Das Warten hat endlich ein Ende: AMD Radeon RX Vega64 im Test

Inhaltsverzeichnis

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Temperaturverlauf und Taktrate

Die Lüfterregelung erfolgt recht konservativ, so dass die Maximaltemperatur von 85°C relativ schnell erreicht ist. Dann aber hat die Karte bereits ca. 6% ihrer Performance aus dem kalten Zustand eingebüßt, was fast ausschließlich über eine automatische Verringerung der Taktrate um ca. 9% erfolgt. Wir haben dafür jeweils in 5-Grad-Schritten eine mittlere Taktfrequenz errechnet, die sich aus all den Höhen und Tiefen des jeweiligen Runs ergab. Das reichte von 1533 MHz im kühlen Zustand bis hinab zu 1401 MHz im ungünstigsten und heißesten Fall.

Temperaturverlauf und Leistungsaufnahme

Jetzt wird es richtig interessant. Wir messen bei temperaturbedingten 1401 MHz im Durchschnitt ca. 285 Watt, bei 1533 MHz kalt rund 310 Watt. Für 9% mehr Takt benötigen wir demnach auch reichlich 9% mehr zugeführte Leistung und erhalten im Gegenzug ca. 6% mehr Gaming-Performance. Der Deal ist also erst einmal akzeptabel, zeigt aber auch, dass die Effizienzkurve bereits stark abfällt. Sehr viel mehr Spielraum bleibt also nicht.

Was man aber auch feststellen kann ist, dass die Leakage-Verluste offensichtlich keine große Rolle mehr spielen. Zeiten, in denen man bei gleichem Takt locker um die 40 Watt und mehr sparen konnte, wenn die Temperatur nur gering genug bleibt, sollten damit auch der Vergangenheit angehören. Immerhin etwas.

Temperaturverlauf GPU vs. HBM2 Speichermodule

Wir können, soweit die ausgelesenen Werte stimmen, von maximal 84 (85°C Peak) für die GPU und maximal 90°C (94°C Watt Peak im Torture-Test) für die HBM2-Module ausgehen. Letzteres scheint relativ hoch, wird aber auch als Obergrenze für den aktuellen GDDRX5-Speicher angesehen. Wir werden diese Werte natürlich auch bei weiteren Tests immer im Auge behalten, denn wir können die Genauigkeit der Sensorinterpretation aktuell nicht 100-prozentig bestätigen.

Beim Stresstest erfolgt die Erwärmung so schnell, dass die Kurven für den offenen und geschlossenen Aufbau enger beieinanderliegen.

Temperaturverläufe auf der Platine (“Wärmefluss”)

Was wir sofort feststellen können: die Platine unterhalb des Sockels ist ca. 5°C kühler als die Werte, die wir innerhalb der GPU ermitteln konnten! Doch woran liegt das? Die Erklärung stand bereits auf Seite Zwei, denn wir konnten eine sehr dicke Package-Platine finden, die sich noch zwischen dem Interposer und dem PCB befindet. Außerdem liegt der Interposer ganz offensichtlich nicht vollflächig auf dem Package auf (“underfill issue”), sodass die Luft dazwischen fast schon wie eine Isolationsschicht wirkt.

Beim Stresstest liegt die Temperatur noch einmal etwas niedriger, was wohl auch auf die erhöhte Lüfteraktivität und die Regulierung durch den abgesenkten Takt zurückzuführen ist (siehe Leistungsaufnahme).

Geräuschemission (“Lautstärke”)

Die gemessenen 48,2 dB(A) sind zwar der Maximalwert im Balanced-Mode, aber wir haben es um Turbo Mode auch schon mal bequem über die 50-dB(A)-Marke geschafft. Was bei der Vega Frontier Edition noch Anlass zum Lob war, ist nunmehr statt eines stillen Abendwindes bereits ein ordentlicher Orkan, mit dem man sich nonchalant die Ohren durchpusten lassen kann und der einfach nur recht hohen Leistungsaufnahme geschuldet ist. Eine GeForce GTX 1080 Ti FE mit 295 Watt maximalem Power Target ist allerdings auch nicht signifikant leiser.

Die hier vorgestellte Variante der Kühlung weicht deutlich von dem ab, was uns bei der Frontier Edition noch gefallen konnte. Zu aggressiv, zu heiß und am Ende logischerweise auch zu laut. Knapp auf Kante war thermisch und akustisch noch nie eine wirklich harmonische Ehe.

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