[UPDATE] Roundup: 23 Smartphones im Vergleichstest (4x neu)

Design & Verarbeitung

Das Elephone S3 ist schon äußerlich ein klassisches China-Smartphone: Das Gehäuse wurde aus einem Stück Metall gefertigt, aus dem sich das Display mit seinem 2,5D-Curved-Glas-Überzug hervorwölbt. Die Außenschale wirkt gut verarbeitet, um nicht zusagen: Massiv. Hier bewegt oder verwindet sich selbst unter großer Krafteinwirkung nichts.

Unterstrichen wird die Stabilität von einem Kampfgewicht von 145 Gramm, dass das Smartphone in der Hand schon vergleichsweise gewichtig erscheinen lässt, obwohl es bei einer Bildschirmgröße von 5,2 Zoll längst noch nicht als übergewichtig bezeichnet werden kann. Gleiches gilt für die Außenmaße, die mit 14,2 x 6,9 x 0,8 cm auf dem Papier kompakter sind, als das Smartphone tatsächlich wirkt.

Die Hardware-Tasten – eine Lautstärkewippe und die Power-Taste – sitzen etwas tief im Gehäuse.

Display

Beim Display setzt der Hersteller auf ein 5,2-zölliges IPS-Panel, das mit 1920 x 1080 Pixel auflöst und damit viel fürs Geld bietet. Dies gilt auch an einer anderen Stelle, nämlich der Bildschirmhelligkeit: Das Display liefert eine enorme Leuchtdichte von 491 cd/m². Die Ausleuchtung ist allerdings insgesamt recht ungleichmäßig: Der gemessene Maximalwert von 569 cd/m² und der niedrigste Wert von 440 cd/m² liegen schon recht weit auseinander.

Beim Schwarzwert ermitteln wir einen Durchschnitt von 0,26 cd/m², woraus sich ein Kontrastverhältnis von 1888:1 ergibt. Nicht ganz überzeugen können dagegen die Farben, die etwas blass sind und etwas mehr Strahlkraft vertragen könnten.

Sound

Abstriche müssen bei der Tonwiedergabe gemacht werden. Dies beginnt schon damit, das hinter den durch jeweils sechs Bohrungen links und rechts neben der Micro-USB-Schnittstelle angedeuteten Tonausgängen nur auf einer Seite auch tatsächlich ein Lautsprecher sitzt – und der bietet keine sonderlich beeindruckende Leistung.

Tieftöne gibt es nicht und Mitten sind rar, sodass lediglich die höchsten Töne nach außen rasseln. Immerhin spart die nicht übermäßig laute Box dem geneigten Zuhörer unschönes Kratzen bzw. anderweitige Überforderungssymptome.

Das Telefonieren ist nicht die Stärke des S3. Das Telefon wirkt am Ohr selbst bei voller Lautstärke recht leise – gleiches gilt beim Freisprechen. Bei letzterem kommt noch hinzu, dass die Gesprächsbeiträge des Gegenübers vergleichsweise höhenlastig wiedergegeben werden.

Kernkomponenten

Trotz des vergleichsweise niedrigen Preises, den Elephone für das S3 aufruft, sitzt hinter dem Bildschirmpanel ein Achtkern-Prozessor. Der MT6753 basiert auf der Cortex-A53-Architektur, wobei die einzelnen CPU-Kerne mit einem Takt von 1,3 GHz zu Werke gehen. Wie bei so vielen Mediatek-SoCs wird auch bei diesem eine Mali-T720-GPU mit drei Grafik-Clustern integriert.

Das macht sich bemerkbar: Der Prozessor ist nicht nur deutlich schneller als die Quad-Core-SoCs, auch die GPU bietet spürbar mehr Leistung. Letztere ist nun in der Lage, auch die anspruchsvollsten Testläufe des GFX-Benchmarks auszuführen – das Zwei-Cluster-Pendant kommt nicht über Manhattan 3.1 hinaus.

Die Netzwerkkompetenzen des SoCs ragen jedoch nicht aus der Klasse heraus. Das LTE-Modem basiert auf der vierten Kategorie, in WLAN-Netzen wird der n-Standard unterstützt.

Kamera

Beim Elephone S3 wird bei der Hauptkamera auf einen 13-Megapixel-Sensor gesetzt – eine klassische Auflösung, die für brauchbare Bildqualität stehen sollte. Die Detailschärfe ist tatsächlich recht ordentlich, auch die Farben wirken natürlich und nicht übersättigt, aber auch nicht ausgewaschen. Allerdings geraten die Aufnahmen vergleichsweise dunkel.

Dieser Eindruck vertieft sich, wenn die Vergrößerungsfunktion genutzt wird. Bis zur mittleren Vergrößerung sind zwischen den Aufahmen qualitativ nur geringe Unterscheide auszumachen. Erst darüber hinaus verschwimmen die Konturen und verlieren die Farben etwas an Glanz.

Die Videoaufnahmen geraten bei Full-HD-Qualität etwas dunkel. Zudem lässt die Schärfe der Aufnahmen recht schnell nach, die Details sind bei maximaler Vergrößerung nicht mehr zu erkennen und das Bildergebnis insgesamt vergleichsweise breiig. Ambitionierte Filmer werden sich überdies von den heftigen Sprüngen beim Zoomen genervt zeigen.

Der Frontsensor des Elephone S3 macht seine Sache gut und gehört in diesem Vergleichstest zu den besseren Modellen, auch wenn er sich bei der maximalen Auflösung mit fünf Megapixeln begnügt. Detailschärfe und Kontraste bewegen sich auf einem ordentlichen Niveau. Es besteht zwar die Tendenz zu Überbelichtung (allerdings in begrenztem Rahmen), was in mancher Situation aber sogar hilfreich sein kann.

Software & Bedienung

Bei der Software lässt sich auf den ersten Blick erkennen, dass es sich bei dem Elephone S3 um ein Smartphone eines chinesischen Fabrikanten handelt: Wie bei den Konkurrenten wird dem Android-6.0-Betriebssystem eine hauseigene Oberfläche übergestülpt, die nicht nur mit einer eigenen Gestaltung der drei Android-Funktionstasten – inklusive einer vierten, mit der sie sich ausblenden lassen – aufwartet, sondern auch auf den Android-typischen App Drawer verzichtet.

Einer der größten Kritikpunkte ist dabei die Umsetzung. An manchen Stellen wirkt das Betriebssystem behäbig; das gilt insbesondere beim Einblenden der drei Android-Tasten. Das Angebot an zusätzlichen Diensten ist begrenzt, aber funktional.

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