Für Puristen: Happy Hacking Keyboard (HHKB) Professional 2 im Test

Tastenkappen

Topre setzt auf Polybutylenterephthalat (PBT) für die Tastenkappen, was am Ende natürlich auch den Premiumanspruch unterstreicht. Dieser sehr spezielle Kunststoff ist ein an sich zwar sehr spröder Werkstoff, der aber hohen Temperaturen standhält, nicht vergilbt oder sich leicht abnutzt. Das Sublimationsverfahren sorgt dafür, dass sich die Beschriftungen der Tastenkappen nicht so leicht abnutzen (im Vergleich zu den tamponbedrucktem ABS-Kappen der preiswerteren Tastaturen).

Bei diesem Verfahren müssen die Tastenkappen recht hohen Temperaturen standhalten, damit die Farbe sauber und vollständig von einem Material auf das andere übertragen werden kann, was bei anderen gängigen Kunststoffen wie z.B. ABS nicht möglich ist. Farbstoffsublimierte Beschriftungen sind auch besser als lasergravierte, geätzte oder mechanisch gravierte Beschriftungen, da sie nicht so leicht Schmutz oder Staub aufnehmen können, verblassen oder sich bei Benutzung wieder ablösen.

Topre-Schalter

Die Topre-Taster sind im Grunde genommen Hybriden, bestehend aus einem Rubber-Dome, der unter einer nach oben konisch auslaufenden Spiralfeder sitzt. Neben dem sehr speziellen Klick-Gefühl beim Auslösen, gefällt auch der zwar noch hörbare, aber auch nicht zu laute Plopp beim kompletten Durchdrücken. Die Kurve zeigt das Ganze sehr schön und man muss es einfach einmal getestet haben, um sich für diese Art der Schalter zu begeistern. Taktil ja, aber nicht laut oder gar anstrengend bei Langzeitnutzung und vielen Anschlägen.

Und es sind kapazitive Schalter, die keine mechanischen Kontaktflächen besitzen. Damit entfällt auch die sonst nötige Logik, um ein eventuelles Prellen zu unterdrucken, welches sich in Mehrfachanschlägen äußert. Es kann auch nichts oxidieren, wodurch natürlich de Haltbarkeit steigt, die man großzügig mit bis zu 30 Mio. Anschlägen angibt.

Layout und Modifikationen

Damit qualifiziert sich das Ganze über die Taster als solche natürlich für echte Vielschreiber, ist aber auf Grund des Layouts definitiv nichts für Gamer oder Kollegen, die Umlaute & Co. benötigen. Man kann natürlich mit Hilfe der Funktionstasten und Drittsoftware so ziemlich jeden Taster mit allem belegen, aber schön ist dies dann nicht wirklich.

Der rückseitig angebrachte Dip-Schalter dient zu einfachen Umschaltung der einzelnen Modi, wobei standardmäßig der HHK PC-Modus voreingestellt ist.

Wir sehen von links nach rechts noch einmal die Unterschiede im direkten Vergleich: HHK PC-Modus, Lite Extension Modus und den Macintosh Modus.

Zusammenfassung und Fazit

Wer auf Topre-Taster steht, eine sehr schmale, aber gewöhnungsbedürftige und extrem minimalistische Tastatur in höchster Fertigungsqualität sucht, der liegt mit dem Happy Hacking Keyboard Professional 2 unter Umständen sogar goldrichtig – vorausgesetzt, die Geldbörse bekommt keine Schnappatmung mangels vorhandener Substanz. Für den Rest ist diese Tastatur einfach zu speziell, auch wenn der Image- und Wohlfühlfaktor beim Zusammentreffen aller Kundenprofilanforderungen definitiv stimmt.

Das Keyboard ist somit das, was das “Black Afgano” aus dem Projekt Nasomatto unter den guten Parfüms ist: ein Exot, denn man lieben oder hassen kann, jedoch in keinster Weise verstehen muss. Nicht günstig, aber ausgefallen und mit einem gewissen Haben-Wollen-Faktor für die Zielgruppe ausgestattet. Allerdings wird der Rest der Leser nur mit dem Kopf schütteln und sich fragen, ob es uns auch sonst noch gut geht. Die klare Antwort lautet: ja.

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