Tronsmart Element Mega im Test – 40 Watt in der Hosentasche?

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Pünktlich zum Beginn der Draußen-sitzen-Saison will ich auch wieder Bluetooth Geräte testen, die unseren Ohren schmeicheln. Beziehungsweise dies tun sollten, falls sie es denn könnten. Beim Suchen in den passenden Offerten fiel mir nämlich ein Speaker auf, der mit medientauglichen 40 Watt daherkommen soll.

Damit würde dann sogar Kevin-Tiger Schulze zum exponierten Star der Pausenhof-Gang, wenn die MP3-gerippten Rapper zwischen Mathe und Geo bei einer heimlich gerauchten Kippe um die Wette plärren.

Warum ich den Konjunktiv bereits Eingangs so genüsslich überstrapaziere? Es klingt zu gut und preiswert, um wahr zu sein. 40 Watt für 40 Euro, das ergäbe eine Ratio von einem Watt pro Euro und das wäre dann wirklich ein brutal günstiges Hammer-Feature. Allein mir fehlt der Glaube. Doch dazu gleich mehr, denn man kann ja alles irgendwie überprüfen.

Als Zubehör erhält man neben dem eigentlichen Lautsprecher ein kurzes 3,5mm-Klinkenkabel für den analogen Anschluss (der uns sogar helfen kann Probleme zu lösen, siehe weiter unten) und ein noch viel kürzeres USB-2.0-Kabel zum Anschluss an Computer oder Netzteil, sowie ein äußerst dünn gehaltenes Handbüchlein. Das war’s dann auch schon, reicht aber.

Optik und Haptik

Materialtechnisch ist der Tronsmart Element Mega der übliche Mix aus metallischem Body, lackiertem, umlaufenden Lochmetall sowie einer Kunstofbeplankung mit Rubber-Coating oben und unten. Zweckmäßig, eher unauffällig und damit auch recht zeitlos. Das kann man durchaus positiv sehen, denn auch die Verarbeitung geht auf den ersten Blick völlig in Ordnung. Womit es bis hierher absolut nichts zu meckern gibt.

Was uns durchaus anspricht, ist die Oberseite mit den Bedienelementen. Hier trifft eine weiße LED auf milchig-weißen Kunstoff, der die Hintergrundbeleuchtung wunderschön streut. Was leuchten soll, ist in der schwarzen Beschichtung ausgespart. An sich ist das nichts Neues, aber so großflächig ist dies schon ein echter Hingucker.

Die Unterseite ist auch kein Geheimnisträger der Extraklasse, sondern brilliert mit: nichts. Die zwei Gummifüße sind rutschfest und großflächig, aber das ist kein Alleinstellungsmerkmal, wenn auch nötig. Mehr gibt es zum Äußeren nicht zu vermelden, denn auf die Anschlüsse und Bedienelemente, sowie die technischen Eckdaten gehe ich gleich noch ein.

Funktionalität und Anschlüsse

Die Oberseite zeigt bereits alle verfügbaren Bedienelemente. Schön ist auf jeden Fall das NFC-Feature. Einmal das Smartphone galant am Logo vorbeigeschwenkt und flupps ist man verbunden. Das klappt auch in der Praxis schneller als man Mops sagen kann. Die Modus-Schaltfläche ist wie alle anderen eine reine Touch-Lösung und dient der Umschaltung zwischen Bluetooth- und analogem Modus bzw. der MP3-Player-Funktion bei eingelegter Speicherkarte. Verzeichnisse werden leider willkürlich ausgelesen und man weiß nie so recht, was als Nächstes kommt. Aber es läuft wenigstens Musik.

Auf der Rückseite findet man den analogen 3,5-mm-Klinkeneingang, den Ein-/Aus-Schalter, den Slot für den Card-Reader und den USB-2.0-Versorgungsanschluss. Mit einem passenden Kabel lässt sich das Gerät bei eingelegter Speicherkarte auch als Massenpeicher nutzen und vom PC aus mit MP3-Dateien zuballern.

Das verbaute Bluetooth-4.2-Modul ist mittlerweile üblicher Standard. Mit TWS (True Wireless Stereo) kann man übrigens auch noch einen weiteren Tronsmart Mega verbinden und somit Party-Feeling aufkommen lassen, solange so etwas Ähnliches mit der erzielten Lautstärke und der verfügbaren Leistung überhaupt aufkommen mag. Genau darum geht es nämlich gleich.

Was beim Bluetooth-Modus stört, ist die Synchronisierung mit der Gerätelautstärke des Smartphones. Hier ist kaum eine Einstellung im Bereich niedrigerer Lautstärkepegel möglich. Es ist eigentlich fast immer zu laut und fängt schnell an zu übersteuern. Allerdings teilt sich der Tronsmart dieses Feature mit anderen aktuellen Bluetooth-Geräten. Sogar unsere 900-Euro-Soundbar von Klipsch zeigt identische Symptome. Wer über ein Nicht-Apfel-Smartphone mit Klinkenausgang verfügt, der ist übrigens fein raus. Schließt man nämlich die ganze Ladung analog per Kabel an, geht es bis hinab in den Flüstermodus. Grundrauschen inbegriffen, leider.

40 Watt  – Fat Boy oder Fata Morgana?

Gehen wir nun ein wenig mehr ins Detail. Der Tronsmart enhält gleich zwei Akkus mit insgesamt 6600 mAh Speicherkapazität, was für bis zu 15 Stunden Betrieb halten soll. Ein Dauertest mit sehr mäßiger Lautstärke lief immerhin noch über neun Stunden, jedoch nicht länger. Versucht man sich an einer etwas dominanteren Beschallung, dann ist nach weniger als 4 Stunden Schluss.

Kommen wir nun zu den ausgelobten 40 Watt, mit denen der Hersteller so eifrig wirbt. Betrachtet man das Bild mit der Unterseite des Geräts, dann sehen wir als Anschlussleistung 10 Watt (5V * 2A). Na da schau her, Frau Stachelbeer… Aber ich glaube ja auch immer an das gute im Menschen und unterstelle zunächst einmal, dass das Teil mit aufgeladenem Akku deutlich mehr Saft in die Arterien gespritzt bekommen wird. Um das zu testen, habe ich den maximalen Schallpegel vor dem Einsetzen extremer Verzerrungen gemessen.

Und was durfte ich feststellen? Es war egal, ob der Akku voll und der Tronsmart Element Mega ohne bzw. mit Ladekabel betrieben wurde, oder ob er zuvor komplett entleert wurde und das Gerät nur über das USB-Kabel angeschlossen war. In der Spitze konnte ich dann reichlich 1.8 Ampere messen, eigentlich der Tod eines normalen PC-Anschlusses. Der Ladestrom im ausgeschalteten Zustand lag dann aber wieder brav in der Norm.

Rechnet man das alles mal herunter, dann ergibt sich eine maximale Leistungsaufnahme von ca. 8 Watt, was sich dann in einer echten Verstärkerleistung von 2x 3 Watt verliert. Womit also eine elektrische Leistung von ca. 6 Watt übrigbliebe. Die RMS-Leistung dürfte ungefähr bei brauchbaren 10 Watt liegen, womit wir genau dort angekommen wären, wo andere Brüllwürfel dieser Preisklasse ebenfalls rangieren. Aber 40 Watt? Das Gras, was man dafür rauchen müsste, ist in Deutschland definitiv verboten.

Was bleibt, ist ein fader Nachgeschmack eines Lockvogelangebotes der PR-Sonderklasse. Es gibt auch Zeitgenossen, die meinen, lediglich die vebauten Chassis wären zu schwach für den angeblich zu potenten Verstärker. Alles Quark, das Ding ist genauso eine Mogelpackung wie der DeLorean DMC-12 mit dem albernen PRV-Motörchen von Renault. Blendwerk halt. Doch wir haben ja noch unsere Messungen und den Sound-Check, deshalb geht es auf Seite 2 nun munter weiter. Bitte weiterblättern!

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