IBM zeigt das Q System One – ein kommerzieller Quantencomputer

Die Entwicklung von Quantencomputern, wird in den Laboren der Welt stetig vorangetrieben und wir rücken immer näher an die Kommerzialisierung solcher Systeme. Forscher bei IBM haben nun das Q System One auf der CES vorgestellt – der erste voll integrierte kommerzielle Quantencomputer. Das Q System One hat die entsprechende Elektronik und die notwendige Kühlung in einem Gesamtsystem untergebracht. Um Qubit-Fehler zu vermeiden, ist ein erheblicher Aufwand für die entsprechende Kühlung notwendig, um die Menge an verwendeten Qubits für die Fehlerkorrektur zu vermeiden.

Experimentieren mit Quantencomputern 

IBM eröffnet nun die Experimentierwiese und bietet Open-Source-Tools mit dem Namen Qiskit an. Qiskit beinhaltet Bibliotheken für Python und Simulationen und ermöglicht so das Experimentieren an einem Cloud basiertem IBM Quantencomputer. Das Ganze ist aber nicht umsonst und benötigt einen entsprechenden Account. Es gibt eine Vielzahl von guten Tutorial-Videos über das Programmieren, aber für einen guten Einstieg empfiehlt sich entsprechende Literatur über Qubits und Quanten-Computing. Einige Simulationen laufen auch besser als auf echter Hardware, da die Fehlerkorrektur das entsprechende Problem darstellt.

Das Q System One wird das Angebot von Could basierten Quantencomputern von IBM erweitern. Die aktuelle Version soll 20 Qubits bereitstellen. Dabei soll nicht die Erhöhung der Rechenleistung im Vordergrund stehen, sondern die Verlässlichkeit des System selbst, die eine kommerzielle Nutzung erst möglich macht.

Quantencomputer Segen oder Fluch?

Die Fähigkeit einen funktionsfähigen und effizienten Quantencomputer zu bauen, bringt auch Gefahren mit sich, die erst einmal überwunden werden müssen. Ein fortschrittlicher Quantencomputer wäre z.B. in der Lage, bis dato sichere Verschlüsselungen zu knacken, da sie die inhärente Fähigkeit besitzen, große Zahlen schnell zu Faktorisieren. Dies könnte bereits in wenigen Jahren der Fall sein und die bis dato verwendeten Verschlüsselungsmethoden unwirksam machen.

Quelle: CES IBM


Kommentare (15)

  • connormcl schrieb am
    Ich weiss garnicht, weshalb zu jedem Artikel über Quantencomputing von vielen wild ins blaue spekuliert werden muss... und immer die gleichen Diskussionen und Vermutungen angestellt werden... Die Grundlagen sind schon seit den 70ern bekannt und es gibt inzwischen jede Menge auch populärwissenschaftliche Erklärseiten, die alles aufdröseln und wo man nichts mehr vermuten muss. Weiterhin gibt es verschiedene Simulatoren und inzwischen auch von Microsoft eine Programmiersprache inkl. SDK namens Q Sharp. Damit lässt sich alles erlernen und für kleine Algorithmen auch zu Hause direkt auf dem eigenen Rechner ausprobieren. Komplexe Dinge gehen dann natürlich nur auf einem richtigen Quantencomputer, aber es ist nicht so, dass man sich nicht jetzt gleich schon mit beschäftigen könnte, wenn man wollte...
  • Reillachri schrieb am
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  • Dezor schrieb am
    HerrRossi hat gesagt
    Die Frage ist, ob die "Art" der Rechenleistung eines Quantencomputers überhaupt für Enduser-Bedürfnisse tauglich ist.
    Wahrscheinlich eher nicht. Aber es sind weniger "richtig große Zahlen", sondern es ist primär die Tatsache, dass jeder reingesteckte Zustand von jedem Knoten gleichzeitig modifiziert werden kann. Daher steigt die Rechenleistung exponentiell mit jedem weiteren Knoten. Ein weiterer entscheidender Vorteil ist, dass ein "klassisches" Bit den Zustand 0 oder 1 haben kann und ein QBit kann jeden Zustand zwischen 0 und 1 haben kann. Man hat also so gesehen in jedem QBit bereits eine Gleitkommazahl gespeichert. Dadurch ergibt sich theoretisch eine enorme Rechenleistung in entsprechenden Anwendungen, aber für Endbenutzer ist das nur relevant, wenn man entsprechende Anwendungen hat. Man kann das also nicht mit halbleiterbasierten CPUs vergleichen.
  • HerrRossi schrieb am
    Die Frage ist, ob die "Art" der Rechenleistung eines Quantencomputers überhaupt für Enduser-Bedürfnisse tauglich ist. Wenn ich das richtig verstehe, rechnen die Dinger mit richtig großen Zahlen und die Ergebnisse geben nur eine gewisse Wahrscheinlichkeit wider, so dass man sie verfeinern muss, bis die Wahrscheinlichkeit hoch genug ist.
  • Dezor schrieb am
    Ich habe auch lieber meinen PC zuhause stehen. Aber mit stetig schneller werdendem Internet ist das für manche Leute vielleicht eine gute Alternative. Insbesondere für Gelegenheitsspieler, die nur wenig Zeit im Spiel verbringen kann sich das vielleicht lohnen. Jedenfalls ist unter anderem Nvidia dort ordentlich am investieren.

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