Gehört, zerlegt und mit Bravour bestanden: Beyerdynamic A20 als (nahezu) perfekter Kopfhörerverstärker

Inhaltsverzeichnis

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Einführung, Unboxing und Lieferumfang

Der Beyerdynamic A20 ist der kleine Bruder des A2, aber die Zielgruppe und funktionelle Ausrichtung sind trotz allem grundverschieden. Der A20 kann und will Vieles gar nicht abdecken, sondern präsentiert sich als sehr eigenständiges und dabei auch grundsolides Gerät, dessen Minimalismus wirklich karg bis zur Genialität ausfällt. Du willst einen richtigen Kopfhörerverstärker, kraftvoll, ehrlich und ohne Firlefanz? Bitte schön, hier wäre so einer.

Spätestens aber bei der Frage nach dem Anschluss digitaler Signalquellen käme es gleich wieder zur vorzeitigen Scheidung, denn mit solchen Feinheiten lebt der A20 seit Geburt an in striktester Gütertrennung. Wer so etwas sucht, muss sich eben andere Modelle zu Gemüte führen, die es ebenfalls wie Sand am Meer gibt. Wer den A2 nicht mag, weil er den Preis dann doch etwas zu prall findet, kann sich ja mal den Impacto ansehen. Das wiederum wäre dann so ein Dingens mit ordentlichem DAC (Sabre 9018Q2C) und zudem sogar noch mobil verwendbar.

Die komplette Kiste wiegt schon heftig und man vermutet bereits jetzt, dass man da wohl nach dem Auspellen auch was richtig gut Abgeschirmtes bekommt. Sand wird man ja wohl keinen verwendet haben, Beton eigentlich eher auch nicht. In der ordentlichen Box findet man neben dem Verstärker noch zwei unterschiedliche Anschlusskabel, Lesestoff und ein wenig deutsche Luft.

Das ergibt durchaus einen Sinn, wenn man an deutsche und US-amerikanische Steckdosen denkt. Womit auch klar wäre, dass der A20 im Unterschied zum A2 ein Fullrange-Netzteil von 110 bis 230 Volt Netzspannung besitzt. In Italien hätte man dann aber mit den Kabeln schon Probleme, in Frankreich und Osteuropa übrigens auch.

Optik, Haptik und Funktionalität

Der Beyerdynamic A20 ist ein echtes Schwergewicht. Mit seinen 1640 Gramm wiegt er sogar einen Tick mehr als die Sapphire RX Vega 64 Nitro+, ist aber dafür sogar günstiger. Somit stimmt zumindest erst einmal das Gewichts-/Preisverhältnis. Und sonst? Der Hersteller setzt auf einen gebürsteten, massiven Aluminium-Unibody ohne Nähte. Deckel und Bodenplatte aus Stahl sind gegenseitig miteinander verschraubt und bieten dank guter Spaltmaße zum Body auch optisch keinen Grund zur Klage. Mit dem A20 setzt man auf einen rein analogen Verstärker als Endgerät und betont diese Schlichtheit auch bei der zeitlosen Formensprache. Ecken und Kanten? Gibt es zumindest optisch keine.

Die Front trägt den elektrischen Ein-/Ausschalter, der auch als Statusanzeige dient. Einen Schalter mit echter Netztrennung gibt es jedoch generell nicht. Damit bleibt das Gerät im Dauer-Standby, was aber bei den knapp 0,4 Watt dann auch nicht wirklich stört. Die beiden parallel verschalteten 6,3-mm-Klinkenbuchsen für die Kopfhörerausgänge sind, wie der Eingangsbereich auch, fest mit der Platine verlötet, eine separate Verkabelung hat man sich Gott sei Dank gespart. Der massive Aluminium-Knopf auf dem recht präzisen Lautstärke-Poti ist haptisch eine Freude und optisch ein Hingucker.

Die Rückseite trägt die Kaltgerätebuchse für den Netzanschluss auf der rechten Seite und dankenswerterweise hat man auf die sonst gern genommene Mickey-Mouse-Buchse verzichtet. Damit kann man ersatzweise auch die handelsüblichen Winkelstecker nutzen, falls es nach hinten mal Platzprobleme geben sollte. Der Eingang besteht  einzig und allein aus einem Paar Cinch-Buchen für die beiden Stereokanäle und einem weiteren Paar als Ausgang, falls man den A20 zum direkten Durchschleifen nutzen möchte. Ein Test mit einem guten alten Plattenspieler hat hier ein deutlich besseres Ergebnis geliefert, als der lange Umweg über den Vollverstärker und wieder zurück zum A20. Je kürzer der Signalweg, umso besser!

 

Die Unterseite ist nicht mehr ganz so fotogen, aber die eingesetzte Stahlplatte ist immerhin noch verzinkt. Das sehr massiv geratene Blech schafft, genauso wie der stählerne und lackierte Deckel in gleicher Stärke, eine gute magnetische Abschirmung und man kann den A20 gut und gern auch auf andere Technik stellen. Denn selbst Verstärker mit einem kräftigem M- oder Ringkerntrafo schaffen es nicht, Ihr Magnetfeld bis ins Innere des A20 zu befördern. Am barocken Bodenblech ist dann schlicht Schluss mit Stuss. Bei den Gummifüßen kann ich jedem nur raten, das alles zunächst mit viel Spiritus abzuwischen und notfalls etwas Vlies aufzukleben, denn sie färben im Frischezustand leicht etwas ab. Ich habe das mit dem Hersteller aber bereits besprochen. Silikonfüße gingen übrigens auch.

Die nachfolgende Galerie verschafft noch einmal einen guten Rundum-Ausblick auf den etwas pummeligen und gewichtigen Aluminium-Unibody des Beyerdynamic A20:

Bevor ich jetzt den Schraubendreher mit dem Innensechskant ansetze, hier noch einmal das Datenblatt mit allen wichtigen Informationen in PDF-Form:

Datenblatt A20
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