CeBIT schließt für immer die Tore

Einst war sie eine wichtige und namensprächtige Messe, auf denen Entscheidungsträger der internationalen Konzerne auftraten. Bill Gates beispielsweise stellte 1995 der breiten Masse Windows 95 vor. Und auch der Startschuss für das 16:9 Format, bei dem sich Hersteller wie Thomson Grundig, Panasonic und Philips zusammenfanden, um den Standard-den wir heute kennen, auszurufen. Nun schließt die CeBit ihre Pforten. Vermutlich für immer.

Die Deutsche Messe AG gab heute bekannt, die CeBit nicht mehr fortzuführen. Die nächste Veranstaltung hätte Mitte Juni 2019 stattfinden sollen, wurde nun aber abgesagt. Und damit muss auch CeBIT-Chef Oliver Frese zum Jahresende seinen Arbeitsplatz räumen. Damit geht ein langer Überlebenskampf der deutschen IT-Messe, der von vielen konzeptionellen Veränderungen geprägt war, zu Ende.

 

Konnte die CeBit in den ersten Jahren ihres Bestehens und insbesondere vor dem Platzen der Dot-Com-Blase im Jahr 2001, fast 850.000 Gäste willkommen heißen. In diesem Jahr wurden auf dem Campus insgesamt 160.000 Besucher gezählt. In den Hallen waren es nur noch 78.000 IT-Begeisterte.  Um eine breitere Zielgruppe erreichen zu können, wurde das Austragungsdatum vom März auf den Juni verschoben.

Das Ausbleiben der Fachbesucher führe dazu, dass ausstellende Unternehmen nicht mehr bereit waren, Geld in die Hand zu nehmen. Die nötigen Investitionen blieben also aus. Nur noch 6.000 Quadratmeter wurden vermietet. Im Vorjahr war es zum gleichen Zeitpunkt die dreifache Fläche. So gab der Vorstand an:

 

„Aus heutiger Perspektive würde eine Cebit 2019 massiv in den Verlustbereich abdriften.“ […] „Auch in der längerfristigen Perspektive ist eine Besserung nicht zu erwarten.“

 

Die Cebit bleibt als Marke aber bestehen und wird stärker auf der Hannover Messe präsent sein. Einzelne Themenbereiche der nun ehemaligen Cebit sollen neugestaltet und als Digitalmessen und Business-Events abgehalten werden.

Kommentare (4)

  • Tesetilaro schrieb am
    bin ich grundsätzlich bei Dir HerrRossi - muß mir gradselber furchtbar auf die Finger klopfen um nichts zum Thema Zensursula + Cyberwar zu sagen... Und genau das ist der Punkt - die Bitte jetzt hier keinen Politstammtisch zu eröffnen *g* Für mich war die Cebit privat nie interessant - aber ein gern genommener Vorwand um neben anderer Termine die Redakteure von Toms mal wieder persönlich zu treffen :-/ Insofern werde ich es schmerzlich vermissen :-(
  • HerrRossi schrieb am
    Für mich ein Zeichen, dass Deutschland technologisch weiter auf dem absteigenden Ast ist.
  • Jakob Ginzburg schrieb am
    Eher wurde der Mittelstand thematisch kaum aufgegirffen. Die Gänge in den entsprechenden Hallen waren schon die letzten Jahre ziemlich leer. Deutschland lebt aber vom Mittelstand. Hier hat die Cebit zu wenig vermittelt.
  • FfFCMAD schrieb am
    Vielleicht sollte man einfach mal realistische Anforderungen setzen. Eine Messe dient der Werbung. Und fuer Businessaffen ist das genau der richtige Platz. Da sind 190000 Besucher schon sehr viel. Fuer den Normalo, auch Techniker, ist die Messe an sich doch komplett uninteressant.

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