Asus ROG GeForce GTX 1070 Ti Strix Gaming 8G im Test

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Asus stellt mit der ROG GeForce GTX 1070 Ti Strix Gaming eine Interpretation des zur GTX 1070 Ti abgespeckten GP104 ins Kundenregal, die eigentlich fast alles richtig und nichts falsch macht. Das äußert sich natürlich auch etwas im Preis, aber wir können jetzt schon spoilern, dass es an der Karte quasi nichts auszusetzen gibt.

Natürlich gilt auch für diese Karte die übliche Einschränkung, die Nvidia mit den Taktvorgaben jedem Hersteller mit auf den Weg gegeben hat. Aber zumindest bietet die Asus-eigene Software die Möglichkeit einer faktischen 1-Klick-Übertaktung an, die sich mit weiterer manueller Steigerung durchaus auch in einer deutlich besseren Gesamtperformance wiederspiegeln kann.

Wichtige Vorbemerkungen

Da die eigentliche Performance aller Boardpartnerkarten der GeForce GTX 1070 Ti ab Werk durch den fest vorgegebenen Basis- und Boost-Offset für alle Hersteller sehr ähnlich ausfallen muss, hängen die real erreichten Ergebnisse eher vom in der Praxis tatsächlich erreichten Boost-Takt, und somit indirekt von der Kühlung und primär auch der Güte des jeweiligen Chips ab.

Jeder auf Benchmarkbalken basierende Test ist somit nur eine auf Zufällen basierende Momentaufnahme eines einzelnstehenden Exemplars. Genau deshalb haben wir den Schwerpunkt dieser Einzelreviews vor allem auf die eigentliche technische Umsetzung jedes Modells gelegt und dies mit unserem Equipment auch sehr gut dokumentieren können.

Es ist innerhalb der notwendigen Toleranzbereiche definitiv NICHT möglich, dass man die Performance einer bestimmten Karte pauschal allen anderen voranstellen könnte. Wir haben deshalb bei den Benchmarks keine Herstellerbezeichnung mehr verwendet, denn ja nach Chipgüte kann jede Karte eines beliebigen Herstellers zur unteren oder oberen Leistungsgrenze tendieren.

Unboxing, Abmessungen und Anschlüsse

Auf das genaue Platinen- und Kühldesign werden wir später noch gesondert eingehen. Die wichtigsten Features zeigen wir zunächst zusammengefasst in einer Tabelle:

Übersicht der Einbaumaße, Features und Anschlüsse
Einbaulänge:
30 cm (Slot-Blende bis Ende Abdeckung)
Einbauhöhe:
12,5 cm (Oberkante Slot bis Oberkante Karte)
Einbautiefe:
4,5 cm (2-Slot)
0,5 cm Backplate
Gewicht:
1151 Gramm
Backplate: Ja, ohne Kühlfunktion, RGB-Logo
Kühlung: Luftkühlung
Vertikal ausgerichtete Kühllamellen
Lüfter:
3x 9 cm (8,7 cm Rotordurchmesser)
jeweils 11 Rotorblätter
semi-passiv geregelt
Anschlüsse Slotblende:
2x DisplayPort 1.4a
2x HDMI 2.0
1x Dual-Link DVI-I
Sonstige Anschlüsse:
2x SLI Connector
Spannungsversorgung:
8-Pin PCI-Express

Außenansichten

Die Kühlerabdeckung besteht aus dem üblichen, fast schwarzen ABS-Material, wobei man hier brav der eigenen Design-Linie der anderen Strix-Karten folgt. Farbliche Akzente sucht man zwar bei der Oberfläche vergebens, aber es passt auch so. Denn es gibt ja auch noch die RGB-beleuchteten Flächen für die Weihnachtsbaumliebhaber.


Die Karte ist mit ihren 1151 Gramm ein etwas schwereres Mittelgewicht, aber noch kein richtiger Bad Boy. Die Höhe von 12,5 cm ist Durchschnitt, die Einbautiefe von 4,5 cm allerdings schon ganz schön barock, da man locker 2,5 Slots blockiert.

Die Rückseite der Platine ist von einer einteiligen, geschwärzten Aluminium-Backplate mit einem RGB-hintergundbeleuchteten Logo verdeckt, die jedoch keinerlei Kühlfunktion besitzt.

Die Oberseite der Karte trägt einen ebenfalls RGB-hintergrundbeleuchteten ROG-Schriftzug, dessen Farbspiel man auch über die mitgelieferte Software steuern kann. Außerdem finden wir noch dem um 180° gedrehten, 8-polige externe PCIe-Spannungsversorgungsanschluss am Ende der Grafikkarte.

Das Ende der Karte zeigt, wie ihre Unterseite, dass die Lamellen vertikal ausgerichtet sind und somit kein Luftstrom in Richtung Kartenende bzw. Slot-Blende geht. Fast die Hälfte wird in Richtung Mainboard gedrückt, was thermisch nicht wirklich die Evolutionskrone darstellt. Allerdings kann man nun streiten, was am Schluss kontraproduktiver ist, denn mehrfach gebogene Heatpipes für ein horizontales Design machen den Transport der Abwärme auch nicht gerade effizienter.


Die Slot-Blende bietet insgesamt die gewöhnten fünf Ausgänge, von denen maximal vier gemeinsam betrieben werden können (Multi-Monitor-Setup). Neben dem Dual-Link-DVI-I (kein analoges Signal durchgeschleift) finden sich auf der Rückseite noch zwei HDMI-2.0-Ausgänge sowie zwei DisplayPort-1.4-Anschlüsse. Der Rest der Slot-Blende ist mit einigen Öffnungen für den Luftauslass versehen, der aber kaum eine echte Funktion erfüllt.

Mehr Geheimnisse bietet die Außenansicht dann nicht mehr.

Spezifikationen

Da die Spezifikationen ab Werk bei allen GeForce GTX 1070 Ti identisch sein müssen, gilt die nachfolgende Tabelle für alle Karten in gleichem Maße:

GPU
GeForce GTX 1080 (GP104)
GeForce GTX 1070 Ti (GP104) GeForce GTX 1070 (GP104)
SMs
20 19
15
CUDA Cores
2560 2432
1920
Base Clock
1607 MHz
1607 MHz
1506 MHz
GPU Boost Clock
1733 MHz 1683 MHz
1683 MHz
GFLOPs (Base Clock)
8228 7816
5783
Texture Units
160 152
120
Texel Fill Rate
277.3 GT/s 244.3 GT/s
201.9 GT/s
Memory Data Rate
10 Gb/s 8 Gb/s
8 Gb/s
Memory Bandwidth
320 GB/s 256 GB/s
256 GB/s
ROPs
64 64
64
L2 Cache
2MB 2MB
2MB
TDP
180W
180W
150W
Transistors
7.2 Mrd. 7.2 Mrd.
7.2 Mrd.
Die Size
314 mm² 314 mm² 314 mm²
Process Node
16nm 16nm 16nm

Testsystem und Messmethoden

Das neue Testsystem und die -Methodik haben wir im Grundlagenartikel “So testen wir Grafikkarten, Stand Februar 2017” (Englisch: “How We Test Graphics Cards“) bereits sehr ausführlich beschrieben und verweisen deshalb der Einfachheit halber jetzt nur noch auf diese detaillierte Schilderung. Wer also alles noch einmal ganz genau nachlesen möchte, ist dazu gern eingeladen. Allerdings haben wir CPU und Kühlung noch einmal verbessert, um für diese schnelle Karte mögliche CPU-Flaschenhälse weitgehend auszuschließen.

Interessierten bietet die Zusammenfassung in Tabellenform schnell noch einen kurzen Überblick:

Testsysteme und Messräume
Hardware:
Intel Core i7-6900K @4,3 GHz
MSI X99S XPower Gaming Titanium
Corsair Vengeance DDR4-3200
1x 1 TByte Toshiba OCZ RD400 (M.2, System SSD)
2x 960 GByte Toshiba OCZ TR150 (Storage, Images)
Be Quiet Dark Power Pro 11, 850-Watt-Netzteil
Windows 10 Pro (alle Updates)
Kühlung:
Alphacool Eisblock XPX
Alphacool Eiszeit 2000 Chiller
2x Be Quiet! Silent Wings 3 PWM (Closed Case Simulation)
Thermal Grizzly Kryonaut (für Kühlerwechsel)
Gehäuse:
Lian Li PC-T70 mit Erweiterungskit und Modifikationen
Modi: Open Benchtable, Closed Case
Monitor: Eizo EV3237-BK
Leistungsaufnahme:
berührungslose Gleichstrommessung am PCIe-Slot (Riser-Card)
berührungslose Gleichstrommessung an der externen PCIe-Stromversorgung
direkte Spannungsmessung an den jeweiligen Zuführungen und am Netzteil
2x Rohde & Schwarz HMO 3054, 500 MHz Mehrkanal-Oszillograph mit Speicherfunktion
4x Rohde & Schwarz HZO50, Stromzangenadapter (1 mA bis 30 A, 100 KHz, DC)
4x Rohde & Schwarz HZ355, Tastteiler (10:1, 500 MHz)
1x Rohde & Schwarz HMC 8012, Digitalmultimeter mit Speicherfunktion
Thermografie:
Optris PI640, Infrarotkamera
PI Connect Auswertungssoftware mit Profilen
Akustik:
NTI Audio M2211 (mit Kalibrierungsdatei)
Steinberg UR12 (mit Phantomspeisung für die Mikrofone)
Creative X7, Smaart v.7
eigener reflexionsarmer Messraum, 3,5 x 1,8 x 2,2 m (LxTxH)
Axialmessungen, lotrecht zur Mitte der Schallquelle(n), Messabstand 50 cm
Geräuschentwicklung in dBA (Slow) als RTA-Messung
Frequenzspektrum als Grafik

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