Alles unter Kontrolle: Xbox Elite Wireless Controller im Langzeit-Test

Einmal im Leben muss man sich auch mal was gönnen und wer öfter mit dem Pad spielt, dem sei ein gewisser Luxus auch vergönnt. Der Xbox Elite Wireless Controller von Microsoft ist so ein Luxushäppchen, das mit einer UVP von stolzen 149 Euro zu Buche schlägt und laut Hersteller auch der beste Controller der Welt sein soll. Doch welchen Mehrwert außer Optik erhält man beim täglichen Einsatz wirklich und wie haltbar ist das Teil eigentlich? Genau diesen Fragen will ich nachgehen, denn ich schreibe aus eigener Erfahrung.

Um es vorweg zu nehmen, es ist bereits der zweite Controller. Den ersten musste ich nach zwei Monaten tauschen, weil die Schultertasten nicht mehr wollten. Doch auch dieses Exemplar ist nicht frei von Mängeln, das will ich und muss ich voranstellen. Doch für die Details gibt es einen extra Abschnitt, da will ich noch nicht vorgreifen.

Lieferumfang

Man erhält den Controller, zwei Alkali-Batterien, ein Hard-Case zum Aufbewahren des Pads einschließlich der ganzen Paddel und wechselbaren Thumb-Sticks, auf die ich gleich noch eingehen werde. Das schafft erst einmal Ordnung und bewahrt die optionalen Kleinteile auch vor dem Verlust in den oft unergründlichen Weiten der eigenen Wohnung. Das USB-Kabel für den direkten Anschluss des Controllers oder zum Aufladen eingesetzter Akkus ist leider nicht Typ C, so dass diese veraltete und unhandliche Micro-USB-Buchse eher eine Sollbruchstelle darstellt.

Außerdem gibt es noch Schnellstartanleitungen frei aufs Haus, einschließlich der Hinweise, wo man die sich die (weiterführende und optionale) Konfigurationssoftware herunterladen kann. Ein richtiges deutsches Handbuch, das wirklich alles erklärt, gibt es jedoch noch nicht einmal gegen Aufpreis. Die deutsche Hilfe-Seite von Microsoft ist ebenfalls nicht wirklich komplett, denn wenn man Detailfragen aufruft, landet man auf der englischsprachigen Seite. Das ist reichlich lieblos und einem Premiumprodukt in dieser Form auch nicht angemessen.

Die Aufpreisliste fürs weitere Zubehör ist auch happig. So schlägt der Wireless-Dongle für den PC noch einmal mit fast 20 Euro zu Buche und das Akku-Kit gibt es für den gleichen Preis. Kauft man alles im Microsoft-Store, kommt man schnell auf knapp 190 Euro. Die Zweihundert machte bei mir dann eine nachträglich benötigte Flasche „Super Glue“ voll, über die ich noch schreiben werde. Denn Premiumpreise garantieren auch nicht zwangsläufig eine Premiumqualität.

 

Optik, Haptik und Funktionalität

Fast 350 Gramm wiegt dieser Controller und man sollte schon gut trainierte Hände und Unterarme besitzen, wenn man das Teil längere Zeit am Stück ohne Auflage halten möchte. Dafür ist der Controller optisch ein echtes Sahneschnittchen. Der Body besteht aus matt-schwarzen Kunststoff-Schalen, die unten gummiert wurden. Das schafft besseren Halt, was ich nur bestätigen kann. Die Bumper- und Trigger-Tasten sind aus Kunststoff, profitieren aber optisch von ihrer Metall-Optik. Ansonsten ist die Bildergalerie fast schon selbsterklärend:

Die Anpassung in Länge und Form der Thumb-Sticks ist einfach, denn man erhält gleich drei verschiedene Sets aus Metall, von denen mit Sicherheit eines garantiert DIE beste persönliche Wahl sein dürfte. Das Einsetzen dieser Thumb-Sticks ist kinderleicht, denn magnetische Clips erledigen dies auf die smarte Art. Beim Steuerkreuz hat man eine Art Schale ab Werk montiert, aber man kann auch gern auf das klassische Steuerkreuz zurückgreifen, das ebenfalls beiliegt.

Dreht man den Xbox Elite Wireless Controller einmal um, sieht man zwei Schiebeschalter, mit denen man den Hub der Schultertasten fast halbieren kann. Allerdings sollte man dann auch die Triggerwirkung ggf. prüfen und neu anpassen. Wer z.B. beim Autorennen die Gangschaltung, Kupplung und Handbremse smarter nutzen möchte, ohne die normalen Tasten damit zu blockieren, kann bis zu vier Paddel montieren, um auch Mittel und Ringfingern eine Aufgabe zu geben. Die vier Paddel (zwei lange und zwei kurze) werden ebenfalls magnetisch befestigt – ein Kinderspiel.

Das nachfolgende Werbevideo des Herstellers erklärt uns dann den Rest:

 

Spannungsversorgung

Normalerweise benötigt man für den Wireless-Betrieb entweder zwei Batterien oder besser noch einen wiederaufladbaren Akku. Wer drahtgebunden am PC spielen möchte, der kann notfalls auch mit dem USB-Kabel glücklich werden, ohne sich die finanziell happige Akku-Sonderleistung aufbürden zu müssen.

 

Drahtlosverbindung zum PC

Mit der Xbox One geht es automatisch, beim PC muss man erneut in die Tasche springen und für den Drahtlos-Luxus erst einmal löhnen. Dafür erhält man für die knapp 20 Euro einen Dongle, der sich mit Windows 10 versteht. und eine Art Verlängerungskabel, wenn der PC ungünstig steht. Dann kann der Dongle auch funktechnisch so platziert werden, dass die Verbindung sicher und vor allem latenzarm bleibt. Ist die Positionierung eher suboptimal (z.B. hinten am PC), können Aussetzer den Spielspaß erheblich trüben.

 

Langzeit-Test und Vergleichsobjekte

Den direkten Vergleich habe ich mit dem normalen Xbox-One-Controller (USB), dem Nvidia-Shield-Controller (USB, etwas arg tricky), einem älteren Saitek-Controller (USB, 13 Jahre alt!), dem teuren Hermes P2 RGB und einem niedrigpreisigen China-Controller gemacht. Während der ältere Shield-Controller zumindest noch haptisch überzeugt, sind alle anderen Controller deutlich schlechter, was Handling, Konfigurierbarkeit und Haptik betrifft. Die analogen Schalter sind perfekt dosierbar und sehr sauber zu bedienen.

Generell sind alle Tasten mit einem sehr ausgeprägten taktilen Feedback versehen worden, was sich auch noch so anhört, wie es sich spielt. Neben den Standard-Tasten und den sehr exakten Thumb-Sticks sind es vor allem auch die vier Paddel an der Unterseite, die einem den gewissen Vorteil verschaffen. Zumindest dann, wenn man sich daran gewöhnt hat.

Womit wir bei der Haltbarkeit angekommen wären. Ich hatte beim ersten Modell vor weit über einem Jahr zunächst Probleme mit einer der Schultertasten. Da dürfte ich nicht allein gewesen sein, denn der Support tauschte den Controller diskussionslos um mit der Bemerkung, dass es jetzt nicht mehr auftreten sollte. Damit sollte Microsoft sogar recht behalten, denn nach über einem Jahr intensiver Nutzung sind alle Schalter noch knackfrisch wie am ersten Tag.

Die Gummierung hingegen ist so eine Sache für sich. Nach knapp 7 Monaten löste sich erst die linke und danach die rechte Seite der Gummierung zunächst leicht an und dann fast komplett ab. Noch einmal die wochenlange Warterei auf den Support und UPS? Mit etwas brutal gut klebendem „Super Glue“ habe ich beide Gummierungen wieder perfekt in Form gebracht, allerdings ist der Umgang mit dem extremen Haftkleber nicht ganz unproblematisch. Und teuer ist das Zeug obendrein.

 

Zusammenfassung und Fazit

Es ist der beste Controller, den ich je hatte und aktuell auch noch habe. Selbst gekauft und nicht gesponsert. Aufgerüstet mit Akku-Pack und Wireless-Dongle, macht der Controller nach wie vor einen mega-guten Job. Trotz der Kinderkrankheiten mit den ersten Tastern und der unfreiwilligen Zweitgummierung, möchte ich das Teil nicht mehr missen. Der Microsoft Xbox Elite Wireless Controller ist ein optisch, haptisch und funktionell perfekt geratenes Stück Gaming-Peripherie, das auf die lange Zeit hin betrachtet, auch genügend Gegenwert für jeden eingesetzten Euro bietet.

Womit wir beim Preis angekommen wären. Habe ich damals noch 149 Euro gezahlt, lohnt sich der Blick auf den Preisvergleich allemal. Man erhält die schwarze Variante mittlerweile sogar schon ab ca. 100 Euro. Da man dann aber die Garantieleistungen über den Händler und nicht Microsoft direkt abwickeln muss, sollte man nicht an der falschen Stelle sparen. Denn mein Test zeigt auch, dass man den Support vielleicht doch einmal brauchen könnte, auch wenn der Hersteller hoch und heilig zusichert, auch das Gummierungsproblem gelöst zu haben.

Gut, Leim habe ich noch genügend übrig, aber der sollte auch halten.  Ansonsten bleibt das Fazit, dass sich die Investition definitiv gelohnt hat. Kaufen? Warum nicht?

Technische Details:

  • Gewicht: 348 g (+/- 15 g)
  • Kompatibilität: Xbox One & PC mit Windows 7 und höher
  • Kabellänge: 2,7 m
  • Lieferumfang:
    Xbox Elite Wireless Controller
    Case
    Satz mit 4 Paddles
    Satz mit 6 Sticks: Standard (2), Groß (2), Gewölbt (2)
    Satz mit zwei Steuerkreuzen, mehrflächig und herkömmlich
    USB-Kabel
    AA-Batterien
    Kurzanleitung und Sicherheitshinweise

 

Microsoft Xbox One Elite Wireless Controller (PC/Xbox One)

  • Luxus Xbox Elite Wireless Controller mit edler Optik und hochwertiger Haptik zur Nutzung mit Xbox One und PC
Stand: 17.01.19 23:43
Microsoft Xbox One Elite Wireless Controller (PC/Xbox One)
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Kommentare (21)

  • Igor Wallossek schrieb am
    Spaltmaße sind perfekt. FF habe ich generell deaktiviert, braucht eh keiner. Allerdings ist mir das nie aufgefallen :)
  • Affenzahn schrieb am
    Meine XOne Controller vibrieren erst wenn 1. Ich sie überhaut erst anschalte und 2. Ich ein Spiel starte. Einfach nur im Windows sollten die entweder idlen oder aus sein.
  • Biedermeyer schrieb am
    hat das Ding Force Feedback und faellt bei jedem zweiten Windowsstart durch die Startvibration vom Tisch? Der normale XBox-Controller liegt bei mir auf dem Tisch in einem Aschenbecher, damit er nicht pausenlos herunterfaellt - ich rauche nicht ;). achso... wie sind die Spaltmaße beim "Elite"? - bei meinem Controller sehr schlecht, man reibt sich an den (Spalt)kanten fasst wund. Das Gehaeuse knarzt.
  • Affenzahn schrieb am
    Hättest mal... Gabs neulich im großen Fluss mit A für knapp unter nem Fuffi. Bei sachgemäßer Nutzung* gehen die eigentlich auch kaum kaputt. Verglichen mit denen von PS4 und X360 eigentlich ein super ganz gutes Produkt. *zur Förderung der Langlebigkeit wird empfohlen auf kompetetive Onlinespiele wie z.B. Fifa, Battlefield oder Call of Duty zu verzichten oder einen Gegenstand in Griffweite zu haben an dem man sich abreagieren kann. Zu Risiken und Nebenwirkungen fressen Sie die Packungsbeilage und schlagen Sie Ihren Arzt oder Apotheker
  • KidStealth schrieb am
    oh! die kannte ich ja garnich. Hätt ich das mal vorher gewusst :D:cry:

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