MSI GeForce RTX 2080 Gaming X Trio im Test – Leise, schnell, bunt, kühl und schwer | igorsLAB

Tear Down und Platinenanalyse

MSI setzt für diese Karte von Anfang an auf ein echtes Eigendesign, mittlerweile sogar in Revision 3.2. Keine Besonderheit in dieser Leistungsklasse sind die zwei ATX-Spannungsversorgungsanschlüsse. Es führen auch zwei echte Rails von den Buchsen zur Platine. Diese beiden Rails, sowie auch die Speisung aus dem Mainboard-Slot, wurden jeweils noch einmal mit zwei 330 mH bzw. einer 1μH-Spule für die Glättung möglicher Spikes versehen und führen über jeweils einen eigenen Shunt für die Überwachung des Stromflusses. Zusätzlich verbaut MSI noch Schmelzsicherungen für jede Stromschiene.

Beginnen wir mit dem interessantesten Teil! Der relativ neue MP2888A von MPS (Digitaler Multi-Phase PWM Controller with PMBus and PWM-VID) übernimmt die Aufgabe des PWM-Controllers, der speziell für die Bereitstellung hochpräziser Ausgangsspannungssysteme für GPUs der neuesten Generation entwickelt wurde. Er verfügt über programmierbare Ausgangsspannungs- und Aktivspannungs-Positionierungsfunktionen, um die Ausgangsspannung in Abhängigkeit vom Laststrom einzustellen, so dass er optimal für einen guten Laststromübergang positioniert ist.

Der MP2888A unterstützt NVIDIA Open Voltage Regulator Typ 4i+ mit PWMVID-Funktion. Der PWMVID-Eingang wird gepuffert und gefiltert, um eine sehr exakte Referenzspannung zu erzeugen. Die Ausgangsspannung wird dann präzise auf den Referenzeingang geregelt. Die integrierte SMBus-Schnittstelle bietet genug Flexibilität, die Leistung und Effizienz zu optimieren und auch die passende Software anzubinden. Der Controller unterstützt auch neue Smart-Power-Stage-Chips (SPS). Passende SPS liefern dann sehr genaue Informationen über z.B. Ströme (IMON) und Temperaturen (TMON).

Die eigentliche Besonderheit dieses Chips ist, dass er bis zu 10 Phasen gleichzeitig ansteuern könnte. Wer jetzt einfach nur die Spulen oder Power Stages für die GPU zusammenzählt, kommt auch auf 10. Nur ist das, was da so augenscheinlich zu vermuten wäre, trotzdem falsch! Und nein, es sind in Wahrheit keine 10 Phasen, sondern „nur“ acht. Überwacht man die Phasen und deren Verschiebung untereinander am PWM-Node mit dem Oszillographen, dann merkt sehr man schnell, dass insgesamt 8 Phasen erzeugt werden und zwei der Regelkreise einen weiteren, parallel angesteuerten Regelkreis zugeordnet bekommen.

Eine Eigenschaft des MP2888A ist nämlich die direkte parallele Anbindung mehrerer Spannungswandlerkreise ohne die üblichen Doubler, da auf Grund der notwendigen direkten Kommunikation mit den SPS keine Doubler-Chips verwendet werden können. Da Nvidias „Base Design Kit“ aber auf ein ordentliches 8-Phasen-Design orientiert, sind zwei der 8 Phasen jeweils im SPS-Doppelpack parallel und phasengleich angebunden und 6 weitere nur einfach. Die beiden Phasen für den Speicher werden von einem separaten uP9512P im 2-Phasen-Modus generiert.

Wer noch mehr Details zu dieser Art der Spannungsversorgung und den Verbesserungen bei Turing erfahren möchte, den verweise ich auf unseren Investigativ-Artikel „Nvidia GeForce RTX 2080 Ti – Interne Details zur Spannungsversorgung, abweichenden Komponenten und wo die Spikes geblieben sind!“, der immer eine Lektüre wert ist. Dort erfahrt Ihr auch mehr zu den neuen Smart Power Stages, die die herkömmlichen, einzelnen VRMs ersetzen. Die nachfolgende Tabelle enthält noch einmal die wichtigsten Komponenten:

GPU-Spannungsversorgung

PWM-Controller MP2888A
MPS
8-Phasen
VRM 10x FDMF 3170
ON Semiconductor
Smart Power Stage
 
Spulen Encapsulated Ferrite Choke
330 mH Ferrite Choke MSI Label

Speicher und -Spannungsversorgung

Module MT61K256M32
Micron
8x 8GB GDDR6 SGRAM-Modules
2 Channels x 256 Meg x 16 I/O
2 Channels x 512 Meg x 8 I/O
14Gb/s
PWM-Controller uP19512P
UPI Semiconductor
2 Phasen
VRM 2x FDMF 3170
ON Semiconductor
Smart Power Stage
Encapsulated Ferrite Choke
330 mH Ferrite Choke

Sonstige Komponenten

Controller 8295FN
ITE
Embedded Controller
 
BIOS 25WP080
EEPROM
Single-BIOS
Shunts 1x Shunt pro 12v Schiene (3), Spule und Sicherung

Weitere Details

Sonstige
Merkmale
– 2x 8-Pin PCI-Express Anschlüsse zur Spannungsversorgung

 

Kühler und Backplate im Detail

Der eigentliche Kühleraufbau allein wiegt einschließlich der Abdeckung und Lüftern 1018 Gramm. Auf den Fotos erkennt man auch, dass MSI mit einem teilüberdeckenden Montageframe an der Platinenoberseite arbeitet, die den Speicher kühlen soll. Die Spannungswandler kühlt man separat über einen im Kühler eingelassenen VRM-Heatsink.

Eine dicke 8-mm-Heatpipe und fünf 6-mm-Heatpipes verteilen die Abwärme dann an die Kühlfinnen. MSI verwendet diesmal eine eher unübliche Lüfteranordnung mit einem kleineren 8,5cm-Lüfter über dem Montageframe, sowie zwei nebeneinander liegenden 9,5cm-Lüftern über dem Rest. Wie gut das funktioniert, sehen wir gleich noch. Im Vergleich zu der RTX 2080 Ti setzt MSI jedoch fast ausschließlich auf die günstigeren Becherkondensatoren, so dass beide Kühler NICHT kompatibel sind! das gilt auch für eventuell am Markt befindliche Wasserblöcke für die MSI RTX 2080 Ti Gaming X Trio!

Die 141 Gramm schwere, gebrushte Backplate aus Aluminium kühlt den Speicher indirekt über Wärmeleitpads, das große Pad für die GPU hätte man sich aber fast sparen können. Es ist auch so alles kühl genug.

Kühlsystem im Überblick
Art des Kühlers: Luftkühlung
Heatsink: Vernickelter Heatsink, GPU
Kühlfinnen: Aluminium, horizontale Ausrichtung
engstehend
Heatpipes 1x 8mm, 5x 6 mm, vernickelt
VRM-Kühlung: 10 GPU-VRM über integrierten Heatsink
2 Speicher-VRM über integrierten Heatsink
RAM-Kühlung über Montageframe
Lüfter: 2x 9,5 cm Lüfter, 14 Rotorblätter
1x 8,5 cm Lüfter, 14 Rotorblätter
semi-passiv geregelt
Backplate Aluminium
Kühlfunktion

 


Kommentare (48)

  • Lucky Luke schrieb am
    Heutzutage gibt es schon richtig inovative Waffen mit IFS (intiligent fire solution), wo ein Treffer auf 2000m kein Problem sind. Aber dennoch auch die alten Büchsen haben ihren Charme und alt muss nicht schlecht sein ;)
  • Igor Wallossek schrieb am
    AK47 und Makarov. Wobei sich bei Letzterer die 9mm wohl eher auf die handgeschmiedeten Spaltmaße bezogen. Geschossen hat der Prügel selbst total verdreckt noch, aber die Frage war echt, wohin. Meine Uralt-Kalaschnikow war durchaus brauchbar. Zumindest bie ca. 300 Meter. Wir hatten beim Waffenmeister die Möglichkeit, die Teile auch mal einzuspannen und das Streubild auszuwerten. Je älter das Dienstjahr, umso besser die zugeteilte Waffe :D
  • Besterino schrieb am
    Not bad. Ich hab's nur zur goldenen mit dem G3 und der P1 geschafft. Die beste Trefferquote mit der Pistole hatte man allerdings, wenn man sie in Einzelteilen wirft...
  • Igor Wallossek schrieb am
    Schützenschnur samt 2 Eicheln mit AK47. Gut, ist 35 Jahre her. Aber so eine tindernde Spam-Schleuder treffe ich sicher noch. Das verlernt man nicht. :D
  • Laberlohe schrieb am
    Argh. Jetzt habe ich Kopfkino: Cheffe mit BFG im Anschlag wie er Nachbars Schnurri hinterherjagt und sie (ihn?) mit einem dezenten "MIEZ-MIEZ!!!!" versucht zum anhalten zu bewegen.

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