Intel vs. AMD: Der CPU-Markt im Umbruch

Mit der ZEN-Architektur hat AMD eine Welle an Ereignissen losgetreten, die in dieser Form vermutlich niemand von uns hat kommen sehen. Ryzen-CPUs werden zur bevorzugten Wahl bei Vernunftkäufern, Intel muss hingegen aufgrund von Fertigungsengpässen Verluste durch Investitionen ausgleichen und die EPYC CPUs sorgen für gewaltige Preisnachlässe bei Xeon-Prozessoren. Eine Momentaufnahme des Prozessormarktes.

Einige unserer Leser werden sich noch an die x64-Implementierung der IA-32-x86-Architektur erinnern. An die Zeit, als der Athlon64 ein Meilenstein der PC-Geschichte darstellte und Computersysteme bis zum heutigen Tag maßgeblich beeinflusst hat. Zwischen dieser Zeit und heute liegen nunmehr immerhin schon 15 Jahre. AMD hatte ja seinerzeit mit der Bulldozer-Mikroarchitektur einiges an Vertrauen bei den Nutzern eingebüßt und  in der Folge erhebliche Marktanteile an Intel abgeben müssen.

15 Jahre später, also heute, macht AMD hingegen vieles richtig und schaffte es als ein kleiner Konzern mit weniger als 10.000 Mitarbeitern und einem Umsatz von „nur“ 4,27 Mrd. US-Dollar einem solchen Giganten wie Intel mit seinen 107.300 Mitarbeitern und einem Umsatz von 55,355 Mrd. US-Dollar Schweißperlen auf die Stirn zu treiben. Denn die Ryzen Prozessoren (Generation 1 und 2) gehören zu den beliebtesten CPUs preisbewusster Anwender.

Das legen die neuesten Zahlen von Mindfactory dar, die besagen, dass knapp 57 Prozent aller verkauften CPUs der Ryzen-Familie zuzuordnen sind. Der Ryzen 5 1600 ist dabei führend – zu dem Sechskerner greifen nämlich interessanterweise die meisten Käufer. Der AMD Ryzen Threadripper 1950X ist die beliebteste High-End CPU und ging öfter über die virtuelle Ladentheke als der Intel Core i9-7900X. Auf Reddit hat der Nutzer ingebor einige Diagramme geteilt, die die Zahlen visuell darstellen:

 

Dabei hilft es natürlich auch nichts, dass Intel die Preise für die eigenen Prozessoren um bis zu 60% erhöhen musste. Leider ist dieser Schritt nötig geworden, nachdem die Bestände von funktionsfähigen 14nm-Wafern konstant niedrig sind und sich deutliche Engpässe abzeichnen. Bis Mitte 2019 soll diese Knappheit bestehen bleiben (wir berichten) und Intel ist damit auch gezwungen, mit dem H310C-Chipsatz für Mainboards auf 22nm zurückzukehren.

Als einen weiteren Schritt, die 14nm-Wafer-Bestände zu sichern und zeitnah auszuweiten, ist die Vergabe eines entsprechenden Produktionsauftrages an TSMC. Die Dies von H310-Chipsatz-kompatiblen Prozessoren sollen in den Fabriken der Taiwan Semiconductor Manufacturing Company entstehen (wir berichteten).

Zusätzlich möchte Interimschef Bob Swan eine Milliarde US-Dollar in mehrere Fabs investieren. Dort sollen mehr Wafer entstehen, was wiederum mehr Chips für den Handel bedeutet. Der Fokus liegt hierbei auf den margenstarken Xeon-Prozessoren sowie den hochpreisigen Core-Modellen wie der aktuellen i9-Serie. Es sollen neue Halbleiterwerke, sogenannte Semiconductor Fabrication Plants (Fabs), in mehreren Ländern ausgebaut werden. Zum aktuellen Zeitpunkt kommen 14-nm Dies aus Fertigungslinien in Leixlip in Irland, in der Nähe von Kiryat Gat in Israel, Chandler in dem US-Bundesstaat Arizona sowie Hillsboro im US-Bundesstaat Oregon. Wie schnell jedoch diese Investitionen eine Wirkung zeigen werden, ist noch nicht absehbar.

Solche Einschätzungen könnten ggf. findige (gerne auch als „erfahren“ bezeichnete) Marktanalysten ausrechnen. Vielleicht aber auch lieber nicht, denn Einige von ihnen sehen einheitlich Intel auf dem absteigenden Ast. Goldman Sachs beispielsweise hat erst vor einigen Monaten die Aktienbewertungen für AMD auf „neutral“ erhöht, stufte aber Intel gleichzeitig auf den Status “Sell” herunter. Als Grund werden u.a. die Probleme mit der 10nm-Fertigung genannt.

 

Während die 10nm-Problematik an dieser Stelle gut bekannt ist, glauben wir, dass Intels Herstellungsprobleme möglicherweise tiefer verwurzelt sein könnten, als es die meisten denken und einen nachhaltigen Einfluss auf den Marktanteil und/oder das Ausgabenniveau haben könnten, da Intel mit einem wachsenden und stärker werdenden Ökosystem von TSMC konkurriert ist”, so der Goldman Sachs Analyst Toshiya Hari

 

Die Digitimes berichtete sogar von Analystenstimmen, die besagen, dass AMD bis Jahresende 2018 einen Marktanteil von 30% bei Endverbraucher-CPUs erreichen könnte. Insbesondere das kommende Weihnachtsgeschäft wird als eine gute Chance für AMD angesehen. Zu bedenken gilt dabei auch, das es die gleichen Analysten(-Häuser) sind, die erst vor einigen Jahren behauptet haben, der PC-Markt sei tot und Netbooks und Notebooks nummehr state-of-the art..

Der gesamte Markt ist wie eine wilde Achterbahnfahrt, an der aber viele Existenzen hängen. 30 Prozent sind eine überaus sensible Zahl für AMD, wenn man sich vor Augen führt, dass der Konzern fast auf den Tag genau, noch 2012 knapp 15% seiner Belegschaft entlassen musste. Einige „Experten“ gingen damals sogar von 30% aller Mitarbeiter aus, die ihren Job verlieren würden.

Intel wird voraussichtlich in einigen Tagen die neunte Generation seiner Core i-CPUs mit bis zu acht Kernen und 16 Threads präsentieren. AMD hält angeblich mit dem Ryzen 2800X dagegen. Der Prozessor soll 10 Kerne bieten und einen Takt von 4,5 GHz erreichen. Da es sich bisher nur um vage Gerüchte handelt, lohnt es sich kaum, über die kommende CPU zu spekulieren.

Beide Unternehmen liefern sich derzeit einen Kern- und Preiskampf, bei dem AMD in beiden Kategorien die Nase vorn hat. Intel reagiert besonders in dem marktträchtigen Enterprise-Segment mit starken Preisnachlässen selbst bei geringer Abnahmezahl (wir berichteten). Unterm Strich hat AMD aber dennoch das bessere Kern-Preis-Leistungs-Verhältnis. Erst vor wenigen Tagen waren wir zu Gast auf einem Presseevent und haben uns die aktuelle Strategie des Unternehmens erklären lassen. Wer diesen Beitrag verpasst hat, sollte hier reinlesen: Wie AMD es mit EPYC schafft, an Intels Marktanteilen zu kratzen

Es bleibt abzuwarten, wie der Markt auf die aktuelle Situation reagieren wird. Wir als Anwender – ganz egal ob Endverbraucher oder Enterprise-Nutzer – profitieren von der Dynamik, die AMD mit ZEN erzeugt hat.

AMD Ryzen 5 1600X, 6x 3.60GHz, boxed ohne Kühler (YD160XBCAEWOF)

  • Sechskern-CPU aus der AMD "Zen"-Familie
  • mit 3,6 GHz Basis- und 4,0 GHz Boosttakt
  • Multi-Threading mit 12 virtuellen Kernen
  • automatische Übertaktungsfunktion XFR
  • 95 Watt TDP & offener Multiplikator
  • 3 MB L2- & 16 MB L3-Cache
  • Boxed-Version ohne CPU-Kühler
Stand: 18.12.18 10:47
AMD Ryzen 5 1600X, 6x 3.60GHz, boxed ohne Kühler (YD160XBCAEWOF)
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AMD konnte mich mit Ryzen überzeugen...

 

Quelle zur Mindfactory Grafiken auf Reddit

Kommentare (90)

  • Igor Wallossek schrieb am
    Damals habe ich auch noch Kopierschutz-Programme geschrieben. Es gab ja durchaus mehr Platz auf der Disk, als das FAT-Format selbst hergab. Schön low-level und per Interrupt den Schreib-/Lesekopf dorthin gesetzt, wo er sonst nicht hinkam. Diskcopy hat das nie mitkopieren können ;)
  • Besterino schrieb am
    So ein Ding hatte später auch unserer XT...zusätzlich zu den blöden „kleinen“ 5,25“ Disketten, wo glaub 360K drauf passten? War das ein Spaß, eine 1,44MB oder 1,2MB dann immer auf 4+ aufteilen zu müssen um den Mist dann auf der HDD wieder zusammen zu bringen... bis dann einzelne Dateien nicht mehr auf eine 360K Disk passten... hach ja.
  • HerrRossi schrieb am
    Kohle und Hardware sind natürlich Feinde. Meine erste Festplatte für den Amiga hat über 1.000 DM gekostet, mit satten 20MB :ROFLMAO:
  • Besterino schrieb am
    Ach über Geld wollen wir hier doch gar nicht reden... wenn ich bedenke, was damals der 486 als "High end System von Vobis" gekostet hat... glaube mit monströsen 4MB RAM? Eigentlich sind wir immer noch bzw. wieder nahezu 1:1 bei den Preisen: für die Kohle (4000DM? ~2000Euro?) bekommt man jetzt auch ein ziemlich schönes System am oberen Ende.
    Eragoss hat gesagt
    Naja, man kann sein Leben genießen oder die Kohle mit ins Grab nehmen. Ich bevorzuge ersteres :D. Ansonsten dürfte Deine PC Anfangszeit schwer zu toppen sein (y);)
    hähähä... joah, der Igor ist (Gesichts)ältester! :p EDIT: verflixxt...doppelpost.
  • Besterino schrieb am
    Ach über Geld wollen wir hier doch gar nicht reden... wenn ich bedenke, was damals der 486 als "High end System von Vobis" gekostet hat... glaube mit monströsen 4MB RAM? Eigentlich sind wir immer noch bzw. wieder nahezu 1:1 bei den Preisen: für die Kohle (4000DM? ~2000Euro?) bekommt man jetzt auch ein ziemlich schönes System am oberen Ende.

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