Blue Yeticaster – Freiheit für den Schreibtisch und das perfekte Mikrofon für Podcaster, Gamer & Co? | igorsLAB

Dass ich am liebsten mit meinen guten Stereokopfhörern spiele, hat sich mittlerweile sicher rumgesprochen. Dass ich für die Kommunikation bisher ein ordentliches Standmikrofon nutze, vielleicht eher weniger. Nur gilt da leider Nomen est Omen, denn es steht auf dem Desktop und damit automatisch meist auch grandios im Weg. Mit dem Yeticaser, einem Bundle aus dem Yeti USB-Mikrofon, dem Radius III als Erschütterungsschutz („Spinne“) und dem Compass als schwenkbaren Mikrofonarm könnte jetzt damit Schluss sein.

Denn ich habe mein aktuelles T-Bone nicht nur einmal im Eifer des Gefechts mit der berühmten Zewa-Geste („Wisch und Weg) fast von Tisch befördert. Erstaunlicherweise hat das Teil das bisher überlebt (einigermaßen solide Bühnentechnik), aber filigran geht anders und schade wäre es außerdem. Was also hilft dann noch bei solchen Quartals-Grobmotorikern wie mir? Richtig, der Galgen!

Keine Angst, aufhängen (lassen) werde ich mich jetzt nicht, aber dafür das Mikrofon. Für das Gelingen der ganzen Aktion gibt es eigentlich nur drei Voraussetzungen: es muss stabil sein, gut klingen und nicht allzu vogelwild aussehen. Passt das alles zusammen, wäre mal wieder einer glücklicher. Und um genau das herauszufinden, habe ich vorher sogar mal den Desktop aufgeräumt und dann getestet.

 

Unboxing und Lieferumfang

Durch die Sicherheitsschleuse am Flughafen möchte ich mit so einer Kiste nicht gehen wollen, wobei der Violinenkoffer wohl immer noch der Klassiker unter Al Schablones Waffen-Etuis ist und etwas stilvoller daherkommt. Die Kiste enthält übrigens gut verpackt das komplette Technik-Bundle wie oben bereits kurz beschrieben.

Neben dem Schwenkarm mit den drei Gelenken und der Befestigung für den Tisch erhält man das Mikrofon samt Mini-USB-Anschlusskabel (USB A- auf USB B-Stecker) und die ebenfalls bereits erwähnte Spinne. Das Meiste ist aus schwarz beschichteten Leichtmetall, massiv und auf den ersten Blick auch einigermaßen vertrauenerweckend. Die Feststellschrauben sind aus Kunststoff, schaun‘ wir mal.

Die Montage auf der Tischplatte sollte kein Hexenwerk werden, nur wäre es für empfindliche Flächen sicher auch praktisch, eine dünne und rutschfeste Gummischeibe beizulegen. Der harte Kunststoff der Auflagefläche dürfte sonst, zumindest an den Kanten, auf Dauer sichtbare Spuren hinterlassen. Ich habe mir bei meiner Glasplatte mit etwas Gummi aus einer sehr dünnen Anti-Rutsch-Matte beholfen, ging auch.

 

Funktionalität und Anschlüsse

Das Yeti ist eigentlich ein Tischmikrofon, aber Blue hat den Tischständer im Bundle gleich weggelassen. Die ursprüngliche Aufhängung sieht man aber noch an den Seiten als verstöpselte Öffnungen. An der Vorderseite findet der Podcaster von Welt den „Mute“-Knopf, der in dieser Galgen-Variante jedoch reichlich deplatziert wirkt und sich zudem auch nur schlecht erreichen lässt. Allerdings könnte man sich hier wohl auch mit Hilfe eines selbst erstellten Makros und einer Windows-Funktion helfen, wenn man weiß, wie.

Mit dem „Volume“-Regler kann man den Ausgangspegel des Mikrofons einstellen. Doch Achtung, es gibt auf der Rückseite auch noch einen interessanten „Gain“-Regler! Wer von Euch E-Gitarre spielt, wird diesen Regler sicher kennen und vor allem auch schätzen, denn er regelt die Eingangsempfindlichkeit. Am besten beginnt man erst einmal mit der Mittelstellung und tastet sich geschickt heran.

Ist der Pegel zu hoch und es verzerrt, dreht man „Gain“ einfach so lange zurück, bis es passt, aber noch crispy ist. Zu wenig „Gain“ macht keinen Spaß, denn der Klang kann dumpfer und muffig werden. Außerdem müsste man dann „Volume“ weiter aufdrehen und ggf. auch am PC die Eingangsempfindlichkeit erhöhen. Das aber bringt Rauschen und andere Störgeräusche mit sich. Also hilft nur geduldiges Austesten, dessen fertiges Ergebnis sich aber lohnt! Da kommt keine Webcam mit.

Mit „Pattern“ kann man die Mikrofoncharakteristik ändern. Als Sprecher benötige ich im Allgemeinen eine gute Nierenform, damit seitliche Nebengeräusche möglichst im Hintergrund bleiben. Das Blue Yeti kann von Stereo, über Kugel und Niere alles, sogar bis hin zur Acht („Doppelniere“). Die nachfolgende Übersicht zeigt uns noch einmal die wichtigsten Einsatzgebiete für jede Variante:

Der Anschluss erfolgt über USB 2.0 und das passende Mini-USB-Kabel. Einmal angeschlossen, findet man das Mikrofon unter „Aufnahmegeräte“ in den Soundeinstellungen von Windows („Gerätemanager“). Der zusätzliche Kopfhöreranschluss ist an sich nice für Kontrollvorgänge, aber bei der Galgen-Option komplett überflüssig.

Die Montage des Erschütterungs-Schutzes Radius III ist einfach und mittels Schraube zu erledigen. Dann hängt das Mikrofon weitgehend entkoppelt in der Spinne. Ein Klopftest am Galgen lieferte genau das Ergebnis, das man sich wünscht: die Entkopplung funktioniert einigermaßen. Es gibt sicher bessere Spinnen, aber da das Yeti recht massiv und damit schwer ist, ist der Kompromiss eigentlich als gelungen zu bezeichnen. Elastischere Spinnen aus meinem Lager hingen dann bereits durch.

Der Kabelkanal mit den kleinen Clips ist praktisch und lässt nicht nur ein Kabel perfekt verschwinden. Man könnte also auch noch eine anclipbare Leuchte befestigen, frei nach dem Motto „Alles Gute kommt von oben, Licht auch“. Die kleinen Clips sitzen zudem bombenfest, man sollte also feste und stabile Fingernägel besitzen oder im Bedarfsfall mal Chantal-Cindy fragen, ob sie mit ihren Kunststoffkrallen aushelfen kann.

Der Galgen hielt (mit dem kleine Gummischeiben-Mod) dann sogar bombenfest auf der Glasplatte meines Gaming-Tables. Hier könnte man aber bemängeln. dass die Flügelmutter zum Festschrauben einfach etwas im Außendurchmesser zu groß ist, da muss man schon etwas arg tricksen und hin- und herschieben. Aber egal, ich habe es am Ende auch am DK-04X von Lian Li hinbekommen, ohne mir die Glasplatte zu cracken.

Der Arbeitsplatz ist nunmehr umgerüstet und einsatzbereit. Doch wie brauchbar ist das Ganze und lohnt der Aufwand überhaupt?

 

Technische Daten und Handbuch

Wie immer habe ich noch einmal die Bedienungsanleitung und das Handbuch zum Galgen für die Detailbesessenen und Neugierigen in PDF-Form angehängt.

Compass_QuickStart_RevA_DE

 

Yeti Manual_English

Kommentare (6)

  • Paulondani schrieb am
    Hallo an alle) Ich bin ein Mädchen, das ohne Aufmerksamkeit müde ist und einen jungen Mann sucht. Schreiben Sie mir dort http://badoos.ml
  • Igor Wallossek schrieb am
    Keine Angst, das NT habe ich in meiner Sammlung. Wenn ich mal Zeit habe, könnte ich es noch gegen das T-Bone und das Samson G-Track testen. Wenn ich alles soviel hätte wie Mikrofone.... Alle selbst gekauft, übrigens. :)
  • Besterino schrieb am
    Ich hab das Rode NT-USB Microphone, gekauft weil auch guter Stereo-Kopfhörer und ansonsten darum halt. Bin damit zufrieden und die Kollegen im TS meckern auch nicht. Da war allerdings nur ein Tisch-Stativ mit dabei - funzt zwar auch und selbst wenn es weit genug weg ohne zu stören herumsteht. Aber so'n Ärmchen wär' noch was... @Igor: einmal eine ganz andere Frage: hättest Du Lust, das Rode mal "gegen zu testen"? Ich könnte mich bestimmt von dem Ding mal ein paar Tage trennen, wenn Du das mal durch die Mangel drehen willst... da fällt mir ein, könntest daraus doch Dauerspielchen machen, z.B. so einen Post als Sticky machen wie "Igor sucht...die Community findet" :D Da einfach eine Liste mit Hardware, die Du schon immer mal testen wolltest, Dir aber niemand kostenlos stellen wollte und Dir aber zu teuer/doof/uninteressant waren, um sie selbst zu kaufen.
  • Igor Wallossek schrieb am
    Mechanische Tastaturen sind Gift für solche Aufbauten Da hilft nur eine Panzerfahrerhaube mit Kehlkopfmikrofon :D
  • scotch schrieb am
    Die Idee an sich finde ich sehr reizvoll. Würde es allerdings hauptsächlich für Discord Kommunikation verwenden. Wie gut werden Nebengeräusche heraus gefiltert, also zB. das Tastaturklappern einer mechanischen Tastatur? Kriegt man das mit Richtcharakteristik und Lowcut zufriedenstellend hin?

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