Das Warten hat endlich ein Ende: AMD Radeon RX Vega64 im Test

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Platinen-Layout

Die Vega64 und die Vega Frontier Edition besitzen die gleiche Platine, zu 100% identische Komponenten und unterscheiden sich nur durch das aufgelötete Package mit dem halbierten Speicherausbau, sowie einer angepassten Firmware. Die Länge ist, betrachtet man die rechte Seite des PCB, lediglich dem Kühleraufbau mit dem großen Radiallüfter geschuldet. Durch eine sinnvolle Verkürzung könnte man also mit Leichtigkeit wieder Platinengrößen im Format einer R9 Nano erreichen.

AMD hat sich bei der Aufteilung Platine also durchaus etwas gedacht, zumal sich ja durch den Wegfall der externen Speichermodule neue Möglichkeiten eröffnen. Genau an deren Stelle platziert man nun die einzelnen Spannungsversorgungen. Wir sehen ein nahezu klassisches 6+1 Phasen-Design für GPU und Speicher, sowie weitere Spannungswandler für die jeweiligen Teilspannungen. Auf all diese Dinge werden wir gleich noch detaillierter eingehen, denn es ist wirklich interessant.

Die beiden 8-Pin-Anschlüsse sind jeweils über einer Spule angebunden, was hilft, gewisse Spannungsspitzen zu glätten. Größere Kondensatoren konnten wir jedoch hier nicht finden.

Auf der Rückseite sehen wir, neben dem sehr eng bestückten Sockel des Packages, als augenscheinlichsten Part den PWM-Controller, sowie weitere Komponenten, deren Positionierung wir uns merken sollten, weil wir gleich noch ein Video zeigen möchten.

Spannungsversorgung der GPU

Im Mittelpunkt steht zunächst erst einmal der IR3521 von International Rectifier, ein Dual Output Digital Multi-Phase Controller, der sowohl die 6 Phasen für die GPU, als auch 2 weitere Phasen bereitstellen kann, auf die wir gleich noch zu sprechen kommen werden. Doch zurück zur GPU. Wir zählen ja zwölf Spannungswandlerkreise und nicht sechs. Da aber nur sechs echte Phasen erzeugt werden können, doppelt man jede dieser Phasen, um die Last auf zwei Wandlerkreise aufteilen zu können. Wir vermuten, dass man diesen Aufwand später bei der etwas einfacheren XL-Version nicht mehr treiben wird. dafür lässt man entweder den Platz für den zweiten Kreis einfach weg oder vereinfacht die Platine als solche.

Für dieses sogenannte Doubling kommen insgesamt sechs IR3598 zum Einsatz, die sich ja auf der Rückseite der Platine befinden (wir erinnern uns). Die eigentliche Spannungswandlung eines jeden der zwölf Wandlerkreise übernehmen ein IRF6811 auf der High-, sowie ein IRF6894 auf der Low-Side, der zudem noch die benötigte Schottky-Diode enthält. Bei beiden handelt es sich um bereits früher von AMD verwendete HEXFETs von International Rectifier. Bei den Spulen setzt AMD auf gekapselte und frontseitig verlötete Ferritkernspulen. Die Induktivität fällt mit 190 nH etwas geringer aus, als die sonst meist bei den GPUs üblichen 220 nH.

Spannungsversorgung des Speichers

Wie bereits kurz erwähnt, wird auch die eine Phase für den Speicher vom IR35217 mit bereitgestellt. Eine Phase reicht völlig aus, da der Speicher deutlich genügsamer ist. Der Gate-Driver CHL815 befindet sich wieder auf der Platinenrückseite, während für die Spannungswandlung ein NTMFD 4C85M von ON Semiconductor eingesetzt wird. Dieser Dual N-Channel MOSFET realisiert sowohl die High-, als auch die Low-Side.

Interessant ist auch, dass AMD generell auf alle Becher-Kondensatoren verzichtet und nur noch auf flache SMD-Caps setzt. Die etwas geringere Kapazität gleicht man aus, indem man zwei dieser Caps einfach parallelschaltet und dafür meist auch die Rückseite der Platine mit nutzt. Eine sinnvolle Entzerrung der thermischen Hotspots und eine großflächigere Wärmeabfuhr haben zudem noch den netten Nebeneffekt, dass man auch schon mal eine Temperaturklasse niedriger einsteigen und damit auch Kosten sparen kann. Das wiederum freut dann die Finanzabteilung sicher in gleichem Maße.

Die Spule fällt diesmal mit 220 nH etwas größer aus. Noch größer sind mit 820 nH hingegen die Spulen für die deutlich langsamer taktenden Wandler der anderen Teilspannungen, die allerdings auch deutlich geringere Stromstärken stemmen müssen.

Weitere Spannungswandler

Die Erzeugung von VDDCI ist leistungsmäßig kein großer Posten, aber wichtig. Sie dient dem GPU-internen Pegelübergang zwischen dem GPU- und dem Speichersignal, quasi so etwas wie die Spannung zwischen dem Speicher und dem GPU-Kern auf dem I/O-Bus. Darüber hinaus erzeugt man noch zwei konstante Quellen für 1,8V und 0,8 Volt.

Unterhalb der GPU findet man auch noch den APL5620 von Anpec für die VPP. Dieser Ultra-Low-Dropout-Chip erzeugt die sehr geringe Spannung für den PLL-Bereich (Phase Locked Loop).

Mit dem HC238A von ON Semiconductor als De-Multiplexer realisiert man das “Mausekino” für die LED-Leiste, welche die Auslastung der Spannungsversorgung anzeigt. Nettes Gimmick, aber in der Intensität durchaus auch fast schon störend. Vor allem nachts.

Damit wären wir dann auch schon durch, denn der Rest ist der übliche Standard.

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