Intel Core i5-8400: wie gut ist der „kleine“ i5 in der Praxis?

Da sich Coffee Lake-S immer mehr zum digitalen Launch entwickelt und auch die Hardware nicht wirklich in Stückzahlen zu bekommen ist, könnten wir uns ja eigentlich Zeit lassen. Denn auch der neue Intel Core i5-8400K ist, wie auch der Rest der Familie, immer noch eine echte Fata Morgana, die auch ohne echte physikalische Verfügbarkeit AMDs Ryzen stören soll. Auch wenn wir uns wiederholen: dieser Produktlaunch, der immer mehr zur bloßen Ankündigung mutiert, ist nichts, was den Kunden wirklich weiterhilft und am Ende den Händlern eher schadet.

Wir sind in unserem ausführlichen Launchartikel „Mehr Kerne fürs Volk: Coffee Lake-S mit Intel Core i7-8700K und Core i7 8700 im Test“ und dem Follow-Up „Intel Core i5-8600K: Sechs Kerne für die Mittelklasse“ bereits sehr ausführlich auf die Neuerungen, den Chip, den Sockel, den neuen Chipsatz und auch auf einen Teil der neuen CPUs eingegangen, so dass wir uns an dieser Stelle die langweilende Redundanz sparen wollen. Wer es noch einmal nachlesen möchte, darf gern die obenstehenden Links anklicken.

Als Alternative hat AMD ja immer noch passende Ryzen-CPUs im Rennen, wobei eine preisliche Anpassung viele davon noch attraktiver erscheinen lässt. Immerhin muss man ja nicht bei jedem neuen Refresh in eine neue Plattform investieren und auch für den direkten Zen-Nachfolger soll der Sockel laut AMD kompatibel bleiben. Gute Boards, die sich auch zum Übertakten eignen, bekommt man sogar schon für deutlich unter 100 Euro, so dass ein AMD-Gesamtsystem rein preislich bereits eine Verlockung sein könnte.

Wir stellen deshalb dem Core i5-8400 die preislich passenden oder attraktiveren Ryzen 5 1600X, 1500X und 1400 zur Seite, die wir teilweise auch übertaktet haben., was mit dem Core i5-8400 ja leider nicht geht. Da es die AMD CPUs aber durchgängig ohne Aufpreis anbieten, ist dies nur fair.

Die Spezifikationen

Die TDP gibt Intel für den Core i5-8400 mit 65 Watt an, aber es wird abzuwarten bleiben, was die Mainboardhersteller daraus machen und ob auch diesmal wieder All-Core Turbo-Taktraten ermöglicht werden, die deutlich darüberliegen und somit die TDP-Klasse sprengen werden. Wir werden später bei den Leistungsaufnahmemessungen noch einmal darauf zurückkommen.

Modell Basistakt Single-Core-Turbo All-Core-Turbo* Kerne / Threads TDP-Klasse L3-Cache Speicher RCP (pro 1000)
i7-8700K 3,7 GHz 4,7 GHz 4,3 GHz 6/12 95 Watt 12 MiB DDR4-2666 359 USD
i7-8700 3,2 GHz 4,6 GHz 4,3 GHz 6/12 65 Watt 12 MiB DDR4-2666 303 USD
i5-8600K 3,6 GHz 4,3 GHz 4,1 GHz 6/6 95 Watt 9 MiB DDR4-2666 257 USD
i5-8400 2,8 GHz 4,0 GHz 3,8 GHz 6/6 65 Watt 9 MiB DDR4-2666 182 USD
i3-8350K 4,0 GHz 4/4 91 Watt 8 MiB DDR4-2400 168 USD
i3-8100 3,6 GHz 4/4 65 Watt 6 MiB DDR4-2400 117 USD

Das MSI Z370 Gaming Pro Carbon AC und unser Test-Setup

MSI führt die Z-Reihe der Gaming-Pro-Mainboards chronologisch fort und spendiert dem aktuellen Ableger erneut ähnliche Features, wie bereits den Vorgängermodellen. Auch die preisliche Positionierung am Markt sollte am Ende ähnlich ausfallen. Die genauen Boarddetails und Spezifikationen findet man bei Interesse auf der Herstellerseite.

Die neue Test-Methodik haben wir im Grundlagenartikel „So testen wir Grafikkarten, Stand Februar 2017“ ja bereits sehr ausführlich beschrieben und so verweisen wir deshalb der Einfachheit halber jetzt nur noch auf diese detaillierte Schilderung. Wer also alles noch einmal ganz genau nachlesen möchte, ist dazu gern eingeladen.

Abweichend ist in diesem Falle nur die Hardwarekonfiguration mit CPU, RAM, Mainboard, sowie die neue Kühlung, so dass die Zusammenfassung in Tabellenform schnell noch einen kurzen Überblick über das hier und heute verwendete System gibt:

Testsysteme und Messräume
Hardware:
Intel Sockel 1151 (Z370):
Intel Core Core i5-8600K, Core i5-8400
MSI Z370 Gaming Pro Carbon AC
2x 8GB G.Skill TridentZ DDR4-3200@2666 MHzAMD Sockel AM4 Workstation
AMD Ryzen 5 1600X, 1500X, 1400
MSI X370 Tomahawk
4x 8 GB G.Skill TridentZ DDR4-3200

Intel Sockel 1151 (Z270):
Intel Core i7-7600K, Core i5-7400
MSI Z270 Gaming 7
2x 8GB Corsair Vengeance DDR4-3200@2666 MHz

Alle Systeme:
GeForce GTX 1080 Founders Edition (Gaming)
Nvidia Quadro P6000 (Workstation)

1x 1 TByte Toshiba OCZ RD400 (M.2, System SSD)
4x 1050 GByte Crucial MX 300 (Storage, Images)
Be Quiet Dark Power Pro 11, 850-Watt-Netzteil
Windows 10 Pro (alle Updates)

Kühlung:
Alphacool Eiszeit 2000 Chiller
Alphacool Eisblock XPX
Thermal Grizzly Kryonaut (für Kühlerwechsel)
Monitor: Eizo EV3237-BK
Gehäuse:
Lian Li PC-T70 mit Erweiterungskit und Modifikationen
Modi: Open Benchtable, Closed Case
Leistungsaufnahme:
berührungslose Gleichstrommessung am PCIe-Slot (Riser-Card)
berührungslose Gleichstrommessung an der externen PCIe-Stromversorgung
direkte Spannungsmessung an den Shunts, den jeweiligen Zuführungen und am Netzteil
Auslesen der Mainboard-Sensoren
2x Rohde & Schwarz HMO 3054, 500 MHz Mehrkanal-Oszillograph mit Speicherfunktion
4x Rohde & Schwarz HZO50, Stromzangenadapter (1 mA bis 30 A, 100 KHz, DC)
4x Rohde & Schwarz HZ355, Tastteiler (10:1, 500 MHz)
1x Rohde & Schwarz HMC 8012, Digitalmultimeter mit Speicherfunktion
Thermografie:
Optris PI640, Infrarotkamera
PI Connect Auswertungssoftware mit Profilen
Akustik:
NTI Audio M2211 (mit Kalibrierungsdatei)
Steinberg UR12 (mit Phantomspeisung für die Mikrofone)
Creative X7, Smaart v.7
eigener reflexionsarmer Messraum, 3,5 x 1,8 x 2,2 m (LxTxH)
Axialmessungen, lotrecht zur Mitte der Schallquelle(n), Messabstand 50 cm
Geräuschentwicklung in dBA (Slow) als RTA-Messung
Frequenzspektrum als Grafik

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