[UPDATE] Roundup: 23 Smartphones im Vergleichstest (4x neu)

Design & Verarbeitung

Wirkten die günstigeren LG-Smartphones in der Vergangenheit nicht selten schon von der Haptik der Gehäuse her recht billig, legt sich der Hersteller beim X Screen mehr ins Zeug. Die Gestaltung ist zwar durchaus klassisch – Ober und Unterseite des Smartphones sind in schwarz gehalten und werden von einem silbern lackiert Rahmen unterbrochen -, mit der Glasrückwand wirkt die Gesamtkomposition aber durchaus modern, auch wenn diese begeistert Fingerabdrücke sammelt. Die Verarbeitung ist jedoch gelungen. Die Tasten sind gut erreichbar und klappern nicht, wenngleich die Positionierung der Lautstärkewippe auf der linken Seite ungewöhnlich. Auch unter großßer Krafteinwirkung lassen sich nur kaum Verwindungen, geschweige denn knarzende Geräusche o.ä. festellen. 

Dank der stark angeschrägten Kanten und einem vergleichsweise niedrigen Gesamtgewicht von nur 120 Gramm liegt das Smartphone sehr angenehm in der Hand. Dazu trägt auch die niedrige Bauhöhe von nur sieben Millimetern bei. Die Grundfläche ist mit 14,3 x 7,2 Zentimetern auf dem Niveau der Konkurrenten.

Kernkomponenten

LG setzt bei seinem X Screen auf einen Prozessor, der schon als alter Bekannter bezeichnet werden kann. Denn der Snapdragon 410 mit seinen vier 1,2 GHz schnellen ARM-Cortex-A53-Kernen wird bereits seit 2013 in Smartphones verbaut – und mittlerweile merkt man ihm das Alter an.

Zwar zeigen sich die vier CPU-Kerne – die zumindest teilweise auch in einer Vielzahl anderer aktueller SoCs genutzt werden – im Alltag noch nicht überfordert, wenn sie nicht mit zu gewichtigen Aufgaben malträtiert werden. Doch die GPU ist definitiv nicht mehr auf der Höhe der Zeit.

So unterstützt die Grafikeinheit etwa Open GL 3.1 nicht mehr, das allerdings vor allem in grafisch anspruchsvolleren Spielen zum Tragen kommt. Selbst im Vergleich zur Mali T-720 MP2 sind die erzielten Punktwerte in den Grafik-Benchmarks mickrig.

Dementsprechend wenig zu empfehlen ist das X Screen für Nutzer mit Gaming-Ambitionen. Anspruchsvollere Spiele wie etwa Asphalt 8: Airborne ließen sich teilweise nicht ausführen.

Display

Das LG X Screen hat mit einer Bildschirmdiagonale von 4,93 Zoll eines nominell der kleinsten Displays, auch wenn der Unterschied zu dem Fünf-Zoll-Panel des Wiko U Feels gering ist. Auch die Auflösung ist 1280 x 720 Pixeln ebenfalls identisch, die Pixeldichte weicht mit 298 ppi nur minimal ab. Allerdings ist der Bildeindruck weit besser. Die Inhalte wirken gestochen scharf; mit einer schwachen Auflösung verbundene Bildfehler wie Treppeneffekte bei Rundung lassen sich bei üblichem Betrachtungsabstand nicht mehr erkennen.

Abstriche müsse allerdings bei der Bildschirmhelligkeit gemacht werden. Die im test ermittelte durschnittliche Leuchtdichte liegt bei 284 cd/m², wobei der Höchstwert mit 301 cd/m² gemessen wurde, während der Minimalwert 272 cd/m² betrug.

Die Besonderheit, mit der das X Screen punkten will, ist sein zweiter Bildschirm, der lückenlos an der Oberseite des Hauptdisplays angeschlossen wird. Der Bildschirm mit einer Größe von 1,76 Zoll und einer Auflösung von 520 x 80 Pixeln ist immer eingeschaltet und zeigt im Standby neben dem Datum und der Uhrzeit die eingehenden Nachrichten, im eingeschalteten Zustand funktioniert das Zweitdisplay wie eine Art Tab-Leiste, in der die offenen Anwendungen aufgeführt sind und gewechselt werden können. Erstmals wurde diese Technologie beim LG V10 präsentiert.

Sound

Das LG X Screen ist nicht als Tablet-Ersatz konzipiert, das lässt sich auch an der Leistung des Lautsprechers deutlich, der bei der Tonwiedergabe mit übersteuerten Höhen blechern vor sich hin plärrt. Doch im Alltag überzeugt die Telefonfunktion. Das Telefon leistet eine klare und annehmbar laute Übertragung des Gesprächs, wenn es klassisch ans Ohr gehalten wird. Beim Freisprechen mit internem Mikrofon und des Lautsprechers, fällt einmal mehr die Höhenlastigkeit bei der Wiedergabe auf, doch diese tut der guten Verständlichkeit keinen Abbruch. Auch die maximale Lautstärke ist ordentlich.

Kamera

Nominell bietet die Hauptkamera des LG X Screen die gleiche Leistung wie die beiden Konkurrenten: Der Sony-Exmor-Sensor bietet eine Auflösung von 13 Megapixeln. Dieser Bewerkstelligt bei den Aufnahmen eine gute Farbdarstellung und eine brauchbare Detailauflösung, allerdings werden die Fotos überbelichtet, was auch den Eindruck der Kontraste beeinträchtigt.

Die Überbelichtung von hellen Stellen kostet auch Abstriche bei der Qualität der Bewegtbildaufnahmen, die mit einer Qualität von maximal 1080p bei einer Bildrate von 30 fps aufgezeichnet werden. Weiße bzw. sehr helle Flächen stechen regelrecht hervor, während in dunklen Bereichen die Details untergehen.

Beim Frontsensor setzt LG auf eine Auflösung von acht Megapixeln, was einige Ambitionen zumindest suggeriert, denn selbst in der Oberklasse finden sich nur wenige Smartphones die mehr bieten. Aber einmal mehr gilt: Es ist nicht alles Gold was glänzt. Die Aufnahmen sind recht unscharf, die Kontraste könnten höher sein. Mit den hier aufgeführen Smartphones kann die Kamera des LG X Screen jedenfalls nicht mithalten.

Software & Bedienung

LG setzt bei seinen aktuellen Smartphones durch die Bank weg auf ein Softwarepaket, das aus eine Android-6.0-Basis sowie einer eigenen Oberfläche besteht. Diese erlaubt dem Nutzer die Wahl zwischen drei verschiedenen Ansichten bei der Oberfläche. In einem Einfach-Modus können etwa die wesentlichen Kontakte in großen Kacheln auf dem Startbildschirm untergebracht werden, bei einer weiteren Ansicht fällt die Android-typische App-Drawer weg. Zudem finden sich der eine oder andere praktische Dienst für den Altag, wie eine Aufgaben- oder eine Notizfunktion.

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