Kein Preis- und Leistungswunder: Plextor M9Pe(G) 1TB im Test


Die M9Pe von Plextor ist schon seit einigen Monaten auf dem Markt und möchte mit dem vorinstallierten Passivkühler das immer wieder auftretende Hitze-Problem von SSDs im M.2-Format lösen. Wir haben uns angeschaut, ob der kleine Flash-Speicher einen kühlen Kopf behalten und die versprochen Leistung liefern kann.

Plextor ist die Retail-SSD-Marke von Lite-On, die wiederum eines der größeren Anbieter von SSDs für den OEM Markt sind. Lite-On stellt keine eigenen NAND-Flash-Speicher- oder SSD-Controller her. Das Unternehmen beschränkt sich also darauf, Komponenten von Drittanbietern zu nutzen und für diese eine eigene Controller-Firmware zu schreiben. So kann Lite-On passende Produkte für unterschiedliche Zielgruppen bereitstellen, ohne von einem bestimmten Zulieferer abhängig zu sein. Der Nachteil zu Unternehmen wie Western Digital oder Samsung ist aber, dass eine ähnlich gute Zusammenarbeit zwischen NAND und Controller viel Erfahrung und Fingerspitzengefühl braucht. Es dauert also eine gewisse Zeit, bis neue Controller oder Speicherchips in Lite-On bzw Plextor-Produkten landen. Sieht man nun von dem Passivkühler ab, ist die M9Pe(G) eine Lite-On CA3.

Die M9Pe nutzt MLC-NAND von Toshiba, der in 15nm gefertigt wurde. Es sind die üblichen 64 Layer, die man derzeit bei 3D-NAND vorfindet und gewissermaßen zum Standard bei den hochpreisigen SSDs gehört. Als Controller kommt in der M9Pe ein Marvell 88SS1093, Codename Eldora, zum Einsatz. Dieser wurde übrigens auch schon im Vorgänger, der M8Pe eingesetzt. Interessant hierbei ist, dass Plextor als Übertragungsprotokoll NVMe 1.3 nutzt, obwohl der „alte“ Controller nur für NVMe 1.1 entwickelt wurde.

Die wichtigsten Chips auf der Platine

Speicher Toshiba TH58TFT1T23BAEF
265 GB
64-Layer TLC 3D NAND
(BiCS3)
Controller Marvell 88SS1093
„Codename Eldora“
DRAM Nanya NT6CL256
8GB LPDDR3

 

Obwohl Toshiba auch Speicherchips mit geringer Kapazität anbietet, fängt die Plextor M9Pe(G) erst bei einem Daten-Fassungsvermögen von 256 GB an und hört bei 1 TB – unser Testmuster – auf. Die 256 GB-Ausführung hat nach Herstellerangaben einen sequenziellen Lesewert von 3000 MB/s sowie 1000 MB/s beim Schreiben. Insbesondere der Schreibwert ist deutlich geringer, als bei dem 500 GB-Modell mit 2000 MB/s. Für die SSD mit 1TB Kapazität werden 3200 MB/s beim Lesen und 2100 MB/s beim Schreiben versprochen. Schauen wir uns an, ob diese Werte gehalten werden können.

Kommentare (5)

  • Tesetilaro schrieb am
    es sind vor allem die NVME Controller die verbraten unter volllast 4-5 Watt - zum Vergleich, ein kompletter Ram Riegel im Memtest liegt be 2-5 - 3,5 Watt... also nicht übertaktette Rams... Fläche vs. Hitzeentwicklung...
  • Derfnam schrieb am
    SSDs wurden ja lange vorn im Gehäuse verbaut, also direkt im Luftstrom des vorderen Quirls. Ergo war es fast unmöglich, dass die zu heiß wurden. Erst später, als die Dinger sonstwohin wanderten (warum auch immer), dürfte sich die steigende Temperatur bemerkbar gemacht haben. Und die Einbauplätze für die Sticks sind ja teils so dämlich ausgesucht worden - neben/unter der Grafikkarte, auf der Boardrückseite und was weiß ich wo noch - , dass es wenig wundert, wenn die Dinger nen Hitzschlag kriegen und die Arbeit einstellen.
  • DHAmoKK schrieb am
    Tauchte das Problem eigentlich erst mit den M.2 Viehchern auf? Oder liegt das eher an den MLC, TLC und demnächst auch noch QLC Chips? Meine alte Crucial M4 hat nichtmal einen Temperatursensor, zumindest kann CrystalDiskInfo keinen auslesen. Die Crucial MX300 hat einen, teste gerade mal mit einigen GB Daten.
  • Derfnam schrieb am
    @ DHAmoKK: alte Kiste, das: https://www.computerbase.de/2015-05/samsung-sm951-im-test/5/#abschnitt_temperatur
  • DHAmoKK schrieb am
    Die Plextor überzeugt mich eher nicht. Schade, das war mal eine Premium Marke, als sie überwiegend durch CD-DVD-Brenner bekannt waren. Dass die SSDs unter derartigen Hitzewallungen leiden, war mir vorher gar nicht bekannt o_O Ich dachte, diese schnieken M.2 Kühlrippchen auf den neuen Mainboards wären nur Optik, bzw. um die vielleicht um 5°K runter zu drücken. Nun verstehe ich allerdings auch, warum die Kingston HyperBling ... ähh HyperX Fury SSD so arge Probleme hat mit ihren 75 RGBling Leuchtdioden :D

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