Streacom möchte mehr Flexibilität auf engstem Raum schaffen

Mit dem kleinen DA2 will sich Streacom mehr dem Mainstream-Markt öffnen, ohne die eigenen Wurzeln aufzugeben. Zusätzlich geht man eine Partnerschaft mit dem Design-Studio Maverick ein und möchte ein universelles Open-Frame Gehäuse per Crowdfunding finanzieren und bei Erfolg auf den Markt bringen.

Auf den ersten Blick sieht das DA2 gar nicht so besonders aus. Erst bei genauem Hinsehen – oder wenn eine der Seitenteile geöffnet wird – kann man die durchdachten Details bewundern. Der symmetrische Aufbau des ITX-Gehäuses (per beiliegender Stütz-Platte auf ATX erweiterbar) und das sandgestrahlte 4mm-Aluminium sieht nicht nur gut aus, es fühlt sich auch sehr hochwertig an.

Im Inneren finden sich Träger, die auf zwei Schienen flexibel angeordnet werden können. Hier lassen sich Halterungen für die Hardware oder aber Kühlkomponenten montieren. Das geht auf beiden Seiten – wer also sein Gehäuse links statt rechts auf dem Tisch stellen möchte, muss es einfach nur umdrehen und von der „anderen“ Seite aus die Hardware einbauen.

Das ebenfalls für das Netzteil – das entsprechende Bracket kann über vier Schrauben gelöst, umgedreht und wieder an den inneren Gehäuse-Rahmen angeschraubt werden. Abhängig davon, welches Netzteil zum Einsatz kommt (alle Formate außer ATX-E wird unterstützt) steht mehr oder weniger Platz im Innenraum zur Verfügung. Beispielsweise für einen Raditor mit bis zu 280mm Länge.

Auch längere Grafikkarten können verbaut werden, wobei von der Tiefe her offiziell nur maximal 2 Slots unterstützt werden. Wer mag, kann natürlich ein Custom-Design mit 2,5-Slot-Tiefe ausprobieren, muss sich aber im Klaren sein, dass die Wärmeleitfähigkeit schlechter ausfallen könnte. Und die Wärmeabgabe ist bei dem DA2 ein wichtiges Thema. Derzeit arbeitet Streacom an Seitenteilen, die als passive Kühlkörper fungieren sollen. Ebenfalls ist ein Seitenfenster aus Echtglas angedacht, das über zwei Magnetleisten seinen Platz am Gehäuse finden soll. Und selbst das per CNC aus einem Stück Aluminium gefräste I/O-Frontpanel kann ausgetauscht und den eigenen Wünschen entsprechend angepasst werden. Das Unternehmen beschränkt sich bei der Standard-Ausführung auf den Ein/Ausschalter sowie einen USB-Type-C-Anschluss. Denkbar wäre stattdessen beispielsweise eine 3,5mm-Klinkenbuchse.

Flexibel dank Magneten
Das Canvas von Mverick ist bisher nur ein Konzept In einem Aluminium-Rahmen ist eine dünne Stahlplatte eingelassen, auf der über Magnete Hardware- und Kühlkomponenten befestigt werden können. Der Nutzer ist bei der Ausrichtung und Anordnung absolut flexibel und Streacom hat bereits Erweiterungen wie Kabelbrücken und Lüfter-Halterungen ausgearbeitet. Selbst der Rahmen lässt sich über Magnete erweitern und so nahezu unendlich neue Ebenen hinzufügen. Über die Möglichkeit zur Montage an die Wand wird ebenfalls nachgedacht.

Zwei Formate existieren derzeit – eines für Motherboards bis zu E-ATX und eines für kompakte ITX-Systeme. Wobei letzteres auf auf der kleinen Platte Platz findet – die restlichen Komponenten müssen dann entweder näher zusammenrücken oder an die Rückseite angebracht werden. Gehärtetes Glas rundet das Konzept ab.

Wir hatten bei unserem Vor-Ort-Termin festgestellt, dass die Trägerplatte beim Abnehmen und Anbringen der Komponenten sichtbar nachgibt. Streacom will das bis zum Start der Crowdfunding-Kampagne auf Indigogo noch überarbeiten. Ob das Canvas als Gehäuse auf viel Zustimmung treffen wird, können wir im Moment nicht vorhersagen. Wir finden das Konzept als ein flexibles Bench-Table aber durchaus gelungen. Es fehlt hier und dort aber gewisser Feinschliff.

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