[UPDATE] Roundup: 23 Smartphones im Vergleichstest (4x neu)

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Design & Verarbeitung

Bei nicht wenigen Smartphone-Herstellern wird man den Verdacht nicht los, dass die Devise bei der Entwicklung eines neuen Geräts “groß ist gut” lautet. Galten Displays mit 5,5 Zoll Bildschirmdiagonale bis vor kurzem noch als ausgewachsene Phablets für produktive Nutzer, hat sich dieses Maß mittlerweile als Quasi-Standard etabliert.

Huawei versucht mit dem Nova jedoch einen anderen Weg zu gehen. Schon bei der Präsentation wurde der Hersteller nicht müde zu betonen, dass es sich hierbei um ein Smartphone handeln soll, das speziell Frauen gefallen soll.

Dieser Umstand wird weniger mit der optischen Erscheinung unterstrichen, auch wenn das Nova beileibe nicht hässlich ist. Die schlanke Schale ist schick, aber zurückhaltend gestaltet und dürfte auch männlichen Nutzern durchaus zusagen.

Vielmehr schmeichelt das Nova der haltenden Hand: Mit einer niedrigen Bauhöhe von nur rund sieben Millimetern und einer Grundfläche von 14,1 x 6,9 Zentimetern werden auch kleinere Hände nicht überfordert, die abgerundeten Ecken und Kanten speziell auf der Rückseite tragen zum Wohlgefühl bei. Dies gilt nicht unbedingt für das Gewicht, das mit 141 Gramm bei diesem Format nicht mehr unbedingt als gering eingestuft werden kann. Ein Klotz in der Hand ist es aber dennoch nicht.

Gelungen ist auch die Verarbeitung des Gehäuses: Huawei-typsich besteht es aus Metall und wird aus einem Stück gefertigt, das auf der Rückseite kurz unterm Rand von einer schwarzen Kunststoffblende unterbrochen wird. In dieser steckt nicht nur die Kameralinse, sondern auch die Antennentechnik, die so für bessere Verbindungen sorgen soll.

Kernkomponenten

In Sachen Hardware greift Huawei beim Nova nicht auf ein SoC aus der eigenen Entwicklung zurück, sondern verbaut einen Qualcomm Snapdragon 625 – die kleinste Ausführung der aktuellen Snapdragon-600-Generation.

Der Chip besteht aus acht auf der Cortex-A53-Architektur basierenden CPU-Kernen, die allesamt mit einem Takt von zwei Gigahertz zu Werke gehen. Neu ist zudem die Adreno-506-GPU. 

Bei der Arbeit wird der Snapdragon 625 in diesem Fall von einem drei Gigabyte großen Arbeitsspeicher unterstützt, was allerdings auch nicht darüber wegtäuschen kann, dass es sich in dieser Klasse um einen vergleichsweise langsamen Chip handelt.

Mit Blick auf die Benchmark-Ergebnisse (siehe Folgeseiten) kann es sich lediglich von den Vorgänger-SoCs der Snapdragon-61x-Familie – im Coolpad Max steckt mit dem Snapdragon 617 deren letzte Ausbaustufe – absetzen. Hiermachen sich der höhere Takt und die neue GPU bemerkbar.

Display

Huawei setzt meist auf Bildschirme, die eine ordentliche Auflösung bieten, aber nicht unbedingt als Schaufenster des technisch Machbaren dienen. Wie in den meisten Fällen verbauen die Chinesen auch beim Nova ein IPS-Panel, das in diesem Fall fünf Zoll misst. Full-HD-Auflösung ist zwar längst nicht mehr die bestmögliche, aber bei einer Pixeldichte von 440 ppi kommen kaum Wünsche nach mehr auf.

Das Huawei-Nova-Panel punktet mit recht guten Helligkeitswerten: Die durchschnittliche Leuchtdichte betrug im Test 395 cd/m², Maximum und Minimum ermittelten wir mit 413 bzw. 373 cd/m². Nicht so schlecht ist der Schwarzwert, der im Mittel 0,31 cd/m² beträgt; daraus ergibt sich ein Kontrastverhältnis von 1247:1. 

Sound

Eine echte Koryphäe bei der Medienwiedergabe ist das Huawei Nova nicht. Aus der Box neben der USB-Typ-C-Schnittstelle drängt ein sehr höhenlastiger Sound nach außen, bei dem schon die Mitten nur noch begrenzt erkennbar sind. Tiefe Töne fehlen bauartbedingt fast gänzlich.

Beim Telefonieren gefällt das Huawei – wenn es klassisch ans Ohr gehalten wird – mit einer sehr natürlichen Gesprächswiedergabe. Dies gilt bedingt auch, wenn es freisprechend verwendet wird. Schwillt allerdings Höhe und Lautstärkepegel des Gegenübers an, kommt es zu leichten Verzerrungen und Dröhnen.

Kamera

Auch wenn Huawei beim Nova auf eine duale Kamera verzichtet, legt der Hersteller dennoch Wert auf eine gute Kameraleistung. Huawei setzt dazu auf einen Kamerasensor, der zwar nur mit 12 Megapixeln auflöst, dafür aber mit besonders großen 1,25-Mikrometer-Pixeln aufwartet.

Der Blendenwert von f/2,2 ist allerdings nicht der beste. Dennoch können die Aufnahmen durchaus überzeugen. Insbesondere dann, wenn auf die Vergrößerung verzichtet wird, gefallen die natürlichen Farben und guten Kontraste. Wird der Zoom verwendet, nehmen die Unschärfen zunächst in den Bilddetails schnell zu, bei maximaler Vergrößerung wirken die Aufnahmen ein bisschen so, als hätte man durch ein Milchglas fotografiert.

Die Bedeutung der Kamera wird von dem Hersteller auch bei der Videofunktion unterstrichen, denn hier sind Aufnahmen mit einer Bildqualität von 3840 x 2160 Pixeln (4K/UHD). Manch einer mag geteilter Meinung über solch hohe Videoauflösungen sein, schließlich gehen sie schnell zu Lasten des Datenspeichers.

Allerdings sind die Aufnahmen auf höchster Qualitätsstufe deutlich besser. Sie wirken weniger dunkel und in den Kontrasten ausgewogener, was möglicherweise am Algorithmus liegt, mit dem die Bewegtbilder final zusammengerechnet werden.

An der Front setzt Huawei auf einen 8-MP-Sensor, der sich bewandert im Umgang mit Licht zeigt und für sehr natürliche Farben sorgt. Die Kontraste könnten allerdings etwas höher sein, zudem lässt die Detailschärfe zum Rand hin merklich nach.

Software & Bedienung

Die Software-Installation ist im Prinzip die gleiche wie beim Honor 8. Als Basis wird Android 6.0 genutzt, das mit der hauseigenen Emotion UI (EMUI) 4.1 überzogen wird. Das bedeutet, dass der Android-typische App Drawer wegfällt und Apps und Dienste auf dem Startbildschirm gesammelt werden.

Die Anzahl der mitgeliferten Dienste ist ähnlich umfassend und damit teilweise überflüssig wie schon beim Honor 8, auch der Ordner mit den Demos von Spielen findet sich auf dem Smartphone wieder.

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