Cougar Immersa Pro im Test – Headset mit Surround und USB-Soundkarte

Inhaltsverzeichnis

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Einführung und Lieferumfang

Das Cougar Immersa ist mit ca. 45 Euro Straßenpreis geradezu ein echtes Schnäppchen mit gutem Tragekomfort und einem sehr interessanten Preis-/Leistungsverhältnis. Erfolg macht bekanntlich mutig und so peppt man das Ganze mit Hilfe des ODM noch einmal ordentlich auf.

Ein solches Konzept kann sicher aufgehen, muss aber nicht. Für ca. 82 Euro Straßenpreis stößt man bereits in Gefilde vor, in dem man bereits richtig gute Mittelklasse-Headsets zu kaufen bekommt. Doch rechtfertigen USB, RGB und ein paar technische Gimmicks einen nahezu verdoppelten Straßenpreis?

Wie wir testen, haben wir im Grundlagenartikel “Gaming-Headsets: Mythos, Wahrheit und wie wir testen” bereits sehr ausführlich und transparent dargelegt, denn mit dem üblichen Audio-Geschwurbel von Bassgewittern und Hochtonpeitschen kommt man nicht wirklich weiter. Man muss schon subjektiv gut zuhören können und parallel dazu auch messen.

Der Lieferumfang gibt sich übersichtlich: das Headset, ein Handbuch, die ansteckbare USB-Audiolösung und einen Adapter für den passiven Betrieb an einem Mobilgerät, der sich an den proprietären Micro-USB-ähnlichen Kopfhörerstecker koppeln lässt, der sonst ja in der USB-Soundlösung steckt. Das war’s.

Optik und Haptik

Das Cougar Immersa sieht auf den ersten und vielleicht auch auf den zweiten Blick nicht aus wie ein Gerät der unteren Mittelklasse, aber immer noch besser als vieles, was sich unterhalb von 75 Euro so in den Regalen tummelt. Die großen, mit PU-Lederimitat überzogenen Ohrmuscheln dominieren natürlich den Anblick erst einmal und lassen das Headset ziemlich groß und wuchtig erscheinen.

Der in Orange abgesetzte Bügel, die mattschwarzen Muscheln und die – wenn auch funktionslosen – Aluminium-Applikationen aus Lochmetall lassen einen einerseits an das Steelseries-Elite-Headset und andererseits an Roccats günstiges Renga-Headset denken. Dieser Eindruck dürfte nicht einmal so weit hergeholt sein, da wohl vieles vom gleichen ODM stammt oder man fleißig untereinander kopiert.

Neu sind der Aluminium-Drehknopf für Mute an der linken und der Drehregler für die Lautstärke an der rechten Seite der Ohrmuscheln. Beide dominieren optisch natürlich auch, wobei der Lautstärkeregler nicht gefallen kann. Neben dem sehr schlechten Gleichlauf des analogen Doppel-Potentiometers setzt auch der rechte Kanal deutlich später ein und es kommt zudem, durch wechselnde Widerstände bedingt, zu leichten Klangverfälschungen.

Das Kabel ist textilummantelt, jedoch trotzdem recht dick und starr. Ersteres mag Haltbarkeit implizieren, aber ein wenig geschmeidiger hätte es auf den recht großzügig bemessenen zwei Metern dann doch zugehen dürfen.

Tragekomfort

Das Konzept des sich selbst einstellenden Kopfbandes bzw. Bügels hat sich bei vielen Headsets bewährt, denn es macht die mechanisch oft anfälligen Rastmechanismen in den mehrteiligen Bügelkonstruktionen aus zwei verschraubten Schalen mit innen liegendem Metallstreifen überflüssig. Man lässt dabei den Spannbügel noch so beweglich, dass man bei den Ohrmuscheln auf die vertikale Achse für die Anpassung locker verzichten kann. Die andere, horizontale Achse wird über ein profanes Gelenk in der Muschelaufhängung sauber gelöst.

Die großen Ohrpolster des komplett geschlossenen Systems passen auch über Segel- und Elefantenohren in Jumbo-Größe und schließen zudem sehr dicht ab. Gut für den Ausschluss der Umwelt, aber schlecht – weil förderlich – für das Mikroklima im neu geschaffenen Abhörraum, denn hier wird es nach längerer Tragezeit doch etwas feucht und klebrig. Man kann die beiden aufgesteckten Ohrpolster (die von kleinen Nasen gehalten werden) jedoch vorsichtig entfernen und säubern. Immerhin.

Am Ende bleibt der Eindruck, dass das 361 Gramm (netto ohne Kabel) schwere Headset wuchtiger aussieht, als es sich am Ende trägt. Es ist definitiv kein Ultraleichtgewicht, aber wir hatten auch schon schwerere Headsets, die deutlich mehr auftrugen. So aber lässt es sich, wie schon mit dem Immersa ohne Pro, recht entspannt zocken, solange man nicht in die subtropische Klimazone abdriftet. Doch einmal kurz zwischendurch auswischen tut es auch dann.

Funktionalität und Anschluss

Wir erwähnten ja bereits, dass sich seitlich links nunmehr ein Drehknopf für die Abschaltung des Mikrofons (Mute), sowie auf der anderen Seite ein Lautstärke-Drehregler befinden. Beide sind griffig und gut erreichbar, wobei der Lautstärkeregler besser auf Maximum stehen bleiben und man den Pegel besser anderweitig regeln sollte. Die Qualität des verbauten Potentiometers ist eher fragwürdig und in Anbetracht der Langzeithaltbarkeit würden wir deshalb explizit die elektrische Regelung am PC empfehlen, um die Mechanik nicht über Gebühr zu strapazieren.

Innerer Aufbau, Treiber und Sounding

Der geänderte 50-mm-Neodym-Treiber sitzt in der Oberschale der Muschel und wurde vom Hersteller an der Innenseite verklebt. Da man diese Schale abschrauben kann, haben wir natürlich auch noch einige kleine Klangexperimente unternommen. Man kann den aufgeklebten Filz über den sichtbaren Löchern der Oberseite teilweise entfernen oder im Gegenzug den Druckausgleich komplett beseitigen, indem man dichteres Material darüber klebt. Je nachdem, in welche Bassrichtung man gehen möchte.

Die verwendeten Treiber produzieren allerdings eine extreme Anhebung ab den oberen Mitten, sodass man sich beim Hochton nur abhelfen könnte, indem man dünnen Filz auf die Öffnung über den Treibern klebt. Wir möchten jedoch auch explizit darauf hinweisen, dass diese Änderungen NICHT von der Garantie bzw. Gewährleistung abgedeckt sind, auch wenn die Schrauben keinerlei Siegel tragen.

Mikrofon

Das Mikrofon mit Kugelcharakteristik sitzt in einem Mikrofonarm in Schwanenhalsform, den man sehr einfach einschieben bzw. herausziehen kann. Wie diese Mechanik funktioniert, zeigt das Bild oben vom inneren Aufbau. Dieses Element ist fast identisch mit denen der älteren Kingston- und Steelseries-Modelle und auch das verbaute Mikrofon tut, was es soll. Das Noise-Cancelling ist passiv und nicht immer absolut souverän. Jedoch ist das Design der Kapsel so ausgelegt, das sowohl ein Low-Cut als auch eine Art Clipping wahrnehmbar sind.

Der Klang und die Sprachverständlichkeit gehen für ein Headset dieser Preisklasse gerade noch in Ordnung, mehr aber auch nicht. Ob die Mikrofonspitze nun bei aktiviertem Mikrofon leuchtet oder nicht, bringt für die eigentliche Funktionalität keinen Mehrwert.

Bevor wir jetzt jedoch zum Sound-Check und den Messungen kommen, schnell noch einmal die technischen Daten in Tabellenform:

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