[UPDATE] Roundup: 23 Smartphones im Vergleichstest (4x neu)

Design & Verarbeitung

Bereits seit längerem hat Motorola das G4 und das G4 Plus im Angebot. Mit dem G4 Play hat die Serie noch eine Erweiterung erhalten, die sich an den schmalen Geldbeutel richtet und in einigen Belangen an die früheren Modellen der Serie erinnert.

Dies beginnt schon formal, denn mit Außenmaßen von 14,4 x 7,2 cm ist die Außenschale deutlich kompakter als bei den beiden Schwestermodellen der Serie. Lediglich die Bauhöhe ist mit einem Zentimeter vergleichbar dimensioniert. Doch auch das ist für die mittlerweile von Lenovo entwickelten Moto-Smartphones nicht untypisch, denn nach wie vor setzt der Hersteller auf ein vergleichsweise stark nach außen gewölbtes Gehäuse.

Das Gewicht ist mit 137 Gramm angenehm niedrig und das Smartphone liegt nicht zuletzt dank der abgerundeten Seiten gut in der Hand. Selbst kleinere Hände, die sich von manchem Giganten überfordert fühlen, kommen hier gut zurecht.

Die Verabeitung ist durchaus gelungen. Bei den Materialien muss zwar – wie eh und je – vergleichsweise schlichter Kunststoff akzeptiert werden, doch das Gehäuse wirkt stabil und zeigt sich unanfällig gegenüber Verwindungen. Auch darüber hinaus leistet sich der Hersteller keine Ausrutscher.

Display

Die reduzierten Außenmaße hängen natürlich direkt mit der Displaygröße zusammen. Während G4 und G4 Plus mit einem 5,5 Zoll großen Full-HD-Bildschirm bestückt werden, misst das Panel des G4 Play “nur” fünf Zoll. Auch die Auflösung ist niedriger; der Hersteller setzt bei dem kleinsten Modell der G4-Baureihe auf 1280 x 720 Pixel. Allerdings ist die Pixeldichte mit knapp 294 ppi immmer noch recht hoch. Unschärfen oder Treppeneffekte treten zwar nicht offensichtlich zu Tage, Adleraugen werden sie sicherlich erspähen.

Wenig beeindrucken kann die Helligkeit des G4-Play-Bildschirms. Für die durchschnittliche Leuchtdichte ermitteln wir einen Wert von nur 199 cd/m², das Maximum bzw. Minimum messen wir mit 207 bzw. 190 cd/m². Für ein Smartphone mit einem IPS-Display ist das viel zu wenig; bei hellem Umgebungs- bzw. Sonnenlicht ist auf dem Bildschirm nicht mehr viel zu erkennen. Immerhin ist der Schwarzwert mit 0,03 cd/m² sehr gut, sodass sich ein Kontrastverhältnis 6623:1 ergibt.

Sound

Für ein vergleichsweise günstiges Smartphone klingt das Moto G4 Play nicht mal schlecht. Zwar hallt der Mono-Sound etwas blechern aus der in die Oberfläche integrierten Lautsprecher und die Höhen sind natürlich übersteuert, aber es lassen sich tatsächlich Mitten und Tiefen erkennen.

Beim Telefonieren wirkt das Gesprächston etwas dumpf und hallig, wenn das Smartphone klassisch ans Ohr gehalten wird. Diese Eigenschaften bleiben auch dann erhalten, wenn internes Mikrofon und der Lautsprecher zum Freispechen genutzt werden. Dann wirken die Wortbeiträge des Gegenübers zudem leicht verzogen.

Kernkomponenten

Das kleinste Modell der Moto-G4-Serie bekommt auch den kleinsten Prozessor. Weil sich der Hersteller bei den beiden leistungsfähigeren Modellen für einen Snapdragon 615 entschieden hat, scheint sich ein Modell aus der 400-Serie hier fast schon aufgedrängt zu haben.

Mit dem Snapdragon 410 verbaut der Hersteller jedoch einen recht betagten Chip, der nur auf den ersten Blick mit den einfachen Mediatek-SoCs mithalten kann: Zwar werden auch hier vier 1,2 GHz schnelle Cortex-A53-Kerne integriert, dennoch zeigt sich das SoC noch schneller von anspruchsvolleren Aufgaben überfordert.

Der Grund hierfür dürfte vor allem in der betagten Adreno-306-GPU zu suchen sein, die beispielsweise mit OpenGL 3.1 nichts anzufangen weiß. Das macht sich im Alltag bemerkbar: Die schlanke Oberfläche sorgt zwar für flüssige Bedienung, doch darüber hinaus geht dem SoC schnell die Puste aus: Längst nicht jedes Spiel lässt sich nach der Installation auch tatsächlich nutzen.

Auch hinsichtlich der Schnittstellen ist das Smartphone nicht gerade auf dem Stand der Zeit. Das WLAN-Modem beherrscht zwar die Standards b/g/n, die schnellere ac-Spezifikation wird jedoch nicht unterstützt. Das LTE-Modem basiert auf der vierten Kategorie und bewerkstelligt damit Downloads mit bis zu 150 MBit/s.

Kamera

Eine Hauptkamera mit einer Auflösung von acht Megapixeln ist eigentlich nicht mehr wirklich zeitgemäß, allerdings sagt die schiere Pixelzahl noch lang nichts über die Bildqualität aus. Das gilt auch für das G4 Play: Gerade bei guten Lichtbedingungen werden ordentlichen Aufnahmen natürlichen Farben bewerkstelligt.

Vom Zoom sollte man allerdings die Finger lassen, denn die Details verschwimmen schnell, bis bei vierfacher – und maximaler – Vergrößerung nur noch ein matchiger Rest übrig bleibt. Auch bei den Bewegtbildaufnahmen stößt die Vergrößerungsfunktion schnell an ihre Grenzen und auch die groben Sprünge zwischen den einzelnen Zoomstufen machen ambitioniertes Filmen nur schwer möglich.

Der Frontsensor liefert eine brauchbare Leistung hinsichtlich der Detailschärfe und der Kontraste ab, auch wenn dieser nicht mehr mit dem Acht-Megapixel-Sensoren mancher Konkurrenten mithalten kann.

Software & Bedienung

Mit dem ersten Moto G war Motorola gleichzeitig auch der erste Hersteller, der von der Installation einer eigenen Oberfläche absah und stattdessen auf die Vanilla-ROM setzte, die zu diesem Zeitpunkt und in dieser Form eigentlich nur von den Nexus-Referenz-Smartphones genutzt wurde.

Selbst nach der Übernahme durch Lenovo wird diesem Ansatz die Treue gehalten – was vermutlich auch daran liegt, dass die Entwicklungskosten geringer ausfallen. Mittlerweile gehen eine Reihe von Konkurrenten im unteren Preissegment einen ähnlichen Weg.

Mit der Version 6.0 gibt sich das G4 Play zwar noch ansatzweise modern, allerdings war bei der Vorstellung Android 7.0 schon einigen Wochen alt (und stand den Herstellern bereits einige Monate zur Verfügung), sodass die neuere Version wünschenswert (und realisierbar) gewesen wäre. Denn dass sie per Update nachgereicht wird, ist nicht sonderlich wahrscheinlich. 

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