Monat: Januar 2018

Wichtige Vorbemerkungen

Da die eigentliche Performance aller Boardpartnerkarten der GeForce GTX 1070 Ti ab Werk durch den fest vorgegebenen Basis- und Boost-Offset für alle Hersteller sehr ähnlich ausfallen muss, hängen die real erreichten Ergebnisse eher vom in der Praxis tatsächlich erreichten Boost-Takt, und somit indirekt von der Kühlung und primär auch der Güte des jeweiligen Chips ab.

Es ist innerhalb der notwendigen Toleranzbereiche definitiv NICHT möglich, dass man die Performance einer bestimmten Karte pauschal allen anderen voranstellen könnte. Wir haben deshalb bei den Benchmarks keine Herstellerbezeichnung mehr verwendet, denn ja nach Chipgüte kann jede Karte eines beliebigen Herstellers zur unteren oder oberen Leistungsgrenze tendieren.

Jeder auf Benchmarkbalken basierende Test ist somit nur eine auf Zufällen basierende Momentaufnahme eines einzelnstehenden Exemplars. Genau deshalb haben wir den Schwerpunkt dieser Einzelreviews vor allem auf die eigentliche technische Umsetzung jedes Modells gelegt und dies mit unserem Equipment auch sehr gut dokumentieren können.

Die nachfolgenden Tests werden einmal mehr zeigen, wie sinnlos es eigentlich ist, Karten nur im offenen Bench Table zu testen. Je nach Design zeigen sich nämlich erst im eingebauten Zustand mögliche Anfälligkeiten und Schwächen des Kühlerdesigns. Deshalb ist es zwingend notwendig, am Ende beides zu testen und auch gegenüberzustellen.

Übersicht aller bisher getesteten Karten

Nachfolgend listen wir all unsere umfangreichen Einzel-Reviews zur GeForce GTX 1080 Ti auf, die ja vor allem bei den technischen Besonderheiten und den Details der Umsetzung in der Produktion punkten. Wer also neben den vergleichenden Auswertungen dieser Zusammenfassung noch einmal so richtig in die Tiefe gehen möchte, sei dazu natürlich eingeladen:

Modell Datum
Vorschau
Colorful iGame
GTX 1070 Ti
VulkanX Top

23.01.2018

Gainward
GTX 1070 Ti
Phoenix
05.12.2017

Gigabyte
GTX 1070 Ti
Gaming 8G
16.11.2017

KFA2/Galax
GTX 1070 Ti
EX
28.11.2017

KFA2/Galax
GTX 1070 Ti
Hall of Fame

16.01.2018

Nvidia GeForce
GTX 1070 Ti
Founders Edition
02.11.2017

MSI
GTX 1070 Ti
Titanium 8G
09.11.2017
Zotac
GTX 1070 Ti
Amp! Extreme
09.11.2017

Spezifikationen

Da die Spezifikationen ab Werk bei allen GeForce GTX 1070 Ti identisch sein müssen, gilt die nachfolgende Tabelle für alle Karten in gleichem Maße:

GPU
GeForce GTX 1080 (GP104)
GeForce GTX 1070 Ti (GP104) GeForce GTX 1070 (GP104)
SMs
20 19
15
CUDA Cores
2560 2432
1920
Base Clock
1607 MHz
1607 MHz
1506 MHz
GPU Boost Clock
1733 MHz 1683 MHz
1683 MHz
GFLOPs (Base Clock)
8228 7816
5783
Texture Units
160 152
120
Texel Fill Rate
277.3 GT/s 244.3 GT/s
201.9 GT/s
Memory Data Rate
10 Gb/s 8 Gb/s
8 Gb/s
Memory Bandwidth
320 GB/s 256 GB/s
256 GB/s
ROPs
64 64
64
L2 Cache
2MB 2MB
2MB
TDP
180W
180W
150W
Transistors
7.2 Mrd. 7.2 Mrd.
7.2 Mrd.
Die Size
314 mm² 314 mm² 314 mm²
Process Node
16nm 16nm 16nm

Testsystem und Messmethoden

Das neue Testsystem und die -Methodik haben wir im Grundlagenartikel “So testen wir Grafikkarten, Stand Februar 2017” (Englisch: “How We Test Graphics Cards“) bereits sehr ausführlich beschrieben und verweisen deshalb der Einfachheit halber jetzt nur noch auf diese detaillierte Schilderung. Wer also alles noch einmal ganz genau nachlesen möchte, ist dazu gern eingeladen. Allerdings haben wir CPU und Kühlung noch einmal verbessert, um für diese schnelle Karte mögliche CPU-Flaschenhälse weitgehend auszuschließen.

Interessierten bietet die Zusammenfassung in Tabellenform schnell noch einen kurzen Überblick:

Testsysteme und Messräume
Hardware:
Intel Core i7-6900K @4,3 GHz
MSI X99S XPower Gaming Titanium
Corsair Vengeance DDR4-3200
1x 1 TByte Toshiba OCZ RD400 (M.2, System SSD)
2x 960 GByte Toshiba OCZ TR150 (Storage, Images)
Be Quiet Dark Power Pro 11, 850-Watt-Netzteil
Windows 10 Pro (alle Updates)
Kühlung:
Alphacool Eisblock XPX
Alphacool Eiszeit 2000 Chiller
2x Be Quiet! Silent Wings 3 PWM (Closed Case Simulation)
Thermal Grizzly Kryonaut (für Kühlerwechsel)
Gehäuse:
Lian Li PC-T70 mit Erweiterungskit und Modifikationen
Modi: Open Benchtable, Closed Case
Monitor: Eizo EV3237-BK
Leistungsaufnahme:
berührungslose Gleichstrommessung am PCIe-Slot (Riser-Card)
berührungslose Gleichstrommessung an der externen PCIe-Stromversorgung
direkte Spannungsmessung an den jeweiligen Zuführungen und am Netzteil
2x Rohde & Schwarz HMO 3054, 500 MHz Mehrkanal-Oszillograph mit Speicherfunktion
4x Rohde & Schwarz HZO50, Stromzangenadapter (1 mA bis 30 A, 100 KHz, DC)
4x Rohde & Schwarz HZ355, Tastteiler (10:1, 500 MHz)
1x Rohde & Schwarz HMC 8012, Digitalmultimeter mit Speicherfunktion
Thermografie:
Optris PI640, Infrarotkamera
PI Connect Auswertungssoftware mit Profilen
Akustik:
NTI Audio M2211 (mit Kalibrierungsdatei)
Steinberg UR12 (mit Phantomspeisung für die Mikrofone)
Creative X7, Smaart v.7
eigener reflexionsarmer Messraum, 3,5 x 1,8 x 2,2 m (LxTxH)
Axialmessungen, lotrecht zur Mitte der Schallquelle(n), Messabstand 50 cm
Geräuschentwicklung in dBA (Slow) als RTA-Messung
Frequenzspektrum als Grafik

Mit der Orcus 240 verlässt Raijintek die mittlerweile ja nun wahrlich ausgetrampelten Pfade der üblichen Pumpenpositionierung, welche zudem auch immer wieder Futter für diverse, doch recht trollige Patentanwälte bot. Nicht auf dem Kühler, nicht im oder nicht am Radiator? Nun ja, viel bleibt dann ja nicht übrig.

Und so weicht man elegant auf den Schlauch als potenten Pumpenträger aus und schlägt damit gleich noch zwei fette Stubenfliegen mit einer Klappe. Wir werden gleich noch sehen, warum diese Klatsche kein Fehler ist.

Triton war gestern, einschließlich aller Material- und damit Haltbarkeitsprobleme. Jetzt wird wirklich alles anders. Wirklich? Lassen wir uns überraschen! Anderer Supplier, neues Glück. Kann klappen, wenn man es nur aufmerksam genug angeht.

Schaun’ wir mal, denn wenn wir wirklich ehrlich sind: ganze 109 Euro inkl. MwSt. für eine 240er AiO mit zwei RGB-Lüftern und -Controller mit Funkfernbedienung bzw. Mainboardsteuerung samt eines integrierten Hubs für bis zu 8 PWM-Lüfter sind eine richtig fette Kampfansage.

Lieferumfang

Packen wir’s an und somit auch erst einmal aus. Die eigentliche All-in-One Kühlung wird komplett verschlaucht und befüllt geliefert, was sie von der Open-Loop-Konstruktion der Triton dann doch deutlich unterscheidet. Die Gründe liegen auf der Hand, denn nur allzu oft ging das Pumpengehäuse kaputt, weil ungeübte oder übereifrige Finger die Anschlüsse viel zu fest angezogen haben. Und immer dort, wo es dann richtig spannend wurde, hat es schlicht und einfach knack gemacht. Plörre outside inklusive.

Dazu passend liefert Raijintek zwei 120er Full-RGB-Lüfter der Iris-Serie mit, die an den ebenfalls enthaltenen RGB-Controller angeschlossen werden (sollten/können). Das Gleiche gilt auch für die Illumination des Pumpengehäuses. Dazu gibt es noch eine echte Funkfernbedienung, sollte das Mainboard keinen RGB-Ausgang besitzen und natürlich die benötigten Kabel. Blieben dann noch das Mounting-Kit und ein nettes Fläschchen mit geruchsneutralem Eau de Refroidissement, um ggf. den Füllstand wieder etwas aufzufrischen.

Gesamtkonzeption

Dass man für 109 Euro keine Vollkupfer-Statuette für die Ahnengalerie bekommt, sollten einem bereits Logik und Verstand sagen. Doch da sind die Mitwerber nicht besser aufgestellt und es kommt einmal mehr darauf an, das richtige Coolant zu nutzen und die Flüssigkeit auch irgendwann mal ganz zu tauschen, bevor der Schleim und andere Absonderungen das Innenleben wie Schmodder andicken. Korrosion durch galvanische Zaubertricks nach dem Überschreiten des Coolant-Lebenshöhepunktes inklusive. Im Detail heißt dies, dass der Kühlblock aus Kupfer und der Radiator aus Aluminium ist. Mit der Bombe muss man bei diesem Preis halt leben.

Für bestimmte Folgen aus dieser reaktionsfreudigen Konstellation hat Raijintek als einer der weniger Anbieter eine Lösung in Form eines Stopfens parat, der den Keim abzulassen hilft und gleichzeitig die Nach- und Befülloption offenlässt. Wie sich der Zustand der Innenbefüllung gerade so darstellt, sieht man im Pumpengehäuse ziemlich gut, einschließlich des aktuellen Füllstandes. Das wiederum ist am Markt selten und in dieser Form schon sehr hilfreich. Der sich drehende Propeller ist hingegen lediglich ein Show-Objekt, welches zumindest anzeigt, dass sich die Blubber auch ja noch fein mitbewegt. Je schneller, umso mehr. Und das auch noch in bunt.

Dass dieser Füllstand sich nicht allzu schnell verringert, hat man bei den 36 cm langen Schläuchen (einschließlich Pumpe und Anschlüsse) mit einkalkuliert, denn hinter der schwarzen Textilummantelung will man dickeres Material verwendet haben, welches weniger Schwund verursacht. Inwieweit das stimmt, können wir aber in so kurzer Zeit weder testen noch abschätzen. Da wir aber schon AiO-Kühlungen im Archiv hatten, deren Innenleben nach nur 2 Jahren nicht mehr als brauchbar zu bezeichnen war, ist jeder kostenlose Pflegehinweis besonders hervorzuheben. Die Raijintek Orcus 360 bietet übrigens 40 cm brutto als Länge für die Verschlauchung, das sollte wirklich reichen.

Die Pumpe und deren Besonderheiten

Jede Wasserkühlung lebt auf Pump, samt aller möglichen Begleiterscheinungen. Um irgendwelchen Patent-Trollereien von vornherein auszuschließen, befindet sich das Pumpengehäuse nun im Schlauch. Der Abstand zum Radiator sollte zudem ausreichen, um noch alle nötig werdenden Biegungen schmerz- und kollisionfrei hinzubekommen.

Der Vorteil dieser Positionierung ist die faktisch vollständige Entkopplung der rotierenden Teile vom Gesamtsystem einschließlich Gehäuse. Körperschall ist Rauch von gestern und auch die mit Absicht gewählte Pumpendrehzahl von ca. 4000 U/min ist hier eine produktive Komponente. Frequenzen um die 2.5 bis 3,5 KHz nimmt das menschliche Ohr deutlich prägnanter wahr, so dass eine Verringerung der Drehzahlen für das subjektive Wohlempfinden des Nutzers kaum etwas bringen durfte.

Dazu kommt, dass die Pumpe trotz allem noch etwas Luft nach oben besitzt und nicht mit voller Leistung fährt. Die normalerweise anliegenden 80% der möglichen Maximaldrehzahl reichen für die optimale Umwälzung völlig aus. Weitere, manuelle Verringerungen steigern die Performance nicht und es wird auch nicht (noch leiser). Denn eines muss man der Pumpe und ihrer Positionierung fairerweise auch bescheinigen: man hört sie kaum bzw. gar nicht, wenn noch andere Quellen ebenfalls Betriebsgeräusche erzeugen. Es ist, in Bezug auf die Pumpe, eine der leisesten AiO-Lösungen, die wir je messen konnten.

Lüfter und RGB-Controller

Raijintek bietet ein Rundrum-Wohlfühlpaket mit individuell anpassbarer Einfärbung an und setzt dabei auf 120-mm-Lüfter der Iris-Serie. Die sind zwar nicht die absolute Spitze der Lüfter-Evolution, aber durchaus brauchbar und bieten zudem genügend statischen Druck. An der Lüfterleistung wird es also nicht scheitern, das haben wir gemessen. Die Geräuschentwicklung ist zumindest akzeptabel, wenn man nicht gerade ein offenes Feuer mit dieser AiO herunterkühlen möchte. Die Messwerte auf der nächsten Seite werden das bestätigen.

Insgesamt ist es somit eine kunterbunte und sogar noch einigermaßen geräuscharme Luftbespaßung, bei der man auch den Preis als Messlatte mit im Hinterkopf behalten sollte. Es gibt nämlich auch deutlich teurere und trotzdem nicht bessere Luftikusse.

Der mitgelieferte Hub für bis zu 8(!) Abnehmer (weitere Lüfter, RGB-Verbraucher wie z.B. das Kühlergehäuse usw.) bietet zwei Features für Farbspieler aus der Bundesliga. Entweder, man klemmt ihn mittels des beiliegenden Kabels einfach am RGB-Mainboardausgang an (wenn man denn einen hat) und nutzt die Voreinstellungen des restlichen Systems, oder man mischt sich die gewünschte Farbe einfach selbst und kann sich seinerseits noch andere Effekte aufs Auge drücken.

Genau für solche Spielmätze gibt es die Funkfernbedienung, die diverse Farb-Modi oder Farbabstufungen erlaubt. Funk deshalb, weil man so den Hub auch unsichtbar in den Tiefen des PC-Universums verstecken kann und trotzdem noch per Remote erreicht. Die Batterie mussten wir allerdings selbst einsetzen, weil unser Muster per DHL und Luftfracht kam. Neue EU-Richtlinien und Transportvorschriften, wir lieben es. Der Kunde hat diese Probleme jedoch nicht. Die gute alte Seefracht per Container ist diesbezüglich noch nicht totreguliert. Immerhin.

Genug der Trockenübungen. Da jeder wissen will, ob sie auch tut, was sie soll und wie, testen wir das Teil natürlich jetzt auch. Nach dem Weiterblättern.

Colorful besitzt zwar seit Jahren keine deutsche Distribution mehr, aber kaufen kann man diese Karten durchaus noch, solange man im Gegenzug bereit ist, sich auf chinesische Online-Shops einzulassen und auch die Einfuhrabgaben mit einkalkuliert. Allerdings bestellt man auch irgendwie die Katze im Sack: eine Rückgabe gestaltet sich entweder schwierig oder sie ist (fast) unmöglich. Garantieleistungen regelt der liebe Gott und bei Atheisten die Mülltonne.

Für ganz Mutige bleibt aber so wenigstens die Chance, sich optisch und technisch von der Masse mit den üblichen Verdächtigen abzuheben. Ob dies in unserem Fall dann eine gute Idee war? Wir werden sehen, denn dafür gibt es ja schließlich diesen Test.

Lieferumfang

Der Lieferumfang stimmt, denn es gibt diverse Gimmicks und Giveaways in Form eines Multifunktions-Werkzeugs (sogar brauchbar), eines Bit-Sets (ungehärtet und damit eher fragwürdig) und ein paar Handschuhe, die aber eher für asiatische Hände proportioniert wurde. Eine gute mitteleuropäische Männerhand wird zwar zum ungewollten Aufreißer, aber das war es dann auch schon mit der weißen Pracht. Diese Handschuhe sind somit wie der Schnee in diesem Winter: Angucken erlaubt, für mehr recht es dann aber nicht mehr. Also haben wir wieder unsere eigenen benutzt.

Wichtige Vorbemerkungen

Da die eigentliche Performance aller Boardpartnerkarten der GeForce GTX 1070 Ti ab Werk durch den fest vorgegebenen Basis- und Boost-Offset für alle Hersteller sehr ähnlich ausfallen muss, hängen die real erreichten Ergebnisse eher vom in der Praxis tatsächlich erreichten Boost-Takt, und somit indirekt von der Kühlung und primär auch der Güte des jeweiligen Chips ab.

Jeder auf Benchmarkbalken basierende Test ist somit nur eine auf Zufällen basierende Momentaufnahme eines einzelnstehenden Exemplars. Genau deshalb haben wir den Schwerpunkt dieser Einzelreviews vor allem auf die eigentliche technische Umsetzung jedes Modells gelegt und dies mit unserem Equipment auch sehr gut dokumentieren können.

Es ist innerhalb der notwendigen Toleranzbereiche definitiv NICHT möglich, dass man die Performance einer bestimmten Karte pauschal allen anderen voranstellen könnte. Wir haben deshalb bei den Benchmarks keine Herstellerbezeichnung mehr verwendet, denn ja nach Chipgüte kann jede Karte eines beliebigen Herstellers zur unteren oder oberen Leistungsgrenze tendieren.

Software

Der Hersteller bietet per Software (iGameZone) ein One-Click-OC an, um diese von Nvidia vorgegebenen Restriktionen zu umgehen, aber wir würden auf eine echtes, manuelles OC setzen. Allerdings ist dies dann auch mit ärgeren Geräuschen verbunden, wie wir gleich noch sehen werden.

Diese Software dient auch dazu, das Display mit verschiedenen Ausgabewerte und Anzeige-Modi zu konfigurieren. Darüber hinaus können auch noch diverse Full-RGB-Lichteffekte der fast überall verbauten LED angepasst werden (z.B. an den Lüfteraussparungen oder der Rückseite am Kartenende)

Unboxing, Abmessungen und Anschlüsse

Auf das genaue Platinen- und Kühldesign werden wir später noch gesondert eingehen. Die wichtigsten Features zeigen wir zunächst zusammengefasst in einer Tabelle:

Übersicht der Einbaumaße, Features und Anschlüsse
Einbaulänge:
31 cm (Slot-Blende bis Ende Abdeckung)
Einbauhöhe:
12,5 cm (Oberkante Slot bis Oberkante Karte)
Einbautiefe:
4,8 cm (2-Slot)
0,5 cm Backplate
Gewicht:
1327 Gramm
Backplate: Ja, mit Kühlfunktion
Kühlung: Luftkühlung
Vertikal ausgerichtete Kühllamellen
Lüfter:
2x 9cm + 1x 8cm Lüftermodule 
jeweils 9 Rotorblätter
semi-passiv geregelt
Anschlüsse Slotblende:
2x DisplayPort 1.4a
2x HDMI 2.0
1x Dual-Link DVI-I
Sonstige Anschlüsse:
2x SLI Connector
Spannungsversorgung:
8-Pin + 8-Pin PCI-Express

Außenansichten

Die Kühlerabdeckung besteht aus lackiertem Leichtmetall, wobei man hier bereits auf den ersten Blick feststellen kann, dass die ganze Geschichte, so optisch auffällig sie auch sein mag, aerodynamisch und thermodynamisch ein Tiefflug gegen die Abendsonne in Witcher 3 ist.

Die nachfolgenden Tests werden einmal mehr zeigen, wie sinnlos es eigentlich ist, Karten nur im offenen Bench Table zu testen. Je nach Design zeigen sich nämlich erst im eingebauten Zustand mögliche Anfälligkeiten und Schwächen des Kühlerdesigns. Deshalb ist es zwingend notwendig, am Ende beides zu testen und auch gegenüberzustellen.

Wer nämlich die beiden 9 cm- und den mittleren 8 cm-Lüfter dermaßen verquast abdeckt, erzeugt kontraproduktive Wirbel und hörbare Luftabrisse der nächsten Generation, leider. Form folgt Funktion? Wohl eher nicht, zumindest nicht im eingebauten Zustand.


Die Karte ist mit ihren 1327 Gramm bereits ein kleines Schwergewicht. Die Höhe von 12,5 cm ist Durchschnitt, die Einbautiefe von 4,8 cm allerdings schon ganz schön barock, da man fast drei Slots blockiert.

Die Rückseite der Platine ist von einer einteiligen, geschwärzten Aluminium-Backplate mit diversen, lackierten Farbapplikationen verdeckt, die über diverse Lüftungsschlitze und Öffnungen verfügt. Man muss für diese Backplate mindestens weitere fünf Millimeter Tiefe auf der Rückseite einplanen, was für Multi-GPU-Systeme wichtig sein könnte.

Die Oberseite der Karte trägt einen aufgedruckten “GeForce GTX”-Schriftzug, sowie ein Vollfarb-LCD-Display, welches diverse Statusinformationen anzeigen kann und dessen Ausgabe man auch über die mitgelieferte Software steuern kann (siehe weiter oben). Außerdem finden wir noch zwei um 180° gedrehte, 8-polige externe PCIe-Spannungsversorgungsanschlüsse am Ende der Grafikkarte.

Das Ende der Karte zeigt, wie ihre Unterseite, dass die Lamellen vertikal ausgerichtet sind und somit kein Luftstrom in Richtung Kartenende bzw. Slot-Blende geht. Fast die Hälfte wird in Richtung Mainboard gedrückt, was thermisch nicht wirklich die Evolutionskrone darstellt. Allerdings kann man nun streiten, was am Schluss kontraproduktiver ist, denn mehrfach gebogene Heatpipes für ein horizontales Design machen den Transport der Abwärme auch nicht gerade effizienter.


Die Slot-Blende bietet insgesamt die gewöhnten fünf Ausgänge, von denen maximal vier gemeinsam betrieben werden können (Multi-Monitor-Setup). Neben dem Dual-Link-DVI-D (kein analoges Signal durchgeschleift!) finden sich auf der Rückseite noch zwei HDMI-2.0-Ausgänge sowie zwei DisplayPort-1.4-Anschlüsse. Der Rest der Slot-Blende ist mit einigen Öffnungen für den Luftauslass versehen, der aber kaum eine echte Funktion erfüllt.

Der Umschalter dient der Umschaltung auf ein zweites BIOS. Aufgrund der Nvidias Restriktionen beinhaltet dieses BIOS lediglich ein höheres Power Target, was allerdings für ein paar MHz mehr Out-of-the-Box gut ist, jedoch dann auch höhere Geräuschpegel verursacht.

Spezifikationen

Da die Spezifikationen ab Werk bei allen GeForce GTX 1070 Ti identisch sein müssen, gilt die nachfolgende Tabelle für alle Karten in gleichem Maße:

GPU
GeForce GTX 1080 (GP104)
GeForce GTX 1070 Ti (GP104) GeForce GTX 1070 (GP104)
SMs
20 19
15
CUDA Cores
2560 2432
1920
Base Clock
1607 MHz
1607 MHz
1506 MHz
GPU Boost Clock
1733 MHz 1683 MHz
1683 MHz
GFLOPs (Base Clock)
8228 7816
5783
Texture Units
160 152
120
Texel Fill Rate
277.3 GT/s 244.3 GT/s
201.9 GT/s
Memory Data Rate
10 Gb/s 8 Gb/s
8 Gb/s
Memory Bandwidth
320 GB/s 256 GB/s
256 GB/s
ROPs
64 64
64
L2 Cache
2MB 2MB
2MB
TDP
180W
180W
150W
Transistors
7.2 Mrd. 7.2 Mrd.
7.2 Mrd.
Die Size
314 mm² 314 mm² 314 mm²
Process Node
16nm 16nm 16nm

Testsystem und Messmethoden

Das neue Testsystem und die -Methodik haben wir im Grundlagenartikel “So testen wir Grafikkarten, Stand Februar 2017” (Englisch: “How We Test Graphics Cards“) bereits sehr ausführlich beschrieben und verweisen deshalb der Einfachheit halber jetzt nur noch auf diese detaillierte Schilderung. Wer also alles noch einmal ganz genau nachlesen möchte, ist dazu gern eingeladen. Allerdings haben wir CPU und Kühlung noch einmal verbessert, um für diese schnelle Karte mögliche CPU-Flaschenhälse weitgehend auszuschließen.

Interessierten bietet die Zusammenfassung in Tabellenform schnell noch einen kurzen Überblick:

Testsysteme und Messräume
Hardware:
Intel Core i7-6900K @4,3 GHz
MSI X99S XPower Gaming Titanium
Corsair Vengeance DDR4-3200
1x 1 TByte Toshiba OCZ RD400 (M.2, System SSD)
2x 960 GByte Toshiba OCZ TR150 (Storage, Images)
Be Quiet Dark Power Pro 11, 850-Watt-Netzteil
Windows 10 Pro (alle Updates)
Kühlung:
Alphacool Eisblock XPX
Alphacool Eiszeit 2000 Chiller
2x Be Quiet! Silent Wings 3 PWM (Closed Case Simulation)
Thermal Grizzly Kryonaut (für Kühlerwechsel)
Gehäuse:
Lian Li PC-T70 mit Erweiterungskit und Modifikationen
Modi: Open Benchtable, Closed Case
Monitor: Eizo EV3237-BK
Leistungsaufnahme:
berührungslose Gleichstrommessung am PCIe-Slot (Riser-Card)
berührungslose Gleichstrommessung an der externen PCIe-Stromversorgung
direkte Spannungsmessung an den jeweiligen Zuführungen und am Netzteil
2x Rohde & Schwarz HMO 3054, 500 MHz Mehrkanal-Oszillograph mit Speicherfunktion
4x Rohde & Schwarz HZO50, Stromzangenadapter (1 mA bis 30 A, 100 KHz, DC)
4x Rohde & Schwarz HZ355, Tastteiler (10:1, 500 MHz)
1x Rohde & Schwarz HMC 8012, Digitalmultimeter mit Speicherfunktion
Thermografie:
Optris PI640, Infrarotkamera
PI Connect Auswertungssoftware mit Profilen
Akustik:
NTI Audio M2211 (mit Kalibrierungsdatei)
Steinberg UR12 (mit Phantomspeisung für die Mikrofone)
Creative X7, Smaart v.7
eigener reflexionsarmer Messraum, 3,5 x 1,8 x 2,2 m (LxTxH)
Axialmessungen, lotrecht zur Mitte der Schallquelle(n), Messabstand 50 cm
Geräuschentwicklung in dBA (Slow) als RTA-Messung
Frequenzspektrum als Grafik

Als Project CARS 2015 von Bandai Namco Entertainment veröffentlicht wurde, hatten die Entwickler von Slightly Mad Studios bereits mit der Arbeit an dem Nachfolger der Autorennsimulation begonnen. Ab Juni des Jahres konnten sich Interessenten finanziell beteiligen. Im September 2017 wurde Project CARS 2 schließlich veröffentlicht; das Spiel basiert nach wie vor auf der hauseigenen Madness-Engine, die mit der ebenfalls in Eigenregie entwickelten Physik-Engine LiveTrack 3.0 gekoppelt wird.

Project CARS 2 ist ein Multiplattformspiel, das auf der DirectX-11-API basiert – auch wenn die 3D-Engine gleichermaßen DirectX 12 unterstützt. Als maximale Auflösung werden “12K” geboten, sodass das Spiel auf drei 4K-Monitoren genauso wie native auf VR-Brillen ausgeführt werden kann. 

Doch genug der Worte: Was steckt in Project CARS 2?

Weitere Tests
>>>   Star Wars: Battlefront II
>>>   Destiny 2: Zwölf Grafikkarten im Performance-Test
>>>   Prey: Acht GPUs im Performance-Test
>>>  
Dirt 4: Acht GPUs im Performance-Test
>>>   Mass Effects Andromeda: Acht GPUs im Performance-Test
>>>  
Ghost Recon Wildlands: Acht GPUs im Performance-Test
>>>  
For Honor: Performance-Vergleich von sechs Mittelklasse-Grafikkarten

Benchmark-Sequenz

Es ist nie so ganz einfach sich auf eine Sequenz für einen Leistungstest festzulegen, wenn im Spiel kein Benchmark integriert ist. Für diesen Test fiel die Wahl letzten Endes auf eine vergleichsweise einfache Strecke, einen Rundkurs, auf dem sich die einzelnen Messungen leicht reproduzieren lassen: Beim Autodromo Nazionale Monza GP Historic treffen 15 Fahrzeuge auf leichten Nebel. Die Sequenz wird im nachfolgenden Video im Detail gezeigt.

EIne kleine Anekdote am Rande: Da die einzelnen Tests immer wieder reproduziert werden mussten, haben wir uns mit dem Toyota TS040 Hybrid an die Spitze im weltweiten Klassement dieser Strecke gesetzt.

Wer ist mit dem gleichen Auto besser?

Minimale und empfohlene Systemvoraussetzungen

Die Steam-Seite gibt Aufschluss über die vorgesehenen Konfigurationen, die minimal nötig sind, um das Spiel überhaupt nutzen zu können oder aber für ein flüssiges Spielen (also mehr als 60 Frames in der Sekunde) erfüllt werden müssen. Die Grafikkarte scheint bei diesem Spiel die wichtigste Komponente zu sein. Ein Quadcore-Prozessor mit einer nicht zu geringen Taktfrequenz wird allerdings gleichermaßen vorausgesetzt. Im Verlauf des Tests wird sich zeigen was wirklich nötig ist.

Konfiguration Minimum Recommandée
Prozessor Intel Core i5-3450
oder AMD FX-8350
Intel Core i7-6700K
Speicher 8 GB 16 GB
Grafikkarte GeForce GTX 680

DirectX 11

GeForce GTX 1080
oder Radeon RX 480

DirectX 11

Betriebssystem Windows 7, 10 Windows 10
Speicherbedarf 50 GB 50 GB

Schön, bei aller Euphorie muss man natürlich voranstellen, dass solche Billigangebote wohl kaum das Zeug haben dürften, unversehrt Gegenstand archäologischer Ausgrabungen kommender Generationen zu werden. So ehrlich muss man in Bezug auf Materialwahl und damit auch Haltbarkeit schon sein.

Aber so als zeitlich befristete Überbrückung zwischen Clearasil- und Selbstfindungsphase, kann man bei diesem Preis eigentlich gar nichts falsch machen, wenn das Produkt einigermaßen verwertbare Schallemissionen von sich gibt und nicht schon vom bloßen Angucken in einzelne Moleküle zerbröselt.

Die erste Antwort gibt uns der Lieferumfang beim Auspacken. Headset mit fest angeflanschtem Schwanenhalsmikro und satten 2,50 Metern eines textilummantelten Kabels, an dem man sich nach einem infernalen akustischen Schlüsselerlebnis sogar aufhängen könnte, so dick ist es. Doch so weit wird es nicht kommen, versprochen. Außer einer faltbaren Kurzanleitung gibt es auch nichts weiter, was man nicht schon mit bezahlt hätte.

Die USB-Soundlösung befindet sich integriert in der linken Hörmuschel, Treiber braucht man allerdings erst gar keine. Full-RGB gibt es von Haus aus auch nicht und am Ende ist es der ideale On-Night-Stand für Headsets. Reinstecken, funktioniert und hinterher wieder rausziehen. Treiber-Leichen und sonstige Verpflichtungen werden einem nicht auferlegt. Passt also, auch zum Preis.

Optik, Haptik und Funktionalität

Womit wir schon wieder auf den Preis zurückkommen (müssen). Ein optisches Highlight als Eye-Catcher sucht man vergebens, denn es ist alles farblich fein Schwarz in Schwarz abgestuft, wenn man denn Schwarz als Farbe akzeptiert. Farbliche Akzente schafft man am Ende zumindest unter Einsatz von Elektrizität, indem diese blaue LEDs zum Leuchten bringt, die sich hinter dem ebenfalls in vornehmen Schwarz gehüllten Lochmetall der Muschelrückseite befinden. Abschalten geht aber nicht, Effekte gibt es auch keine und das Dosenlicht bleibt somit immer an. Bis zum Rausziehen.

Die Kunststoffbügel sind die üblichen, gebogenen Fiberglasstäbchen, die chinesische Supplier gern auf fremde Köpfe pfropfen. In gewisser Weise sind sie sogar unkaputtbar, womit man die unvermeidbare Erstbruchstelle wohl eher beim sich automatisch anpassenden Kopfband mit Seilaufzug bzw. bei den Kabeln suchen sollte. Aber zumindest mehrere Fall-Tests aus bis zu 1,5 Metern Höhe auf Laminat und das kecke Lassoschwingen am USB-Kabel hat das Testobjekt erst einmal ohne Murren und Knurren weggesteckt.

Neben den üblichen, spritzgegossenen Bodies der Ohrmuscheln bleibt zumindest im Bereich der Materialauswahl alles einheitlich im Niedrigpreisbereich, denn weder die eingesetzten PU-Materialien zur Schonung der Kopfhaut unter dem Band, noch die ganzen anderen Kunststoffteile der Mechanik atmen da einen parfümierten Hauch von Wertigkeit aus. Hält aber erst einmal, wenn man es nicht gerade genervt in die Ecke feuert oder sich brutal draufsetzt. Die finale Antwort darauf, wie lange das in der Summe dann gutgeht, ist bei den 25 Euro aber mit Sicherheit noch nicht eingepreist.

Der Lautstärkeregler ist alles andere als intuitiv zu finden und zudem ziemlich winzig. Da wird man sich erst einmal daran gewöhnen müssen oder besser gleich die Verstellmöglichkeiten am PC nutzen und den Regler auf voller Kraft voraus belassen. Das kann man sogar guten Gewissens tun, denn ein echtes Rauschen provoziert man damit erstaunlicherweise nicht. Was man nicht an Firlefanz verbaut, kann auch nicht Rauschen. Die genaue Antwort kommt dazu gleich noch.

Die Ohrpolster sind zwei ziemlich haltlose Schaumgummiröllchen mit dünner PU-Lederimitatummantelung und nicht gerade formstabil. Aber gerade diese Softies sind es, die den finalen Sitz der Ohrmuscheln garantieren, weil sie sich willenlos in fast jede Position kneten lassen und damit eigentlich auch immer schön dicht abschließen.

Klanglich ist das insofern ganz lustig, weil sich die Klangcharakteristik damit auch hörbar ändert. Positiv gesehen, kann man das aber auch als eine Art Hardware-Equalizer nutzen, wenn einem der Hochton zu sehr auf die Nerven geht. Ein bisschen schiefzupfen und schon werden allzu scharfe Sibilanten zum einem mild säuselnden Abendwind.

Außerdem lassen sich die aufgesteckten Polster recht leicht abnehmen und säubern, was sich auch öfters mal empfiehlt, da es keinen Luftausgleich gibt. Das Mikroklima driftet innerhalb dieser geschlossenen Veranstaltung nämlich schon nach einigen Stunden nonchalant in Richtung Subtropen.

Zu viel negative Schlagzeilen auf einmal? Dann kommen wir doch mal auf den Preis zurück und den Umstand, dass es die meisten der 40- oder 50-Euro-Headsets das alles definitiv kaum besser können. Und schon geht es dem nassen Ohrläppchen wieder besser, denn man hat ja erst einmal die Hälfte gespart. Womit wir beim Rest des Innenlebens angekommen werden. Zeit für einen Tear-Down!

Innenleben und USB-Soundlösung

Schrauben wir das Teile also mal auf. Der solide 50mm-Treiber (nichts wirklich Umwerfendes, aber gute Hausmannskost) ist eingeklebt. Optisch nicht schön, aber schön praktisch und zudem üblich. Die zwei Platinen trennen sich in Hauptplatine und Zusatzplatine mit dem Lautstärke-Potentiometer. Die Verarbeitungsqualität passt schon, die Lötqualität auch, selbst wenn man damit keine Schönheitswettbewerbe gewinnt. Die Zugentlastung der Kabel und Zuführungen geht in Ordnung, zumal wir es alles in der Summe schon deutlich schlechter (obwohl teurer) gesehen haben.

Im Inneren sitzt als Herzstück der übliche Verdächtige. Als USB-Ohrschrittmacher dient ein HS-100B von C-Media. Quadratisch, praktisch, günstig. Gut auch, wenn man den Preis nicht vergisst. Eingebauter DAC, 48K / 44.1KHz Sampling Rate, Kopfhörerverstärker, Pop-Unterdrückung und Low-Pass fürs Mikrofon samt 16-Bit ADC und Boost, Lautstärkeregelung für die Wiedergabe – guter Standard ohne echte Highlights. Aber eben auch ohne Schwächen. Im Gegensatz zum CM56xxx in den deutlich teureren USB-Headsets fehlen zwar die vielen Mixer- und Soundverschlimmbesserungs-Features, aber auf kopflastiges DSP kann man gern verzichten, wenn die Basis stimmt.

Womit wir bei den LED angekommen wären, die ein Kunststoffleuchtband als großflächigen Photonenverteiler nutzen und über die Platine gespeist werden. Das nüchtern-knackige Blau mit den unzähligen Lichthöfen trägt zwar optisch ziemlich stark auf und abschalten kann man es leider auch nicht ohne brutalen mechanischen Eingriff als Totaloperation an den Kabeln, aber der Zielgruppe wird es wohl auch so gefallen. Und falls nicht, dann tröstet einen zur Not ja wenigstens der Preis.

Was ist weiß, etwas übergewichtig und im Rahmen ihrer Gene sogar richtig schnell? Nein, wir schreiben hier nicht über ein fülliges Schneewittchen auf Speed, sondern die Galax GeForce GTX 1070 Ti Hall of Fame, die in Europa aus markenrechtlichen Gründen unter dem Brand KFA² verkauft wird. Sie ist nun die Speerspitze im Produktportfolio des Herstellers, zumindest was die GeForce GTX 1070 Ti betrifft.

Im Vergleich zur bereits getesteten GeForce GTX  1070 Ti EX geht der Hersteller nun den genau entgegengesetzten Weg und packt alles auf und in die Karte, was es dem Kunden wert sein könnte, genau dieses Modell zu kaufen und kein anderes. Mit einer UVP von 490 Euro wäre sie durchaus mittlerweile sogar ein Schnäppchen, doch dazu später mehr.

Der Lieferumfang stimmt, denn es gibt neben diversen Gimmicks und Giveaways sogar noch einen soliden Grafikkarten-Halter, damit die Schöne dem Mainboard keinen Hexenschuss verpasst und keinen krummen Buckel hinterlässt.

Da die eigentliche Performance aller Boardpartnerkarten der GeForce GTX 1070 Ti ab Werk durch den fest vorgegebenen Basis- und Boost-Offset für alle Hersteller sehr ähnlich ausfallen muss, hängen die real erreichten Ergebnisse eher vom in der Praxis tatsächlich erreichten Boost-Takt, und somit indirekt von der Kühlung und primär auch der Güte des jeweiligen Chips ab.

Jeder auf Benchmarkbalken basierende Test ist somit nur eine auf Zufällen basierende Momentaufnahme eines einzelnstehenden Exemplars. Genau deshalb haben wir den Schwerpunkt dieser Einzelreviews vor allem auf die eigentliche technische Umsetzung jedes Modells gelegt und dies mit unserem Equipment auch sehr gut dokumentieren können.

Es ist innerhalb der notwendigen Toleranzbereiche definitiv NICHT möglich, dass man die Performance einer bestimmten Karte pauschal allen anderen voranstellen könnte. Wir haben deshalb bei den Benchmarks keine Herstellerbezeichnung mehr verwendet, denn ja nach Chipgüte kann jede Karte eines beliebigen Herstellers zur unteren oder oberen Leistungsgrenze tendieren.

Der Hersteller bietet per Software ein One-Click-OC on, um diese von Nvidia vorgegebenen Restriktionen zu umgehen, aber wir würden auf eine echtes, manuelles OC setzen. Warum, kann man im Artikel gern nachlesen.

Unboxing, Abmessungen und Anschlüsse

Auf das genaue Platinen- und Kühldesign werden wir später noch gesondert eingehen. Die wichtigsten Features zeigen wir zunächst zusammengefasst in einer Tabelle:

Übersicht der Einbaumaße, Features und Anschlüsse
Einbaulänge:
31,5 cm (Slot-Blende bis Ende Abdeckung)
Einbauhöhe:
13,0 cm (Oberkante Slot bis Oberkante Karte)
Einbautiefe:
5,0 cm (2-Slot)
0,5 cm Backplate
Gewicht:
1276 Gramm
Backplate: Ja, ohne Kühlfunktion
Kühlung: Luftkühlung
Vertikal ausgerichtete Kühllamellen
Lüfter:
3x 9 cm Lüftermodule 
9 Rotorblätter
nicht semi-passiv geregelt
Anschlüsse Slotblende:
3x DisplayPort 1.4a
1x HDMI 2.0
1x Dual-Link DVI-I
Sonstige Anschlüsse:
2x SLI Connector
Spannungsversorgung:
8-Pin + 8-Pin PCI-Express

Außenansichten

Die Kühlerabdeckung besteht aus weißem Kunststoff mit diversen, zumindest metallisch wirkenden Kunststoff-Applikationen und hintergrundbeleuchteten Flächen. Full-RGB, versteht sich. Nach dem Unboxing geht der erste optische und haptische Eindruck also durchaus in Ordnung, auch wenn man das etwas zerklüftete Kunststoff-Gebirge natürlich mögen muss. Es ist also eher etwas für Geschmacks-Alpinisten und nicht für Flachländer, die auf geplättete Niederungen stehen.

Die Karte ist mit ihren 1276 Gramm bereits Schwergewicht, womit sich der Sinn des mitgelieferten Grafikkarten-Halters auch begründet. Die Länge von 31,5 cm ist allerdings im wahrsten Sinne des Wortes herausragend. Die Höhe von 13 cm ist Durchschnitt, die Einbautiefe von 5 cm allerdings schon ganz schön pummelig.

Die Rückseite der Platine ist von einer einteiligen, außen gebürsteten und im Inneren geschwärzten Aluminium-Backplate verdeckt, die über diverse Lüftungsschlitze und Öffnungen verfügt. Man muss für diese Backplate mindestens weitere fünf Millimeter Tiefe auf der Rückseite einplanen, was für Multi-GPU-Systeme wichtig sein könnte. Die Unterseite der Karte trägt ein “HoF”-Logo, das man nach dem Einbau allerdings wohl bis zum Ausbau nie wieder sehen wird.

Die Oberseite der Karte trägt einen “Hall of Fame”-Schriftzug samt LED-Hintergrundbeleuchtung sowie zwei 8-polige externe PCIe-Spannungsversorgungsanschlüsse am Ende der Grafikkarte.

Das Ende der Karte zeigt, wie ihre Unterseite, dass die Lamellen vertikal ausgerichtet sind und somit kein Luftstrom in Richtung Kartenende bzw. Slot-Blende geht. Fast die Hälfte wird in Richtung Mainboard gedrückt, was thermisch nicht wirklich die Evolutionskrone darstellt. Allerdings kann man nun streiten, was am Schluss kontraproduktiver ist, denn mehrfach gebogene Heatpipes für ein horizontales Design machen den Transport der Abwärme auch nicht gerade effizienter.


Die Slot-Blende bietet insgesamt die gewöhnten fünf Ausgänge, von denen maximal vier gemeinsam betrieben werden können (Multi-Monitor-Setup). Neben dem Dual-Link-DVI-D (kein analoges Signal durchgeschleift!) finden sich auf der Rückseite noch ein HDMI-2.0-Ausgang sowie drei DisplayPort-1.4-Anschlüsse. Der Rest der Slot-Blende ist mit einigen Öffnungen für den Luftauslass versehen, der aber kaum eine echte Funktion erfüllt.

Der fast versteckt und unerreichbar liegende kleine DIP-Schalter dient der Umschaltung auf ein zweites (allerdings in diesem Fall völlig identisches BIOS) und wird von Galax/KFA2 leider nicht dokumentiert. Aber gut zu wissen, dass man mehr Sicherheit für einen Flash hätte, für den Fall der Fälle.

Der Umschalter dient der Anhebung der Lüftergeschwindigkeit auf 100%. Sinn oder Unsinn? Zumindest haben wir durch einen simplen Knopfdruck fürs spätere Übertakten auch für ausreichend frischen Wind gesorgt.

Spezifikationen

Da die Spezifikationen ab Werk bei allen GeForce GTX 1070 Ti identisch sein müssen, gilt die nachfolgende Tabelle für alle Karten in gleichem Maße:

GPU
GeForce GTX 1080 (GP104)
GeForce GTX 1070 Ti (GP104) GeForce GTX 1070 (GP104)
SMs
20 19
15
CUDA Cores
2560 2432
1920
Base Clock
1607 MHz
1607 MHz
1506 MHz
GPU Boost Clock
1733 MHz 1683 MHz
1683 MHz
GFLOPs (Base Clock)
8228 7816
5783
Texture Units
160 152
120
Texel Fill Rate
277.3 GT/s 244.3 GT/s
201.9 GT/s
Memory Data Rate
10 Gb/s 8 Gb/s
8 Gb/s
Memory Bandwidth
320 GB/s 256 GB/s
256 GB/s
ROPs
64 64
64
L2 Cache
2MB 2MB
2MB
TDP
180W
180W
150W
Transistors
7.2 Mrd. 7.2 Mrd.
7.2 Mrd.
Die Size
314 mm² 314 mm² 314 mm²
Process Node
16nm 16nm 16nm

Testsystem und Messmethoden

Das neue Testsystem und die -Methodik haben wir im Grundlagenartikel “So testen wir Grafikkarten, Stand Februar 2017” (Englisch: “How We Test Graphics Cards“) bereits sehr ausführlich beschrieben und verweisen deshalb der Einfachheit halber jetzt nur noch auf diese detaillierte Schilderung. Wer also alles noch einmal ganz genau nachlesen möchte, ist dazu gern eingeladen. Allerdings haben wir CPU und Kühlung noch einmal verbessert, um für diese schnelle Karte mögliche CPU-Flaschenhälse weitgehend auszuschließen.

Interessierten bietet die Zusammenfassung in Tabellenform schnell noch einen kurzen Überblick:

Testsysteme und Messräume
Hardware:
Intel Core i7-6900K @4,3 GHz
MSI X99S XPower Gaming Titanium
Corsair Vengeance DDR4-3200
1x 1 TByte Toshiba OCZ RD400 (M.2, System SSD)
2x 960 GByte Toshiba OCZ TR150 (Storage, Images)
Be Quiet Dark Power Pro 11, 850-Watt-Netzteil
Windows 10 Pro (alle Updates)
Kühlung:
Alphacool Eisblock XPX
Alphacool Eiszeit 2000 Chiller
2x Be Quiet! Silent Wings 3 PWM (Closed Case Simulation)
Thermal Grizzly Kryonaut (für Kühlerwechsel)
Gehäuse:
Lian Li PC-T70 mit Erweiterungskit und Modifikationen
Modi: Open Benchtable, Closed Case
Monitor: Eizo EV3237-BK
Leistungsaufnahme:
berührungslose Gleichstrommessung am PCIe-Slot (Riser-Card)
berührungslose Gleichstrommessung an der externen PCIe-Stromversorgung
direkte Spannungsmessung an den jeweiligen Zuführungen und am Netzteil
2x Rohde & Schwarz HMO 3054, 500 MHz Mehrkanal-Oszillograph mit Speicherfunktion
4x Rohde & Schwarz HZO50, Stromzangenadapter (1 mA bis 30 A, 100 KHz, DC)
4x Rohde & Schwarz HZ355, Tastteiler (10:1, 500 MHz)
1x Rohde & Schwarz HMC 8012, Digitalmultimeter mit Speicherfunktion
Thermografie:
Optris PI640, Infrarotkamera
PI Connect Auswertungssoftware mit Profilen
Akustik:
NTI Audio M2211 (mit Kalibrierungsdatei)
Steinberg UR12 (mit Phantomspeisung für die Mikrofone)
Creative X7, Smaart v.7
eigener reflexionsarmer Messraum, 3,5 x 1,8 x 2,2 m (LxTxH)
Axialmessungen, lotrecht zur Mitte der Schallquelle(n), Messabstand 50 cm
Geräuschentwicklung in dBA (Slow) als RTA-Messung
Frequenzspektrum als Grafik

Gäbe es genügend Vega-Chips und damit ein breites Angebot an Karten, wäre die Gigabyte RX Vega64 in dieser Form wohl eher die ideale Einstiegskarte, statt eines Spitzenmodells. Doch muss es wirklich immer die Demonstration des technisch Machbaren sein?

Im Gegensatz zu Sapphires schwergewichtiger RX Vega64 Nitro+ ist die Gigabyte RX Vega64 Gaming OC, so wie ihre bereits getestete kleinere Schwester RX Vega 56 Gaming OC, eine recht graue Maus mit einem gesundem Body-Maß-Index. Nur nicht um jeden Preis auffallen. Und es scheint fast so, als hätte man es sogar bewusst darauf angelegt, möglichst wenige Begehrlichkeiten zu wecken, um bloß keine Nachfrage auszulösen.

Sie zeigt uns einmal mehr, wie eine normale “Butter-und-Brot-Karte” mit Vega10 hätte aussehen können, ja vielleicht sogar müssen. Sie ist damit das genaue Gegenteil der Sapphire-Karte und besitzt doch auch ihre ganz persönliche Note.

Markt und Verfügbarkeit

Aus internen Quellen wissen wir, dass die AIB jeweils nur wenige Chips im mittleren vierstelligen Bereich von AMD erhalten haben, davon überwiegend Vega64. Die allgemeine Knappheit an Packages verhindert momentan somit eine echte Massenproduktion, denn man kann eine Produktionslinie nicht ständig anfahren und abstellen oder gar länger pausieren lassen. Kosten und Aufwand wären einfach zu hoch.

Dass wir trotzdem ein Exemplar ergattern konnten, liegt jedenfalls nicht an den überdurchschnittlichen Fähigkeiten deutscher Importeure, zumal hier laut internen Informationen auch nur Karten im zweistelligen Bereich verfügbar waren, sondern an einer gewissen Eigeninitiative beim Eigenimport (einschließlich Steuern).

Unboxing, Optik und Haptik

Mit einem Gewicht von nur 1006 Gramm ist die Gigabyte-Karte fast 600 Gramm leichter als Sapphires monströses Schlachtschiff. Auch bei den Maßen hat Gigabyte deutlicher gespart und bietet mit nur 27,8 cm Einbaulänge (Außenfläche Slotblende bis Ende der Kühlerbdeckung) eine relativ kurze Karte. Mit 13 cm Höhe (ab Oberkante Mainboardslot bis Oberseite der Kühlerabdeckung, sowie einer Dicke von 4,7 cm von der Platine bis zur Front der Kühlerabdeckung, ergibt sich so das Bild einer eher kompakten Karte.

Die beiden gegenläufig drehenden Lüfter mit einem Rotorblattdurchmesser von je 9,5 cm sitzen in einer Öffnung mit 10 cm Durchmesser. Insgesamt 11 Rotorblätter pro Lüfter sorgen mit ihrer speziellen Form vor allem für Airflow und Verwirbelungen und weniger für statischen Druck. Dies sollte dem Kühlkonzept durchaus hilfreich entgegenkommen.

Die Backplate verzichtet auf das Aorus-Logo, welches noch auf dem Vorserienmodell prangte. Der Kupfer-Einsatz, der über der Rückseite des Packages sitzt, trennt die aktiv zur Kühlung genutzte Backplate thermisch von diesem Bereich und kühlt ebenfalls – ein wenig. Die integrierte Heatpipe sieht man hier auf diesen Bildern aber (noch) nicht. Dazu später mehr.

Immerhin sollte man wenigstens noch 5 mm für den rückseitigen Aufbau einplanen, was bei einigen Mainboards durchaus schon zu Problemen führen kann, wenn Kühlkörper zu eng am Slot sitzen oder aber der CPU-Kühler extrem groß ausfällt.

Man sieht an der Unterseite der Karte bereits deutlich, dass Gigabyte auch bei den vertikal angeordneten Lamellen ein wenig an der Form gefeilt hat. Durch das Schrägstellen und die Wellenform soll der Airflow effizienter kühlen. Wir werden dies zu einem späteren Zeitpunkt noch genau hinterfragen.

Auch die Oberseite zeigt deutlich, dass Gigabyte bewusst den Rotstift angesetzt hat. Keine RGB-Effekte und sonstiger LED-Spielkram, sondern eine etwas zerklüftete Kunststoffwüste aus Spritzguss und aufgedruckten orangenen Farbakzenten. Das weiße Gigabyte-Logo ist ebenfalls nur aufgedruckt. Außerdem genügen Gigabyte zwei 8-Pin-Buchsen für die externe Spannungsversorgung.

Das geschlossene Ende der Karte zeigt außer den Ende der zwei 8-mm- und der drei 6-mm-Heatpipes nicht viel, sondern lediglich das Anschlusskabel der Lüfter. Auf der Platine waren hier weitere mögliche Buchsen vorgesehen (z.B. RGB-Ausgang), die man aber im Verlauf der Entwicklung wieder weggelassen hat.

Die Slotblende ist insofern hochinteressant, als dass sie gleich sechs anstelle der fünf Anschlüsse der Referenzkarte aufweist. Jeweils drei HDMI-2.0-Anschlüsse und drei DisplayPorts 1.4 stehen dem Anwender zur Verfügung. Damit eignet sich die Karte auch für den Anschluss von bis zu sechs Monitoren im Eyefinity-Betrieb.

Abschließend werfen wir noch einen ersten Blick auf die technischen Daten. Der als maximaler Boost-Takt angezeigte Wert ist hingegen eher eine Wunschvorstellung, die innerhalb des gesteckten Power Limits kaum oder überhaupt nicht zu erreichen sein dürfte.

Verglichen mit den relevanten Referenzkarten sieht dies dann so aus:

Modell Radeon
RX Vega64
Reference
Gigabyte
RX Vega64
Gaming OC
Radeon
RX Vega56
Reference
GeForce
GTX 1070 Ti
Geforce
GTX 1080
FE
GPU Vega 10 Vega 10 Vega 10 GP104 GP104
Chipgröße 484 mm² 484 mm² 484 mm² 314 mm² 314 mm² 
Transistoren 12.5 Mrd. 12.5 Mrd. 12.5 Mrd. 7,2 Mrd. 7,2 Mrd.
GPU-Basistakt/
Boost-Takt
1274 MHz
1546 MHz
1274 MHz
1630 MHz
1156 MHz
1471 MHz
1607 MHz
1683 MHz
1607 MHz
1733 MHz
Shader/SIMD 4096/64 4096/64 3585/56 2432/19 2560/20
Textur-Einheiten/
ROPS
256
64
256
64
224
64
152
64
160
64
Pixel-Füllrate
99 GPix/s 104 GPix/s 94 GPix/s 108 GPix/s 114 GPix/s
Textur-Füllrate 396 GTex/s 417 GTex/s 330 GTex/s 244 GTex/s 257 GTex/s
Speicheranbindung 2048 Bit 2048 Bit 2048 Bit 256 Bit 256 Bit
Speichertyp HBM2 HBM2 HBM2 GDDR5 GDDR5X
Speicherbandbreite
484 GB/s 484 GB/s 410 GB/s 256 GB/s 320 GB/s
Speichertakt
1,9 Gbps 1,9 Gbps 1,6 Gbps 8 Gbps 10 Gbps
Speicherausbau
8 GB 8 GB 8 GB 8 GB 8 GB
DX Feature-Level 12_1 12_1 12_1 12_1 12_1
PCIe-Buchsen 2 × 8-Pin 2x 8 Pin 2 × 8-Pin 1x 8-Pin 1x 8-Pin
TBP 295 Watt 295 Watt 210 Watt 180 Watt 180 Watt 

Testsystem und Messmethoden

Das neue Testsystem und die -methodik haben wir im Grundlagenartikel “So testen wir Grafikkarten, Stand Februar 2017” (Englisch: “How We Test Graphics Cards“) bereits sehr ausführlich beschrieben und verweisen deshalb der Einfachheit halber jetzt nur noch auf diese detaillierte Schilderung. Wer also alles noch einmal ganz genau nachlesen möchte, ist dazu gern eingeladen. Allerdings haben wir CPU und Kühlung erneut verbessert, um für diese schnelle Karte mögliche CPU-Flaschenhälse weitgehend auszuschließen.

Interessierten bietet die Zusammenfassung in Tabellenform schnell noch einen kurzen Überblick:

Testsysteme und Messräume
Hardware:
Intel Core i7-6900K @4,3 GHz
MSI X99S XPower Gaming Titanium
G.Skill TridentZ DDR4 3600
1x 1 TByte Toshiba OCZ RD400 (M.2, System SSD)
2x 960 GByte Toshiba OCZ TR150 (Storage, Images)
Be Quiet Dark Power Pro 11, 850-Watt-Netzteil
Kühlung:
Alphacool Eisblock XPX
5x Be Quiet! Silent Wings 3 PWM (Closed Case Simulation)
Thermal Grizzly Kryonaut (für Kühlerwechsel)
Gehäuse:
Lian Li PC-T70 mit Erweiterungskit und Modifikationen
Modi: Open Benchtable, Closed Case
Monitor: Eizo EV3237-BK
Leistungsaufnahme:
berührungslose Gleichstrommessung am PCIe-Slot (Riser-Card)
berührungslose Gleichstrommessung an der externen PCIe-Stromversorgung
direkte Spannungsmessung an den jeweiligen Zuführungen und am Netzteil
2x Rohde & Schwarz HMO 3054, 500 MHz Mehrkanal-Oszillograph mit Speicherfunktion
4x Rohde & Schwarz HZO50, Stromzangenadapter (1 mA bis 30 A, 100 KHz, DC)
4x Rohde & Schwarz HZ355, Tastteiler (10:1, 500 MHz)
1x Rohde & Schwarz HMC 8012, Digitalmultimeter mit Speicherfunktion
Thermografie:
Optris PI640, Infrarotkamera
PI Connect Auswertungssoftware mit Profilen
Akustik:
NTI Audio M2211 (mit Kalibrierungsdatei)
Steinberg UR12 (mit Phantomspeisung für die Mikrofone)
Creative X7, Smaart v.7
eigener reflexionsarmer Messraum, 3,5 x 1,8 x 2,2 m (LxTxH)
Axialmessungen, lotrecht zur Mitte der Schallquelle(n), Messabstand 50 cm
Geräuschentwicklung in dBA (Slow) als RTA-Messung
Frequenzspektrum als Grafik
Betriebssystem Windows 10 Pro (Creators Update, alle Updates)
Radeon Software Adrenalin (17.12.2, Stand Dezember 2017)

Man suche sich einen passenden OEM, der einschlägige Erfahrung auf diesem Gebiet besitzt, einen Marketing-Experten, der glaubt den Markt und seine aktuellen Trends zu kennen, sowie ein paar PR-Spezis, deren Slogans das Ganze dann noch kindgerecht verbal und optisch garnieren. Fertig ist der Regalstürmer, der für hyperventilierende Gamer-Herzen und volle Kassen sorgen wird. Wenn es doch nur so einfach wäre…

Eines muss man ADATA ja lassen, ambitioniert ist das Projekt durchaus; der Preis für den Neueinsteiger ist es übrigens auch. Mit ca. 170 Euro ist die Kombination aus XPG Emix H30 und Solox F30 nämlich nicht gerade ein Framstag-Sparangebot aus der Penny-Kiste, sondern durchaus schon eine recht selbstbewusste Ansage.

Lieferumfang

Packen wir also einfach einmal aus, was wir fürs Geld in Asien eingepackt bekommen haben. Ein Emix H30 Headset mit ansteckbarem Mikrofon, eine Tragetasche fürs Headset, die etwas überflüssig scheint, weil man das Headset ja allein nur umständlich portabel nutzen kann, ein Einleitungs-Handbüchlein, der Ständer samt Kopfhörerverstärker Solox F30, ein mini-USB-Anschlusskabel mit 1,6 Metern Länge für Letzteren und jede Menge asiatische Luft in einer properen Kiste.

Die Aufmachung stimmt erst einmal, auch wenn der aktuelle technische Stand statt eines umständlichen Y-Kabels und magerem USB 2.0 eher USB 3.x samt Typ-C-Buchse erwarten ließe. Aber bevor die OEM endlich soweit mit- und umdenken, fließt wohl noch viel Wasser den Jangtsekiang hinunter. Sei es drum, es geht ja auch so.

Optik, Haptik und Tragekomfort

Vom Schreibtisch bis zum Horizont: Kunststoff, wohin das Auge reicht. Egal ob Ständer, Verstärkergehäuse oder Headset, es ist überall die gleiche, anthrazitfarbene Plastiklandschaft, die das Bild des Betrachters dominiert. Zumindest der Bügel ist aus geschwärztem Federstahl und wenn man beim zweiten Blick dann doch etwas genauer hinschaut, findet man auch noch die eine oder andere, kleinere Metallapplikation.

Der Ständer, samt Verstärker als Aufhänger des Ganzen, macht übrigens exakt das, was er tun soll: er steht. Stabil genug, um auch bei flüchtigem Zuwerfen des Galgenobjektes nicht gleich umzukippen. Gewicht und Neigung sind gut aufeinander abgestimmt und so nimmt der Ständer auch nicht allzu viel der meist recht knappen Schreibtischstellfläche in Beschlag. Landraub fällt also aus, dankenswerterweise. Zum magnetisch angepoppten Verstärker kommen wir allerdings gleich noch separat.

Das Headset selbst setzt auf den bereits erwähnten Kunststoffbody samt nicht verstellbarem Federstahl-Bügel. Die Rückseiten der beiden Ohrmuscheln ziert eine Lochmetallapplikation in Rot, hinter der sich eine LED-Beleuchtung verbirgt. Das flexible Schwanenhals-Mikrofon lässt sich anstecken (und wieder abziehen).

Die Anpassung an den Kopf des Trägers geschieht einerseits über den allseits bekannten Aufzugsmechanismus des sich selbstanpassenden Kopfbandes und andererseits über die seitliche Flexibilität des Bügels. Das muss dann allerdings auch schon reichen.

Scharniere sucht man vergeblich, denn der OEM setzt bei der finalen Sitzpositionsfindung zusätzlich noch auf recht barocke Ohrpolster aus PU-Lederimitat, deren weiche Wölbungen wohl auch Rembrandt van Rijn begeistert hätten. Leider lassen sich diese nicht gewaltfrei abnehmen, so dass es am Ende wohl nur ein abwischender Lappen richten kann und muss.

Die Poster schließen relativ dicht ab, wobei uns der Bügel insgesamt etwas zu steif wirkte. Denn ganz ideal war der Sitz dann doch nicht, weil der Anpressdruck an den Seiten sehr unterschiedlich ausfällt. Das hat letztendlich auch Einfluss auf das subjektive Klangempfinden jedes Einzelnen, abhängig von Kopfform, -größe und finalem Sitz.

Das Mikrofon lässt sich an der Unterseite einstecken; man muss jedoch unbedingt auf die leichte Abflachung achten, sonst wird das erst einmal nichts. Das Ganze ist etwas schwergängig, aber zumindest (anfangs) auch sicher.

Das etwas dick ausgefallene, textilummantelte Anschlusskabel besitzt eine ordentliche Zugentlastung und ist nicht abnehmbar. Entgegen der Herstellerangabe ist es ca. 2,2 Meter lang (also ca. 20 cm kürzer), was aber immer noch mehr als ausreichend ist. Lediglich der zusätzliche USB-Anschluss, der aber nur für die bunte Ohrentaschenlampe benötigt wird, stört den Betrieb für unterwegs, ist aber wohl auch der Grund für die dicken Kabeloberschenkel.

Verstärkereinheit Solox F30

Die Hardware von C-Media (CM6571) ist, samt Treiber, aktuell in so einigen USB-Soundlösungen mit 7.1. Surround-Emulation und digitalem Soundprocessing (DSP) zu finden. Sie begegnete uns schon (in abgewandelter Form) beim Cougar Immersa Pro und dem Tt eSPORTS CRONOS Riing, einschließlich der exakt deckungsgleichen Soundprofile aus dem C-Media-Baukastensystem, über die wir noch sprechen müssen.

Beim Solox F30 kommt zusätzlich noch ein integrierter USB2.0-Hub zum Einsatz, der bis zu zwei weitere Devices betreiben kann. Gespeist wird dies alles durch ein USB-2.0-Kabel mit mini-USB-Buchse und Y-Stecker für eine Speisung mit bis zu 1 Ampere. USB 3.0 wäre sinnvoller gewesen, würde jedoch auch höhere Lizenzgebühren kosten. Auf dieser linken Seite finden wir auch noch einen Stereo-Ausgang, der sich zuschalten, abschalten oder exklusiv betreiben lässt.

Auf der rechten Seite schließt man dann das Headset mit den beiden 3,5mm-Klinkensteckern für den Kopfhörer und das Mikrofon, sowie den USB-Stecker für die bunte Ohren-Taschenlampe an. Der runde Drehregler dient für die Lautstärke und vier Tasten lassen zwischen voreingestellten Soundprofilen wechseln (Gaming, Cinema, Voice, Musik). Die Soundergebnisse haben wir später natürlich noch vermessen, wie auch den Kopfhörer separat am Referenzverstärker.

Die 100 mW in der Spitze, für die der 32-Ohm-Kopfhörer laut Datenblatt gut sein soll, werden allerdings knapp verfehlt, wenn es nicht verzerren soll. Aber es reicht auch so, denn mit den 50 bis 75 mW pro Kanal kommt man eigentlich ganz gut hin.

Mikrofon

Das in einem Schwanenhals verbaute, omni-direktionale Mikrofon der 2,7mm-Klasse tut was es soll, wird jedoch nicht von einem aktiven Low-Cut unterstützt. Die Empfindlichkeit geht in Ordnung, die Pegelfestigkeit bei Peaks auch.

Der vom Hersteller angegebene Frequenzbereich wird ebenfalls erreicht, leider. Leider deshalb, weil man Frequenzen unterhalb von 100 Hz eigentlich gar nicht benötigt und man so ein unnützes Poltern bei Windgeräuschen erhält. Die C-Media-Lösung böte zwar hardwaremäßig sogar einen getrennten 5-Kanal-EQ für alle Eingänge vor dem MUX-Part, aber soweit hat man bei der Software dann doch nicht gedacht. Schade eigentlich.

Das leichte Rauschen ist existent, aber nicht dominant, also kann man es auch tolerieren. Insgesamt ist die Sprachverständlichkeit gut, wenn auch nicht herausragend.

Bevor wir jetzt zu den Messungen kommen, schnell noch der tabellarische Überblick über die technischen Daten:

Dem aufmerksamen Leser von Tom’s Hardware ist sicherlich aufgefallen, dass die Toshiba Tecra X40 bereits den Weg in unser Test-Labor gefunden hatte und einer gründlichen Prüfung unterzogen wurde. Nun hat uns der Hersteller eine weitere X40 zugesandt – mit der Bitte dieses von einem unserer Leser testen zu lassen. Diesem Wunsch kommen wir natürlich gerne nach, nicht zuletzt, weil auch wir uns den einen oder anderen Impuls erhoffen, der in unsere künftigen Tests einfließen kann. Denn die tagtägliche Arbeit mit den stets aktuellsten Modellen sorgt zumindest für eine gewisse Routine, die in manchem Fall fast zu einer Betriebsblindheit werden kann.

Üblicherweise bekommen Redakteure ein Testgerät nur für einen begrenzten Zeitraum zur Verfügung gestellt – und meist finden sich auf dem Schreibtisch des Schreibers gleich mehrere Gerätschaften, die es zu untersuchen gilt. Zudem sind die Tests, die durchgeführt werden, standardisiert, um zwischen den Geräten eine möglichst große Vergleichbarkeit zu erreichen und so wird das jeweilige Testgerät insgesamt nach einer sich im Laufe der Zeit einschleifenden Abfolge von Arbeitsschritten “durchgearbeitet”, die zu einem gewissen “Tunnelblick” führen kann.

Der Lesertest

Die Tecra X40 soll von einem der Foren-Mitglieder auf Herz und Nieren geprüft werden. Als Lohn für die Mühe kann das Testgerät anschließdend behalten werden.

Ein Lesertest muss nicht so aussehen wie die üblichen Tests, sollte aber die wesentlichen Eigenschaften des Notebooks – also Gehäuse, Display, Prozessor, Speicher, Akku usw. – abbilden und sich mit ihnen auseinander setzen. Als eine Art Leitfaden kann der kurze Überblick genutzt werden, der auf der folgenden Seite gegeben wird. Natürlich zeigen wir kums aber auch offen für neue Ideen. Welche Punkte sind Euch bei einem Notebook-Test wichtig, die bei den klassischen Tests jedoch zumeist zu kurz kommen.

Bewirb Dich bis 14. Januar 2018 als Tester für die Toshiba Tecra X40 im Forum von Tom’s Hardware, erkläre dabei in ein bis zwei Sätzen, wie Dein Test gestaltet werden soll!

Im Gegensatz zu Sapphires schwergewichtiger RX Vega64 Nitro+ ist die Gigabyte RX Vega56 Gaming OC eher eine graue Maus mit einem recht gesundem Body-Maß-Index. Nur nicht um jeden Preis auffallen. Und es scheint fast so, als hätte man es sogar bewusst darauf angelegt, möglichst wenige Begehrlichkeiten zu wecken, um bloß keine Nachfrage auszulösen (die man wohl eh nie hätte befriedigen können).

Um es mal vorab zu spoilern: diese Karte hat auch ihre guten Seiten und sie wird uns zudem zeigen, wie eine normale “Butter-und-Brot-Karte” mit Vega10 hätte aussehen können, ja vielleicht sogar müssen. Sie ist damit das genaue Gegenteil der Sapphire-Karte und besitzt doch auch ihre ganz persönliche Note. Da sie noch seltener sein dürfte als die große Schwester, fangen deshalb heute mit Gigabytes RX Vega56 Gaming OC an.

Markt und Verfügbarkeit

Aus internen Quellen wissen wir, dass die AIB jeweils nur wenige Chips im mittleren vierstelligen Bereich von AMD erhalten haben, davon überwiegend Vega64. Die allgemeine Knappheit an Packages verhindert momentan somit eine echte Massenproduktion, denn man kann eine Produktionslinie nicht ständig anfahren und abstellen oder gar länger pausieren lassen. Kosten und Aufwand wären einfach zu hoch.

Dass wir trotzdem ein Exemplar ergattern konnten, liegt jedenfalls nicht an den überdurchschnittlichen Fähigkeiten deutscher Importeure, zumal hier laut internen Informationen auch nur Karten im zweistelligen Bereich verfügbar waren, sondern an einer gewissen Eigeninitiative beim Eigenimport (einschließlich Steuern).

Unboxing, Optik und Haptik

Mit einem Gewicht von nur reichlich einem Kilogramm ist die Gigabyte-Karte erstaunliche 600 Gramm leichter als Sapphires monströses Schlachtschiff. Auch bei den Maßen hat Gigabyte deutlicher gespart und bietet mit nur 27,8 cm Einbaulänge (Außenfläche Slotblende bis Ende der Kühlerbdeckung) eine relativ kurze Karte. Mit 13 cm Höhe (ab Oberkante Mainboardslot bis Oberseite der Kühlerabdeckung, sowie einer Dicke von 4,7 cm von der Platine bis zur Front der Kühlerabdeckung, ergibt sich so das Bild einer eher kompakten Karte.

Die beiden gegenläufig drehenden Lüfter mit einem Rotorblattdurchmesser von je 9,5 cm sitzen in einer Öffnung mit 10 cm Durchmesser. Insgesamt 11 Rotorblätter pro Lüfter sorgen mit ihrer speziellen Form vor allem für Airflow und Verwirbelungen und weniger für statischen Druck. Dies sollte dem Kühlkonzept durchaus hilfreich entgegenkommen.

Die Backplate verzichtet auf das Aorus-Logo, welches noch auf dem Vorserienmodell prangte. Der Kupfer-Einsatz, der über der Rückseite des Packages sitzt, trennt die aktiv zur Kühlung genutzte Backplate thermisch von diesem Bereich und kühlt ebenfalls – ein wenig. Die integrierte Heatpipe sieht man hier auf diesen Bildern aber (noch) nicht. Dazu später mehr.

Immerhin sollte man wenigstens noch 5 mm für den rückseitigen Aufbau einplanen, was bei einigen Mainboards durchaus schon zu Problemen führen kann, wenn Kühlkörper zu eng am Slot sitzen oder aber der CPU-Kühler extrem groß ausfällt.

Man sieht an der Unterseite der Karte bereits deutlich, dass Gigabyte auch bei den vertikal angeordneten Lamellen ein wenig an der Form gefeilt hat. Durch das Schrägstellen und die Wellenform soll der Airflow effizienter kühlen. Wir werden dies zu einem späteren Zeitpunkt noch genau hinterfragen.

Auch die Oberseite zeigt deutlich, dass Gigabyte bewusst den Rotstift angesetzt hat. Keine RGB-Effekte und sonstiger LED-Spielkram, sondern eine etwas zerklüftete Kunststoffwüste aus Spritzguss und aufgedruckten orangenen Farbakzenten. Das weiße Gigabyte-Logo ist ebenfalls nur aufgedruckt. Außerdem genügen Gigabyte zwei 8-Pin-Buchsen für die externe Spannungsversorgung.

Das geschlossene Ende der Karte zeigt außer den Ende der zwei 8-mm- und der drei 6-mm-Heatpipes nicht viel, sondern lediglich das Anschlusskabel der Lüfter. Auf der Platine waren hier weitere mögliche Buchsen vorgesehen (z.B. RGB-Ausgang), die man aber im Verlauf der Entwicklung wieder weggelassen hat.

Die Slotblende ist insofern hochinteressant, als dass sie gleich sechs anstelle der fünf Anschlüsse der Referenzkarte aufweist. Jeweils drei HDMI-2.0-Anschlüsse und drei DisplayPorts 1.4 stehen dem Anwender zur Verfügung. Damit eignet sich die Karte auch für den Anschluss von bis zu sechs Monitoren im Eyefinity-Betrieb.

Abschließend werfen wir noch einen ersten Blick auf die technischen Daten. Gigabyte hat, AMDs Guidelines für die Taktfrequenzen folgend, sowohl den maximalen Turbo-Takt um reichlich 100 MHz, als auch in Verbindung damit das Power Limit um 55 Watt angehoben. Was dies dann in der Realität wirklich ergibt, sehen wir gleich noch.

Verglichen mit den relevanten Referenzkarten sieht dies dann so aus (die GeForce GTX 1070 haben wir bewusst nicht verwendet, da die übertaktete RX Vega56 oft deutlich schneller agiert):

Modell Radeon
RX Vega64
Reference
Gigabyte
RX Vega56
Gaming OC
Radeon
RX Vega56
Reference
GeForce
GTX 1070 Ti
Geforce
GTX 1080
FE
GPU Vega 10 Vega 10 Vega 10 GP104 GP104
Chipgröße 484 mm² 484 mm² 484 mm² 314 mm² 314 mm² 
Transistoren 12.5 Mrd. 12.5 Mrd. 12.5 Mrd. 7,2 Mrd. 7,2 Mrd.
GPU-Basistakt/
Boost-Takt
1274 MHz
1546 MHz
1275 MHz
1590 MHz
1156 MHz
1471 MHz
1607 MHz
1683 MHz
1607 MHz
1733 MHz
Shader/SIMD 4096/64 3585/56 3585/56 2432/19 2560/20
Textur-Einheiten/
ROPS
256
64
224
64
224
64
152
64
160
64
Pixel-Füllrate
99 GPix/s 102 GPix/s 94 GPix/s 108 GPix/s 114 GPix/s
Textur-Füllrate 396 GTex/s 356 GTex/s 330 GTex/s 244 GTex/s 257 GTex/s
Speicheranbindung 2048 Bit 2048 Bit 2048 Bit 256 Bit 256 Bit
Speichertyp HBM2 HBM2 HBM2 GDDR5 GDDR5X
Speicherbandbreite
484 GB/s 410 GB/s 410 GB/s 256 GB/s 320 GB/s
Speichertakt
1,9 Gbps 1,6 Gbps 1,6 Gbps 8 Gbps 10 Gbps
Speicherausbau
8 GB 8 GB 8 GB 8 GB 8 GB
DX Feature-Level 12_1 12_1 12_1 12_1 12_1
PCIe-Buchsen 2 × 8-Pin 2x 8 Pin 2 × 8-Pin 1x 8-Pin 1x 8-Pin
TBP 295 Watt 265 Watt 210 Watt 180 Watt 180 Watt 

Testsystem und Messmethoden

Das neue Testsystem und die -methodik haben wir im Grundlagenartikel “So testen wir Grafikkarten, Stand Februar 2017” (Englisch: “How We Test Graphics Cards“) bereits sehr ausführlich beschrieben und verweisen deshalb der Einfachheit halber jetzt nur noch auf diese detaillierte Schilderung. Wer also alles noch einmal ganz genau nachlesen möchte, ist dazu gern eingeladen. Allerdings haben wir CPU und Kühlung erneut verbessert, um für diese schnelle Karte mögliche CPU-Flaschenhälse weitgehend auszuschließen.

Interessierten bietet die Zusammenfassung in Tabellenform schnell noch einen kurzen Überblick:

Testsysteme und Messräume
Hardware:
Intel Core i7-6900K @4,3 GHz
MSI X99S XPower Gaming Titanium
G.Skill TridentZ DDR4 3600
1x 1 TByte Toshiba OCZ RD400 (M.2, System SSD)
2x 960 GByte Toshiba OCZ TR150 (Storage, Images)
Be Quiet Dark Power Pro 11, 850-Watt-Netzteil
Kühlung:
Alphacool Eisblock XPX
5x Be Quiet! Silent Wings 3 PWM (Closed Case Simulation)
Thermal Grizzly Kryonaut (für Kühlerwechsel)
Gehäuse:
Lian Li PC-T70 mit Erweiterungskit und Modifikationen
Modi: Open Benchtable, Closed Case
Monitor: Eizo EV3237-BK
Leistungsaufnahme:
berührungslose Gleichstrommessung am PCIe-Slot (Riser-Card)
berührungslose Gleichstrommessung an der externen PCIe-Stromversorgung
direkte Spannungsmessung an den jeweiligen Zuführungen und am Netzteil
2x Rohde & Schwarz HMO 3054, 500 MHz Mehrkanal-Oszillograph mit Speicherfunktion
4x Rohde & Schwarz HZO50, Stromzangenadapter (1 mA bis 30 A, 100 KHz, DC)
4x Rohde & Schwarz HZ355, Tastteiler (10:1, 500 MHz)
1x Rohde & Schwarz HMC 8012, Digitalmultimeter mit Speicherfunktion
Thermografie:
Optris PI640, Infrarotkamera
PI Connect Auswertungssoftware mit Profilen
Akustik:
NTI Audio M2211 (mit Kalibrierungsdatei)
Steinberg UR12 (mit Phantomspeisung für die Mikrofone)
Creative X7, Smaart v.7
eigener reflexionsarmer Messraum, 3,5 x 1,8 x 2,2 m (LxTxH)
Axialmessungen, lotrecht zur Mitte der Schallquelle(n), Messabstand 50 cm
Geräuschentwicklung in dBA (Slow) als RTA-Messung
Frequenzspektrum als Grafik
Betriebssystem Windows 10 Pro (Creators Update, alle Updates)
Radeon Software Adrenalin (17.12.2, Stand Dezember 2017)
  • 1
  • 2

Privacy Policy Settings

Google Analytics Wir sammeln anonymisierte Daten darüber, welche Beiträge und News gelesen werden. Wir ermitteln dabei auch die Zeit - ebenfalls anonymisiert - wie lange ein Beitrag gelesen wurde. Dadurch können wir einfacher Themen anbieten, die Sie interessieren.
This website stores some user agent data. These data are used to provide a more personalized experience and to track your whereabouts around our website in compliance with the European General Data Protection Regulation. If you decide to opt-out of any future tracking, a cookie will be set up in your browser to remember this choice for one year. I Agree, Deny
528 Verbiete Google Analytics, mich zu verfolgen