Ryzen-CPUs von AMD als Heizung für einen ganzen Wohnblock? Der Winter kann kommen!

Unsere französischen Kollegen waren am Donnerstag, den 18. Oktober, in Bordeaux zu einem Besuch in einem fast fertiggestellten Gebäude. Das ist an sich erst einmal nichts Besonderes, wäre da nicht ein kleines Detail komplett anders. Und so steht man am Ende vor einer Weltneuheit, die darin besteht, den zukünftigen Bewohnern dank Qarnot, einem französischen Unternehmen, eine kostenlose Heizung zur Verfügung zu stellen.

Das ist im Prinzip zwar nicht neu, aber die Art und Weise der Umsetzung schon. Wir kennen ja bisher nur Serverfarmen, die ihre Wärme an die bertreffenden Gebäude ableiten, aber jetzt befindet sich die Rechenanlage im Gebäude selbst, oder genauer: direkt an den Wänden, in einzelnen, hochmodernen Heizkörpern!

Das Gebäude wurde dahingehend konzipiert, um den CO2-Ausstoß so weit wie möglich zu reduzieren, und ist daher auf maximale thermische Trägheit ausgelegt. Das heißt, man hält Temperatur so lange wie möglich, um Schwankungen zu begrenzen. Für den Sommer sind alle Räume und Decken so konzipiert, dass sie nachts durch Lüftung Frischluft zirkulieren lassen können, so dass tagsüber keine Klimatisierung erforderlich ist. Die Heizung im Winter folgt der gleichen Logik

Kommentare (26)

  • HerrRossi schrieb am
    rofl:ROFLMAO:
  • Igor Wallossek schrieb am
    Es ist auf alle Fäller nicht das System Maginot. Da haben die Franzosen sicher dazugelernt :D
  • BigReval schrieb am
    Ich hab das jetzt mal anders gerechnet: 349 Heizkörper x 3 PC`s x TR2990 = 33504 Kerne = 67008 Threads... Zur Abwärme wäre Wasser sinnvoll. Die Rechenleistung um einiges höher und es könnten ja Epycs sein usw... Ich denke die haben das aus nem ganz einfachen Grund gemacht: Die MSI Boards sind nix, d.h. die Kosten einen Bruchteil eines soliden Server Boards. Die CPUs werden sie auch günstiger bekommen haben. Unterm Strich geht die Rechnung sicherlich auf. Wenn ich das als Machbarkeitsstudie ansehe umd das auf kältere Regionen umsetze dann finde ich die Idee nicht verkehrt. Die Kosten eines Heizkörpers sind sicher günstiger als die WaKü Lösung für Bodenheizung o.ä. Logisch ist letztes angenehmer. Wir reden hier aber nicht über gehobenen Anspruch, wohl eher über eine Art Mietskaserne. Da hätte ich die Anschlüsse nur anders gestaltet um Eingriffe des Mieters zu unterbinden. Man stelle sich vor, aus Böswilligkeit werden mal eben 230V in den NW-Anschluss verbracht... Da qualmt der Router vor Freude... Ich bin mir sicher, dass der Betreiber ein im Mietvertrag verankertes Sonderzugangsrecht in die Wohnung hat, bei HW-Problemen. Ein für kalte Regionen doch clevere Lösung! Man habt ihr eure Heizkostenabrechnung mal angeschaut? Die fällt weg!!! Bis auf des bissl mehr fürs Bad? Da bleibt aber ein saftiges Plus unterm Strich stehen! Jetzt noch das Dach mit Solarzellen bepflanzen und dann noch beim Strom sparen... Recht günstig, alles unterm Strich... So und das Letzte noch: HALLO? Hat das keiner mitbekommen???? MIETER!!! Die Zahlen Miete! Ein reines RZ muss alle Kosten mit Rechenleistung etc. verdienen! Hier zahlen die Mieter auch nicht unerheblich dazu!!! Schon mal daran gedacht? Ach ja, wenn das “Amt“ zahlt, ist die Miete garantiert! Und die zahlen gerne, wegen der Heizkosten.... ;)
  • goch schrieb am
    Man muss sich ja alleine überlegen, um wieviel effizienter richtige Serverhardware gegenüber diesem Stückwerk mit Consumer Hardware ist. Es gibt ja einen Grund, warum alle Supercomputer, Hyperscaler und größere Infrastrukturen auf "Serverhardware" im weitesten Sinne setzten und nicht alle nur ein paar kleine Consumer PCs zusammen spaxen. Allein dieser Effizenzgewinn sollte die Wärmepumpe schon weg machen. @Igor: Dezentralisierung ja - aber doch mit Bedacht. Ein "RZ" pro größere Wohneinheit wäre ja schon etwas Dezentralisierung - einzelen Computeressorucen pro Wohnraum (!) ist natürlich schon sehr dezentral :)
  • Dezor schrieb am
    Natürlich weiß ich, dass normale Heizkörper Wasserleitungen benötigen. Aber wenn der Strom direkt an der Wand erst in (Ab-)Wärme umgewandelt wird, fallen die Wasserleitungen weg, wodurch der Bau zumindest etwas günstiger werden dürfte. Gut, Heißwasserkühlung vereinfacht die Heizung durchaus und erhöht die Effizienz. Aber die Kühler benötigen Pumpen und sind aufwendiger als einfache einteilige Aluminium-Passivkühler. Der Vorteil der einfacheren Wartung bei einem zentralen Knoten im Keller stimmt. Die Alternativen im Sommer auch. Die Vorteile der Effizienz sehe ich allerdings erst, wenn man zusätzlich eine Wärmepumpe einsetzt. Ansonsten sind einzelne Rechner simpler und effizienter. 100 % der zugeführten elektrischen Energie als Abwärme nutzen zu können ist schon ziemlich effizient. Mit Wärmepumpe kann die Heizleistung deutlich höher sein als die aufgenommene elektrische Leistung. Aber dadurch wird das System wieder komplexer. Aber thermodynamische Effizienz und Wirtschaftlichkeit können auch weit auseinander liegen. Rechenleistung die im Sommer nicht oder nur teilweise nutzbar ist, ist alles andere als wirtschaftlich. Wirklich sinnvoll erscheint mir das System eher weiter im Norden, wo das ganze Jahr über geheizt werden kann/muss. Dort kann man die Rechner durchlaufen lassen und im Winter entweder höher takten oder durch zusätzliche Heizkörper ergänzen.

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