[UPDATE] Roundup: 23 Smartphones im Vergleichstest (4x neu)

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Design & Verarbeitung

Bei Smartphones aus China hat sich derzeit ein einheitliches Design durchgesetzt: Von Huawei bis ZTE setzen Hersteller auf Unibody-Metallgehäuse.

Im Falle des Coolpad Max sind im unteren Rahmen zwei Lautsprecher mit entsprechend markant gebohrten Ausgängen links und rechts neben der mittig positionierten Micro-USB-Schnittstelle platziert – Apple und HTC lassen grüßen. In der goldfarben lackierten Schale stechen die schwarz gehaltenen Antennen hervor. In den schmalen Streifen über der oberen Antenne wurde die Kameralinse gequetscht, unterhalb sitzt der Fingerabdruckscanner.

Das Ganze wirkt solide und zeigt unter Druck keine Tendenzen zu Verwindungen, allerdings darf die Gesamterscheinung durchaus als etwas schlicht bezeichnet werden. Mit Außenmaßen von 15,2 x 7,6 x 0,8 cm besitzt das Coolpad Max nicht das engste Kleidchen, bewegt sich mit Hinblick auf das 5,5 Zoll große Display aber im Mittelfeld. Mit 170 Gramm ist es jedoch kein Leichtgewicht mehr.

Kernkomponenten

Hardware-seitig arbeitet das Coolpad-Phablet mit einem alten Bekannten zusammen: Im Inneren steckt der Qualcomm Snapdragon 617, der eng mit dem Snapdragon 615 verwandt ist und aus vier 1,5 GHz schnellen Cortex-A53-Kernen sowie vier weiteren, allerdings nur 1,2 GHz schnellen A53-Kernen besteht, die im ebenfalls von ARM konzipierten big.LITTLE-Verbund arbeiten.

Als Grafikprozessor integriert Qualcomm eine Adreno-405-GPU aus eigener Entwicklung.

Damit dem SoC die Puste nicht zu schnell ausgeht setzt Coolpad auf viel RAM und verbaut einen vier Gigabyte großen Arbeitsspeicher. Dennoch merkt man dem SoC sein Alter langsam an. Auch wenn die Leistung fürs tägliche Allerlei locker ausreicht, bieten die Nachfolger doch ein erhebliches Leistungsplus – speziell hinsichtlich der Grafikleistung.

Die Grafikeinheiten der 5xx-Serie können einfach besser mit den modernen Grafikschnittstellen umgehen, waas sich insbesondere beim Daddeln bemerkbar macht.

Display

In der oberen Mittelklasse scheint sich eine Bildschirmdiagonale von 5,5 Zoll zum neuen Gardemaß gemausert zu haben – und auch Coolpad macht bei seinem Max hier keine Ausnahme. Das Smartphone integriert ein IPS-Panel, das mit Full-HD (1920 x 1080 Pixel) auflöst und bauartbedingt mit einer guten Farbdarstellung aufwartet.

Auch die Bildschirmhelligkeit bewegt sich auf einem ordentlichen Niveau: Mit einer durchschnittlichen Leuchtdichte von 389 cd/m² und Maximal- bzw. Minimalwerten von 423 bzw. 371 cd/m² wird das Display auch in sehr hellen Lichtsituationen nicht übermäßig dunkel, die Oberfläche reflektiert jedoch gefühlt stärker als bei anderen Kandidaten.

Sound

Mit seinem großen Display soll sich das Max nicht zuletzt unterwegs als Videoplayer empfehlen, beim Sound müssen allerdings die üblichen Einschränkungen akzeptiert werden: Die einzelne Box in der Stirnseite links neben der Micro-USB-Schnittstelle produziert einen sehr höhenlastigen Klang, bei dem sich Mitten noch erahnen lassen, Bässe jedoch keine spürbare Rolle spielen.

Vieltelefonierer kommen bei Coolpad Max nur teilweise auf ihre Kosten. Die Verständlichkeit des Gegenübers ist vollends gegeben, wenn das Smartphone klassisch ans Ohr gehalten wird. Dann klingt das Gegenüber sehr natürlich, dennoch lassen sich schon hier minimal überschlagende Höhen heraushören. Diese werden aber deutlich dominanter, wenn Lautsprecher und internes Mikrofon als Freisprecheinrichtung genutzt werden. Zudem wird ein leichtes Rauschen hörbar.

Kamera

Beim Kamerasensor für die Hauptkamera geht Coolpad eigene Wege: Während die Mehrheit der Konkurrenten auf Sonys IMX-Sensoren vertraut, werden beim Max die Bilder der Hauptkamera von einem Samsung Isocell 3M2 CMOS aufgenommen.

Die Auflösung verbleibt jedoch bei 13 Megapixeln. Im Vergleich zu den 16-Megapixel-Pendants liefert der Sensor Bilder mit vergleichsweise natürlichen Farben und ordentlichen Kontrasten, kann aber hinsichtlich der Tiefenschärfe nicht mithalten. Auch wenn der Unterschied kein großer ist, wirken die Aufnahmen doch minimal unschärfer.

Bei den Videos zeigt die Kamera Schwierigkeiten mit der Bildhelligkeit: Dunkle Bereiche werden schnell derart dunkel, dass Details untergehen. Die Farben und Kontraste sind allerdings brauchbar. Wird die Möglichkeit zum Vergrößern maximal ausgenutzt, ist das Bildergebnis zwar auch hier von einer Mischung aus Verpixelung und Unschärfe geprägt, allerdings nicht im gleichen Umfang, wie dies bei dem einen oder anderen Konkurrenten beobachtet werden kann.

Der Frontsenor liefert die übliche Auflösung von acht Megapixeln, schwächelt aber sowohl bei der Farbwiedergabe als auch bei der Detailschärfe. Die Testaufnahme weist einen deutlichen Rotstich auf, Feinheiten wirken etwas matschig.

Software & Bedienung

Die Software soll eigentlich eines der großen Pfründe des Coolpad Max darstellen, doch der erste Blick ist enttäuschend: Als Betriebssystem setzen die Chinesen noch auf Android 5.1.1 – bei einem Smartphone, das erst seit dem Sommer auf dem Markt ist, und zu einem Zeitpunkt, an dem bereits die ersten Flaggschiffe mit Android 7.0 vorgestellt werden.

Das veraltete Betriebssystem steht im Widerspruch zum eigentlichen Ansinnen des Herstellers, der sich (Daten-)Sicherheit groß auf die Fahnen geschrieben hat: Unter den vier festen Knöpfen auf dem Heimbildschirm findet sich ein Symbol mit einem Schlüssel, hinter dem sich ein eigener Homescreen verbirgt, der in einer Art abgesicherten Modus betrieben wird.

Daten werden hier nicht nur automatisch verschlüsselt abgelegt, auch die Zugriffsrechte für Apps und Dienste können hier neu justiert werden. So kann beispielsweise die Datenauswertung von Facebook, Twitter & Co. untersagt werden, die sich per AGB großzügige Rechte im Hinblick auf Bilder und Kontakte einräumen. 

Optisch wird die Android-Installation mit einer eigenen Oberfläche überzogen, die – wie schon die Außenschale – stark an die Gestaltungsansätze der heimischen Konkurrenten erinnert. Dies beginnt bei der Farbgebung und der Zeichung der Icons und Symbole und reicht bis hin zu funktionalen Entscheidungen wie dem Weglassen des klassischen App Drawers.

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