Wavemaster Fusion Subwoofer im Test – Viel Ballett für untenrum auf kleinstem Raum

Unboxing und Lieferumfang

Hatte man die Wavemaster-Pro-Serie („Wavemaster Two Pro: Das Bessere ist des Guten Feind„) seinerzeit als größere und leistungsstärkere Fortsetzung der sehr erfolgreichen Wavemaster Two gesehen, setzt der heute vorgestellte Wavemaster Fusion noch einen drauf. Beziehungsweise darunter, denn es handelt sich um einen echten Fundamentlisten für den Bassunterbau. Die Wavemaster Two Pro spielen zwar schon recht tief, aber die Reise zum Mittelpunkt der Erde ist das noch lange nicht.

Deshalb stellt man den eigenen 2.0-Serien (aber nicht nur) nun folgerichtig noch ein echtes Kellerkind zur Seite. Sowohl die Wavemaster Pro als auch die ganzen Neo-Produkte des Herstellers besitzen mittlerweile ja einen Subwoofer-Ausgang und jetzt wissen wir auch endlich, wofür. Da muss man auch nicht mehr fremdgehen, sondern kann das Ganze gleich im Convenience-Bundle kaufen. Nicht unklug, denn der Bedarf sollte durchaus vorhanden sein.

 

Wavemaster Two Pro – Familientreffen mit Subwoofer

 

Packt man den Subwoofer aus, erhält man eigentlich nur diese aktive Box, ein Netzanschlusskabel und ein Cinch-Kabel zum Verbinden mit der Signalquelle. Mehr braucht man ja auch gar nicht. Damit wäre dieser Part dann auch abgeschlossen, denn das Prinzip könnte ja simple nicht sein und erweitert die ganzen 2.0-Audioanlagen des Herstellers zu echten 2.1-Systemen. Das kostet dann immerhin um die 250 Euro mehr, bringt aber auch mehr. Mehr Klang, mehr Zufriedenheit und mehr Stress mit den Nachbarn.

 

Optik, Haptik und Funktionalität

Das Design ist schlicht, zeitlos und auffällig unauffällig. Es passt zudem nahtlos zu den Wavemaster Pro, zumal der Subwoofer aktuell in Weiß und Anthrazit angeboten wird. Der recht massive Korpus des 260 x 260 x 260 mm kleinen Basswürfels aus MDF ist einschließlich Lackierung an den verschiedenen Stellen mindestens 20 mm dick, was völlig ausreichend ist. Die Lackierung ist sauber und absolut nahtlos, die abgerundeten Ecken und die Einlässe der Tiefton-Chassis sind sauber umgesetzt.

Allein derartige Verarbeitungsqualität rechtfertigt am Ende sicher auch den etwas höheren Preis, denn sechs simple MDF-Platten zusammenleimen und folieren kann mittlerweile jede Hinterhofbutze mit links zum ganz kleinen Preis. Wer dann noch an Materialdicke geizt und wild kleine Klötzchen aus Sägeresten einklebt, kann natürlich so etwas auch für 100 Euro in die Kiste packen, aber über Optik und Klang sollte man dann besser wohl nicht sprechen. und schreiben. Das könnte schnell schiefgehen.

 

Wavemaster setzt, wie auch z.B. Edifier, auf einen aktiven 200-mm-Tieftöner mit Aluminium-Konus und Vollgummierung in der Front und zwei passive „Radiatoren“ mit gleichem Durchmesser an den beiden Längsseiten. Das Prinzip kennt man ja auch aus den Bluetooth-Lautsprechern, denn es ersetzt auf kleinstem Raum die obligatorischen Bassreflexrohre. Beide Lösungen besitzen Vor- und Nachteile, wobei bei dieser Lösung der eigentliche Nachteil der etwas höhere Herstellungspreis ist. Bis auf die Magneten und Spulen sind es nämlich baugleiche Chassis. Die sehen wir beim Tear Down dann auch gleich noch.

 

 

Auf der Rückseite finden wir einen physikalischen Netzschalter neben dem Netzanschluss, sowie die Option, das Gerät im Dauer-Standby laufen zu lassen, es generell eingeschaltet zu lassen oder den pegelabhängigen Automatikmodus zu nutzen, der den Subwoofer bei anliegendem Signal ohne größere Zeitverzögerung zu- und dann erst nach ca. 10 Minuten ohne Signal auch wieder in den Standby-Modus umschaltet. Das funktionierte in der Praxis übrigens recht gut, wenn man den Eingangspegel nicht zu stark absenkt.

Das geschieht über einen Pegelregler, so dass man die Stärke der Bassunterstützung stufenlos anpassen kann. Die 600mV fürs Eingangssignal sind klassenüblich. Was sehr praktisch ist, ist die stufenlose(!) Anpassung der Phase zwischen 0 und 180°. Das ist extrem hilfreich, um den Subwoofer optimal an seinen Standort anzupassen. Die meisten werden ja den Effekt kennen und hassen, dass sich an manchen Stellen des Raumes der Bass wirklich tief und satt auf dem Boden wälzt und dann woanders, nämlich immer genau dort, wo man sitzt, nur schmalbrüstig vor sich hin keucht. Das kann man sich hiermit einigermaßen gut anpassen.

Je nachdem, wie man von Haus aus die Klangregler am 2.0 System eingestellt hat, lässt sich auch die Trennfrequenz von sehr weiträumig anpassen. Die bassistischen Tiefseetaucher werden sicher zwischen 40 und 50 Hz wählen, um das bereits existierende Bassfundament noch weiter auszuzementieren, die Loudness-War-Fetischisten werden wohl eher das Stereosystem mit bis zu 150 Hz höher abstimmen und so den Subwoofer auch noch den Oberbass miterledigen lassen, nur um die Ausgangsleitung nicht im Bassbereich zu verpulvern.

Man kann übrigens auch ein Stereosignal einspeisen, das dann intern in ein ordentliches Monosignal umgewandelt wird. Eine Durchschleifung existiert hingegen nicht. Kann man verschmerzen, wäre aber für den Einsatz mit Fremdsystemen sicher nicht von Nachteil.

 

Aufgemacht: Tear Down

Schrauben wir doch den Subwoofer einmal auf und betrachten das Wunderwerk der Technik von Innen. Das ist recht einfach erledigt, denn alles sitzt auf der rückseitigen Trägerplatte und ist in einem Rutsch auch demontiert. Man sieht auf den ersten Blick sehr deutlich, dass der Korpus faktisch als Monoblock vorgefertigt und auch komplett lackiert wurde – sogar innen. Der Blick in eben jenes Innere legt dann auch die Sicht auf das aktive Chassis in der Mitte und die zwei passiven Radiatoren frei.

Das Nachschwingverhalten beim Bassreflexprinzip ist eher mau, deshalb sollten echte Tiefbass-Liebhaber die Abstimmung wirklich so setzen, dass man die 40 Hz voreinstellt und den Subwoofer separat spielen lässt. Das mit dem Oberbass sollte man sich also echt überlegen, denn die Wavemaster Two Pro schaffen z.B. auch noch die 50 Hz mit einer Geste von Nonchalance selbst. Wer den Sub nur ganz unten spielen lässt, kann sogar noch über eine leichte Dämpfung durch Dämmwolle und Vlies nachdenken und dafür am Pegel etwas mehr dazugeben.

Die Spannungsversorgung erfolgt über eine ordentliches Schaltnetzteil im ungelabelten Zukauf (OEM), welches auch die geforderten Maximalwerte beim Standby-Betrieb einhält und ziemlich effizient zu Werke geht. Bauartbedingt verzichtet man aber auf die Riesen-Elektrolyte im Sekundärzweig, denn beim Class-D-Verstärker kann man auf extrem „weiche“ Netzteile auch verzichten.

Die Vorverstärkerplatine mit allen Reglern und den beiden Eingängen ist eine ODM-Anfertigung und bietet alles, was das Subwoofer-Herz so begehrt. Die Flankensteilheit des Filters für die Übergangsfrequenz ist ausreichend, der Hersteller spricht hier von 12dB/Oktave.

Die Class-D Endstufe mit dem TAS5611A von Texas Instruments in PBTL-Schaltung geht recht effizient zu Werke und benötigt auch keine extrem große Kühlfläche. Die restliche Bestückung fällt dabei zweckmäßig aus. Alle Stecker wurden mit Heißkleber zusätzlich fixiert. Gut für die Betriebssicherheit, trotzdem lösbar für den Service. Ein kleines Skalpell leistet da perfekte Dienste. Die ganzen Zuführungskabel wurden zudem noch mit Schaumstoff ummantelt. Auch das kostet natürlich. Die Lötqualität von Platinen und Anschlüssen ist gut.

Der Anbieter schreibt von 125 Watt RMS, die hier auch mit Sicherheit ankommen sollten Sowohl das Netzteil, als auch die Betriebsspannungen und Komponenten sowie eine Plausibilitätsmessung der Sinusleistung bei 100 Hz sprechen erst einmal nicht dagegen. Bevor ich das gute Stück nun auch noch messe und mir anhöre, habe ich auch noch die technischen Daten und das Handbuch für Euch. Das muss einfach sein.

 

Technische Daten und Bedienungsanleitung

  • Aktiver Subwoofer
  • Eingebauter Class-D-Verstärker mit einstellbaren aktiven Filtern
  • 200mm (8“) Aluminium-Konus Tieftöner und 2x Aluminium-Konus Passivradiatoren
  • Einstellregler für PEGEL, PHASE 0-180° und TRENNFREQUENZ 40-180Hz
  • Bass Boost 43 Hz +5 dB
  • Umschalter für manuellen oder automatischen Betrieb ON-AUTO-STANDBY
  • Wahlschalter, Einstellregler und Netz-Hauptschalter auf der Geräterückseite
  • Audio Signal Sensor für AUTO-EIN und AUTO-STANDBY abhängig vom Audiosignal
  • Line-In mit RCA- (Cinch-) Buchsen, ca. 600mV
  • Verbindung über Audiokabel
  • Frequenzbereich: 30 – 180 Hz
  • Verstärker-Ausgangsleistung (RMS): 125 W
  • Netzspannung: 230/115 Volt ~ 50/60 Hz, Standby Power
  • Abmessungen: 260 x 260 x 260 mm

 

FUSION-manual

 

Wavemaster Fusion grau

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Kommentare (9)

  • Igor Wallossek schrieb am
    Spenden-Knopf kommt noch... :D Wir haben aktuell noch vieles in der Pipeline, über das ich erst schreiben kann, wenn die Verträge komplett durch sind. Verhandlungsgeschick ist stets der bessere Ratgeber als allzuviel Öffentlichkeit. ;) Aber keine Angst, es wird alles noch in diesem Jahr. Somit ist auch der Zeitraum ein überschaubarer :)
  • Cerebral_Amoebe schrieb am
    @geist4711 Man sollte nicht vergessen, wofür der Sub und die Sats angepriesen werden ->PC Wer einen Heim-Kino tauglichen Subwoofer will, muss woanders schauen. Mein Visaton TIW200XS in 30Liter geschlossen und elektronisch entzerrt macht auch ordentlich bums, kostet dann aber mehr und man muss selbst Hand anlegen. (TIW200XS=110€, Submodul mit DSP=240€, MPX=50€) @Igor Wallossek Guter Test, gefällt mir (y) Gibt es eigentlich einen Spenden-Knopf, für CB und PCGH bezahle ich ja auch? Nichts ist umsonst, selbst der Tod kostet das Leben ;-)
  • Igor Wallossek schrieb am
    Die Platinen machten übrigens auch einen guten Eindruck und man merkt schon, dass der Distributor (HMC) einen ordentlichen Supplier nutzt. Allein diese Art der Holzbearbeitung können nicht allzu viele, womit sich der Kreis schon arg einengt. Außerdem ist das Engineering hier in DE, es ist also kein langweiliger OEM-Zukauf, sondern eine echte ODM-Produktion. Sonst würde ich die Teile auch nicht testen. Das M-Markt-Geraffel unter 300 Euro kann man echt nicht mehr ernst nehmen.
  • geist4711 schrieb am
    die einzigen boxen die man ehr in die ecke stellt oder gar explizid dahin gehört sind geschlossene systeme oder eben ein eck-horn, letzteres funktioniert ohne ecke garnicht, bzw es würde sich ohne ecke ein ca 4x so grosses horn ergeben, auf dem boden stehend.... geschlossene systeme kann man ehr in die ecke stellen da es dort kein mit schwingenden luftmassen und resonanz arbeitendes luft- oder membran-system gibt, es fehlt halt das BR-prinziep ;-)
  • Igor Wallossek schrieb am
    Down-Fire ist aus meiner Sicht problematisch, Bassröhre hinten raus auch. Die beste Position muss natürlich gesucht werden, aber die Passiv-Membranen sind schon von Vorteil. Nur darf das Teil nie in der Zimmerecke stehen. Das ging hier schön schief. :)

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