[UPDATE] Roundup: 23 Smartphones im Vergleichstest (4x neu)

Das neue Top-Modell der Moto-Smartphone-Serie von Lenovo glänzt mit einem ultraflachen Gehäuse, toller Verarbeitung und seiner Wandelbarkeit – und die Moto Mods machen das Z zum kraftvollen Lautsprecher oder Beamer.


Mit dem Moto Z hat Lenovo wieder ein reinrassiges High-End-Smartphone im Programm, das sich von der Oberklasse-Konkurrenz abheben will. Zum einen dürfte das Moto Z – abgesehen vom hervorstehenden Kameramodul – das derzeit flachste Smartphone auf dem Markt sein. Zum anderen setzt Lenovo auf Individualisierung und modulare Erweiterbarkeit seines Top-Modells. Die Moto Mods getauften Zusatzmodule passen auch an die beiden Schwestermodelle Moto Z Play und Moto Z Force und – vielleicht noch wichtiger – sollen mindestens drei Gerätegenerationen lang kompatibel bleiben.

Die technische Basis und das AMOLED-Display mit WQHD-Auflösung weisen das Lenovo Moto Z ebenso als High-End-Smartphone aus wie der edle Materialmix aus Edelstahl, Flugzeugaluminium und kratzfestem Corning Gorilla Glass.

Mit seinem schnellen USB-C-Anschluss und dem Verzicht auf eine analoge Audioklinke folgt auch Lenovo dem aktuellen Trend zu moderneren, multifunktionalen Schnittstellen. Apple hat sich den klassischen Kopfhöreranschluss ja auch schon gespart. Der Vorteil bei Lenovo: Der verdrehsichere USB-Anschluss unterstützt im Moto Z dank USB 3.1 deutlich höhere Übertragungsraten als Apples Lightning-Anschluss. USB C gibt es mittlerweile auch im OnePlus 3, hier allerdings noch mit dem deutlich langsameren USB-2.0-Protokoll.

Beim Preis ist das OnePlus 3 mit seinen 400 Euro aber erheblich günstiger als das neue Flaggschiff von Lenovo, das es in den Farbvarianten White & Fine Gold und Black & Lunar Grey und stets mit 32 Gigabyte Speicher zu kaufen gibt. Lenovo ruft dafür satte 700 Euro auf, die Online-Preise liegen zum Testzeitpunkt nur knapp darunter.

Design & Verarbeitung

Das Gehäuse des Lenovo Moto Z ist ein echter Hingucker. Es ist extrem flach und das recht große, hervorstehende Kameramodul hinterlässt einen sehr technischen Eindruck. Lediglich die Kontakte, die für das Andocken und die Stromversorgung der Moto Mods erforderlich sind, stören das Gesamtbild.

Auch die Haptik des sehr gut verarbeiteten und in edle Materialen gewandeten Gehäuses leidet ein wenig unter den leicht überstehenden Metallstiften. Davon abgesehen gibt es an Materialauswahl und Verarbeitung nichts auszusetzen. Trotz einer Bauhöhe von nur 5,2 Millimetern leidet das Moto Z nicht unter mangelnder Stabilität. Ganz im Gegenteil: Mit normalem Kraftaufwand ist dem flachen Smartphone kein Knarzen oder Quietschen zu entlocken.

Auf dem Tisch liegt es allerdings aufgrund der vorstehenden Kamera sehr schräg, was die Bedienung nicht gerade vereinfacht. Mit dem beiliegenden Moto Mod namens Style-Shell, einer Art Backcover aus Nylon, lässt sich dieser Umstand aber ausmerzen. Dann liegt das Moto Z plan auf dem Tisch, ist besser vor Kratzern geschützt und die Metallkontakte stören auch nicht mehr. Dafür legt es natürlich minimal in der Bauhöhe zu.

Zusätzlich liegt noch ein Kunststoff-Bumper im Lieferumfang, der das empfindliche Gehäuse zusätzlich vor Schäden bewahren soll. Besonders schlank ist das Smartphone dann allerdings nicht mehr. Und natürlich auch schwerer als im “nackten” Zustand, wo es mit 136 Gramm für ein 5,5 Zoll großes Smartphone sehr leicht ausfällt.

Nicht eben kompakt ist das Moto Z in Länge und Breite. Der Rand um das Display fällt vor allem oben und unten recht groß aus, ähnlich dem Apple iPhone 7 Plus, das nochmals drei Millimeter länger ist.

Kernkomponenten

Beim Innenleben macht Lenovo keine Experimente und setzt auf moderne Großserien-Komponenten. Das Herzstück bildet der Qualcomm Snapdragon 820, der unter anderem auch das OnePlus 3 standesgemäß befeuert. Lenovo geht aber mit dem Kerntakt nicht an die obere Grenze von 2200 MHz, sondern fährt den Performance-Cluster mit 1,8 GHz deutlich konservativer. Der Energiespar-Cluster arbeitet mit 1,5 GHz Kerntakt, beide Cluster bestehen aus je zwei Kernen.

Mit leicht gebremstem Schaum geht auch die Adreno 530 zu Werke. Statt der laut Hersteller spezifizierten 624 MHz kommt die High-End-GPU im Moto Z nur auf 510 MHz. Das Nachsehen gegenüber dem deutlich günstigeren OnePlus 3 hat das Lenovo Flaggschiff auch bei der Größe des Arbeitsspeichers: Mit vier Gigabyte ist das Moto Z zwar üppig und oberklassetauglich bestückt, die sechs Gigabyte des OnePlus 3 sind aber weiterhin unerreicht.

Als sparsam – erst recht angesichts des Kaufpreises – kann man auch den internen Flash-Speicher bezeichnen. 32 Gigabyte sind nicht mehr wirklich zeitgemäß. Gut, dass sich der Speicher theoretisch um bis zu zwei Terabyte erweitern und sich die Speicherkarte als interner Speicher formatieren lässt. Allerdings klappt das mit der Speichererweiterung nur, solange man die Dual-SIM-Funktionalität nicht nutzt. Denn den zweiten Platz im Slot teilen sich die zweite SIM-Karte und die microSD-Karte – entweder oder.

Keine Kompromisse macht Lenovo bei den Funktechnologien. Mit an Bord sind Bluetooth 4.1, ac-WLAN und eine Vielzahl an LTE-Bändern. Dazu kommen GPS und NFC. Der USB-C-Port beherrscht USB 3.1 und zeigt sich deutlich flotter als etwa der Lightning-Anschluss im Apple iPhone 7 Plus. Mit dem gemeinsam hat das Moto Z den Verzicht auf die Audioklinke. Auch Lenovo spendiert im Gegenzug einen entsprechenden Adapter, in diesem Fall von USB-C auf 3,5-mm-Klinke.

Absolut nicht Standard ist hingegen das Moto-Mods-Konzept von Lenovo. Über die hauseigene Schnittstelle an der Rückseite werden die Mods befestigt und bei Bedarf mit Strom versorgt. Am unspektakulärsten sind sicherlich die Style-Shells. Dabei handelt es sich um eine Art Back-Cover, das per Magnet in Position gehalten wird.

Ein schwarzes namens “Herringbone Nylon” liegt dem Moto Z bereits bei. Allein durch eine veränderte Rückseite wird das Moto Z aber noch lange nicht zum Formwandler.

Dafür gibt es weitere, deutlich aufwändigere Moto Mods. Wir haben uns den JBL Soundboost angesehen, der das Lenovo Smartphone zu einem veritablen Lautsprecher mutieren lässt. Das 100 Euro teure Mod macht die Figur des Moto Z allerdings zunichte. Mit fast zwei Zentimetern Tiefe und 285 Gramm wird das Leichtgewicht als Soundmaschine zum Mittelgewichtler.

Der JBL Soundboost bringt einen eigenen 1000-mAh-Akku mit, der entweder direkt an der vorhandenen USB-C-Buchse geladen werden kann oder im Gespannbetrieb über das Moto Z mitversorgt wird. Den Ladestand zeigt das Smartphone in angedocktem Zustand jederzeit an.

Gegenüber dem eingebauten Lautsprecher erreicht das Mod eine gefühlt mindestens doppelt so hohe Laustärke. Außerdem wird der Tieftonbereich viel besser abgedeckt. Von einem Klangerlebnis würden wir zwar nicht sprechen, als portables Gerät kann sich die Kombi aber hören durchaus lassen.

Neben den beiden Moto Mods, die uns zur Verfügung standen, bietet Lenovo derzeit noch ein Akkupack (90 Euro), einen Pico-Projektor (350 Euro) und ein Kamera-Mod (300 Euro) mit 10fach-Zoom an. Sicher ein interessantes Konzept.

Display

Ganz weit vorne spielt das Lenovo Moto Z auch beim Display mit – zumindest, was die Auflösung angeht. 2560 x 1440 Pixel (WQHD) gibt das Panel wieder. Auch Lenovo setzt wie Samsung und OnePlus auf einen AMOLED-Bildschirm. Das Ergebnis: knackige Farben, tolle Kontraste und ein unvergleichbar sattes Schwarz.

Der sehr gute subjektive Eindruck wird abgerundet von einer hohen Blickwinkelstabilität. Bis hierhin macht Lenovo also alles richtig. Mit fast exakt 500 cd/m² punktet das Moto Z zudem bei der maximalen Leuchtkraft. Allerdings wird dieser hohe Wert nur bei aktivem Umgebungslichtsensor erreicht. Bei manueller Regelung sind es ganze 30 Prozent weniger. Hier sollte man die Automatik also nur aus gutem Grund abschalten.

Sound

Gleich vier Mikrofone besitzt das Moto Z, und die verhelfen dem Lenovo Flaggschiff zu einer bemerkenswert guten Sprachqualität. Doch nicht nur beim Angerufenen klingen Stimmen natürlich und klar. Auch der eingebaute Ohrhörer leistet gut Arbeit. Lediglich ein minimales Hintergrundrauschen ist zu vernehmen. Selbst im Freisprechmodus lässt es sich mit dem Moto Z – zumindest in ruhigen Umgebungen – vortrefflich plaudern.

Kamera

Keinen großen Wirbel macht Lenovo um das Thema Kameras. Wo andere mit Doppellinsen und großen Megapixel-Zahlen protzen, scheint man sich beim Moto Z eher auf das Wesentliche zu konzentrieren. An der Front sitzt eine 5-MP-Optik, was für Selfies und Videochats ausreichen sollte. Die Hauptkamera löst mit 13 MP auf, das ist quasi Minimalstandard in der Premiumklasse – ebenso wie die Offenblende von f/1.8.

Nicht ganz auf High-End-Niveau fällt die Qualität der Foto- und Videoaufnahmen aus. Zwar lösen beide Optiken recht hoch auf und besitzen lichtstarke Objektive, die Fotos zeugen aber von mangelnder Schärfe in den Randbereichen. Zudem sind bei kontrastreichen Aufnahmen früh chromatische Aberrationen zu erkennen. Obendrein neigt der Sensor der Hauptkamera bei hellen Bereichen zum Überstrahlen.

In Innenräumen schlägt sich der 13-MP-Sensor hingegen ordentlich. Videos gelingen ebenfalls gut, sie fallen mitunter etwas dunkel aus. Die Frontkamera löst ihr Aufgabe zufriedenstellend.

Software & Bedienung

Zwar gibt es seit Erscheinen der Pixel-Smartphones von Google bereits Android 7.0 Nougat. Unser Testgerät war noch mit Version 6 (“Marshmallow”) bestückt, aber mittlerweile sollte Lenovo für das Moto Z schon das Nougat-Update ausgeliefert haben. Auch in der Vergangenheit wurden Moto-Geräte meist sehr zeitnah mit Updates versorgt.

Lenovo nimmt nahezu keine Veränderungen am Stock-Android vor. Lediglich über die Moto-App hat der Nutzer die Möglichkeit, Kleinigkeiten wie etwa die Geste zum Aktivieren der Taschenlampe zu personalisieren. Erfreulich ist auch, dass Lenovo auf vorinstallierte Drittanbieter-Apps und erst recht auf Bloatware verzichtet.


Der mit Gorilla Glass 4 geschützte Touchscreen arbeitet äußerst präzise und zuverlässig, die Finger gleiten ohne großen Widerstand über die glatte Oberfläche. Zusammen mit dem leistungsfähigen System ist ein flottes Arbeiten jederzeit möglich.

Die Platzierung der mit einem guten Druckpunkt versehenen Gehäusetasten ist allerdings etwas unglücklich gewählt. Zwar lassen sie sich gut erreichen, die Nähe der Lautstärketasten zum Power-Knopf führte aber während des Tests zu mehrmaligem versehentlichen Betätigen des Power-Knopfes.

Einwandfrei ist die Funktion des unterhalb des Display befindlichen Fingerabdrucklesers, der sowohl zum Entsperren des Gerätes als auch zum Abschalten des Displays dient. Schön gelöst ist zudem, dass man das Display allein durch eine Bewegung über dem Smartphone aufwecken kann, um sich etwa über eingegangene Nachrichten zu informieren.

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