[UPDATE] Roundup: 23 Smartphones im Vergleichstest (4x neu)

Verarbeitung & Design

Äußerlich weist das Asus Zenfone 3 gewisse Parallelen mit Huaweis Honor 8 auf: Beide Smartphones verbauen einen 5,2 Zoll großen Bildschirm in einem Gehäuse, das auf Ober- und Unterseite von jeweils einer Glasfäche abgeschlossen wird.

Allerdings wird die auf der Rückseite aufgesetzte Kamera beim Asus deutlich in Szene gesetzt. Auch beim nach außen gewölbten Metallrahmen wird die gleiche Formensprache genutzt. Mit einer Grundfläche von 14,7 x 7,4 Zentimetern ist es kaum größer als das Honor 8, auch die Bauhöhe von etwas weniger als acht Millimetern stellt kein echtes Unterscheidungsmerkmal dar – und mit 144 Gramm ist das Asus-Smartphone kaum leichter, wenn es auch absolut betrachtet eher zu den Leichtgewichten zählt.

Die Verarbeitung bewegt sich prinzipiell auf einem sehr guten Niveau; auch unter Druck lassen sich keine Verwindungen erkennen und sich dem Gerät keinerlei Geräusche entlocken. Dank des rundlichen Rahmens und vor allem des niedrigen Gewichts fühlt sich das Zenfone 3 sehr angenehm in der Hand an. Vor allem Nutzer, die einen großen Bildschirm suchen, aber 5,5-zöllige Smartphones überdimensioniert finden, dürften an dieser Größenordnung gefallen finden.

Display

Der Bildschirm des Zenfone 3 hat eine Diagonale von 5,2 Zoll und löst mit 1920 x 1080 Pixeln auf. Der Hersteller setzt auf ein IPS-basiertes LCD-Panel, dass eine ordentliche Leistung bietet: Die Pixeldichte von 424 ppi markiert zwar längst nicht den Klassenprimus, ist aber immer noch hoch genug, um bei einem üblichen Betrachtungsabstand keinerlei Effekte einer zu geringen Auflösung erkennen zu lassen. Zudem sind die Farben kräftig, aber nicht übersättigt.

Auch die Hintergrundleuchte verrichtet gute Dienste: Mit einer durchschnittlichen Leuchtdichte von 471 cd/m² wird das Display des Zenfone 3 bei Bedarf sehr hell, wobei im Test bei zehn Messpunkten Maximal- und Minimalwerte von 490 bzw. 443 cd/m² ermittelt wurden. Zudem bewerkstelligt das Display einen sehr guten Schwarzwert von nur 0,14 cd/m², sodass sich ein ebenso hervorragendes Kontrastverhätnis von 3364:1 ergibt.

Kernkomponenten

In der Vergangenheit fielen Asus-Smartphones vor allem mit einer Eigenheit auf: In vielen Modellen wurden Prozessoren von Intel verbaut. Dies hat sich mit der neusten Zenfone-Generation geändert. Bereits im vergangenen Jahr zeichnete sich ab, dass der Hersteller künftig stärker auf ARM-Chips setzen wird.

Daher ist es nicht weiter verwunderlich, dass das Zenfone 3 mit einem Qualcomm Snapdragon 625 bestückt wird, der aus acht von ARM entwickelten Cortex-A53-Kernen besteht. Die einzelnen Kerne arbeiten mit einem Takt von 1,4 GHz. Als Grafikeinheit wird eine Adreno 506 – ebenfalls aus dem Hause ARM – integriert. Ein X9-LTE-Modem rundet schließlich die SoC-bestückung ab, das aus der Qualcomm-Entwicklung stammt.

Kamera

Bei der Kameraausstattung bietet Asus nichts Außergewöhnliches: Wie bei vielen Konkurrenten, die den Qualcomm Snapdragon 625 integrieren, wird auf den Sony-IMX298-Sensor gesetzt. Dieser Sensor löst mit 16 Megapixeln auf und verspricht mit einem Blendwert von f/2,0 eine ordentliche Lichtempfindlichkeit. Das Ganze wird garniert mit einem optischen Bildstabilisator und Autofokus.

Die Standardaufnahmen wissen zu gefallen: Die Farben sind natürlich und die Kontraste knackig; bei genauem Hinsehen lässt sich jedoch ein leichtes Rauschen erkennen. Die Digitalzoom-Funktion, die maximal eine vierfache Vergrößerung erlaubt, ist brauchbar, allerdings merkt man den Aufnahmen bei maximalem Zoom ihre digitale Herkunft deutlich an. Bei schlechten Lichtverhältnissen verlieren die Konturen an Schärfe – aber in einem vertretbaren Maß. Die Zeiten von einer in Innenräumen unbrauchbaren Kamera sind beim Zenfone 3 definitiv vorbei.

Neben Fotos kann die Kamera antürlich auch Videos aufzeichnen, wobei eine maximale Auflösung von 3840 x 2160 Pixeln (4K) geboten wird. Beim Zoomen verschwimmen die Bewegtbildaufnahmen zusehends. Zudem scheint die Verarbeitung der Pixelmassen teilweise eine (zu) große Aufgabe zu sein, denn es kann zu heftigen Rucklern bis Bildfehlern kommen.

An der Front werden Selfies mit einer Bildqualität von acht Megapixeln aufgenommen. Sie besitzen eine natürliche Farbgebung und eine gute Detailschärfe, erst wer tief “ins Bild hineinkriecht” sieht die digitalen Artefakte.

Software

Wie die meisten anderen Hersteller auch setzt Asus bei seinem dritten Zenfone auf die Android-Version 6.0, die mit einer eigenen Oberfläche versehen wird. Über die optische Erscheinung lässt sich streiten, es gibt aber durchaus Asus-spezifische Detaillösungen, die zu gefallen wissen.

Das beginnt scheon bei der Einrichtung: Während an dieser Stelle meist nach dem Prinzip “Friss oder stirb” vorgegangen wird, bietet Asus eine mehrseitige Liste verschiedenster populärer Anwendungen an, die mit dem ersten Einrichten installiert werden können. Warum allerdings ausgerechnet die Tripadvisor-App als so notwendig erachtet wurde, dass sie zur Standardinstallation gehört, ist uns nicht ganz klar.

Aber es gibt auch durchaus praktische Dreingaben wie das Laserlineal. Auf dem eingeschalteten Kamerabildschirm wird ein Fadenkreuz präsentiert. Eine Länge wird nun dadurch bestimmt, das ein Punkt anvisiert, auf das Kreuz gedrückt und danach ein zweiter Punkt anvisiert wird. Wer es wirklich genau braucht, greift zum traditionellen Längenmaß. Für den Hobby-Heimwerker im Baumarkt ist dieses Feature aber ein praktisches “Schätzeisen” – solange keine Längen von mehr als anderthalb Meter bestimmt werden müssen

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