Monat: April 2018

Alle reden vom Gigabit-Internet. Wir haben es bereits. Allerdings ist leider nicht alles Gold, was glänzt und wir entdecken plötzlich völlig neue Stolpersteine. Den schnellen Anschluss haben zu wollen und am Ende auch (irgendwann) zu bekommen ist nur die eine Sache, ihn dann auch optimal zu nutzen, eine völlig andere.

Update vom 30.04.2018 10:45

Wir haben mittlerweile die BNG-Migration erfolgreich hinter uns gebracht und das Ergebnis kann sich durchaus sehen lassen. Wir haben die Messergebnisse an den Schluss des Artikel angehängt

Was der Artikel nicht kann und auch gar nicht beabsichtigt: wir werden keinen Provider-Vergleich vornehmen, weil durch die Nutzungsüberlassung der einzelnen Anbieter untereinander bzw. ähnliche Technik und Infrastruktur von Haus aus schon zu viele Unklarheiten bleiben würden. Außerdem sind die Angebote von Ort zu Ort sehr unterschiedlich und eine wirklich faire und objektive Beurteilung wäre zudem auch nur eine kurze Momentaufnahme. Und wenn wir mal ehrlich sind: so gern wie wir noch einen zweiten oder dritten Standort getestet hätten, niemand konnte uns einen ähnlichen Anschluss für Langzeitmessungen anbieten. Somit bleibt uns nur unser eigener Anschluss. Aber auch der hat(te) es in sich!

Wir machen einen auf dicke Dose: Wer hat, der hat.Wir machen einen auf dicke Dose: Wer hat, der hat.

Vorbemerkung zur Hardwareauswahl beim Langzeit-Test

Wir haben es oft genug bewiesen, dass es durchaus problematisch werden kann, wenn man Produkte unterschiedlicher Hersteller mischt bzw. mit verschiedenen Chips im Inneren arbeitet. Egal ob nun Router Probleme mit dem IP-TV haben (Multicast), oder das WLAN nicht Mesh-fähig ist:  konkurrierende Netze sind genauso tödlich für die Performance, wie unerklärliche Drops oder gar Blackouts.

Es steht jedem frei, die Marke bzw. den Hersteller zu verwenden, dem er vertraut oder der ihm am günstigsten erscheint. Aber man muss sich zumindest sicher sein können, dass z.B. die verbauten Wi-Fi-Chips im Inneren miteinander harmonieren bzw. alle Features bieten, die man für seine Zwecke im Netzwerk gern hätte. Sonst hat man schnell mal einen Fallback auf den kleinsten gemeinsamen Nenner.

Wenn wir in diesem ersten Review und den noch folgenden Tutorials auf AVM und so viele Fritz!-Produkte setzen, dann schlicht und ergreifend deshalb, wir damit (fast) alle Einzelbereiche abdecken konnten. Wo es Alternativen gibt, die wir problemlos einbauen konnten, werden wir natürlich darauf auch eingehen, denn AVM bietet z.B. keine Switches an. Die aber braucht man unbedingt, wenn man eine größere LAN-Struktur nutzen möchte. Doch beginnen wir zunächst beim Internet-Anbieter, denn über das, was gar nicht erst an der Dose zu Hause ankommt, braucht man auch nicht nachzudenken. Der Rest kommt dann ein andermal.

BNG als Wunderwaffe? Was es mit All-IP auf sich hat

Trotzdem müssen wir noch einmal kurz in die Theorie abgleiten, bevor es mit der Praxis weitergeht. Wir kennen zwar alle die “Zwangsumstellung” der analogen Telefonanschlüsse, doch was genau dahintersteckt, meist nicht. BNG heißt das neue Zauberwort der Telekom, wobei die neue All-Ip-Struktur bei anderen Anbietern letztendlich nicht (viel) anders aussieht. Neben der Vereinfachung der Struktur, stehen natürlich auch Fragen wie eine Kostenersparnis (für den Anbieter) und eine mögliche (zukunftssichere) Erweiterbarkeit auf dem Aufgabenzettel.

Quelle: wik ConsultQuelle: wik Consult Quelle: wik ConsultQuelle: wik Consult

Ohne jetzt zu kompliziert auszuschweifen. erklären wir es stark vereinfacht. Das BNG (Broadband Network Gateway) hat die Aufgabe, den Verkehr vom Anschluss des Endkunden hin zu einem MPLS (Multi Protocol Label Switching) IP-Routernetzwerk zu konzentrieren. Beim Upstream muss der über das Ethernet-Protokoll ankommende Verkehr gebündelt, geprüft und quasi mit einem Label versehen werden, bevor er im MPLS eingespeist werden kann.

Beim Downstream übernimmt das BNG den Verkehr aus dem Routernetz, entfernt das Label und gibt ihn über das Ethernet Protokoll wieder an den Kundenschluss zurück. Das BNG vereint somit die Funktionen eines Ethernet-Switches, eines BRAS (Broadband Remote Access Server, z.B. Zugangskontrolle zum IP-Netz und die Autorisierung bzw. Zugang zu den gebuchten Diensten) und eines LER (Label-Edge Routers) in einem Gerät.

Quelle: Telekom AGQuelle: Telekom AG

Wir sehen, dass das BNG erst einmal alle vorhandenen Techniken mit einbezieht. Deshalb vergessen wir für unseren Artikel DSL und das gerade so hippe VDSL (Vectoring), denn es ist am Ende auch nur eine Sackgasse. FFTH (Fiber To The Home) ist aktuell der neue Dominator auf der Überholspur der Datenautobahn. Aber selbst, wenn man so einen Anschluss letztendlich hat, ist noch nicht alles so, wie man es gern hätte.

Die Diskussion, wie viele MBit/s es dann im Down- und Upstream sein sollen, hängt wiederum vom Anbieter und dessen Möglichkeiten, sowie den eigenen Erfordernissen (oder Ansprüchen ab). Am Ende gilt aber all das, was wir nun schreiben aber für alle Geschwindigkeiten. Mal mehr und mal weniger, je nachdem.

Gigabit ist nicht Gigabit, nur ein “bis zu”

Auf dem Weg zu neuen Down- und Upload-Rekorden, hat uns die Telekom natürlich so einige Stolpersteine gelegt, was bereits mit dem Kleingedruckten im Vertrag beginnt und auf der Homepage samt vollmundiger Werbung so nicht zu lesen ist. Der erste Knick im Stimmungsbarometer kommt nämlich, wenn man die Auftragsbestätigung in den Händen hält:

Die minimale Geschwindigkeit beträgt 550 MBit/s im Download und 450 MBit/s im Upload. Die maximale Geschwindigkeit beträgt 1.000 MBit/s im Download und 500 MBit/s im Upload. Die normalerweise zur Verfügung stehende Geschwindigkeit beträgt 750 MBit/s im Download und 480 MBit/s im Upload.

Das liest sich dann schon deutlich anders, nur beworben wird es so nicht. Logisch. Doch kommt wenigstens auch an, was man als Mindestpaket garantiert bekommt? Auch da haben wir aber so unsere Zweifel. Denn je mehr Anschlüsse seit Oktober 2017 an unserem OLT dazu kamen, umso schlechter wurden nämlich auch die durchschnittlichen Datenraten. Dazu kommt, dass die Telekom den avisierten Termin für die BNG-Migration wie einen Haufen alten Schnee seit Monaten vor sich herschiebt und auch auf Nachfragen an den Pressesprecher im Vorstand mittlerweile sehr schmallippig reagiert.

Die Ermittlung der Datenraten erfolgte in täglichen, periodisch aufeinanderfolgenden Mehrfachmessungen über insgesamt 6 Monate. Dazu haben wir die Dienste bzw. die Software von cnlab (Software, mit Download), breitbandmessung.de und Oakla, sowie eine eigene Datenverbindung zu einem lokalen Server in der Stadt genutzt und daraus Mittelwerte für die Monate und die Tageszeiten errechnet.

Dazu kommt, dass wir auch vor Netzausfällen und tagelangen Leistungseinbrüchen nicht gefeit waren. Fehlende Datenbankeinträge, ratlose Techniker und ein extrem umständlicher Support sind nichts, was einem das Leben im konkreten Fall wirklich erleichtert hätte. Als Beispiel haben wir mal vier Tage einer Woche aus einem der insgesamt vier parallel laufenden Messungen herausgepickt, in der tagelang sowohl der Upstream, als auch der Downstream nicht einmal annäherungsweise das boten, was man eigentlich bezahlt hat. Dazu kommt, dass sich die Telekom bei einer Gebührenrückerstattung nicht nur schwertut, sondern komplett auf stur schaltet.

Teilmessung bei einem der ServerTeilmessung bei einem der Server

Nach Monaten aufgegliedert, sieht das Ganze im Überblick eher durchwachsen aus. Betrachten wir zunächst die Datenrate beim Downstream. Die Durchschnittswerte liegen alle über dem garantierten Maximum, aber sie sagen nichts über die Momente aus, in denen stellenweise gar nichts mehr ging.

So liegen die schlechtesten Werte ab November 2017 immer unter dem ausgelobten Minimum (im März waren stundenweise noch nicht einmal 6 MBit/s verfügbar, siehe vorheriges Teil-Diagramm), während die Durchschnittswerte kontinuierlich von Monat zu Monat abnahmen. Sie liegen zwar immer über dem garantierten Minimum, aber ab November 2017 immer zum Teil auch deutlich unter der “normalerweise zur Verfügung stehenden” Geschwindigkeit. Das Maximum fließt, wie auch das Minimum, immer in den Durchschnitt mit ein und ist eine eher kurzzeitige Erscheinung.

Interessanter ist hier aber die Upload-Rate. Sie fällt nämlich nicht nur kontinuierlich, sondern liegt seit Februar konstant unterhalb dessen, was laut Vertrag garantiert wird. Im März waren tagelang kaum 350 MBit/s möglich, stellenweise noch nicht einmal 300 Mbit/s. Rückfragen im Januar beim Support mit Fragen nach einer möglichen Rückerstattung wurden komplett abgebügelt und es wurde lediglich auf die nicht vorhandenen Zuständigkeiten hingewiesen. Immerhin kam dann nach 3 Monaten und einigen Anrufen im März noch mal ein Techniker.

Auch ein Tausch des Modems, sowie eine Ergänzung fehlender Datenbankeinträge brachten nur begrenzte Linderung, denn die Mindestdatenrate beim Upload wird immer nicht ganz (durchgängig) erreicht, auch wenn die ausgelobten 450 MBit/s zumindest in Sichtweite sind.

Betrachten wir nun noch die Auswertung nach Tageszeiten, die wir ebenfalls ohne BNG-Migration durchführen mussten (die ja angeblich all diese Probleme lösen soll), weil es die Telekom terminlich bisher nicht realisieren konnte:

Wir sehen die große Abhängigkeit von der Tageszeit mit den großen Dellen frühmorgens und am Abend, was einmal mehr zeigt, dass Deutschland ganz offensichtlich ein Volk von Frühaufstehern ist. Gut es läuft, aber im Hinblick auf die monatlichen Kosten und die Probleme stehen wir mit gespaltenen Gefühlen da. Wenn es läuft: geil. Ansonsten fehlt ein wenig die Rechtfertigung vor dem eigenen Portemonnaie, wieso es gerade Giga sein musste. Aber brauchen kann man es durchaus.

Fazit und Zusammenfassung

So schön heil, wie gern beworben, ist die Mangenta-Welt der Highspeed-Datenautobahn also dann doch nicht so ganz. Allerdings sind wir guter Hoffnung, dass man mit der noch (irgendwann) anstehenden BNG-Migration auch die letzten Fesseln lösen kann. Was uns jedoch wirklich ärgert, ist die Ignoranz des Anbieters in Bezug auf die ausgelobten Mindestdatenraten. Auch wenn es nur wenig ist, was am Mindestwert fehlt – zu wenig ist zu wenig, da beißt die Maus keinen Faden ab. Rückerstattung ist leider kein Thema und so bleibt das Gefühl zurück, dass ein Premium-Preis noch lange nicht garantiert, auch ein fehlerfreies Premium-Produkt in der zu erwartenden Form zu erhalten. Das wiederum ist für uns recht ärgerlich, schon aus Prinzip.

Update vom 30.04.2018

Mittlerweile hat es die Telekom nun auch bei uns geschaft, die schmalen und komplett überlasteten Uplinks zu ersetzen und mittels durchgeführter BNG-Migration für mehr Bandbreite zu sorgen. Wie konstant das nun bleibt, das wird sich noch zeigen müssen. Aber es ist zumindest schon einmal ein guter Anfang. Und dies zählt erst einmal:

Mit dem G560 bietet Logitech ein neues, auf Lightsync basierendes 2.1 Gaming-Lautsprechersystem, welches nicht nur Druck auf die Ohren ausüben, sondern auch noch eine Ambilight-ähnliche Hintergrundbeleuchtung der Wand in Echtzeit bieten soll. Das Anliegen klingt erst einmal interessant, ob die Boxen dies dann auch tun, werden wir später noch hören und messen müssen.

Doch bevor wir damit anfangen, wollen wir uns das neue Geschoss in den siebten Gamer-Himmel erst einmal genauer ansehen. Von außen und innen, so viel Zeit muss sein. Also auspacken. Geliefert wird in der Box der Subwoofer, die beiden Satelliten, ein USB-Verbindungskabel zum PC und ein Garantie-/Konformitäts-Leporello. Die Treiber und das Handbuch muss man später von der Homepage herunterladen.

Optik, Haptik und Funktionalität

Ausgepackt und angesteckt, Software aufgespielt, neu gestartet und damit rumgespielt. Neugier bricht Struktur. selten, aber diesmal hat der Spieltrieb haushoch gesiegt. Das Bild zeigt, was geht bzw. nicht. Ok, da meiste geht, also in aller Ruhe gleich noch einmal der Reihe nach.

Dass es ein 2.1-System mit Subwoofer und Satelliten ist, sieht man bereits auf den ersten Blick. Die Übergangsfrequenz liegt mit ca. 175 Hz ziemlich hoch, doch dazu gleich mehr. Der Subwoofer beinhaltet die komplette Elektronik, die Steuerung erfolgt vom rechten Satelliten aus. Mit 12mm Wandstärke ist der mattschwarz folierte MFD-Korpus nicht gerade massiv geraten, was man auch am sehr moderaten Gewicht von ganzen 5.5 Kg spürt, das sich auf eine Größe von 40,4 x 25,5 x 20,7 cm (H x B x T) verteilt.

Der Tieftöner besitzt einen mittelgroßen Hub und sitzt im Boden des Subwoofers. Damit arbeitet der Sub nach dem Downfire-Prinzip, was an sich nichts Schlechtes sein muss, zumal das Bassreflex-Rohr nach vorn zeigt und somit auch zu nahe Wände eher kein Problem darstellen sollten. Trotzdem steht und fällt die Tiefstbass-Qualität des recht hoch abgestimmten Subs sehr stark mit dem jeweiligen Standort (Raum-Moden). Wir werden gleich noch sehen, dass man hier, dem Mainstream folgend, auf hohe Pegel statt echten Tiefgang gesetzt hat. Leider.

An der Rückseite des Subwoofers schleißt man die beiden Satelliten und das USB-Kabel an. Klinke ist auch möglich, analoge Einspieler funktionieren somit auch. Einen echten Netzschalter findet man hingegen nicht und auch auf eine (erreichbare) Feinsicherung muss man verzichten. Der Bluetooth-Button an der Rückseite ist eher überflüssig, denn es gibt ihn auch noch einmal am rechten Satelliten.

Der Anschluss der Satelliten erfolgt über proprietäre D-Sub-Buchsen, wobei vor allem das Kabel des rechten Satelliten mit der Steuerung sehr dick und starr ausfällt. Der Satellit beherbergt an der Oberseite den Logitech-Button und die Lautstärkereglung, an der Rückseite findet man noch den besser zu erreichenden Pairing-Button für Bluetooth und den Ein-/Aus-Taster.

Die Aluminium-Breitband-Lautsprecher im relativ dünnwandigen ABS-Gehäuse sind sicher nicht die Ausgeburt der Hi-Fi-Hölle, aber es geht auch schlimmer. Nur hat Kunststoff nichts mit Kunst zu tun, sondern nur mit künstlich. Logitech gibt einen Frequenzumfang von 40 Hz bis 18 kHz an, den zumindest der Subwoofer nach unten hin auch erfüllt. Bei den Satelliten ist, setzt man einen üblichen Toleranzbereich von +/-3dB, bereits bei ca. 13 KHz Schluss. Das angegebene, maximales Schalldruckniveau von 97 dB sollte erreicht werden können, also laut geht schon einmal. Solange sich der Sub nicht verschluckt. Doch dazu gleich mehr.

Die Bedienung der passenden Software erfolgt intuitiv in sie ist auch frei von Rätseln oder sonstigen Quests. Die Konfiguration der Spieleprofile (online nachladbar!) bzw. der sensitiven Bereiche für die RGB-Farbsteuerung der Satelliten-Innen- bzw. an die Wand strahlenden Rückseite ist sehr einfach zu realisieren. Die Farbmischung ist teilweise etwas grob und die Mittelwerte stimmen nicht ganz mit dem eigenen Eindruck überein, aber man hat den Dreh fürs Optimum trotzdem eigentlich recht schnell heraus. Dann macht das Ganze sogar Spaß, aber das mit dem Spieltrieb hatten wir ja eingangs schon.

Tear down (und was so alles drinsteckt)

Gleiche Stelle, die selben Anschlüsse, allerdings haben wir nun die Platine ausgebaut und begutachtet. Diese stammt von PCB Guangdong Chengde Electronic Technology Co. Lt und geht auch von der Lötqualität in Ordnung. Was etwas nervt, ist der schwarze Heißkleber, der jede Schraube großflächig verdeckt und faktisch als Siegel dient, denn bei Verformungen färbt sich alles sofort rot.

Wenden uns zunächst dem Audio-Zweig zu. Neben dem analogen und dem USB-Eingang sehen wir die blaue OEM-Platine des Bluetooth-Moduls. Das Herzstück bildet allerdings der CX20701, ein günstiger Audio Cross Mixer IC von Conexant. Ähnlich wie viele C-Media-Chips, bietet der Chip neben den umfangreichen I/O-Features (Line In/Out, USB und SPDIF In), dem integrierten DAC und ADC, sie den bekanntesten Codecs auch die Kommunikation mit der PC-Software mittels I2C-Protokoll, sowie ordentliche Vorstufen (und einen hier nicht genutzten Kopfhörerverstärker).

Conexant bietet zudem eine intuitiv zu nutzende Toolbox Software, deren Bibliotheken sich recht einfach in eigene Softwarelösungen integrieren lassen (DSP, Lösungen wie Equalizer, Pegelregel. Mixer etc.).


Logitech verspricht 120 Watt RMS-Leistung und liefert dies auch, denn die Platine ist dementsprechend bestückt. Wir finden insgesamt zwei TAS5731M von Texas Intruments, die bei einem der beiden 2x 30 Watt RMS im Stereo-Betrieb, bzw. beim anderen IC sogar 60 Watt als Mono-Brückenschaltung realisieren können. Diese Leistung wird bei einer Betriebsspannung von jeweils 24 Volt erreicht, die auch anliegen (Messung). Die Class-D-Endstufen arbeiten jeweils mit einer maximalen Sampling-Rate von 48 KHz und rauschen zudem kaum. Insgesamt ist das Grundrauschen fast zu vernachlässigen und auch der Fremdspannungsabstand passt.

Die Ausgangskondensatoren stammen von Teapo und die Kühlung beider Endstufen erfolgt indirekt. Hier wurde einfach ein normaler Rippenkühlkörper aus Alu-Strangguss auf die Rückseite oberhalb der ICs geschraubt. Allerdings reicht dies aus, da der Wirkungsgrad der beiden digital angesteuerten Endstufen mit bis zu 90% sehr hoch ausfällt.

Die Beleuchtungseffekte realisiert ein ARM Cortex-M3 basierender STM32L100 Value Line von ST im Zusammenspiel mit der installierten PC-Software. Dieser relativ stromsparende Prozessor kann maximal 512 KB Flash-Speicher, sowie 32 bis 80 KB RAM ansprechen. Der EEPROM umfasst maximal 16 KB. Damit werden insgesamt vier unabhängige RGB-Kanäle mit jeweils 8-Bit Farbtiefe angesprochen. Beim Netzteil handelt es sich um ein ausreichend dimensioniertes Schaltnetzteil, das jedoch räumlich getrennt von der Hauptplatine im unteren Bereich des Subwoofers platziert wurde.

Ich hatte über die letzten Jahre ja schon so Einiges im Wohnzimmer stehen und als HTPC genutzt, aber am Ende hatte jedes Projekt entweder irgendwelche Nachteile oder seine Zeit rein technisch einfach überlebt. Da kommt AMDs Offerte mit den aktuellen APUs samt kleiner Vega-Grafik gerade recht. Schaun wir einfach mal, was sich da so Schönes zusammenschrauben lässt. Wer seine Spiele eher streamt, oder weniger anspruchsvoll ist, findet mit dem Ryzen 3 2200G übrigens eine clevere und deutlich preiswertere Initiative.

Auslegungssache: Ryzen 3 2200G oder Ryzen 5 2400G?

Klar, die kleine APU reicht für den täglichen, multimedialen Wahnsinn auch fast immer aus, wenn man nicht gerade spielen will. Will man? Man könnte ja, falls man wollte. Bei mir waren es die zwei kleinen Kinder, für die es schöne Spiele gibt, die sich am großen Wohnzimmer-TV gemütlich zocken lassen – auch mit mehreren Personen gleichzeitig. Auf eine reine Spielekonsole konnten wir bisher jedenfalls dankend verzichten und ich will damit auch gar nicht erst anfangen. Erstens ist da der Umstand, dass ich mir ungern subventionierte und lärmende Hardware ins Wohnzimmer stelle, um mich dann im Umkehrschluss mit den Spielen wie eine Weihnachtsgans ausnehmen zu lassen. Außerdem ist da ja auch noch der gewisse “Es-juckt-mal-wieder-in-den-Fingern”-Effekt. Dann also die lieber gleich die große APU. Kleckern ist nicht.

Als Mainboard dient, wie schon beim Launch, das AB350N Gaming WiFi von Gigabyte samt des FlareX DDR4 3200 von G.Skill. ES hätte locker auch etwas anders werden können, aber der Mensch ist ein Gewohnheitstier und nimmt gern, was er schon einmal als funktionierend abhaken konnte. So auch hier. Neues BIOS drauf, anstecken, fertig. Nur beim Wraith-Kühler war später noch etwas Nacharbeit fällig, denn meine Nerven werden leider auch nicht jünger.

Drei Kilo Milo: das Silverstone ML06-E

Zunächst stellt sich natürlich die Frage, wo passt das alles rein? Mit den ca. 82 Euro Straßeneinstiegspreis ist das 2,7 Kilo schwere Milo ML06-E nicht gerade billig, aber es ginge auch deutlich teurer. Oder im Umkehrschluss auch deutlich günstiger und dafür qualitativ schlechter. Doch wer möchte schon eine Wellblechhütte im Wohnzimmer stehen haben? Die lasse ich dann doch lieber dort, wo sie hingehört. Der Vorteil des ML06-E liegt für mich allerdings am ehesten in der Breite von 35 cm begründet, denn es passt damit exakt auf meinen fetten Subwoofer.

Bis auf die im Brush-Look aufgepimpte 7mm-Alu-Front ist das Ganze ein solider Stahlblech-Klotz. Wenn man auf dieser Größe mit 0,8 mm SEC anfängt, dann hat das alles schon fast einen Hauch von Ewigkeit. Verwindungssteif ist hier nicht nur ein williges Adjektiv, sondern Programmbeschreibung.  Gut, also filigran geht anders, aber hey, wir haben ja auch noch die Kinder. Da beruhigt jede massive Anschaffung schon ungemein.

Den Luftikus haben wir entsorgt, das kann AMDs Boxed-Kühler ausreichend gut, auch der SSD-Käfig ist überflüssig. Vor allem dann, wenn man ein hauseigenes Silverstone-Netzteil ohne Kabelmanagement verbauen möchte. Mit Käfig ist das Feeling schlimmer als die unheilige Dreifaltigkeit aus Bus, Berufsverkehr und dicken Stehnachbarn.

SFX-Netzteil: SST ST30F 80+ Bronze

Silverstone hat auch Netzteile und ob nun Gold oder Bronze – solange das Teil richtig dimensioniert ist, kann der Niedriglastbereich sogar effizienter ausfallen als bei großen Gold-Boliden. Und selbst wenn, solange, bis der Mehrpreis quasi abgefüttert ist, kann ja gar kein Mensch vor der Glotze verbringen. Das gute Stück hat zwar kein Kabelmanagement, aber mit den SSDs haben wir eh was anderes vor. Für unter 50 Euro ist das Silverstone SFX-Netzteil nämlich keine schlechte Wahl.

Die Bauchbinde mit dem Hinweis, dass die Lüfter nur anlaufen, wenn man sie wirklich braucht, ist nett und Kevin-Klaus sicher vor einer unnützen Reklamation. Angesprungen ist der Lüfter übrigens nur mal beim obligatorischen Stresstest in der Hotbox. Aber ob das zu meinen täglichen Einsatzgebieten gehört, darf wohl angezweifelt werden. Ergo passt das schon so. Viel günstiger dürfte man es somit eh kaum hinbekommen.

SSDs mal anders: Mainboard + Silverstone ECM22

Da wir keine Grafikkarte stecken müssen, blieb schnell Raum für ein nettes Gedankenspiel. Wohin mit den SSDs, wenn sich die Netzteil-Kabel an der geplanten Stelle so wohl fühlen, dass sie gar nicht wieder wegwollen wegkönnen? Richtig! Man schaut mal, ob es nicht doch eine passende Zusatzsteckkarte gibt! Eine NVMe-SSD konnten wir ja wie vorgesehen an der Unterseite des Mainboards befestigen, aber ob das ausreicht? Man kann mittels x4-Zusatzkarte den einen x16-Slot clever nutzen und sogar zwei Karten zusätzlich stecken!

Interessanterweise klappt das sogar mit zwei Karten gleichzeitig, wobei die zweite Karte dann noch mit einem SATA-Kabel angeschlossen werden muss. Ältere mSATA-Karten werden nicht unterstützt. Schade eigentlich, aber man kann ja nicht alles haben. Das Gehäuse unterstützt auch noch optische Laufwerke, die jedoch im Slot-In-Format geliefert werden müssen. Silverstone hat da auch was im Portfolio, aber es gibt auch günstigere Alternativen.

Wenn denn die DHL mitspielt. Das hier geplante Laufwerk wurde zwar bestellt, bezahlt und auch an die DHL übergeben, leider fiel der Liefertermin auf einen Samstag. Ungünstig, wenn der Zusteller (natürlich rein zufällig) samstags immer keine Lust hat (zum wiederholten Male). Angeblich war bei mir erst niemand zu Hause (dumm halt nur, wenn die Überwachsungsanlage erst gar nichts registriert hat) und nachdem ich die DHL mit dieser Tatsache konfrontiert hatte, das Paket urplötzlich in einer weit entlegenen Filiale, an die es angeblich ja völlig “wunschgemäß” geliefert wurde, nicht mehr auffindbar. Temporärer Totalverlust, Zustellerbeschwerde und eine pampige Hotline sind alles, was übrig blieb. Dann eben erst einmal ohne. Außerdem sparen wir uns damit den Kühlerumbau auf ein teures 3rd-Party-Produkt.

Bevor das ganze jetzt in Arbeit geht, habe ich noch alternative Aufstellungen, wie man so einen APU-HTPC günstig oder extensiv aufsetzen kann. Immerhin hat der Verzicht aufs Slot-In-Laufwerk den Vorteil, dass man AMDs sehr hohen Boxed-Kühler nutzen kann. Platz genug ist ja nun da, wenn auch ungewollt.

Die nachfolgende Liste besteht aus getesteten Komponenten. Vor allem beim RAM sind die APUs extrem sensibel und DDR4 3200 sollte es schon sein. Sonst fährt man die integrierte Grafik mit angezogener Handbremse. Und das will ja keiner. Die von mir verbauten FlareX von G.Skill gehen natürlich auch, aber die kosten dann schon wieder etwas mehr. Die Tabelle zeigt übrigens auch, wie schnell man den Einstiegspreis auch verdoppeln kann. Typischerweise sollte man aber auch schon im mittleren 500-Euro-Bereich glücklich werden können.

Günstig
Preis
Euro
Vollausbau
Preis
Euro
APU
Ryzen 3 2200G 91 Ryzen 5 2400G 127
Mainboard
Biostar B350GTN
(kein WiFi!)
85 Gigabyte GA-AB350N
Gaming WIFI
107
Speicher
8 GB G.Skill RipJaws V schwarz
DDR4-3200 DIMM CL16 Dual Kit
95 16GB G.Skill RipJaws V schwarz
DDR4-3200 DIMM CL16 Dual Kit
165
SSD
ADATA XPG SX6000 256GB 72 ADATA XPG SX6000 256GB 72

Silverstone SST ECM22 28

ADATA XPG SX6000 1TB 295
OSD
Slot-In, internes 5,25″ Slim-Laufwerk
Niedrigerer CPU-Kühler nötig
40
42
Netzteil
SST ST30F 80+ Bronze 48 SST ST30F 80+ Bronze 48
Gehäuse
Silverstone ML06-E 82 Silverstone ML06-E 82
Gesamt:
473 1006

AMDs Rückkehr auf den CPU-Sektor im letzten Jahr zeigte sich in einem scheinbar endlosen Launchen von neuen Prozessoren, die Intel in fast allen Bereichen des Desktop-PC-Marktes richtig unter Druck setzen konnten. Das zwang Intel vor allem preislich zu den drastischsten Anpassungen seines Desktop-Portfolios, die wir in den letzten zehn Jahren sehen konnten. Trotzdem schafft es AMD auch weiterhin, kontinuierlich Marktanteile dazuzugewinnen. Selbst angesichts des verschärften Wettbewerbs ließ man bei AMD verlauten, dass man bis zu 50% der CPU-Verkäufe im DIY-Markt bei bekannten Einzelhändlern wie Newegg und Amazon tätigen konnte. Über andere Märkte wollte man sich aber nicht äußern.

Aber der Prozessormarkt steht nun mal nicht lange still. Immerhin hat Intels doch eher schleppender Übergang zum 10nm-Prozess für AMD die Tür galant offengelassen, um deren Zen-Architektur mit einer neuen Runde von verbesserten Prozessoren gehörig aufzupolieren und den Markt genau jetzt damit zu beglücken. Natürlich steht jetzt auch AMD seit Ryzen vor der Herausforderung iterativer Updates, die sicherlich nicht die 52%-ige IPC-Verbesserung bringen werden, die wir noch beim Debüt der Zen-Mikroarchitektur gesehen haben – aber man auch bei AMD noch ein paar Tricks auf Lager, wie wir gleich noch sehen werden.

Travis Kirsch, Jim Anderson und Joe Macri auf dem Ryzen 2000 EventTravis Kirsch, Jim Anderson und Joe Macri auf dem Ryzen 2000 Event

Die neuen Ryzen-Prozessoren der zweiten Generation von AMD bieten einen neuen optimierten 12nm-LP-Prozess, der mehr Leistung und Effizienz verspricht als der erste 14nm-LPP-Prozess. AMD hat auch die Zen-Architektur, jetzt Zen+ genannt, noch einmal optimiert, um höhere Taktraten, komplexere Multi-Core-Boosts und schnellere Speicher und Caches zu unterstützen. Insgesamt behauptet AMD, dass die Prozessoren der 2000er-Serie eine nahezu gleichwertige Gaming-Leistung wie Intels vergleichbare Modelle und einen 20%-igen Vorteil bei Multi-Thread-Workloads bieten.

AMD hat natürlich auch eine seiner Kernbotschaften nicht vergessen: mehr Kerne und Funktionen für weniger Geld. Die Ryzen-Prozessoren der zweiten Generation können in ältere Motherboards gesteckt werden, und alle Modelle sind jetzt mit leistungsfähigen Serienkühlern ausgestattet. AMD wirft sogar kostenlose Caching-Software mit in den Ring, um den Kauf noch schmackhafter zu machen. Aber: Es steht und fällt alles mit dem kleinen Stück Silizium und was man letztendlich daraus macht.

Die Prozessoren der neuen 2000er-Serie von AMD, bekannt unter dem Codenamen Pinnacle Ridge, verfügen über die gleichen Grundprinzipien der Zen-Architektur wie die Vorgängermodelle, aber AMD verwendet im Gegensatz zu den bereits auf dem Markt befindlichen CPUs der ersten Generation einen neuen 12nm-Halbleiterprozess und optimierte zusätzlich auch noch das Design, um die Cache- und Speicherlatenzen zu verbessern. Laut AMD liefert die resultierende Zen+ Mikroarchitektur damit bis zu 3% mehr Leistung für Single-Thread-IPCs.


Die Prozessoren setzen somit immer noch auch das gleiche, grundlegende Dual-CCX Ryzen-Design, das mittels Infinity Fabric verbunden ist, wie es die bekannten 8-Kerner der Ryzen-7- und die 6-Kerner der Ryzen-5-Familie mit 16 MB L3-Cache aufweisen. Wie die Ryzen-Prozessoren der Vorgängergeneration von AMD, sind alle Modelle der 2000er-Serie mit freigeschalteten Multiplikatoren ausgestattet, während Intel sich weiterhin einen Aufpreis für übertaktbare Modelle der K-Serie vorbehält und der Kunde dann dafür recht ordentlich zur Kasse gebeten wird.

Ryzen 7 2700X
Ryzen 7 2600X
Socket
1331 1331
Kerne/Threads
8 / 16 6 / 12
Basis-Takt   
3.7 GHz 3.6 GHz
Boost-Takt
4.3 GHz 4.2 GHz
Speicher-Takt (offiziell)
DDR4-2933 DDR4-2933
Speichercontroller
Dual Channel Dual Channel
Freier Multiplikator
Ja Ja
PCIe Lanes
x16 PCIe Gen 3 x16 PCIe Gen 3
Integrierte Grafik
Nein Nein
Cache (L3)
16MB 16MB
Architecture
Zen+ Zen+
Process
12nm LP GlobalFoundries 12nm LP GlobalFoundries
TDP
105W 95W

AMD trennt die Produkte der 2000er-Serie zwar immer noch in leistungsstarke X-Serie Modelle und deren Nicht-X-Pendants, aber das Unternehmen vereinfacht das Portfolio diesmal deutlich, indem man die die Ryzen 7-Familie z.B. von drei auf zwei Modelle reduziert. Die Namenskonvention des Ryzen 7 2700X impliziert zwar, dass der Prozessor den Ryzen 7 1700X ersetzt, aber in Wirklichkeit betrifft es das Flaggschiff Ryzen 7 1800X.

AMD bescheinigt dem 2700X bis zu 12% mehr Leistung in Multi-Thread-Anwendungen als dem Ryzen 7 1800X. Ein Großteil dieser Verbesserung wird durch einen um 100 MHz höheren Grundtakt und 200 MHz zusätzliche Boostfrequenz erreicht, aber auch eine geringere Cache-Latenz, Speicher-Latenz und deutlich verbesserte Boost-Algorithmen sollen dazu beitragen.


Die neuen Pinnacle Ridge-Prozessoren kommen zusammen mit den Mainboards der 400er-Serie, aber AMD hat den X470-Chipsatz erst für den Launch freigegeben. Wie versprochen, wird AMD die AM4-Plattform bis 2020 unterstützen, so dass die neuen Ryzen-Prozessoren auch mit Mainboards der 300er-Serie kompatibel sind, wenn man als Kunde auf ein BIOS updatet, das diese CPUs auch unterstützt (wir werden später auf die Details eingehen). Wie bei Intels Coffee Lake Launch veröffentlicht AMD nur seinen Top-Tier Chipsatz für den Pinnacle Ridge Launch.

Das Unternehmen gibt leider noch keinen Veröffentlichungsdatum für preiswertere B470- und A470-Motherboards an, bzw. oder ob sie überhaupt auf den Markt kommen werden. Die Ryzen-Prozessoren der ersten Generation sind auch mit Motherboards der 400er-Serie kompatibel, so dass man sein Motherboard mit einem älteren Ryzen-Prozessor aktualisieren könnte, wenn einem ein Produkt der 400er-Serie besonders gut gefällt.

Leider hat uns AMD bis zum Redaktionsschluss keine Euro-Preise offiziell kommuniziert, so dass wir auf die zum letztmöglichen Zeitpunkt verfügbaren Preise in USD ausweichen müssen. Der Wechselkursunterschied dürfte somit wie immer durch Mehrwertsteuer & Co. wieder egalisert werden, so dass man ungefähr gleich hohe oder geringfügig niedrigere Summen erwarten darf.


AMD
Ryzen 7 2700X
AMD
Ryzen 7 1800X
AMD
Ryzen 7 2700
AMD
Ryzen 5 1600X
AMD
Ryzen 5 2600X
AMD
Ryzen 5 2600
Intel
Core i7-8700K
Intel
Core i5-8600K
Intel
Core i5-8400
UVP
$329 $349 $299 $219 $229 $199 $359 $257 $182
Kerne/
Threads
8/16 8/16 8/16 6/12 6/12 6/12 6/12 6/6 6/6
TDP
105W 95W 65W 95W 95W 65W 95W 95W 65W
Basis GHz
3.7 3.6 3.2 3.6 3.6 3.4 3.7 3.6 2.8
XFR
GHz
4.3 4.1 4.1 4.0 4.2 3.9 4.7 4.3 4.0
Cache (L3)
16MB 16MB 16MB 16MB 16MB 16MB 12MB 9MB 9MB
Freier Multi
Ja Ja Nein
Kühler 105W Wraith Prism (LED) keiner 95W Wraith Spire (LED) keiner 95W Wraith Spire 65W Wraith Stealth keiner keiner Intel
Boxed

Die UVP des Ryzen 7 2700X liegt $20 unter der des 1800X, während man mit den $299 für den Ryzen 7 2700 beim gleichen Preis wie für den 1700 landet. Der Ryzen 7 2700X kämpft preislich allerdings schon mit Intels $359-Flaggschiff Core i7-8700K, aber getreu einem von AMDs grundlegenden Wertvorstellungen könnte man ja rein theoretisch auch auf weniger teuren Mainboards der B-Serie übertakten. Leider ist man damit aktuell auf die verfügbaren B350 Mainboards beschränkt. Intel hingegen beschränkt die Übertaktung immer noch auf teure Motherboards der Z-Serie, so dass der Preisunterschied über den genutzten Unterbau auch deutlicher ausfallen könnte

AMD steigerte die offizielle Speicherunterstützung auf bis zu DDR4-2933 und übertrifft damit die von den Coffee Lake i7 offiziell unterstützten DDR4-2666. Es gibt natürlich auch unter den Lesern immer noch einige Vorbehalte zu Ryzens Speicherunterstützung, auf die wir auf der nächsten Seite noch eingehen werden. Die erhöhten Speichergeschwindigkeiten sollten allerdings bei latenzempfindlichen Anwendungen wie Spielen durchaus helfen.

Verbesserungen an den neuen AMD-Prozessoren und die X470-Motherboards ermöglichen auch ein höheres Speicherübertaktungspotenzial als noch bei den Vorgängermodellen. Der Ryzen 7 2700X hat eine TDP von 105W, was eine deutliche Steigerung von 10W gegenüber den Vorgängermodellen der X-Serie und den Top-End-Modellen von Coffee Lake bedeutet. Die 95 Watt des Ryzen 2600X sind hier ähnlich zu bewerten. Allerdings werden unsere Messungen zeigen, dass die Angaben nun realistischer sind und auch zu den Messergebnissen passen.

Die Prozessoren der ersten Generation der X-Serie von AMD kamen noch ohne Boxed-Kühler aus, aber alle Prozessoren der 2000er-Serie haben mittlerweile einen. Der Ryzen 7 2700X erhält einen Wraith Prism LED-Kühler mit vier direkt aufliegenden, angeschliffenen Kupfer-Heatpipes (DHT), drei unabhängig steuerbaren RGB-Zonen, umschaltbaren Lüfterprofilen und einem prognostizierten Geräuschpegel von 39 dB(A). Der Kühler kann 116 W Abwärme im “L”-Modus (2800 U/min) und 124 W im “H”-Modus (3600 U/min) aufnahmen und abgeben.

Cooler Master lässt AVC als OEM den Kühler herstellen, der mit internen USB- und RGB-5050-Ports ausgestattet ist. AMD bietet zusätzlich auch die benötigte Software zur Steuerung der Beleuchtungs- und Lüfterprofile an. AMD äußerte, dass der Kühler in dieser Form ca. $43 kosten würde und sogar ein wenig Übertaktungsspielraum bieten könnte. 

Der Wraith Spire der Ryzen 5 2600X ist hingegen ist ein alter Bekannter and setzt auf Strang-Guss-Aluminium, sowie einen Kupfer-Kern. Wir werden später bei der Kühlung noch einmal detailliert auf beide Kühler eingehen und auch genau nachmessen.

AMD bietet den Kunden bewusst auch andere Enthusiasten-Features, wie z.B. Indium-Lot zwischen dem Die und dem IHS, um die Effizienz der Wärmeübertragung zu verbessern. Die Kombination aus Kühler und Indium-Lot steht in krassem Gegensatz zu Intels Core i7-8700K, der eine Standard-Wärmeleitpaste zwischen Die und Heatspreader nutz und der zudem nicht mit einer Boxed-Kühllösung ausgeliefert wird. AMD hat auch seine Übertaktungssoftware Ryzen Master auf die Version 1.3 aktualisiert. Die Software identifiziert nun die schnellsten drei Kerne mittels eines farbigen Sterne-Rankings und kommuniziert mit dem Power-Delivery-Subsystem der Motherboards, welches neue Übertaktungs-Überwachungsfunktionen bietet.


Die 2000er-Serie von AMD verfügt zudem über eine verbesserte SenseMI-Suite, die auch die neue StoreMI-Technologie enthält, eine softwarebasierte Software, die SSDs, Festplatten und sogar bis zu 2 GB RAM in einem einzigen Speichervolumen vereint, um die Performance zu steigern. Die Software ist so konzipiert, dass sie den niedrigen Preis und die hohe Kapazität einer herkömmlichen, mechanischen Festplatte mit der Geschwindigkeit einer SSD (bzw. 3D XPoint) und/oder sogar des System-RAMs kombiniert, ohne dass der Benutzer nach dem ersten Setup eingreifen muss. AMD hat diese Software in der Vergangenheit als zusätzliches Add-on im Wert von $20 verkauft, aber jetzt bietet sie das Unternehmen den Käufern als kostenloses Feature an. Wie bei jeder dieser Lösungen gehen Sie natürlich die gleichen Risiken ein, wie bei einem gestrippten RAID 0-Array. Wir werden nach Veröffentlichung der finalen Version sicher noch einmal detaillierter testen.

GlobalFoundries’ 12nm LP Process

Die Prozessoren der 2000er-Serie von AMD setzen nicht mehr auf den 14nm-LPP-Node von GlobalFoundries, der bei den Ryzen-Modellen der ersten Generation zu finden ist, sondern auf den neuen 12nm-LP-Prozesstechnologie von GloFo. Auch wenn sich die Namenskonventionen für Halbleiter-Nodes mittlerweile eher zu einer Marketing-Blase entwickelt haben, die nicht auf der traditionellen Methode der Gate-Längen- und Pitch-Messungen basiert, liefern neue Prozesstechnologien doch immer noch spürbare Verbesserungen.


Das neue 12nm LP-Verfahren von GlobalFoundries bietet neben einer Schrumpfung im Hinblick auf die Lithografie auch weitere verfahrenstechnische Verbesserungen. AMD hat sein 14nm-Design auf 12nm portiert, verwendet aber die Verbesserungen in der Prozesstechnologie eigentlich nur, um die Schaltgeschwindigkeit und damit die Leistung der Transistoren zu erhöhen, so dass die eigentliche Fläche und die Transistordichte gleichbleiben. Die Anzahl der Transistoren von Pinnacle Ridge beträgt demzufolge ebenfalls ca. 4,8 Milliarden und man nutzt auch die identische Fläche von 213 mm² im Vergleich zu den Vorgängermodellen.

Der verfeinerte Prozess bietet eine zusätzliche Leistung von rund 250 MHz, aber man kommt nun mit einer um 50 mV reduzierten Kernspannung im Vergleich zu 14 nm aus, was darauf hinweist, dass der optimierte Prozess geringere Leckströme aufweist. Diese Energieeinsparungen geben AMD Raum für weitere Verbesserungen, so dass man einen Teil der zusätzlichen Leistung und des thermischen Spielraums für Precision Boost 2 nutzen und in die XFR2-Algorithmen investieren konnte.

AMD hat auch einige der Bereiche der Mikroarchitektur durch den Einsatz von leistungsfähigeren Transistoren in kritischen Pfaden verbessert, was die Leistung nochmals etwas erhöht. Insgesamt behauptet AMD, dass das neue 12-nm-Design bei gleicher Taktrate bis zu 11% weniger Energie verbraucht als 14nm-basierte Ryzens und bis zu 16% mehr Leistung als 14nm bei gleicher Leistung und TDP bietet. Zusammengenommen sollte die höhere Leistung und der geringere Stromverbrauch die Leistung pro Watt signifikant erhöhen. Aber noch wichtiger für Enthusiasten ist, dass sie bis zu 4,2 GHz für Vollkernübertaktungen ermöglicht (oder mit etwas Glück auch noch etwas mehr).

AMD verbesserte zudem die L1-, L2- und L3-Cache-Latenzen, die wir bereits mit den Ryzen Threadripper Prozessoren gesehen haben, und reduzierte auch die Speicherlatenz um 11%. Das werden wir aber gleich noch selbst nachprüfen.

Precision Boost 2 und XFR2

Die Ryzen-Prozessoren der vorherigen Generation von AMD verfügen zwar bereits über Precision Boost, eine DVFS-Implementierung (Dynamic Voltage Frequency Scaling) ähnlich dem Turbo Boost von Intel, sowie eXtended Frequency Range (XFR), die eine zusätzliche Frequenzsteigerung ermöglichen, wenn Ihre Kühllösung nur genügend thermischen Spielraum bietet. Die Prozessoren der 1000er-Serie bieten allerdings nur Dual-Core oder All-Core Precision Boost und XFR-Taktfrequenzen.

Viele Anwendungen (wie z.B. Spiele) entlasten andere Threads von weniger kritischen Aufgaben, arbeiten aber mit mehreren Threads, ohne alle davon gleichzeitig wirklich richtig auszulasten. Diese eher leichtgewichtigen “Hilfs”-Threads lasten die Kerne trotzdem immer noch genügend aus, um als Folge die niedrigere Ganzkernfrequenz auszulösen, wodurch die Leistung bei diesen leichteren Workloads dann unnötig beeinträchtigt wird, obwohl der Prozessor eigentlich die Leistungsreserven und den thermischen Spielraum hätte, um auch bei höheren Frequenzen noch im Rahmen der Limits zu arbeiten.

Die neuen Precision-Boost-2-Algorithmen (die ja kürzlich auf dem Desktop mit den Raven Ridge Prozessoren debütierten) und XFR2 verbessern die Leistung in Multithread-Workloads, indem sie die Frequenz von beliebig vielen Kernen und Threads erhöhen. Precision Boost 2 liefert am Ende bis zu 500 MHz mehr Taktfrequenz bei echten Multicore-Workloads, während XFR2 noch einen zusätzlichen Boost von 7% liefert, wenn der Kühler stark genug ist. Diese Verbesserungen erweitern den Nutzen von Ryzens eh schon starker Multi-Thread-Performance nun endlich auch auf eine größere Anzahl von gleichzeitigen Workloads, aber nur solange, wie der Prozessor 60°C (Tcase) oder 95A beim Stromfluss unterschreitet. Sonst wird es weniger. Wir haben jedoch später noch ein sehr interessantes Experiment dazu in petto.

Auch wenn der Markt für Tablets schwächelt hält Huawei dem Format nach wie vor die Treue und liefert mit dem Mediapad M5 schon auf dem Papier einen Flachrechner klassischen Zuschnitts: Hinter eine 10,8 Zoll großen Display – es wird überdies eine kleiner wird ein leistungsstarkes SoC aus eigener Entwicklung verbaut, allerdings handelt es sich bei dem Kirin 960 um das Flaggschiff der “vergangenen Saison”. Auch beim Datenspeicher hinkt das Tablet mit 32 Gigabyte aktuellen Smartphones der oberen Segmente hinterher. Hier sind schon 64 Gigabyte zum Quasi-Standard geworden. Es werden aber Modelle mit größerem Speicher angeboten.

Darüber hinaus verspricht das Tablet gleichermaßen den aktuellen Stand der Technik. Das Display bietet eine 2K-Auflösung, für den Netzwerkverkehr wird WLAN nach ac-Standard genauso wie ein LTE-Modem zur Verfügung und überdies wird eine 8-MP-Kamera an der Front sowie ein 13-MP-Sensor auf er Rückseite integriert. Im Straßenhandel werden dafür derzeit rund 380 Euro fällig.

Der Siberia-Reihe geografisch folgend, geht es nun noch etwas nördlicher und nach dem gefühlten Frost-Ereignis klirrender Eisnächte sucht Steelseries mit der Arctis-Reihe den neuen akustischen Pol, für den sich der Kunde gern erwärmen soll.

Viel Audio oder sogar audiophil? Genau das wollen wir heute testen, denn der Straßenpreis für das Headset, einschließlich des DAC und Verstärkers, liegt bei selbstbewussten 275 Euro. Allerdings erhält man das Headset einzeln bereits für unter 200 Euro, so dass man hier durchaus auch die Wahl eigener Komponenten hat.

Es wird am Ende also daraus hinauslaufen, einerseits die akustischen Fähigkeiten zu testen und anderseits die Materialanmutung, Verarbeitung und Funktionalität zu bewerten, um den aufgerufenen Preis objektiv zu hinterfragen. Man kann durchaus so viel Geld ausgeben, sollte dann aber auch einen entsprechenden Gegenwert erwarten dürfen.

Lieferumfang und Zubehör

Eigentlich hat Steelseries ja fast alles in die kleine Zubehörschachtel gepackt, was man auch nur irgendwie anschließen könnte. Neben Headset und GameDAC finden sich ein proprietäres Kabel für den kombinierten Audio-Anschluss samt RGB-LED-Illumination, ein optisches Kabel (SPDIF), ein USB-Anschlusskabel für PC oder PS4, sowie ein analoges 3,5-mm-Klinkenkabel für die Verbindung zwischen GameDAC und einem mobilen Device.

Trotz des hohen Preises fehlt leider ein ganz normales 3.5-mm-Klinkenkabel, um das Headset auch ohne den GameDAC betreiben zu können. Denn wer schleppt schon ein kleines Brikett unterwegs in der Hosentasche spazieren? Hier sollte Steelseries einfach nachlegen, denn es würde die Usability deutlich steigern.

Was ist eigentlich “Hi-Res Audio”?

Zunächst vorab: es handelt sich nicht um HRA (High Resolution Audio), aber die Ähnlichkeit ist sicher nicht ganz unabsichtlich so gewählt worden. Die JAS (Japan Audio Society) als federführende Organisation hinter dem von Sony vor Jahren erstmals auf einem eigenen Plattenspieler genutzten Label schreibt z.B. für analoge Geräte vor, dass bei Kopfhörern (um die es ja geht) eine “Speaker and headphone performance of 40 kHz or above” zu erreichen sei. Dieses Label wird auch nicht “verliehen”, sondern man muss dafür in erster Linie bezahlen.

HiRes Audio ist zudem auch für den digitalen Verarbeitungsweg ein nicht klar definierter Begriff. Das Ziel ist bereits erreicht, wenn die Abtastrate des Audiosignals und die Auflösung größer definiert sind als im üblichen H-Fi Bereich. Die Abtastrate des GameDAC liegt mit 96 KHz höher als die üblichen 48 KHz und auch die Auflösung liegt mit 24 Bit höher als die normalen 16 Bit. Eine höhere Auflösung ist allerdings eher was fürs Studio und den dortigen Signalverarbeitungsweg. Ob sich das aber für den Kunden überhaupt hörbar niederschlägt, muss der Test beweisen.

Darüber hinaus sagt die JAS auch nichts zur eigentlichen Wiedergabequalität des Headsets und den geforderten Parametern. Was dann am Ende wirklich gut klingt, darf nämlich jede Firma ganz für sich allein entscheiden: “Listening evaluation process is added and final decision as Hi-Res Audio product to be proved according to each company’s sound evaluation standard“. Aber wir werden natürlich wie immer selbst probehören, nachmessen und objektiv urteilen. Auch wenn Steelseries meint, das erste so zertifizierte Headset geschaffen zu haben – mit dem Roccat Khan Pro gibt es deutlich günstigere Alternativen mit gleichem Label und dies auch nicht erst seit gestern.

Optik, Haptik und Funktionalität

Die Materialanmutung des auf den ersten Blick eher solide und verhalten auftretenden Headsets ist gut, reißt einen aber auch nicht euphorisch vom Hocker. Jedenfalls nicht auf den ersten Blick. Jegliche farblichen Akzente muss dann der LED-Ring am äußeren Rand der Hörmuscheln richten. Schließt man das Headset lediglich analog an, fehlt dieser Farbtupfer. Wer das Headset eher als Gebrauchsgegenstand sieht, wird dies aber gut verschmerzen können.

Kombinierte Oberflächen aus mattschwarzem ABS (Korpus), Rubber-Coating (Außenschalen) und anthrazit-metallischen Scharnieren fallen zwar nicht effektheischend ins Auge, wirken aber zumindest auf den zweiten Blick dann schon recht edel. Metall findet man bis auf das äußere Kopfband dann keines.

Das Kopfband ist als solches nicht verstellbar, sondern Steelseries setzt auf ein weiteres, komplett umspannendes Textilband, das sich mittels Klettverschlüssen individuell an die Kopfgröße anpassen lässt. Zumindest ist dies so angedacht, scheitert aber bei europäischen Köpfen relativ schnell. Der Autor mit Hutgröße 62 wäre also selbst mit viel gutem Willen kein ideales Mitglied der zahlenden Zielgruppe. Schade, denn hier stößt asiatisches Körpermaß sehr deutlich an Globalisierungsgrenzen und ist als Blaupause denkbar ungeeignet.

Der zweiachsige Gelenkmechanismus muss auch das recht flexible Kopfband bemühen, um in allen Richtungen anpassungsfähig zu bleiben. In der Praxis funktioniert das auch recht gut, wäre da nicht die Limitierung bei den Kopfumfängen. Zumal ein nicht optimal sitzendes Headset akustisch schnell zum Waterloo wird und der Hersteller damit wichtige Punkte liegen lässt.

An der Seite der linken Ohrmuschel finden sich der gut ertastbare, großflächige Mute-Schalter für das Mikrofon, das griffige Drehrad für die analoge Lautstärkeregelung, die man am GameDAC eigentlich gar nicht benötigt, der etwas zu filigrane Anschluss des Verbindungskabels zum Verstärker, sowie die übriggebliebene 3,5-mm-Klinkenbuchse, für die man ein Kombinationskabel bräuchte (Audio und Mikrofon).

Die Ohrpolster sind relativ leicht abnehmbar und auch wieder einzusetzen. Die textile Bespannung trägt sich angenehm und auch weitgehend schwitzfrei, ist aber akustisch nicht ganz unbedenklich. Mal abgesehen von der etwas schlechteren Abschirmung der Umgebungsgeräusche, beeinflussen die Ohrpolster das subjektive Klangerlebnis sehr stark. Vor allem bei höheren Frequenzen leidet die Ortung etwas, doch dazu später mehr.

Tear down und Sound-Design

Auch Steelseries setzt auf kleinere und flinke 40mm-Neodym-Treiber, um die 40 KHz Vorgabe für die Obergrenze beim Frequenzumfang zu erreichen. Im Prinzip ist das nicht nachteilig, solange die Abstimmung im Korpus die unteren Frequenzbereiche nicht vernachlässigt. Und genau deshalb schrauben wir das Teil jetzt auch auf, denn wir sind ja neugierig.

Auch der Supplier des Steelseries Arctis Pro setzt auf eine Art Doppelkammer mit seitlich variierbaren Öffnungen für eine kundenspezifische Abstimmung ab Werk. Ein testweises, komplettes Öffnen ergab etwas mehr Fülle beim Bass, allerdings ging dann dessen saubere und klare Definition verlustig und es gab als Gratiszulage ein eher schwammiges Wummern. Dann doch besser so, wie es jetzt ist.

Wir sehen im Inneren eine einfache Platine von Shen Zhen Sun & Lynn Circuits Co. Ltd., die Lötqualität ist im gesamten Headset ok. Man sieht auch sehr schön die Versorgungsleitung zur milchigen Lichttransferfolie in der Mitte, hinter sich die RGB-LED verbergen.

GameDAC – Digital-Analog-Wandler und Kopfhörerverstärker

Das, was Steelseries mit dem ESS Sabre 9018 in den GameDAC packt, lässt sich aktuell kaum toppen, denn der Markt an guten DACs ist relativ überschaubar. Wenn man zudem berücksichtigt, dass am Ende ca. 75 Euro für den GameDAC mehr aufgerufen werden, als beim Headset ohne, dann ist der Preis für den GameDAC eigentlich nur fair. Bedauerlich, dass er leider nur einen proprietären Headset-Ausgang bietet und man so keinen direkten Vergleich zu andern Headsets ziehen kann.

Immerhin gestattet es der GameDAC, neben einem optischen Eingang auch am PC oder der PS4 direkt mittels USB angeschlossen zu werden, wobei dieser Anschluss auch zur Spannungsversorgung dient. Toslink & Co. gehen also nur bei einem zusätzlich angeschlossenen Großgerät. Allerdings konnten wir auch eine Powerbank nutzen, um das Gerät portabel zu halten. Wirklich platzsparend ist das aber alles nicht.

Den Anschluss an ein unbekanntes USB-Ladegerät sollte man aber vermeiden, denn der ESS Sabre 9018 reagiert eigentlich sehr empfindlich auf Spannungsunterschiede. Inwieweit hierfür im GameDAC schaltungstechnisch vorgebaut wurde, ließ sich leider nicht feststellen.

Auch wenn der ESS-Chip noch deutlich mehr könnte, die 96 KHz Abtastrate und 24 Bit Auflösung in der aktuellen Umsetzung reichen auf jedem Fall. Ein kleiner Wermutstropfen ist die Kappung der maximalen Lautstärke, die man bei vielen Verstärkern mittlerweile vorfindet. Auch wenn man damit gewisse Vorschriften bzw. Empfehlungen einhalten möchte, schön ist es nicht. Das alles bewahrt Kevin-Olaf natürlich elegant vorm Hörsturz, aber Gängelung bleibt Gängelung. Die für die Treiber angegebenen 102 dB SPL erreicht man damit nämlich nicht einmal annähernd.

Die Funktionalität der Firmware ist hingegen überdurchschnittlich. Neben sehr vielen Einstellungen, die man intuitiv mit dem Drehschalter und der Taste über das Display vornehmen kann, ist auch die Mixer-Funktion sehr praktisch, indem man die Lautstärkepegel von Chat und Spiel geschickt den Wünschen anpassen kann. Das Gleiche gilt auch für das Mikrofon. Mit der Steelseries Engine lassen sich diese Settings zudem auch bequem vom PC aus vornehmen, einschließlich der RGB-Steuerung.

Mikrofon

Steelseries nutzt mit der Achtercharateristik auf eine eher ungewöhnliche Mikrofonlösung, denn normalerweise werden Nieren- oder Kugelcharakteristik bevorzugt. Die Erkennbarkeit ist allerdings ganz ordentlich, nur die Umgebungsgeräusche direkt vor einem kommen ebenfalls recht klar zur Geltung. Der Schwanenhals ist ausreichend lang und auch sehr flexibel.

Das Ganze lässt sich bei Nichtgebrauch auch einschieben, allerdings fällt dann der aufsteckbare Pop-Schutz ab. Mangels mitgelieferter Tragetasche hat man das Teil dann unschlüssig in der Hand und wird sich einen sicheren Ort suchen müssen, um ihn später auch wiederzufinden.

Referenzsystem für Workstation-Tests bei Tom’s Hardware

Da wir keine reine Xeon-Workstation aufbauen wollten (was natürlich auch immer eine Kostenfrage ist), wollen wir einen Kompromiss eingehen und Consumer-Hardware so auswählen, dass es später auch mit zertifizierter Software möglichst wenig Probleme gibt. Wir haben uns deshalb intern beraten und am Ende gegen eine Lösung mit einem Intel Core i9 entschieden. Für unser Referenzprojekt setzen wir somit auf AMDs aktuelles Flaggschiff Ryzen Threadripper 1950X.

Wir sind uns aller aktuellen Probleme bewusst, vertrauen aber auf eine kontinuierliche Reifung unseres Systems, denn gerade beim BIOS und AMDs AGEA-Code wurde seit dem Launch sehr Vieles verbessert. Die mögliche Performance stieg, gerade auch im Hinblick auf die Speicheranbindung, sehr deutlich. Was wir aber vermeiden wollen, ist die manuelle Übertaktung irgendwelcher Komponenten, denn das wiederum widerspricht dem Stabilitätsdenken bei Arbeits- und Produktivsystemen sehr deutlich.

Mainboard und Speicher

Mit dem ASRock X399 Taichi nutzen wir zudem ein X399-Mainboard, das uns einen brauchbaren Kompromiss aus Preis, Funktionalität und Support bietet. Es ist nicht das bunteste, auffälligste oder am besten ausgestattete X399-Mainboard auf dem Markt, aber wohl eines der vernünftigsten. Wir haben insgesamt drei verschiedene Modelle getestet und uns letztendlich exakt für dieses Board entschieden. Die Spannungswandler waren auch im Dauerlastbetrieb stets im grünen Bereich und der Verzicht auf eine aktive Kühlung schont unsere Ohren und Nerven.

Beim Speicher haben wir auf insgesamt 32 GB DDR4 zurückgegriffen und somit zwei Dual-Channel-Kits mit insgesamt vier 8GB-Modulen Apacer Blade Fire DDR4 3200 verbaut. Die aktuelle Bestückung erlaubt nach allen BIOS-Updates auch einen Betrieb bei 3200 MHz, aber mehr Speicher lässt sich dann bei dieser Taktrate nicht mehr stabil zu betrieben. Eine Testbestückung mit insgesamt 8 Modulen lief noch mit 2866 MHz stabil durch, aber mehr ging dann einfach nicht mehr. Wir haben uns letztendlich für die 32GB-Variante entschieden, weil nur wenige unserer Anwendungen von noch mehr Speicher profitiert hätten. Immerhin setzt Apacer auf Samsung-Speichermodule und nicht die von SK Hynix.

Die Systeminstallation und Datenspeicherung erfolgt auf zwei 1TB großen Crucial MX300 SSDs, sowie einer optional verwendeten Western Digital WD Red 4TB für die extremeren Workloads.

Die Grafik-Lösung: AMD Radeon Vega Frontier Edition

Diese Lösung ist sicher etwas tricky, besitzt aber auch ihren ganz besonderen Charme. Die Radeon Vega Frontier Edition ist eine Wanderin zwischen den Welten und will beides sein – Arbeitstier und hochpreisiges Spielzeug in einem. Doch während Nvidias Titan XP keine zertifizierten Quadro-Treiber unterstützt, fährt AMD mangels Alternativen das volle Radeon Pro Programm. Genau das haben wir natürlich auch im Hinterkopf.

Denn während nämlich Nvidia aufpassen muss, nicht die eigene Schwesterkarte, die Quadro P6000, zu kannibalisieren, hat AMD keine hausinterne Schwester, die man damit schwächen könnte. Im Gegenteil, denn so versucht AMD recht elegant, die Lücke des Spitzenmodells in der fast schon aufgegeben scheinenden Radeon Pro-Reihe mit einem passenden Modell endlich irgendwie zu füllen.

Denn anders als Nvidias Titan XP, setzt die Radeon Vega Frontier Edition nämlich auf die Möglichkeit, auf Wunsch auch die zertifizierten Radeon Pro Treiber nutzen zu können, was bei einigen Software-Paketen überhaupt erst die Grundvoraussetzung für einen Programmstart ist. Ob man sich nun im Kunstwort Prosumer wiedererkennt, was nichts anderes als einen professionellen Consumer beschreibt, oder sogar direkt aus der Workstation-Ecke kommt und gern eine blaue Karte der roten Fraktion hätte – die Karte kann bzw. soll es bieten. Also haben wir einfach einmal zugeschlagen. Immerhin konnte diese Karte in unserem Launchartikel “AMD Radeon Vega Frontier Edition im Test: Wandern zwischen den Welten” bereits ganz gut punkten und die Treiber sind mittlerweile nicht schlechter geworden.

Gehäuse und Netzteil

Eine solide Workstation schreit geradezu nach einer Trutzburg von Gehäuse und da wir diesen Boliden auch ab und an mal bewegen müssen, haben wir uns für etwas sehr Griffiges entschieden, auch wenn das Cooler Master Cosmos C700P eine eher schwergewichtige Angelegenheit ist. Doch einerseits können wir Dank der aufklappbaren Seitenwände sehr schnell und einfach Komponenten für die jeweiligen Tests tauschen und andererseits hat uns die Verwindungssteifigkeit positiv überrascht. Zusammen mit einer ordentlichen Verarbeitung und einer sehr positiven Materialanmutung sollte das ganze Konstrukt also auch erst einmal für eine längere Zeit halten. Denn das muss es auch, weil wir nicht ständig die Basis wechseln möchten.

Das Gleiche gilt auch für den Stromversorger, den wir gleich mit aus dem Regal von Cooler Master entnommen haben. Wobei der eigentliche Hersteller natürlich ein anderer ist. Das Cooler Master V850 basiert auf einer altbewährten Plattform: Seasonic KM3. Abgesehen vom wirklich stabilen und ordentlich verarbeiteten Kabelmanagement, ist dieses Netzteil überdurchschnittlich spannungsstabil, hat keinerlei Probleme mit Rippleströmen und bietet ausreichende Reserven, um auch andere oder mehrere Grafikkarten (auch miteinander) zu betreiben.

In der aktuellen Konfiguration benötigen wir sekundärseitig maximal 600 Watt im Stresstest, aber ein paar Reserven sind durchaus angemessen und erwünscht.

Grafikausgabe: Eizo EV3237-BK

Der Monitor macht am Ende genau das, was wir benötigen und bietet eine wirklich angemessene Darstellungsqualität, wie man sie sich im professionellen Bereich einfach wünscht. Das sehr blickwinkelstabile IPS-Panel mit 32 Zoll Bildschirmdiagonale löst nativ mit 3840 x 2160 Pixeln auf und bietet zudem auch den im CAD/CAM-Bereich benötigten Farbraum, ist aber am Ende doch ein gewollter Kompromiss. Für sehr farbkritische Arbeiten sieht Eizo nämlich die Color-Edge-Produktlinie vor, während unser Modell mit einer weißen LED-Hintergrundbeleuchtung auskommen muss, was den Farbraum naturgemäß etwas einschränkt. Trotzdem ist dies natürlich Jammern auf höchstem Niveau.

Der Monitor bietet uns Ultra-HD samt 60 Hz Bildwiederholrate im SST-Modus (Single-Stream-Transport), was die MST-Probleme unseres alten Dell-Monitors Gott sei Dank beseitigt. Für Hardcore-Spieler fällt die Reaktionszeit subjektiv etwas groß aus, für unsere Zwecke ist der Monitor jedoch ausreichend schnell genug.

Für alle, die sich nicht alles merken konnten (oder wollten), gibt es zum Abschluss noch einmal die Tabelle mit den verbauten Komponenten.

Komponentenübersicht
Hardware:
AMD Threadripper X1950X
ASRock X399 Taichi
32 GB Apacer Fire Blade DDR4 3200 (4x 8GB)
AMD Radeon Vega Frontier Edition
2x Crucial MX300 1TB SSD
Western Digital Red 4 TB
Kühlung:
Thermaltake Floe Riing RGB 360 AiO-CPU-Kühler
Gehäuse und Netzteil:
Cooler Master Cosmos C700P
Cooler Master V850 80+ Gold
Monitor: Eizo EV3237-BK
Betriebssystem Windows 10 Pro (alle Updates)
Radeon Pro Software

Zusammenbauen mussten wir alles natürlich selbst und auch diverse Tests standen natürlich noch mit auf dem Programm. Also bitte umblättern!

Einmal ist immer das erste Mal. Und so hat es am Ende nun auch Alphacool geschafft, einen soliden Fullcover-Wasserkühlungsblock auf den Markt zu bringen. Was Lange währt, wird gut? Genau das wollen wir heute testen. Mit am Start ist natürlich auch wieder der Chiller, der uns die konstanten Temperaturen liefern wird, die wir für die Vergleichswerte in den einzelnen Messreihen unbedingt benötigen.

Nachdem wir bereits die AMD RX Vega64 mit einem Fullcover-Kühler von EK Waterblocks getestet hatten, gibt es nun einen Test mit einer RX Vega56, die sich auch bei den Käufern aufgrund ihres (damaligen) Preises einer etwas größeren Beliebtheit erfreute und natürlich auch immer noch erfreut.

Bei den Preisen liegt Alphacool im guten Durchschnitt bzw. knapp darüber, denn das Komplett-Paket für alle Vega-Referenz-Karten (und auch das für die GeForce GTX 1080 Ti FE) kostet in der günstigeren Acetal-Variante 119,95 Euro incl. MwSt. und mit Plexi-Cover (heute im Test) und RGB-Leiste 149.95 Euro.

Lieferumfang und Zusammenbau

Neben dem eigentlichen Wasserblock, einer vorinstallierten RGB-LED-Leiste und der Backplate befinden sich im Lieferumfang noch alle benötigten Schrauben, ein Innensechskant-Werkzeug, die wichtigen Wärmeleitpads, Wärmeleitpaste (OEM Version der Gelid GC Extreme), sowie ein gut bebildertes Handbuch (dessen Schritte allerdings etwas logischer gestaltet werden könnten).

Der äußere Rahmen sowie die Backplate bestehen aus geschwärztem Leichtmetall, der Kupferblock des Kühlers wurde vollflächig vernickelt und das Cover im Inneren besteht aus dem üblichen Acryl. Neben der an der Unterseite eingesetzten und wechselbaren RGB-Leiste, ließen sich zumindest einzelne Elemente des Rahmens farblich noch durch optionale Applikationen anpassen. Ansonsten bleibt es beim für Alphacool typischen mattschwarz, auch auf der Rückseite bei der durchgängig abschließenden Backplate.

Die RGB-LED besitzt den üblichen, standardisierten 4-Pin-Anschluss und kann so auch problemlos am Mainboard oder einer anderen RGB-Steuerung angeschlossen werden.

Die Anschlüsse kann man natürlich auch tauschen. Einfach drei Schrauben entfernen, abziehen und den neuen Part aufsetzen. Festschrauben und fertig. Die passenden Dichtungen und drei neutrale, schwarze Schrauben liegen dem Zubehör bei.

Der Kühlblock verfügt oberhalb der GPU über eine mittig gelagerte Wasserzuführung, wobei das Wasser dann durch die Mikrokanäle nach außen fließt, um dann jeweils an den Außenseiten am Schluss wieder zusammengeführt zu werden. Ansonsten setzt man bei Alphacool auf eine sehr großflächige, vom Wasser direkt gekühlte Fläche, was auch den Spannungswandlern und weiter entfernt von der GPU positionierten Komponenten entgegenkommt.

Wer aufmerksamer hinsieht, hat sicher auch schon erkannt, dass die Logos um 180° verdreht worden sind. Das ist für die Verkaufsversion bereits korrigiert worden, denn wir testen hier noch ein Validierungssample aus der Vorserie. Bis auf die Aufdrucke, das gedreht eingravierte AMD-Logo und Kleinserien-typische Schönheitsfehlerchen entspricht unser Testmuster jedoch vollends der Serie. Auch, was die Performance betrifft.

Kommen wir nun zur Reihenfolge der Vorarbeiten. Entgegen den Hinweisen aus dem Handbuch haben wir zuerst die Pads aufgelegt und danach erst die Wärmeleitpaste aufgebracht. Außerdem soll man laut Anleitung die Pads auf die Platine legen. Dies aber gestaltet sich insofern schwierig, weil man die Platine später ja umdrehen muss, um sie von oben auf den liegenden Kühlblock aufzulegen. Vor allem die größeren Pads fallen dann schnell wieder ab.

Es gibt dafür zwei Lösungswege. Entweder legt man die größeren Pads gleich auf den Kühlblock in die dafür vorgesehenen Vertiefungen (unsere Empfehlung), oder aber man besprüht die sehr trockenen Pads mit etwas Silikonspray für eine bessere Haftung. Bei den Pads meint es Alphacool übrigens viel zu gut, denn die Spulen im Eingangsbereich muss man definitiv nicht kühlen. Das betrifft auch den kompletten Spannungswandlerbereich für VPP, VDDCI, sowie die Teilspannungen für 1.8V bzw. 0.9V. Diese kleinen Pad-Krümel bringen effektiv nichts und kosten beim Assemblieren nur unnötig Zeit.

Die Wärmeleitpaste ist bei der RX Vega56 wegen des sehr empfindlichen Interposers und bei den ungemoldeten Packages auch wegen der abweichenden Höhe von GPU und HBM2-Speicher nicht ganz einfach zu handhaben. Die mitgelieferte GC Extreme ist eine sehr gute Paste, aber leider viel zu viskos. Entweder, man erwärmt sie zuvor in einem wasserdichten Tütchen auf ca. 60°C, oder man setzt gleich auf eine flüssigere Paste.

Beim großflächigen und dünnen(!) Verstreichen, sollte die Richtung immer in Richtung Speicher gehen, weil man hier wegen der tieferen Oberkante am meisten Paste benötigt. Wer Angst vorm Interposer hat, kann auch den Kühler sehr dünn mit Paste versehen. Die Industrie bringt die Pasten ja auch stets auf dem Kühler auf, weil es produktionstechnisch so besser realisierbar ist.

Die Rückseite zeigt deutlich, dass man den Kühler deutlich höher gezogen hat, als es die Platine eigentlich erfordern würde. Allerdings liegen bei der RX-Vega einzelne Spannungswandler auch sehr nah an der Oberkante, so dass Alphacool für die Bereiche am In- und Outtake einfach mehr Platz für einen großflächigeren Durchfluss geschaffen hat. Dass dies durchaus Wirkung zeigt, werden wir gleich noch sehen. Außerdem verringern sich durch die großzügigere Wasserführung auch die Wirbel im Kühler.

Die Rückseite soll nach Anleitung im Handbuch im Bereich der Spannungswandler ebenfalls mit Pads versehen werden. Dazu kommen dann noch die Pads für die Rückseite hinter den Spulen im Eingangsbereich, sowie für den PWM-Controller. Wir werden allerdings gleich noch sehen, dass die Kühlung über die Backplate bei einem potenten Fullcover-Wasserblock reichlich sinnlos ist.

Das wiederum führt gewisse Konstruktionen am Markt, die sogar mit aufwändigen Heatpipes arbeiten, ein wenig ad absurdum und gerät schnell in den Märchenbereich der optischen Verballhornungen. Das Teil ist und bleibt pure Optik und selbst die Arbeit mit den Pads könnte man sich eigentlich fast schon schenken. Und nun messen wir und belegen das, was wir eben hier behauptet haben, auch mit Fakten.

Der größte Gewinn ist definitiv erst einmal (k)ein Verlust. Nachdem einem die unsägliche Funkturmkletterei bei Far Cry 4 noch unnötig auf den Sender ging, darf man diesmal stressfrei Karten in zuvor befreiten Stützpunkten einsammeln oder selbst das Gelände erkunden. Wenn man dabei nicht von den gefühlten Myriaden an Wölfen, Bären und Stinktieren neugierig angeknabbert, genüsslich verspeist oder zumindest bös einparfümiert wird. Aber abstinken kann man auch so, wenn auch nicht so oft wie in den Vorgängern.

Und sonst? Man ist wie immer der Gute, darf diesmal in Gottes eigenem Land die verballhornte Trumpifikation in Personalunion zugedingster Kleriker bestaunen und sich über so manchen Dialog der waffenfanatischen Hinterwäldler geradezu scheckig lachen, wenn man nicht wider Erwartens zu denen gehört, die den Zielscheiben der reichlich frechen Einlassungen ungeteilte Sympathie entgegenbringen. Auch das soll es ja geben. Aber die spielen sowieso was anderes.

Synapsenaufweichende Drogen gibt es auch wieder und mit der gehörigen Portion Bliss wird das Leben diesmal, anstelle des klatschmohnroten Gehirnschleudertraumas aus Far Cry 4, endlich einmal grandios persilkonform weißgespült.

Neben der gewohnten Portion DRM und dem obligatorischen Launcher setzt Ubisoft leider auch auf EAC (Easy Anti-Cheat). Dieser hybride, server- und client-seitige Anti-Cheat-Service ist eigentlich vorranging zum Schutz von Multiplayer-Spielen entwickelt worden und man darf sich am Ende dann schon fragen, was diese Spaß- und Leistungsbremse in einem als Karrierespiel ausgelegten Single-Player-Titel zu suchen hat. Kanonen, Spatzen und so…

Zumal mittlerweile bereits nach vier Tagen erste Trainer und Cheatprogramme in der Lage waren, EAC auch ohne das Austauschen der Originaldateien mit einem eigenen Launcher zu überwinden und Manipulationen der Spielstände und Werte zu ermöglichen (Stealth, unendliche Ausdauer/Gesundheit, kein Nachladen, unbegrenzt Munition und Geld usw.). Das übliche Hase-Igel-Prinzip eben.

Apropos Spaßbremse. Einzig die strunz- und prunzdumme KI wird dem Gesamtkonzept aus poppiger Grafik, peppigen Dialogen und pappiger Musik nicht wirklich gerecht. Der Unterschied zwischen schwer und leicht definiert sich meist nur in der Anzahl der irrlichternden Gehirnamputanten, die ziemlich unkoordiniert hier und da mut- und eigenwillig herbeigespawnt werden und deren einziges Ziel es zu sein scheint, sinnlos Munition in die Landschaft zu pusten und sich teilweise gegenseitig über den Haufen zu rennen. Es ist in diesem Zusammenhang schon verwunderlich, wenn man auf einer frei einsehbaren Fläche steht, sich hinter einem im Umkreis von 100 Metern niemand befindet und man doch nach nur 5 Sekunden einen Schlag mit einem Spaten auf den Hinterkopf bekommt. Das ist nicht nur Doping für die Haare, sondern schlicht unmöglich.

Diese militanten Ölgötzen der geistig etwas schlichteren Art lassen sich immerhin recht elegant wegsnipern und so lohnt die Investition in ein ordentliches Zielfernrohr und die richtige Waffe allemal, um das geistige Ungleichgewicht gleich komplett zu beenden. Überhaupt ist die Aufteilung in Story- und Nebenmissionen, sowie diverse Quests ganz gut gelungen. Einzig der Umstand, dass man nur einen Speicherpunkt hat und bei laufender Mission die Kontrollpunkte stellenweise arg weit auseinander liegen, wird den Duellanten etwas ärgern. Denn auch ein Abbrechen einer einmal laufenden Mission ist nicht möglich und man fällt immer vollständig auf den letzten Speicherpunkt zurück.

Dafür sind die Waffen vielseitig. Wir haben unsere Fähigkeitenpunkte wie immer erst einmal in ein größeres Holster investiert, was es einem erlaubt, sekundär auch einen irgendwo herumliegenden Raketenwerfer mitzunehmen bzw. selbigen bei einem der unzähligen Händler zu erwerben. Dann hat man auch das richtige Werkzeug zur Beseitigung der knatternden Luftverschmutzung parat, welches uns richtig viel Spaß bereitet hat.

Die Grundperformance ist bereits nach dem Launch fast schon als grandios zu bezeichnen. So lässt sich das Spiel mit einer GeForce GTX 1080 Ti sogar in Ultra-HD noch mit fast allen Reglern auf Maximum spielen und auch die CPU ist jetzt nicht so sehr der Bremsklotz der Nation. Auch mit schwächeren und / oder älteren Grafikkarten kann man die Pixel noch recht spritzig anschubsen, um nicht als hoppeliges Mäusekino zu enden. Die Grafikqualität mit der nochmals aufgebohrten Dunia-Engine kann sich wirklich sehen lassen und man merkt die erfolgten Optimierungen sofort. Dass dieser AMD-Titel dann auch auf älteren AMD-Pixelschnippsern gut läuft, ist dann natürlich auch eine Sache der Ehre.

Leichte Fehler findet man zwar auch hier, wenn z.B. Tiere sogar in höheren Settings keine richtigen Schatten werfen oder sogar frei zu schweben scheinen. Auch diverse kleinere Clipping-Fehlerchen und vermeintlich vom Apfel gestochene KI-Nachtschattengewächse, die sich minutenlang um sich selbst drehen oder mit dem Auto ineinander fahren, haben wir mehrfach bewundern dürfen. Doch das sind verzeihbare Ausnahmen, weil der Gesamteindruck trotz allem wirklich erstaunlich positiv ausfällt.

Man darf auch gern in die untergehende Sonne schießen und diverse Rutschpartien unternehmen, die Spielemechanik ist weitgehend gleichgeblieben. Man muss also nicht umdenken, sondern darf sich gleich wieder wohl und wie zu Hause fühlen. Fehlen diesmal auch die unsäglichen Funktürme, so hat man es sich nicht nehmen lassen, diese Kletterelemente in die Story mit einzubauen. Nur eben nicht so gehäuft. Hat man z.B. das Vater-Monument, bei dem wohl selbst Stalin vor Freude hyperventiliert hätte, mit z.B. dem Raketenwerfer schnellentkernt, darf man wieder nach oben. Nicht das einzige Mal übrigens. Nur ist es eben nicht mehr ganz so langweilig und Endlosschleifen-kompatibel.

Die Zwischenszenen sind ganz nett gemacht und lassen sich meist auch überspringen. Manches jedoch auch nicht und dann tickt die Uhr auch gefühlt langsamer als man dabei dann die Geduld verliert. Aber geschenkt, auch das ist eher die Ausnahme.

Die Tageszeiten wechseln in einem recht angenehmen Tempo, so dass man sich die Strategie recht gut aussuchen könnte. Leider entdeckt einen die KI genauso schnell bzw. langsam, egal ob es nun stockdustere Nacht oder gleißende Mittagssonne als ambientes Großereignis auf dem Bildschirm gibt. Ein System dahinter ließ sich nicht feststellen und eine Annäherung endete immer genau an exakt der gleichen Stelle. Aber auch das kann man mit großzügiger Nonchalance tolerieren, denn als snipernder Wegpustefix hat man eh die besten Karten. Und wer es nicht filigran kann oder will: der Spaten mit dem fetzigen Smiley tut seinen Job wahrlich grandios und nimmt jeden Gegner galant auf die Schippe.

Die freie Welt ist recht groß geraten, die Story umfangreich genug (wenn auch nicht Oskar-verdächtig konstruiert), und man bekommt jede Menge Flora und Fauna aufs geistige Auge gedrückt. Fürs Ohr hat man teilweise recht doppelsinnige Dialoge bereit, die auch in der Übersetzung kaum an Spritzigkeit einbüßen. Gepaart mit einer für den Launch recht flotten Erstperformance und einem schicken Map-Editor ist das Spiel zwar keine bahnbrechende Neuerung, dafür aber eine wirklich gelungene Fortsetzung, die man gern kaufen darf.

Dafür bekommt Far Cry 5 sogar eine verbale Empfehlung des eigentlich ansonsten eher mäkeligen Autors, denn man hätte es wesentlich schlechter, dafür eigentlich kaum deutlich besser hinbekommen können. So gesehen ist es in fünfter Generation, und das ist kein Aprilscherz, endlich mal wieder ein Far Cry, welches so richtig reinhaut. Trotz Launcher und EAC.

Update vom 01.04.2018 19:10 Uhr

Nach einigen Berichten über missglückte Savegames waren auch wir nun mittlwerweile von solch einer Art Missgriff beim Laden betroffen. Es kann aktuell nur geraten werden, nicht manuell in der Nähe von Felsvorsprüngen, Klippen oder Ähnlichem zu speichern. Die Positionierung beim Neuladen ist sporadisch fehlerhaft, so dass man sich nach dem Ladevorgang bereits im freien Fall befindet. Wohl dem, der geistesgegenwärtig Fallschirm oder Wingsuit einsetzen kann. Der Aufprall wird so wenigstens nicht lebengefährlich.

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