RX Vega56 gechillt auf Eis: Alphacool Eisblock GPX im Test

Einmal ist immer das erste Mal. Und so hat es am Ende nun auch Alphacool geschafft, einen soliden Fullcover-Wasserkühlungsblock auf den Markt zu bringen. Was Lange währt, wird gut? Genau das wollen wir heute testen. Mit am Start ist natürlich auch wieder der Chiller, der uns die konstanten Temperaturen liefern wird, die wir für die Vergleichswerte in den einzelnen Messreihen unbedingt benötigen.

Nachdem wir bereits die AMD RX Vega64 mit einem Fullcover-Kühler von EK Waterblocks getestet hatten, gibt es nun einen Test mit einer RX Vega56, die sich auch bei den Käufern aufgrund ihres (damaligen) Preises einer etwas größeren Beliebtheit erfreute und natürlich auch immer noch erfreut.

Bei den Preisen liegt Alphacool im guten Durchschnitt bzw. knapp darüber, denn das Komplett-Paket für alle Vega-Referenz-Karten (und auch das für die GeForce GTX 1080 Ti FE) kostet in der günstigeren Acetal-Variante 119,95 Euro incl. MwSt. und mit Plexi-Cover (heute im Test) und RGB-Leiste 149.95 Euro.

Lieferumfang und Zusammenbau

Neben dem eigentlichen Wasserblock, einer vorinstallierten RGB-LED-Leiste und der Backplate befinden sich im Lieferumfang noch alle benötigten Schrauben, ein Innensechskant-Werkzeug, die wichtigen Wärmeleitpads, Wärmeleitpaste (OEM Version der Gelid GC Extreme), sowie ein gut bebildertes Handbuch (dessen Schritte allerdings etwas logischer gestaltet werden könnten).

Der äußere Rahmen sowie die Backplate bestehen aus geschwärztem Leichtmetall, der Kupferblock des Kühlers wurde vollflächig vernickelt und das Cover im Inneren besteht aus dem üblichen Acryl. Neben der an der Unterseite eingesetzten und wechselbaren RGB-Leiste, ließen sich zumindest einzelne Elemente des Rahmens farblich noch durch optionale Applikationen anpassen. Ansonsten bleibt es beim für Alphacool typischen mattschwarz, auch auf der Rückseite bei der durchgängig abschließenden Backplate.

Die RGB-LED besitzt den üblichen, standardisierten 4-Pin-Anschluss und kann so auch problemlos am Mainboard oder einer anderen RGB-Steuerung angeschlossen werden.

Die Anschlüsse kann man natürlich auch tauschen. Einfach drei Schrauben entfernen, abziehen und den neuen Part aufsetzen. Festschrauben und fertig. Die passenden Dichtungen und drei neutrale, schwarze Schrauben liegen dem Zubehör bei.

Der Kühlblock verfügt oberhalb der GPU über eine mittig gelagerte Wasserzuführung, wobei das Wasser dann durch die Mikrokanäle nach außen fließt, um dann jeweils an den Außenseiten am Schluss wieder zusammengeführt zu werden. Ansonsten setzt man bei Alphacool auf eine sehr großflächige, vom Wasser direkt gekühlte Fläche, was auch den Spannungswandlern und weiter entfernt von der GPU positionierten Komponenten entgegenkommt.

Wer aufmerksamer hinsieht, hat sicher auch schon erkannt, dass die Logos um 180° verdreht worden sind. Das ist für die Verkaufsversion bereits korrigiert worden, denn wir testen hier noch ein Validierungssample aus der Vorserie. Bis auf die Aufdrucke, das gedreht eingravierte AMD-Logo und Kleinserien-typische Schönheitsfehlerchen entspricht unser Testmuster jedoch vollends der Serie. Auch, was die Performance betrifft.

Kommen wir nun zur Reihenfolge der Vorarbeiten. Entgegen den Hinweisen aus dem Handbuch haben wir zuerst die Pads aufgelegt und danach erst die Wärmeleitpaste aufgebracht. Außerdem soll man laut Anleitung die Pads auf die Platine legen. Dies aber gestaltet sich insofern schwierig, weil man die Platine später ja umdrehen muss, um sie von oben auf den liegenden Kühlblock aufzulegen. Vor allem die größeren Pads fallen dann schnell wieder ab.

Es gibt dafür zwei Lösungswege. Entweder legt man die größeren Pads gleich auf den Kühlblock in die dafür vorgesehenen Vertiefungen (unsere Empfehlung), oder aber man besprüht die sehr trockenen Pads mit etwas Silikonspray für eine bessere Haftung. Bei den Pads meint es Alphacool übrigens viel zu gut, denn die Spulen im Eingangsbereich muss man definitiv nicht kühlen. Das betrifft auch den kompletten Spannungswandlerbereich für VPP, VDDCI, sowie die Teilspannungen für 1.8V bzw. 0.9V. Diese kleinen Pad-Krümel bringen effektiv nichts und kosten beim Assemblieren nur unnötig Zeit.

Die Wärmeleitpaste ist bei der RX Vega56 wegen des sehr empfindlichen Interposers und bei den ungemoldeten Packages auch wegen der abweichenden Höhe von GPU und HBM2-Speicher nicht ganz einfach zu handhaben. Die mitgelieferte GC Extreme ist eine sehr gute Paste, aber leider viel zu viskos. Entweder, man erwärmt sie zuvor in einem wasserdichten Tütchen auf ca. 60°C, oder man setzt gleich auf eine flüssigere Paste.

Beim großflächigen und dünnen(!) Verstreichen, sollte die Richtung immer in Richtung Speicher gehen, weil man hier wegen der tieferen Oberkante am meisten Paste benötigt. Wer Angst vorm Interposer hat, kann auch den Kühler sehr dünn mit Paste versehen. Die Industrie bringt die Pasten ja auch stets auf dem Kühler auf, weil es produktionstechnisch so besser realisierbar ist.

Die Rückseite zeigt deutlich, dass man den Kühler deutlich höher gezogen hat, als es die Platine eigentlich erfordern würde. Allerdings liegen bei der RX-Vega einzelne Spannungswandler auch sehr nah an der Oberkante, so dass Alphacool für die Bereiche am In- und Outtake einfach mehr Platz für einen großflächigeren Durchfluss geschaffen hat. Dass dies durchaus Wirkung zeigt, werden wir gleich noch sehen. Außerdem verringern sich durch die großzügigere Wasserführung auch die Wirbel im Kühler.

Die Rückseite soll nach Anleitung im Handbuch im Bereich der Spannungswandler ebenfalls mit Pads versehen werden. Dazu kommen dann noch die Pads für die Rückseite hinter den Spulen im Eingangsbereich, sowie für den PWM-Controller. Wir werden allerdings gleich noch sehen, dass die Kühlung über die Backplate bei einem potenten Fullcover-Wasserblock reichlich sinnlos ist.

Das wiederum führt gewisse Konstruktionen am Markt, die sogar mit aufwändigen Heatpipes arbeiten, ein wenig ad absurdum und gerät schnell in den Märchenbereich der optischen Verballhornungen. Das Teil ist und bleibt pure Optik und selbst die Arbeit mit den Pads könnte man sich eigentlich fast schon schenken. Und nun messen wir und belegen das, was wir eben hier behauptet haben, auch mit Fakten.

Ebenfalls interessant...