[UPDATE] Roundup: 23 Smartphones im Vergleichstest (4x neu)

Verarbeitung und Design

Mit dem Honor 5X brachte Huawei 2016 ein Smartphone auf den Markt, dass die Mittelklasse aufmischen konnte: Ein 5,5 Zoll großes Full-HD-Display und ein Qualcomm Snapdragon 615 waren in einem Smartphone für deutlich unter 250 Euro zu diesem Zeitpunkt nirgendwo sonst zu bekommen.

Nun hat Huawei den Nachfolger vorgestellt, der schon äußerlich ein wesentliches Merkmal behält: Die Hardware wird wieder in einem aus einem Stück gefertigten Metallgehhäuse untergebracht. Allerdings wirkt dieses – nicht zuletzt aufgrund der stärker abgerundeten Ecken – deutlich schlanker. Die Außenmaße haben sich mit 15,1 x 7,3 x 0,8 mm kaum verändert. Gleiches gilt für das Gewicht, das nun 162 Gramm – und damit vier Gramm mehr – beträgt.

Dank der stärker abgerundeten Kanten und Ecken wirkt das 6X nun moderner. Die Verarbeitung wirkt hochwertig, diesmal sitzt sogar die Kopfhörerbuchse mittig und das Gehäuse neigt nur wenig zu Verwindungen.

Display

Das Honor 6X gilt dank seines 5,5 Zoll großen Bildschirms als klassisches Phablet, also übergroßes Smartphone – auch wenn sich eine solche Bildschirmdiagonale (ein Blick auf die zuletzt getesteten Smartphones zeigt es deutlich) mittlerweile fast schon zum Standard gemausert hat.

Das IPS-Panel präsentiert Inhalte mit einer Auflösung von 1920 x 1080 Pixeln, was bei dieser Größe eine Pixeldichte von 400 ppi bedeutet. Damit lassen sich auflösungsbedingte Schwächen nicht mehr erkennen. Auch in einer mobilen VR-Brille ist der Bildeindruck ordentlich.

Bei der Bildschirmhelligkeit gibt sich das 6X ebenfalls souverän. Den Maximalwert der Leuchtdichte messen wir mit 396 cd/m² und minimal waren es immer noch 362 cd/m², sodass sich bei zehn Messpunkten ein Mittel von 375 cd/m² ergibt. Das reicht aus, um das Smartphone auch bei hellem Sonnenschein nach wie vor gut bedienen zu können.

Auch der Schwarzwert ist mit 0,05 cd/m² sehr gut, sodass sich ein ebenso hervorragendes Kontrastverhältnis von 7500:1 ergibt.

Sound

Dem aktuellen Gestaltungstrend folgend sitzen rechts und links neben dem USB-Port “Lautsprechergitter” – und wie schon beim Vorgänger steckt nur hinter einem der beiden Auslässe tatsächlich ein Lautsprecher. Die Klangqualität haut nicht vom Hocker, auch wenn keine Verzerrungen oder auch nur ein Scheppern zu vernehmen wären. Die wiedergegebenen Töne sind in den Höhen stark übersteuert, die Tieftöne fehlen quasi. Für die Nutzung als Mediaplayer empfehlen sich externe Boxen oder Kopfhörer.

Beim Telefonieren macht das Honor 6X eine gute Figur. Wird das Smartphone klassisch ans Ohr gehalten, gefällt die Übertragung der Gesprächsbeiträge des Gegenübers mit einem sehr natürlichen Klang; auch die Lautstärke ist kräftig.

Werden das interne Mikrofon und der interne Lautsprecher als Freisprecheinrichtung verwendet, ist die Leistung ebenfalls überzeugend, auch wenn die Höhen etwas übersteuern. Die Verständlichkeit ist dennoch gut, von Rauschen oder Kratzen jedoch keine Spur. Auch die Lautstärke ist hoch genug, um nicht nur in ganz leisen Umgebungen auf diese Weise telefonieren zu können.

Kernkomponenten

Während im Vorgänger wie bereits erwähnt noch Qualcomms Snapdragon 615 steckte, vertraut der Hersteller nun auf einen Eigenbau der Huawei-Mutter und verbaut im Inneren einen Hisilicon Kirin 655, der ebenfalls aus zwei Clustern mit insgesamt acht Cortex-A53-Kernen zusammengesetzt wird, die allerdings mit 2,1 und 1,7 GHz deutlich höher takten. Zum SoC gehört außerdem eine ARM-Mali-T830-GPU mit zwei Grafik-Clustern und ein drei Gigabyte großer Arbeitsspeicher.

Der Leistungszugewinn ist damit eher theoretischer Natur. Im Klassenvergleich ist das Smartphone damit dennoch eines der – wenn nicht gar das – leistungsstärkste(n) Modell(e).

Die Ausstattung mit Netzwerkschnittstellen löst keine Jubelstürme aus: Per Kabel wird das Smartphone nach wie vor per Micro-USB-Stecker an Rechner und Ladegerät angeschlossen, in WLAN-Netzen ist nach der Unterstützung des n-Standards Schluss und das LTE-Modem basiert auf der Kategorie 4. Zudem ist Bluetooth 4.1 an Bord.

Kamera

Huawei hat die Kameras bei seinen Smartphones anscheinend als Alleinstellungsmerkmal für sich entdeckt. Schon das das Honor 5C wartet mit einem Sensor mit einer Bildqualität auf, mit der viele Konkurrenten dieser Preisklasse nicht mehr mithalten konnten. Beim Honor 6X setzt der Hersteller noch eins oben drauf: Auf der Rückseite wird eine Dual-Kamera verbaut, die eine Auflösung von zwölf bzw. zwei Megapixeln bietet.

Dass die Möglichkeiten nicht nur dazu genutzt werden, um dem Nutzer mit diversen Effekten allerlei Möglichkeiten bei der Gestaltung seiner Aufnahme zu geben, zeigen die Standardaufnahmen: Sie bieten eine sehr gute Farbdarstellung und natürliche Kontraste; bei genauerem Hinsehen erkennt man allerdings digitale Fragmente.

Auch die Zoomfunktion mit ihrer bis zu vierfachen Vergrößerung ist durchaus brauchbar, auch wenn bei maximalem Zoom die Konturen bereits deutlich verschwimmen. Die Videoaufnahmen bei Standardeinstellungen unterstreichen den Eindruck der Fotos, allerdings fällt das Verschwimmen der Konturen bei Vergrößerung hier deutlich stärker ins Gewicht: Die Bewegtbilder verlieren schneller an Schärfe, bei maximaler Vergrößerung sind sie bereits sehr matschig.

An der Front ist beim Honor 6X ein Acht-Megapixel-Sensor integriert, der gut mit dem zur Verfügung stehenden Umgebungslicht umzugehen weiß und Aufnahmen mit ordentlicher Detailschärfe bewerkstelligt.

Software & Bedienung

Bei der Software hält Huawei auch beim Honor 6X an der bewährten Kombination aus Android-Betriebssystem und der hauseigenen EmotionUI-Oberfläche fest.

Enttäuschend ist allerdings, dass der Hersteller bei dem Smartphone noch auf Android 6.0 und die EMUI 4.1 setzt. Vorherige Vorstellungen wie das Mate 9 bekamen bereits Android 7.0 als Betriebssystem sowie eine neuere Version der Oberfläche.

So ganz nachvollzogen können wir diese Entscheidung jedenfalls nicht. Dass der Käufer eines Mittelklasse-Smartphones keine High-End-Hardware erwarten kann, ist das eine. Diesem aber auch die aktuelle Software vorzuenthalten, die nicht zuletzt hinsichtlich der Sicherheit Vorteile bietet, ist etwas völlig anders und für uns unverständlich.

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