Die Hölle friert zu: PhysX ist jetzt Open Source!

Überaus überraschend hat Nvidia die hauseigene Physik-Engine „PhysX“ in vollem Umfang unter der „Open Source“ Lizenz veröffentlicht. Bis auf einige vorausgesetzte Namensnennungen ist die Nutzung und Weiterentwicklung des Codes ohne weiterführende Regelungen möglich. Mit diesem Schritt könnten physikalische Berechnungen auf der GPU, auch abseits von Gaming, eine rege Verwendung finden.

PhysX kann ohne eine Registrierung oder Anmeldung in der aktuellen Version 3.4 über GitHub heruntergeladen werden. Anders als noch vor einigen Jahren – da war PhysX ebenfalls auf GitHub verfügbar – nicht an harte Bedingungen geknüpft. Lediglich eine Erwähnung der Urheberrechtshinweise wird von Nvidia verlangt. Entwickler, die PhysX verwenden und auch mit der Nvidia-Marke werben wollen, müssen das Unternehmen nach einer Zustimmung fragen. Ansonsten hat die BSD-3-Lizenz keine weiteren Einschränkungen, eine Zustimmung zum bisherigen Endbenutzer-Lizenzvertrag (EULA) ist nicht mehr nötig.

In einer Unternehmensmeldung begründet Nvidia die Entscheidung, PhysX als Open Source anzubieten damit, dass „AI, robotics and computer vision, self-driving vehicles and high-performance computing“ eng mit physikalischen Berechnungen verzahnt ist und man den Markt – auch in indirekter Zusammenarbeit mit den Mitbewerbern – voranbringen möchte. Damit soll PhysX auch abseits von Spielen eine breite Marktdurchdringung erreichen, was wiederum Nvidia und der Markenpflege zugutekommt.

Grundsätzlich ist für PhysX keine Grafikkarte notwendig, die Berechnungen können auch auf einer CPU erfolgen. Nvidia bietet eine solche Option in den Grafikeinstellungen an. GPUs haben aber den deutlichen Vorteil, dass sie die Berechnungen schneller durchführen und so den Hauptprozessor entlasten können. Dedizierte PhysX-Erweiterungskarten – diese entlasteten sowohl CPU als auch GPU – wie sie in den frühen Jahren von PhysX zum Einsatz kamen, sind heute aber nicht mehr gebräuchlich.

In der Meldung gibt Nvidia auch bekannt, dass am 20. Dezember das PhysX SDK 4.0 erscheinen soll. Die neue Software soll ein Upgrade der Engine mit sich bringen und die Simulationsqualität noch weiter steigern.

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Kommentare (4)

  • FfFCMAD schrieb am
    Es gibt schon einige aktuelle Titel. Mir faellt spontan die Vermintide-Serie ein. Ist aber CPU-gebunden
  • MopsHausen schrieb am
    Soweit ich weiß ist aber PhysX als Physikengine bei vielen modernen Engines weit verbreitet auch wenns nur die CPU Berechnungen nutzt. Evtl. gibts jetzt wo es auch auf AMD Hardware genutzt werden kann mehr Titel die das Thema GPU Physik wieder aufgreifen, wünsche würde ichs mir. Statische Level mit simpler Penetrationsballistik , oder das Hängenbleiben mit dem Panzer am Randstein gehen mir viel mehr auf den Sack als kleine Grafikschwächen.
  • Besterino schrieb am
    Hatte neulich nochmal nachgeschaut, GPU-accelerated Physik-Beschleunigung bringen heute kaum noch Game-Titel mit. NVIDIA released da einen toten Gaul, zumindest in dem Bereich, woher das mal kam. Wie das in der professionellen Umgebung aussieht, weiß ich nicht, aber so wirklich viel hat man dazu noch nie gehört. Da wo viel simuliert wird, werkeln dann eh ganz andere Kisten und demnächst dann irgendwann die Quantencomputer. Da brauchste dann wohl auch keine Graka mehr für sowas. ;)
  • Laberlohe schrieb am
    Hmmm, die nur die Überschrift gelesen und vor dem gesitigen Auge bereits Frederik Schrader in die Bernauer Straße in Kassel fahren gesehen...
    Bleibt nur die Frage wie lange es dauert, bis PhysX dann auch vollständig auf AMD-Karten unterstützt wird oder ob es noch einen Pferdefuß gibt.

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