[UPDATE] Roundup: 23 Smartphones im Vergleichstest (4x neu)

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Design & Verarbeitung

In bisherigen Tests ist Acer vor allem durch seine vergleichsweise schlicht zusammengebauten Plaste-Kisten aufgefallen. Das hat sich beim Liquid Zest Plus nur teilweise geändert. Nach wie vor vertraut der Hersteller auf Polykarbonat für die Rückwand, hinter der die Kartenschächte und der festverbaute Akku zu Tage sitzen, der letztlich für das recht hohe Gewicht von 175 Gramm und Außenmaße von 15,4 x 7,7 x 1 Zentimeter verantwortlich ist.

Der silbern lackierte Kunststoffrahmen, der das Display einkleidet, lässt die Gesamtkonstruktion etwas altbacken erscheinen. Dank der abgerundeten Kanten liegt das Smartphone dennoch ganz gut in der Hand – wenn diese nicht zu klein ist. Nicht sonderlich gelungen sind die recht weit an der rechten Seite herausragenden Tasten für die Lautstärke und fürs Ein- bzw. Ausschalten.

Kernkomponenten

In der Smartphone-Klasse bis 200 Euro sind nach wie vor einfache Quad-Core-SoCs Standard. Das zeigt das Liquid Zest Plus geradezu exemplarisch auf: Im Inneren steckt ein Mediatek MT6735, der mit vier Cortex-A53-Kernen aufwartet, die vom bitischen Chip-Entwickler ARM designt wurden. ARM zeichnet auch für die Mali-T720-GPU verantwortlich, die über zwei Grafik-Cluster verfügt. Dazu kommt noch ein zwei Gigabyte großer Arbeitsspeicher.

Für die alltagsüblichen Anwendungen ist die Performance zwar vollkommen ausreichend, ein Feuerwerk darf jedoch nicht erwartet werden. Gerade wer unterwegs auch mal ein anspruchsvolleres Spielchen daddelt, stößt an schnell an Grenzen. 

Display

Das Liquid Zest Plus liefert mit einer 5,5 Zoll großen Diagonale viel Bildschirm, der allerdings – wie so oft in dieser Klasse – lediglich eine einfache 720p-Auflösung bewerkstelligt.

Die daraus resultierende Pixeldichte von 267 ppi ist nach heutigen Maßstäben natürlich nicht mehr sonderlich hoch, aber im Alltag dennoch absolut ausreichend: Um die üblichen Artefakte zu sehen, die mit einer schwachen Auflösung verbunden sind, muss der Betrachtungsabstand zum Display schon sehr nah gewählt werden. Dennoch ist die Bildqualität des Panels ordentlich; die Farben sind knackig und die Kontraste wissen zu gefallen.

Wenig begeistern kann dagegen die Leistung der Hintergrundbeleuchtung: Die durchschnittliche Leuchtdichte liegt gerade mal bei 253 cd/m², wobei ein Spitzenwert von 265 cd/m² sowie ein Minium von 245 cd/m² gemessen wurden. Für den Außeneinsatz an sonnigen Tagen ist das definitiv zu wenig.

Sound

Auf der Rückseite des Zests prangt zwar ein dts-Logo, das ordentlichen Sound verspricht – halten kann das Smartphone dieses Versprechen jedoch nicht. Der wiedergegebene Ton ist höhenlastig und vergleichsweise leise, was teilweise auch mit der ungünstigen Positionierung des Lautsprechers auf der Rückseite erklärt werden kann. In nicht mehr ganz so leisen Umgebungen wird die Verständlichkeit auf die Probe gestellt.

Beim Telefonieren macht das Smartphone einen guten Eindruck, solang es klassisch ans Ohr gehalten wird. Die Nutzung von Mikrofon und Lautsprecher als Freisprecheinrichtung kann nicht überzeugen. Schon die Positionierung des Lautsprechers auf der Rückseite stört und auch die Gespächsqualität ist dann nicht berauschend. Die kleine Box dröhnt und verschärft die Verständnisschwierigkeiten, die schon aus der etwas höhenlastigen Wiedergabe resultieren.

Kamera

Zu dem im Acer-Smartphone verbauten Mediatek-SoC gehört standardmäßig eine Hauptkamera, die mit einer Auflösung von 13 Megapixeln Schnappschüsse guter Qualität verspricht. Die Aufnahmen geraten schnell überbelichtet – was letztlich zu Lasten der Kontraste geht – und auch um die Farbechtheit steht es nicht zum Besten bestellt aus.

Und diese Schwächen scheinen nicht nur mit dem Sensor zusammenzuhängen. Vielmehr kann vermutet werden, dass die Kamerasoftware durchaus noch Optimierungspotenzial bieten könnte.

Dies wird vor allem beim Zoomen deutlich: Mit wachsender Vergrößerung zerfallen die Aufnahmen immer stärker in einzelne Pixelklötzchen, was die Vermutung nahelegt, dass die vom Sensor an die Kamerasoftware weitergereichten Bildinformationen nur wenig nachberechnet und auf menschliche Sehgewohnheiten angepasst werden – sonst wären die Weichzeichnungen deutlich stärker sichtbar.

Bei Videoaufnahmen geht Acer den entgegengesetzten Weg wie bei der Fotofunktion. Hier wird versucht das Smartphone, das Bild im Nachgang richtig hübsch zu rechnen – es gelingt allerdings nicht. Im Gegenteil: Schon die Standardaufnahmen wirken unscharf – und wird der Zoom genutzt, verschwimmen die Motive immer weiter, bis nicht viel mehr als ein konturloser Brei übrig bleibt.

In die Front des Liquid Zest Plus ist ein Fünf-Megapixel-Sensor integriert, der unterm Strich für brauchbare Selfies sorgt. Die Detailschärfe und Kontraste sind brauchbar, allerdings lässt sich auch hier eine leichte Tendenz zur Überbelichtung erkennen. 

Software & Bedienung

Auf dem Liquid Zest Plus wird ein aktuelles Android 6.0 installiert, dass sich hinsichtlich der Funktion am Basis-Android von Google orientiert. Dennoch wird nicht gänzlich auf eine optische Anpassung verzichtet: Auffällig sind jedoch vor allem die vielen Apps, die von Haus aus mitgeliefert werden und die man mehrheitlich als überflüssig bezeichnen kann.

Dies beginnt mit dem “Schlagzeilen-Bildschirm” und gilt gleichermaßen etwa für Spiele wie Candy Crush oder auch Asphalt: Nitro, die unnötig Speicherplatz in Beschlag nehmen und vom Nutzer genauso gut selbstständig installiert werden können. Zudem nerven beispielsweise News-Dienste, die nach dem ersten Einrichten auf dem Bildschirm eine vermeintliche Schlagzeile nach der anderen aufploppen lassen.

Es ist durchaus begrüßenswert, wenn Hersteller gerade unbedarfe Nutzer an die Hand nehmen und ihnen mit dem ersten Start ein App-Angebot liefern, mit dem das neue Mobilgerät augenblicklich in Betrieb genommen werden kann. Doch handelt es sich dabei um eine Gratwanderung, bei der man leicht übers Ziel hinausschießen kann – und das ist hier leider Fall.

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