Doch kein Scherz: Nvidia stellt die Titan RTX vor

Da hatte ich mich am Samstag ein wenig zu sehr aus dem Fenster gelehnt, als ich behauptete, ein Release der Titan RTX wäre „unwahrscheinlich“. Heute hat Nvidia die Titan RTX vorgestellt und viele Daten zur verbauten Technik preisgegeben.

Die neue Titan RTX erreicht eine Leistung von 130 Teraflops in Deep Learning Anwendungen sowie 11 GigaRays in Ray-Tracing Szenarien. Bei letzterem ist nicht Battlefield 5 gemeint, sondern professionelle Anwendungen für CAD und Film-Animationen verwendet werden. Eine Übersicht gibt es HIER (via Wiki)

Ähnlich wie schon die Endverbraucher-RTX-Karten bietet die Titan RTX Dank Turing-Architektur die neue RT-Kerne zur Beschleunigung des Raytracing sowie neue Multipräzisions-Tensor-Kerne für KI-Training und Inferencing. Die Leistung wurde aber nochmals erhöht, ist jedoch nicht für den Endverbraucher gedacht, sondern für professionelle Anwender. Nvidia versucht die Titan RTX als Allzweckmittel für KI, Echtzeit-Raytraced-Grafik, Virtual Reality „der nächsten Generation“ (O-Ton) und High Performance Computing anzupreisen.

Auf dem Datenblatt sieht das dann folgendermaßen aus:

  • 576 Multi-Precision Turing Tensor Kerne, die bis zu 130 Teraflops an AI/KI-Lernleistung bieten
  • 72 Turing RT Kerne, die bis zu 11 GigaRays pro Sekunde an Echtzeit-Ray Tracing Leistung bieten
  • 24 GB Hochgeschwindigkeits-GDDR6-Speicher mit 672 GB/s Bandbreite
  • NVIDIA NVLink mit einer Übertragung von 100GB/s kann zwei TITAN RTX Grafikprozessoren koppeln, um den Speicher zu skalieren und die Gesamtleistung zu steigern
  • 8K-Videobearbeitung in Echtzeit
  • VirtualLink Anschluss für VR-Headsets

Professionelle Anwender sind im Fokus
Die Titan RTX hat Ambitionen eines Beschleunigers, wie sie heutzutage in Supercomputern vorzufinden sind und von KI-Forscher sowie Entwicklern verwendet werden. Die Karte hat laut Nvidia eine hohe Leistung bei FP32, FP16, INT8 und INT4 Berechnungen, eignet sich also für den Aufbau von neuronalen Netzen. Verglichen mit den Titan-Modellen der letzten Generation erhöht sich bei der RTX-Ausführung der Grafikspeicher. Den NVLink kennen professionelle Anwender bereits von der Quardro-Serie. In Verbindung mit dem erst kürzlich vorgestellten Open-Source-Bibliotheken „Nvidia RAPIDS“ können Datenwissenschaftler die Leistung der Karte nutzen, um das maschinelle Lernen zu beschleunigen.

Im Vergleich mit einer Geforce RTX 2080 Ti erzielt die Titan RTX eine Performance-Steigerung um knapp 15 Prozent. Die Titan V hat übrigens nur 12 GByte bietet aber dank HBM2, eine ähnlich schnelle Bandbreite von 652.8 GB/s. Wer einen Blick auf die reinen Teraflops wirft, erkennt, dass die Titan V minimal schneller ist. Grundlegen ist aber die Titan RTX die schnellere Karte, da sie sie pro Takt schnellere ALUs nutzt.

Die Nvidia Titan RTX wird noch in diesem Monat Europa für 2.699 Euro erhältlich sein.

Kommentare (35)

  • Eragoss schrieb am
    Naja, es kommt auf die Spiele an, für civ5 oder homm7 reicht eine 1070 TI für 4k locker. Für gängige massen Titel wie bf5 sollte natürlich was flotteres im Rechner stecken.
  • Dark_Knight schrieb am
    Oder du kaufst die Karte, schickst sie Igor zum testen und dieser spart sich 2600$ unnötiger Kosten. ;)
  • Kellerklausi schrieb am
    Nun wenn wir schon mit unsinnigen Vergleichen hantieren, sollten wir aber mal sicherstellen, dass die Zahlen einigermaßen Stimmen können: 100.000.000 Grafikkarten sind Deutschlandweit etwas viel, selbst wenn man 100% Marktanteil annehmen würde, hätte jeder Einwohner Deutschlands im Schnitt 1,20 Grafikkarten (Bei 83Mio Einwohnern Stand 2017) Ati hat aber laut Statistik (LINK) nur ca. 30% D.h. deine 100.000.000 Grafikkarten sind etwas stark zu hoch gegriffen. Dann kommen wir noch auf die mittlere Motorleistung zu sprechen: Stand 2008 war die mittlere Motorleistung 130PS (96kW) Stand 2018 war die mittlere Motorleistung 150PS (110kW) Quelle Man kann Deutschlandweit also von eher 15Mio Grafikkarten ausgehen und die PKW Leistung eher beim doppelten deiner Rechnung ansetzen (ca. 100kW) (15.000.000 * 100W) / 100.000W = 150PKW Das ist gelinde gesagt ... ein Tropfen auf den heißen Stein. Selbst wenn du die Zahlen auf die ganze Welt beziehen willst, lächerlich ;-) Also würde ich mal vorschlagen zurück zum eigentlichen Topic: RTX Titan Wer kauft sie: Entusiasten Streamer (Vorallem in den USA sehr beliebt) Startups Wer braucht sie: niemand? Was uns aber bestimmt alle trotzdem brennend interessiert, wäre ein ausgiebiger Test durch Igor. Ich könnte mir durchaus vorstellen, dass die RTX Titan auch massive Hitzeprobleme bekommen könnte wenn man sie mal stresst (Analog der Thematik RTX 2080TI). Ich fürchte nur es werden nicht viele Samples zu dieser Grafikkarte verteilt.
  • ampre schrieb am
    Sorry da kann ich nicht zustimmen. Man muss schon die Relationen beachten. Um 100.000.000 Grafikkarten die 100W sparen müsste man nur 200.000 Autos einsparen. Da ist der Energiefaktor von 500 dazwischen und das ist konservativ gerechnet mit einer mittleren Motorleistung von 50kw. Im Haushalt gibt es viel größere Energieschleudern wie Kühlschrank die wirklich 24-365 laufen. Solche kommentare lenken dann einfach nur ab von den wirklichen Schluckern.
  • Tesetilaro schrieb am
    Jetzt entspannen wir uns alle wieder, kehren zu einer sachlichen Diskussion zurück oder ich fange an diverse Forenfunktionen mal effektiv zu nutzen ;) B2T - Ich stimme zu, das es für den einzelnen Anwender meist nicht vordergründig interessant ist, was so eine Karte an Strom aufnimmt - wenn man von der Netzteilwahl mal absieht. Wenn wir aber mal versuchen über den Tellerrand zu schauen... Viele Spieler und Nutzer haben einfach auch ineffiziente Netzteile - zumindest wenn man mal berücksichtigt, mit was wir hier so konfrontiert werden von neuen Mitgliedern... Dazu kommen dann noch ineffiziente Karten - egal von wem. So, das denken wir uns mal auf Tausende, wenn nicht Millionen von Geräten hoch - die Stromverschwendung und der entstehende Lärm sind einfach unnötig. Daher finde ich es durchaus legitim - wenn denn aus guten Gründen ein Wechsel ansteht - auch auf Verbrauch und Lautstärke hinzuweisen. Denn wenn Millionen von Leuten Ihre alten ineffizienten, aber defekten GPUs gegen was sinnvolles umtauschen... Nennt es naiv - aber Veränderungen beginnen bei jedem einzelnen - es geht mir gar nicht um den erhobenen Zeigefinger, sondern darum mal zu hinterfragen, ob es wirklich so tragisch ist, wenn jeder hier im Alltag mal versucht das Thema Nachhaltigkeit im Hinterkopf zu behalten.

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