Video-Tipp: ARTE nimmt zwei Dokus über Künstliche Intelligenz und Roboter in die Mediathek auf

Erst letzte Woche haben wir von der GTC aus über AI und Roboter berichtet. Nicht alles war dabei nur eine Zukunftsvision. AI und Robotik ist heute schon in vielen Branchen ein Alltag. Wie weit die Entwicklung vorgeschritten ist, können Interessenten in zwei ARTE-Dokus betrachten.

Der Titel der ersten Doku lautet „Künstliche Intelligenz – schlauer als wir?“ und darum geht es: Stephen Hawking publizierte im Mai 2014 zusammen mit anderen herausragenden Wissenschaftlern des Future of Life Institute einen offenen Brief, der sich wie ein Warnruf an die Menschheit anhörte: Angesichts der jüngeren Fortschritte der künstlichen Intelligenz müsse man befürchten – und antizipieren –, dass diese „Super-Intelligenzen“ in einer nahen Zukunft dem Menschen in allen Bereichen überlegen sein könnten. Mächtige Unternehmen wie Google, Amazon, Facebook und IBM, die heute bei der Forschung und Entwicklung von künstlicher Intelligenz führend sind, entwickeln und nutzen sie bereits in zahlreichen Bereichen. Werden intelligente Geräte bald schlauer sein als wir? Oder uns sogar ersetzen? Was kann die künstliche Intelligenz, die dabei ist, unsere Welt zu verändern? Werden wir irgendwann Maschinen erleben, deren Intelligenz es mit Menschen aufnehmen kann?

(C) Foto: ARTE

HIER geht es zur Doku „Künstliche Intelligenz – schlauer als wir?“

Ob automatische Bilderkennungssysteme bei Facebook, medizinische Diagnostik etwa bei Krebserkrankungen, autonom fahrende Autos, die Produktion von Werbespots oder virtuelle Dialogsysteme wie Chatbots – künstliche Intelligenz ist omnipräsent und wird in Zukunft immer mehr Bereiche unseres Lebens erobern. Und schon heute übertrifft sie den Menschen bei zahlreichen „intellektuellen“ Aufgaben. KI-Systeme können Softwareprogramme entwickeln, die bereits lernfähig sind und ihr Wissen ständig aufgrund von Erfahrungen erweitern. Sie werden schlauer als der Mensch selbst. Die Befürchtungen von Stephen Hawking und seinen Mitbegründern des Future of Life Institute scheinen alles andere als Science-Fiction zu sein. Wir können heute überhaupt noch nicht abschätzen, welchen Platz künstliche Intelligenz tatsächlich in unserem Leben einnehmen wird. Doch sicher ist: Die Begegnung zwischen Mensch und Maschine wird unsere Zukunft entscheidend prägen.

 © Max Aguilera-Hellweg | Foto: ARTE

In der zweiten Dokumentation ist erst ab dem 10.11 ab 6:27 abrufbar. Es geht in der Doku um Roboter und um die Frage, ob diese noch Maschinen oder schon Menschen sind. Die Welt der Robotik entwickelt sich rasend schnell: Robotiker gehen davon aus, dass Androiden schon in zehn Jahren zu unserem Alltag gehören wie heute Autos oder Computer. In ein paar Jahren könnte der Markt der Serviceroboter 100 Milliarden Euro schwer sein. Aber sind wir bereit, sie bei uns aufzunehmen? Oder müssen wir Grenzen setzen? Humanoide Roboter werden ständig leistungsfähiger: Sie gehen, sehen, hören, sprechen und ähneln uns immer mehr. Bald schon könnten sie in unser Alltagsleben Einzug halten. Der amerikanische Fotograf Max Aguilera-Hellweg versucht Antworten auf diese Fragen zu finden. Am Robotics Lab der TU Ilmenau in Thüringen forscht Horst-Michael Groß an einem Assistenzroboter für ältere Menschen. Die Roboter sollen den Kontakt zu Familie, Freunden oder Pflegepersonen nicht ersetzen, sondern ihn bei großen Entfernungen und eingeschränkter Mobilität unterstützen und vereinfachen. Am japanischen Nationalen Institut für Industrietechnik AIST, nordöstlich von Tokio, arbeiten japanische und französische Forscher an der Weiterentwicklung der Kommunikation zwischen Mensch und Roboter. Die Wissenschaftler gestatten dem Filmteam einen exklusiven Blick in ihr Labor, in dem gerade die Steuerung eines humanoiden Roboters durch die Kraft der Gedanken getestet wird – ohne Fernbedienung oder Tastatur.

HIER geht es zur Doku „Roboter – Noch Maschine oder schon Mensch?“

Die Anwendungsmöglichkeiten sind vielfältig und vielversprechend. Querschnittsgelähmte könnten zum Beispiel von einem solchen Roboter getragen und gewaschen werden und so ein unabhängigeres Leben führen. In Osaka hat Max Aguilera-Hellweg das seltene Privileg, sich im Labor von Professor Minoru Asada umschauen zu dürfen. Der renommierte Forscher entwickelt einzigartige Humanoide, die es ermöglichen, die menschliche Evolution besser zu verstehen. Max macht die Bekanntschaft von Roboterbaby Affetto und von CB2, der gerade lernt zu krabbeln. In den USA wurde Atlas erschaffen, der wohl am weitesten entwickelte Humanoide der Welt. Der 1,80 Meter große und 150 Kilogramm schwere Koloss nimmt am Finale des Darpa Robotics Challenge teil. Der internationale Wettbewerb zielt auf die Schaffung eines Roboters ab, der sich bei Katastrophen wie Fukushima einsetzen lässt. Einer der Höhepunkte seiner Reise ist für Max Aguilera-Hellweg in Vermont bei der Terasem Movement Foundation seine Begegnung mit Bina48. Bina48 ist ein Roboter, der nach dem Modell einer realen Frau entwickelt wurde: Bina Rothblatt. Diese hat Stunden an Interviews aufgezeichnet, um dem Roboter ein Erinnerungsvermögen und eine Persönlichkeit zu verleihen. Die Maschine führt seitdem Gespräche, mit Hilfe ihrer außerordentlichen künstlichen Intelligenz. Zum Sprechen benutzt sie eine Sprachentwicklungs- und Stimmerkennungssoftware. Und wenn sie etwas nicht weiß, schaut sie im Internet nach. Werden uns Roboter unsterblich machen?

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