Google: Mit KI gegen Extremismus auf Youtube

Wenn es um Extremismus in Sozialen Medien geht, steht zumeist Facebook am Pranger, doch auch auf Youtube agieren Extremisten aller Couleur. Diesen versucht Google nun auch mit Hilfe von seinen Softwareentwicklungen zu Leibe zu rücken: Mit Video-Analysen will der Hersteller im letzten halben Jahr bereits 50 Prozent der Videobeiträge von Extremisten erkannt haben, nun soll die Quote durch weitere technologische Entwicklungen weiter verbessert werden. Künftig soll an dieser Stelle auch Künstlichen Intelligenz gesetzt werden. Google gilt an dieser Stelle als einer der weltweit führenden Entwickler, der hierfür einen eigenen Prozessor, TPU genannt, konzipiert.

Allerdings setzt die Softwareschmiede nicht allein auf eine maschinelle Identifikation extremistischer Inhalte, sondern vertraut – ganz althergebracht – auf Experten, die von 50 NGOs und 63 weiteren Organisationen stammen. Bei Videos, die im Verdacht stehen, gegen diese Konventionen zu verstoßen, werden zudem die Möglichkeiten eingeschränkt: Den Erstellern wird kein Geld ausgezahlt und die Bewegtbilder können weder empfohlen noch kommentiert werden. Die letzte des vier Maßnahmen enthaltenden Katalogs sieht ein stärkeres Engagement vor, wenn es darum geht, sich dem Hass im Netz entgegenzustellen. Dazu gehört etwa die “Redirect Method”, mit der Interessenten an entsprechenden Inhalten zu Stellen umgeleitet werden, die sich mit diesen Radikalismen kritisch auseinandersetzen.

Google arbeitet an dieser Stelle mit Facebook, Microsoft und Twitter zusammen.

Allerdings bleibt ein fader Beigeschmack, ganz gleich, wie gut es diese Initiative meint: Vier Konzerne mit einer erheblichen Macht im Netz entscheiden letztlich darüber, welche Inhalte als extrem eingestuft werden und welche nicht. Das könnte auch bedeuten, dass der eine oder andere Kapitalismuskritiker, der sich an der beherrschenden Marktstellung oder den Finanzgebaren – Stichwort Steuervereidung – dieser Giganten stört, in diesen Sozialen Netzwerken künftig kaum noch zu finden sein wird. Und gerade Facebook ist ein vortreffliches Beispiel, das zeigt wie es nicht sein sollte: Der Konzern hat ein derart großes Problem mit nackten Brüsten, dass selbst Bilder von Kunstwerken mit entsprechenden Motiven schnell eine Abmahung nach sich ziehen können.


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