzbox 7170 als WLAN Accesspont genutzt. Die hat aber *nur* eine Antenne und schafft maximal 56 MBit/s auf 2,4Ghz. Deshalb sollte sie also auch ersetzt werden. Klar, ich hätte mir auch eine zweite Fritz!WLAN 1750 kaufen können, aber die FritzBox 7272 hat doch alles an Bord was man benötigt, und darüber hinaus viel mehr.

Die Einrichtung dieser vielen Optionen ist nicht ganz so einfach wie die Einrichtung der spezialisierten Geräte. Ein technik-begeisteter Laie kriegt das hin, wenn er ein bisschen Zeit mitbringt. Der Schwierigkeitsgrad ist eigentlich nicht hoch, da die Dokumentation von AVM wirklich Schritt für Schritt alles aufführt.

Fangen wir also an! Ich verlinke hier die Anleitungen für jeden Schritt für die FritzBox 7272. Mit Hilfe von Dr. Google findet ihr aber problemlos die jeweilige Anleitung für euer Gerät. Hängt einfach an den jeweiligen Punkt die Nummer eurer Fritzbox dran.
  1. FRITZ!Box für Betrieb mit anderem Router einrichten
    Wozu braucht man das? Ganz einfach, die Fritzbox ist normalerweise als Router konfiguriert und zwei Router (bzw. 2 DHCP Server) im Netz geht nicht.

    Dazu hängt ihr die FritzBox einfach an einen Computer der nicht Teil eines Netzwerks ist und folgt der Anleitung hier: FRITZ!Box als IP-Client einrichten.
    Danach sieht es so aus als ob ihr nicht mehr auf die Fritzbox zugreifen könnt. Aber kein Problem: Schaut in der Haupt-Fritzbox (dem Router) nach welche IP Adresse eure alte Fritzbox nun hat und ruft die entsprechende IP-Adresse auf. z.B. http://192.168.20

  2. FRITZ!OS-Update durchführen
    Eine aktuelle Firmware ist wichtig damit auch alle Funktionen so funktionieren wie in der Anleitung angegeben.

  3. WLAN-Verbindung zur FRITZ!Box einrichten (FritzBox als WLAN AccessPoint)
    Im Grunde einfach gleiche Einstellungen wie auf der Haupt-FritzBox einstellen (gleiche SSID etc.). Dann verbinden sich die Clients hinterher mit der Fritzbox die am nächsten ist. Und schon hat man einen zweiten WLAN-Accesspoint. Verbindet man diesen über einem Netzwerkkabel mit dem Router (Haupt-FritzBox), dann kann man den Empfangsbereich des WLAN Signals deutlich erweitern. (Ich hab den Router im Keller und die 7272 im Arbeitszimmer des Erdgeschosses).

  4. Alternativ: Eine zweite FRITZ!Box per Knopfdruck als Mesh-Repeater einrichten
    Das geht leider nur bei den neuen Fritzboxen dann aber super einfach.

  5. Mit FRITZ!Box über anderen Router telefonieren (Fritzbox als Telefonanlage)
    Die einfachste Variante ist meist die VoIP Konfiguration so zu belassen. (Im Grunde Punkt 1) in der Anleitung. Wenn die alte FritzBox bereits die VoIP nutze und der DSL/Telefonanbieter es erlaubt das sich mehrere Telefonie (= SIP)-Clients gleichzeitig pro Nummer einwählen, kann man die Konfiguration eigentlich fast so lassen. Ergebnis: Es klingelt an beiden Fritzboxen.
    Jetzt kann man noch einzelne Telefonnummern/Telefoniegeräte auf den verschiedenen Frizboxen ein- bzw. ausschalten. (zwei Anrufbeantworter oder zwei Fax-Geräte macht selten Sinn). Ich hab die Faxnummer auf dem Router und den Anrufbeantworter auf der alten FritzBox eingerichtet. Klingeln tun alle nicht Faxnummern auf beiden Geräten.
    Theoretisch könnte ich jetzt die alte Fritzbox mit in den Urlaub nehmen an einen WLAN Hotspot hängen und telefonieren als wäre ich zu Hause. Solche Konfigurationen machen auch durchaus Sinn wenn mal das Internet ausfällt, wenn man im Ferienhaus oder im Ladengeschäft unter derselben Nummer erreichbar sein will wie zu Hause.

  6. Schnurlostelefon an FRITZ!Box anmelden (FritzBox als DECT-Basis-Station)
    Das geht jetzt im Grunde alles wie bei der Haupt-FritzBox. Bei mir steht die Haupt-FritzBox im Keller. Das ist schlecht wenn ich im Garten sitze. Bis 50m Entfernung, 2 Wände und ein Haufen Erde sind nicht gerade Idealvoraussetzungen für den DECT-Empfang. Die zweite FritzBox im Erdgeschoß hat einen deutlich weiteren Empfangsradius. Daher hab ich DECT im Keller gleich ganz ausgeschaltet.
  7. Weitere Gimmicks
    Es dürfte nun jedem klar sein, das man die zweite Fritzbox auch als Printserver, Mini-Switch, NAS etc. einsetzen kann. Das geht alles wie bei der Haupt-FritzBox.
4) Fritz!Fon C5 – So einfach kann Telefonieren sein

Am Ende möchte ich noch ein kleinen Erfahrungsbericht über das Fritz!Fon C5 teilen.

Die Installation ist wie immer super leicht. Fritz!Fon aktivieren indem man eine kleine pastik-Lasche zieht und damit das Telefon mit Strom versorgt - DECT-Taste an der Fritz-Box gedrückt – Fertig.
Das Telefon ist leicht zu bedienen, hat ein gut lesbares Display, Funktionen wie Anrufbeantworter etc. sind wirklich sehr einfach verständlich. Auch ältere Bekannte nutzen das Telefon ohne Probleme.

Allerdings: Ich habe zwei Stück gekauft. Beim ersten hatte das Display nach 4 Monaten schwarze Streifen, beim zweiten nach 22 Monaten. Aber OK im ersten Fall wurde es vom Händler auf der Stelle ausgetauscht, im zweiten nach Einsenden bei AVM. Dauert nicht lang dann hatte ich ein Neues.

Ich bin von den Geräten wirklich überzeugt. ABER: wenn das Telefon in der Basis steht, dann ist es wohl besser das Display auszuschalten. Unter Einstellungen->Anzeige->Energiesparen. 24/7 Dauerbetrieb hält das Display scheinbar nicht uneingeschränkt aus.

Obwohl: Das erste Austausch-Telefon ist bisher 25 Monate mit Dauer-Display-Betrieb im Einsatz ohne Probleme.

Mein Fazit: Super einfache Installation mit der Fritz-Box. Mit anderen DECT-Basisstationen funktioniert es auch. Zumindest vor 2,5 Jahren hatten die mal massive Qualitätsprobleme bei den Displays. Daher eher 4 von 5 Sternen. Ich empfehle es im Bekanntenkreis, aber nicht ohne Einschränkungen und eigentlich auch nur, wenn schon eine neuere Fritz!Box vorhanden ist, denn ohne FritzBox ist der Komfort auch teilweise weg. z.B. gemeinsames Telefonbuch über alle Geräte

Zu guter Letzt noch ein Hinweis:
Ja andere Hersteller haben sicher auch gute Produkte. Aber ich hab nun mal nur die AVM-Geräte selber gekauft, weiter empfohlen und installiert. Insofern kann ich andere Produkte halt nicht beurteilen. Das einzige was ich dazu sagen kann. Ich würde Sie wieder kaufen.
 
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Tesetilaro

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#3
super Leser / Kurztest!!! Danke erst mal, vorläufig gepinnt.

Meine Ergänzung - für schnell und einfach ist Devolo auch in Ordnung, hab ich jetzt seit Jahren im Einsatz.
Und solange das Hausnetz gut ist, hilft es folgende Tips zu beachten, damit Poweline gut funktioniert:
1. so dicht wie möglich an die Wandsteckdose damit ran
2. von LED, Neonröhren(Schreibtischlampe?) und Handynetzteilen fernhalten (wegen Störungen)
3. nicht verzweifeln wenns nicht gleich geht, manchmal brauchen die Teile ein paar Minuten um sich gegenseitig zu finden

Powerline wird nicht ernsthaft funktionieren wenn die Elektroanlage ein einziges Gefrickel ist oder über komplett getrennte Stromkreise hinweg - sprich zum Keller im Mehrfamilienhaus für den NAS-Server - das geht in aller Regel nicht ohne Extraaufwand.
 
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#5
Danke für den Test. Ich hätte noch einige Ergänzungen, da einige Leser sicherlich eine noch gemischtere Infrastruktur haben, so wie es auch mich betrifft. Mein Setup sieht so aus, und die Probleme die ich hatte füge ich unten bei.

FritzBox 7360 (Fritz!OS 06.83) - Basisstation
FritzBox 3370 (Fritz!OS 06.83) - Als Repeater
FRITZ!Powerline 530E (Powerline-FW 1.4.0.0-15) - An Lan (Port 1)
FRITZ!Powerline 530E (Powerline-FW 1.4.0.0-15)
FRITZ!Powerline 510E (Powerline-FW 1.4.0.0-21)
FRITZ!Powerline 510E (Powerline-FW 1.4.0.0-21)
FRITZ!Fon C4 (Fritz!Fon 01.04.05)
FRITZ!Fon C5 (Fritz!Fon 01.04.05)

Lieferung und Installation:
Die Powerlines wurden jeweils als Paar in einem Bundle geliefert. Bei den 510ern waren die Bios-Versionen unterschiedlich, nämlich ein 510er mit Firmware 1.3.0.0 und der andere mit Firmware 1.4.0.0. Direkt ab Werk in einem Bundle geht so etwas gar nicht, da hat die Qualitätskontrolle geschlampt. Untereinander haben die 510er gut funktioniert, aber keine Verbindung zu den 530er hergestellt. Die Werksfunktion "Resetknopf drücken und warten", damit sich alle Adapter untereinander synchronisieren ging nicht, letztendlich lag es an dem 1.3.0.0er den ich aktualisieren musste mit Direktanschluß an die FritzBox. Über den Zwischenschritt 1.4.0.0-0 ging es mit einem zweiten Update dann auf die 1.4.0.0-21, dieses Update auf x.-21 zeigte er aber beim zweiten 510er erst gar nicht an, er blieb auf 1.4.0.0-0, ich habe aber die aktuelle Firmware über download.avm.de/fritzpowerline/ erhalten und manuell installiert (über Fitz!Powerline Software). Ein Einbinden in das Kollektiv wurde aber nur teilvollzogen, ein Adapter wurde erkannt, der zweite nicht. Das musste manuell erfolgen, über FritzBoxSoft Powerline kann man mit Eingabe des Gerätekennworts quasi die Erkennung freischalten. Das funktionierte. Die 530er liefen dagegen von Beginn an einwandfrei, neueste Firmware war schon aufgespielt, sofort erkannt und verbunden. Jetzt laufen alle 4 Adapter, einer als Host am Port 1 der FritzBox, und je einer für meine Arbeitskiste, einen Kontroll-PC und einen weiteren Verbraucher.

Leistung:
Eine eher mittelprächtige Leistung die mir aber ausreicht um meine Geräte mit Bandbreite zu versorgen. Die 500Mbit/s verbuche ich unter der Rubrik Marketing, die maximale Leistung habe ich mit einem 510er mit 192Mbit/s bei einer Distanz von 5 Metern am gleichen Stromkreis, über 141MBit/s für den zweiten 510er fällt die Leistung dann auf knapp unter 100MBit/s für den zweiten 530er, der allerdings drei Räume weiter liegt, faktisch am entgegengesetzen Ende von unserem Haus.

Fazit:
Wer sich 4 oder mehr Powerline-Adapter zulegen möchte und das noch in den unterschiedlichsten Ausprägungen sollte auf die neueste Firmware achten und gegebenenfalls aktualisieren (notfalls per Hand), beim Nichterkennen der Adapter manuell eingreifen (was auch über das Geräte-Passwort möglich ist), und gerne einmal mit der Powerlinesoft die finale Infrastruktur überprüfen. Bei mir hat das Umstecken eines Adapters in eine andere Steckdose ein Upgrade von ca 120MBit/s auf gut 140MBit/s gebracht, und das im gleichen Raum. Die Software zeigt auch den Signal-Rausch-Abstand (SNR dB) für Send&Receive an, die Datenrate, und über die Reportfunktion kann man Verbesserungen oder Verschlechterungen gut sehen und protokollieren. Ich würde mir die 510er nicht mehr kaufen, dafür eher noch ein Paar 530er und dafür lieber einen Schrank verrücken (Grund für die 510er, da nur 28mm Tiefe). Nun läuft alles einwandfrei, wird auch keine Zicken mehr machen, für eine Oma allerdings die nur Plug&Play erwartet wäre besonders bei den 510ern Endstation gewesen.


EDIT: Ich dachte zuerst es gibt einen Test über einen neuen 730E, etwas verwirrend, da die Neuen von Powerline ja aus der Serie 12xxE sind.
 
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#6
Ich bin etwas verwirrt:
Funktionieren die Powerline Dosen wie ein Switch? Das liest sich so als hättest du nur eine Dose am Router und diese würde dann die anderen drei mit Netzwerk "versorgen". Ich dachte man bräuchte immer ein zusammengehöriges Pärchen.

Generell: Vielen Dank für diesen großartigen Bericht! :)
 
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Tesetilaro

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#7
@onyman man kann definitiv mehr als ein Päarchen betreiben, zumindest bei Devolo bin ich sicher und auch bei Fritz, was ich oben lese.

Ich müßte aber mal recherchieren, wie sich das auf die Datenübertragungsraten auswirkt, gefühlt steigt der Ping bei mehr als 2 Geräten spürbar an, durchaus ähnlich wie bei WLAN - ein Loadbalancing findet scheinbar nicht statt. Was ich für Devolo aber sagen kann, es gibt Adapter mit mehr als einer Buchse - also quasi eingebauter Switch - da gibt es eine gleichmäßige Verteilung der Bandbreite an die entsprechenden Anschlüsse.
 
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#8
Das sind wunderbare Erkenntnisse, zumindest für mich. :)

Bei meinem Schwager gibt es so eine ungünstige Konstellation, dass der Router so blöd steht, dass kein Kabel weggeführt werden kann. Er hat ein PowerLAN Pärchen (zum TV) und alles andere per WLAN angebunden. Das funktioniert aber herzlich bescheiden - vor allem über drei Etagen. Ein WLAN Repeater ist irgendwie auch noch im Spiel, aber ich glaube der bringt mit seinem zweiten Netz auch mehr Nach- als Vorteile. ABER: Wenn man PowerLAN Dosen sternförmig verwenden kann, dann winkt da eine ziemlich einfache Lösung (im Gegensatz zum Wände- und Fußbodenaufreissen und Strippenziehen).

Ich danke vielmals für diese (scheinbar recht einfache) Info!!
 
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#9
Ein Adapter moduliert und die anderen 3 demodulieren, korrekt. Die Bandbreite die vom externen Netz kommt kann man bei uns eh nicht erhöhen, ob das jetzt 25 oder 50 MBit/s sind. Insofern reicht mir die externe Bandbreite vollkommen, diese Providerbandbreite machen alle Adapter mit. Anders sieht es beim internen Datenverkehr aus. Da hat man aufgrund der verschiedenen Adaptern im Powerline-Netz Abrieb, sprich Verlust, wenn man nun intern was verschieben will. Ich unterstelle, da werden je Adapter üppig Protokolle usw. hin-und hergeschoben und es gibt noch andere Faktoren die nach unten drücken. Aber für den Hausgebrauch reicht es. Am Anfang meiner Probleme hatte auch ich eine 510er an die Fritz mit LAN 2 angeschlossen, da waren also 2 Powerlines am Router. Hat rein gar nichts gebracht. Ich meine gelesen haben, es gehen mittlerweile bis zu 12 Powerline-Adapter an eine Box, da würde ich aber eher zu einer anderen Lösung greifen. Aber auf die Ursprungsfrage einzugehen, die Fritzdose als Switch missbrauchen ? Ja, geht, von der Bandbreite etwas eingeschränkt, aber es geht.
 
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#12
Schön, das ich hier Alternativen aufzeigen konnte. Mit selbst war bis letzten Donnerstag nicht klar was alles gehen kann. I

@Sirius1 Ja, die Powerlan 530E sind schon älter.
PowerLan ist für mich blos die Notlösung für die Garage. Die CAM dort benötigt max 10 MBit/s da reichten dann halt die älteren und günstigeren Modelle.

@onyman
Powerlan als "Switch". Jain. Das funktioniert, aber die "funken" alle auf einem Kabel und müssen sich abwechseln. Es wird also strenggenommen nix geschaltet wie beim Switch.
Wenn nix anderes geht, dann ist PowerLAN sicher eine Alternative. wobei eventuell ist es für deinen Fall auch sinvoller mit PowerLan das WLAN an eine günstiger Stelle zu holen und von da aus mit WLAN zu arbeiten. Da gibt es auch Kombigeräte.
Generell ist es wichtig die selbe Phase zu erwischen, oder sozusagen den selben Stromkreis. In einer modernden Elektro-Installation kann es sein, das verschiedene Steckdosen in einem Zimmer zu verschiedenen Stromkreisen gehören, dann hilft es eventuell verschiedene Steckdosen zu probieren. Bei älteren Installationen gehören meist alle Steckdosen in einem Zimmer zum selben "Stromkreis". Dann hilft es eventuell eine Steckdose in einem anderen Zimmer zu probieren und von da mit WLAN zu verteilen.
Genauere Angaben gibt es hier.

WLAN Repeater können heute dank mehrerer Frequenzen (2,4Ghz und 5GHz) und MIMO mehr als früher, wenn es also mit älteren 2,4GHz Repeatern leidlich geht könnten neuere eventuell ganz passabel sein.
 
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#13
Da wie oben schon mehrfach angemerkt ist die verwendeten Hardware-Komponenten schon etwas älter sind, daher füge ich kurz meine Erfahrungen mir aktuellerer Hardware bei.
Mein Ausgangspunkt war eine alte Fritzbox welche über den LAN1 an das UnityModem angeschlossen war. Über Wlan war ein Repeater verbunden, der mehr schlecht als recht die andere Seite der Wohnung ausleuchtete.
Unter anderem durch IP V6 wollte ich diese Situation ändern und gleichzeitig von MESH profitieren.

So habe ich die neue Box (AVM 6590) als Ersatz des UnityModems und der alten Fritzbox installiert.
Die direkten Vorteile der All-In-One Lösung und die Übernahme Möglichkeit der Einstellungen (FAX,Telefon,Wlan) funktionierten perfekt.
Die neue Box wurde auf Software 7 aktualisiert und konnten ohne viel Aufwand in das Unitynetz eingebunden werden.

Da ich nun zu meinem Reichweiten-Problem kam und die MESH Funktion durchaus verlockend war, habe ich mein Wlan über Dlan erweitert.
Hier fiel meine Auswahl auf das FRITZ!Powerline 1260E-Wlan-Set. Dieses besteht aus 2 unterschiedlichen Adaptern (1x1260E und 1x1220E)

Der 1220 kommt an die Fritzbox und der 1260 an die entfernte Position. Hier habe ich wie zuvor meine Abstellkammer gewählt.

In Betriebnahme:
Nach dem Auspacken und ersten Anschließen, kam leider direkt die Ernüchterung. Ich war davon ausgegangen, dass beide Adapter eine Web-Oberfläche bieten. Dies ist bei dem 1220 nicht der Fall.
Der Adapter wird in der Frittbox angezeigt aber eine manuelle Konfiguration so leider nicht möglich.
Der 1260 kann durch Drücken der WPS-Taste sehr schnell eingebunden werden. Leider passierte dies bei mir nur im Repeater-Modus ohne Mesh. So verbrachte ich einige Zeit mit NeuFlashen des Adapters,
div. Rücksetzugnen, Testweise Betrieb in direkter Nähe zum 1220, bis ich schließlich eine Support-Anfrage bei AVM stellte.
Der Service hier ist sicherlich nicht schlecht, trozdem ließ mir dies keine Ruhe und ich versuchte es immer und immer wieder und habe in der Zwischenzeit fast alle Foren-Beiträge der unterschiedlichen Seiten durchforstet.

Irgendwann stieß ich auf einen Hinweis, der mir sagte, dass die automatische MESH-Einrichtung per Knopfdruck nur funktioniert, wenn man die WPS-Taste länger (6-8 Sekunden) hält.
Dies brachte mich zu einem erneuten Rest der kompletten Konfiguration der Dlan-Adapter und einem neuen finalen Versuch.

Was soll ich sagen... Mesh war plötzlich aktiviert und wurde entsprechend in der Fritz-Übersicht angezeigt.
Der 1220 hat keine Oberfläche und der 1260 hat eine aber da kann man MESH nicht manuell aktivieren. Leider wird das aus der Anleitung etc. nicht deutlich.

Jetzt zu den Erfahrungen:
An dem 1260 in meiner Abstellkammer hängt mein NAS, mein Drucker und durch MESH habe ich jetzt in jeder Ecke der Wohnung vollen Empfang.
Bisher (ca. 3 Wochen) keine Aussetzer, das Signal war noch nie schlecht oder weg.

In Summe, kann ich sagen, dass diese Anordnung der Verstärler, das Signal über Dlan und die erzeigt MESH Funktion wunderbar funktioniert.
 
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