Aus der Redaktion: Man lernt es auf die harte Tour am besten

Seit 2013 hatte ich die D5 Pumpeinheit mit Aqua Computer-Elektronik im Einsatz. Nach fünf Jahren ist sie an Altersschwäche gestorben und ich fürchte, ich habe einen wesentlichen Teil dazu beigetragen. Deswegen ein weiser Rat: Pflegt euren Kühlkreislauf so oft es geht!

Achtung: Dieser Beitrag enthält Ekel er­re­gende Bilder. Das Lesen erfolgt auf eigene Gefahr!

Es ist schon erstaunlich, wie groß der Unterschied zwischen einem Testsystem und dem privaten (Arbeits-)PC sein kann. Denn während ich meine Testkonfigurationen stets hege und pflege, läuft mein eigener Rechner seit 2014 fast unangetastet und fast immer auch den gesamten Tag.

Gleich zum Marktstart der X99 Plattform habe ich mir einen i7-5820K gekauft, um als einer der ersten in den Genuss von DDR4 zu kommen. Damit die damals durchaus potente CPU und mehrere Grafikkarten angenehm kühl bleiben, wurde eine gut gediente Wasserkühlung geschlachtet und mit einigen Komponenten aufgefrischt. Darunter auch einer D5 Pumpe mit Elektronik von Aqua Computer. Am 30.06.2018 war ihr Todestag, aber es hätte gerantiert jedes Modell eines beliebigen Herstellers treffen können, denn die Gründe waren wohl eher mangelnde Wasserqualität im Kreislauf. Doch dazu komme ich gleich noch.

So ein Dreck
Bei einem solch offensichtlichen Problem wie einer defekten Pumpe erübrigt sich eine aufwendige Fehlersuche. Die Zeit kann viel sinnvoller dazu genutzt werden, den Kühlkreislauf trocken zu legen. Also zwei Ventile aufgedreht und das destillierte Wasser mit der allseits bekannten „Mund-zu-Schlauch“-Technik abgelassen. Externe Kühler – in meinem Fall ein MoRar-420LT – sollten natürlich zuvor vom Gesamtsystem abgestöpselt werden.

Bereits beim Abmontieren des D5-Tops bemerkte ich einige Ablagerungen am inneren Gewinde und an dem angeschraubten Ausgleichsbehälter. Ein deutliches Anzeichen, dass ich den Kreislauf schon längst hätte saubermachen müssen. Ein ähnliches Bild offenbarte sich mir auch beim CPU-Kühler – einem verdtreckten cuplex kryos XT in der .925 Silver Ausführung. Hier holte ich direkt unterhalb der Einlassöffnung so einen großen Dreckballen heraus, wie man ihn sonst nur aus den tiefsten Winkeln des Bauchnabels kennt. Kein Wunder, dass sich die CPU-Temperatur in den letzten Monaten um über zehn Grad erhöht hat. Und nein, es hing nicht damit zusammen, dass wir derzeit Sommer haben.

Der CPU-Kühler lässt sich am besten reinigen, wenn man ihn komplett auseinanderschraubt und die feinen Finnen mit einer weichen Bürste – beispielsweise einer alten Zahnbürste – vorsichtig vom Dreck befreit. Für ein D5 Top eignet sich eine Flaschenbürste besonders gut, denn mit ihr kommt man in die G1/4-Gewinde und kann hier die Ablagerungen herauskratzen. Schläuche zu reinigen bringt nicht sonderlich viel, also komplett ersetzen. Ich greife zu durchsichtigem und nicht UV-aktivem PVC-Schlauch von Alphacool, da sich dieser bisher auch bei den Testsystemen bewährt hat.

Prävention und Planung
Die einzelnen Kühlkomponenten reinige ich mit pH-neutralem Putzmittel, damit weder das Acrylglas noch das das Kupfer chemisch angegriffen werden. Wer den Aufwand nicht scheut, kann die Reinigung mit heißem Wasser durchführen (Handschuhe nicht vergessen!) und die Kühlkomponenten anschließend in eine Schüssel mit destilliertem Wasser inklusive eines Zusatzes gegen Algenbildung legen. Bei einem Grafikkartenkühler ist natürlich zu beachten, dass die Reinigung vor der Montage erfolgt. Ich hoffe es versteht sich also von selbst, dass man einer Grafikkarte den Tauchgang erspart.

Mit den gereinigten Kühlkomponenten geht es an den Bau des Kühlkreislaufes. Hier setzt nur der eigene Geldbeutel sowie die Kreativität die Grenzen für das Machbare. Damit sich im CPU- und GPU-Kühler kein grober Dreck mehr ansammelt werden gleich zwei Wasser-Filter von Alphacool in der Plexi-Ausführung montiert. Da sich der Filter auseinanderschrauben und das innenliegende Sieb problemlos reinigen lässt, kann sogar auf Schnellverschlüsse verzichtet werden. Gegen Algenbildung gibt es eine Vielzahl an Produkten von unterschiedlichen Herstellen bzw. Anbietern.

Befüllen like a Boss
Wer bereits ein potentes System hat, einen aufwendigen Kühlkreislauf sein Eigenen nennen kann und nicht weiß, was er mit dem vielen Geld auf dem Konto anstellen soll, der holt sich die Alphacool Eiszeit. Nicht gleich, am besten jetzt sofort. Den Chiller werden alteingesessene Leser bereits aus den Testberichten von Igor kennen, denn diese Kompressorkühlung ermöglicht eine dauerhaft niedrige und gleichbleibende Temperatur. Diese ist nötig, wenn man beispielsweise einen Leistungstest einer CPU durchführen will und sehr hohe Tacktraten anlegt.

In meinem Fall nutze ich den Chiller zum Befüllen des Kreislaufs und zur Prüfung, ob der Kühlkreislauf dicht ist. 9 Liter Kühlflüssigkeit passen in den Tank. Mein Kühlkreislauf, bestehend aus CPU- und GPU-Kühler, Motherboard-Chipsatz-Kühler, Ausgleichsbehälter und MoRa3-420LT-Wärmetauscher und sind binnen weniger Sekunden befüllt. Die Pumpe der Alphacool Eiszeit fördert bis zu 600 Liter pro Stunde. Lufteinschlüsse haben keine Chance sich festzusetzen und werden einfach herausgespült.

Die hohe Pumpleistung ist zugleich ein guter Test, ob alle Anschlüsse fest genug zugedreht wurden. Ist das nicht der Fall, wird das destillierte Wasser herausgedrückt und man muss eben nachjustieren. Da ich meinen privaten PC auch im produktiven Einsatz, also für die Arbeit an gotIT und Tom´s Hardare Deutschland einsetze, kann ich es mir schlicht nicht leisten, einen 12- oder 24-stündigen Dichtigkeitstest durchzuführen. Die Alphacool Eiszeit ist diesbezüglich also ein echter Segen.

Pflegt eure Systeme
Leute, ernsthaft: Haltet eure Kühlkreisläufe sauber! Der Ausgleichsbehälter ist Quelle Nummer ein, wenn es um Dreck geht, der in den Kreislauf eingeschleust wird. Wischt doch mal über den Deckel, bevor ihr Kühlflüssigkeit nachfüllt. Benutzt Maschenfilter, damit sich weniger Dreck an den Finnen der Kühlkörper sammelt. Und nehmt mindestens einmal im Jahr einen Tag die Zeit, alle Kühlkomponenten zu säubern. Also wirklich abmontieren und reinigen.

Macht es also nicht so, wie ich es in der Vergangenheit gehandhabt habe. Macht es besser.

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