ARM Cortex A75 und A55: Mehr Leistung für Smartphones

Mit seinen CPU-Kernen, aber auch seinen GPUs gehört ARM zu den festen Größen im Geschäft um Chips für Smartphone. Nun haben die Briten mit dem Cortex A75 und dem Cortex A55 zwei neue CPU-Architekturen vorgestellt, die mehr Leistung versprechen, die insbesondere beim maschinellen Lernen und neuen Anwendungen mit künstlicher Intelligenz benötigt werden soll.

Mit dem Cortex A55 hat der Chipentwickler einen Nachfolger des Cortex A53 entwickelt, der erstmals 2012 präsentiert wurde. Diesem Erbe folgend, werden auch diese CPU-Kerne entweder leistungsstärkeren Pendants zur Seite gestellt, um bei weniger anspruchsvollen Prozessen den Energieverbrauch in Grenzen zu halten, oder aber sie stecken in einfacheren SoCs, die in Einsteiger- und Mittelklasse-Smartphones verbaut werden.

Dementsprechend begrenzt sind auch die Leistungszuwächse: Im Benchmark Geekbench 4 sollen sie bei rund 20 Prozent liegen, im JavaScript-Test Octane v2 von Google soll die Steigerung bei 15 Prozent liegen. Der Stromverbrauch steigt um lediglich drei Prozent.

Der Cortex A75 tritt die Nachfolge des erst im vergangenen Jahr vorgestellten Cortex A73 an, der bei gleichem Stromverbauch jedoch deutlich größere Leistungszuwächse in Aussicht stellt: So wurde im Geekbench eine Steigerung von 34 Prozent bewerkstelligt, während Octane V2 ein Zuwachs von 34 Prozent realisiert wurde.

Daneben ist beiden Kernen gemein, dass sie nun eine FPU mit einer Breite von acht Bit erhalten haben, die Berechnungen mit halber Genauigkeit (FP16) beschleunigen soll und damit auf den Umgang mit Datenformaten spezialisiert ist, die sehr häufig in neuronalen Netzen verwendet wird.

DynamIQ

Mehr jedoch als die Fortschritte, die beiden Kernen jeweils im Einzelnen erreicht wurden, soll eine vermischte Nutzung der Kerne zu besseren Resultaten führen: Sowohl der Cortex A75 als auch der A55 unterstützen DynamicIQ, die Technologie, die die big.LITTLE-Technologie ersetzt. Mit ihr lassen sich die einzelnen Kerne je nach Bedarf wesentlich flexibler nutzen: Waren bisher nur gleichförmige Paaungen der Kerne nach dem Schema 2x A73 sowie 2x A53 möglich, werden mit der neuen Technologie auch ungleiche Paarungen (etwa 1x A73 und 3xA53) möglich.

Eine der effizientesten Zusammenstellungen könnte damit ein Achtkern-Chip werden, der über sieben Cortex-A55- und einen -A75-Kern verfügt: Im Vergleich zu acht Cortex-A53-Kernen würde die Geschwindigkeit Singlethread-Anwendungen um das 2,4- und bei Multithread-Anwendungen um das 1,4-fache steigen. Die Fläche des SoCs würde dabei um gerade mal drei Prozent steigen.

Erste SoCs mit den neuen Kernen werden im kommenden Jahr erwartet.

Ebenfalls interessant...