Vernunft statt Übergewicht: Gigabyte RX Vega64 Gaming OC im Test

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Zusammenfassung

Zur Gigabyte RX Vega56 Gaming OC haben wir bereits ein sehr ausführliches Fazit geschrieben, das in gleicher Forum uneingeschränkt auch für die größere Schwester gilt. Butter-und-Brot statt Leuchtturmprojekt und Kostenoptimierung für das eigene Wohlbefinden statt Vergeudung eigener Ressourcen. Dass das Konzept, wenn wohl auch eher unerwartet, aufgehen kann, zeigen die überwiegend positiven Reaktionen auf das Review der kleineren Schwesterkarte. Es muss also nicht immer extensives Prahlen mit Skills und purer Kühlmasse sein; manchmal reicht auch schon eine Prise Vernunft.

Sieht man diese Karte als Basismodell für eine RX Vega64, dann hat Gigabyte also kaum etwas falsch, dafür durchaus vieles richtig gemacht. Zum Imageträger hingegen taugt allerdings auch diese Karte nicht. Für ihr Gewicht und den verbauten Kühler ist sie jedoch erfreulich leise, leidet aber konstruktions- und layoutbedingt unter einer partiell recht heißen Platine. Sicherlich ist das nichts, was die Karte sofort in die ewigen Jagdgründe schickt, aber es ist trotzdem schlicht unnötig. Gut, dass Gigabyte gleich passende BIOS-Updates nachgeschoben hat, was nicht selbstverständlich ist.

Eine Extra-Erwähnung widmen wir an dieser Stelle erneut der verwendeten DHT-Lösung. Obwohl es eigentlich ja ein typischer Kostensenker ist, weil man sich damit einen teuren Kupfer-Heatsink oder eine noch teurere Vapor-Chamber spart, gebührt der millimetergenauen Abdeckung ein anerkennendes Lob. Wenn es also unbedingt DHT sein soll, dann bitte so! Der Unterschied der erreichten Performance zur Sapphire-Karte ist der Beweis, dass man auch beim Sparen nicht gleich alle Skills vernichten muss.

Takt und Leistungsaufnahme liegen in einem vernünftigen Rahmen, den der Kühler noch gut und leise stemmen kann. Womit sich die Karte auch bei der Spieleperformance genau dort positioniert, wo man sie erwarten kann. Übertakten mit der Brechstange geht kaum, es sei denn, man propellert deutlich höher und lebt mit den akustischen Folgen. Oder man nimmt sich richtig viel Zeit und findet das Optimum für das individuelle Untervolten heraus. Natürlich immer mit dem Risiko, dass eine neue Treiberversion oder ein Windows-Update alles bei null starten lassen. Der WattMan allein ist dazu leider aktuell kaum geeignet.

Fazit

Angebot und Nachfrage sind bei Vega-Karten komplett aus dem Ruder gelaufen, leider. Was nützt das schönste oder günstigste Konzept, wenn AMD die Boardpartner nur nach dem Gießkannenprinzip mit Packages beglückt und der treue Kunde dann eher in die Röhre guckt? Sollte es wieder Karten mit Vega- oder Vega-Refresh-Chip in nennenswerten Stückzahlen geben, wäre die Gigabyte RX Vega64 Gaming OC eine vernünftige Alternative für all diejenigen, die nicht für ein paar wenige Mehr-FPS gleich den Dauerparkplatz an der Steckdose pachten wollen. Auspacken, einbauen, glücklich sein. Geht nämlich auch.

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