Kaufberatung: Portable Speichermedien im Überblick

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Wer mehr als nur einen reinen Speicher sucht, findet am Markt zahlreiche Lösungen für erhöhte Datensicherheit, Verschlüsselung oder den Einsatz in rauen Umgebungen.

Externe Festplattengehäuse

Da externe Festplatten ihren stationär eingesetzten Exemplaren in Bezug auf den internen Port (SATA) und auch den Stromanschluss identisch sind, ist es kein Problem, eine ausgemusterte interne Magnetscheibe oder SSD auch extern zu nutzen.

Die Festplattengehäuse sind schlicht ein SATA-auf-USB-Adapter und eine Lösung zur Stromversorgung in einem Gehäuse. In vielen Fällen lassen sich auch fertig gekaufte, externe Festplatten öffnen.

Grundsätzlich handelt es sich dabei durchaus um eine sinnvolle und insbesondere sehr kostengünstige Lösung, da die Gehäuse schon ab rund 10 Euro zu haben sind, wobei man unbedingt ein Modell mit USB-3.0-Anschluss kaufen sollte – sonst ist man mit unter 50 MByte/s unterwegs.

In punkto Datensicherheit ist ein Ausfall des Gehäuses solange unproblematisch, solange keine Verschlüsselung oder RAID-Einbindung durch das Gehäuse beziehungsweise den verbauten Controller erfolgt.

Gleichzeitig würden wir aber davon abraten, alte und dementsprechend dem potenziellen Totalausfall nahe Festplatten durch ein externes Gehäuse zum Haupt-Backup-Medium zu machen – wobei sich durch die S.M.A.R.T-Daten die Zuverlässigkeit einer älteren Festplatte unter Umständen bewerten lässt.

Verschlüsselte Speichermedien

Vorneweg: Für die meisten Nutzer dürfte eine Software-Verschlüsselung ausreichend sein, die auf jedem Datenträger möglich ist. Bei richtiger Implementierung und Nutzung sind diese durchaus als “sicher” anzusehen, wobei Lösungen wie etwa VeraCrypt einen negativen Einfluss auf die Performance des Laufwerks haben können. Vorteilhaft: Es lassen sich mehrere verschlüsselte Partitionen anlegen, etwa für verschiedene Schutzstufen oder auch Nutzer.

Allerdings gibt es auch auf Hardware-Basis verschlüsselte Laufwerke, bei denen es kaum Performance-Nachteile gibt, da die Onboard-Lösung die nötige Rechenleistung bereitstellt.

Direct Attached Storage

Bei DAS-Systemen handelt es sich im Grunde genommen um ein Gehäuse mit (meist) SATA-Ports, die (meist) mehrere Festplatten aufnehmen und extern an einen PC oder Laptop angeschlossen werden. Diese vorrangig stationär eingesetzten Lösungen ermöglichen beispielweise ein RAID-System. Hierbei sei angemerkt, dass sie etwa gegenüber Verschlüsselungstrojanern anfällig sind, wenn sie dauerhaft an einen Rechner angebunden werden.

Netzwerkspeicher

Da in dieser Kaufberatung in erster Linie portable, externe Speichermedien thematisiert werden, sollen die klassischen NAS-Systeme (Network Attached Storage) hier nur kurz angerissen werden.

Je nach gewähltem Modell bieten diese einfach zu verwaltenden Dateiserver neben der reinen Datenverwaltung auch einen Medienserver, Cloud-Zugriff und teils sogar Virtualisierung. Entsprechende Systeme eignen sich insbesondere für Haushalte mit mehreren Computern, Smartphones und smarten TV-Geräten.

Der Vollständigkeit halber sei erwähnt, dass der Betrieb eines solchen Systems nur dann Sinn macht, wenn ein Gigabit-Netzwerk installiert ist – günstige, vom Telekommunikationsanbieter mitgelieferte Router bieten diese Geschwindigkeit nicht immer. Hier kann allerdings ein sehr günstiger Gigabit-Switch zum Einsatz kommen, der vor den WLAN-Router geschalten wird. Dann ist Gigabit-Geschwindigkeit zumindest kabelgebunden garantiert.

Eine wirklich gute Alternative für den mobilen Betrieb stellen WLAN-Festplatten dar: Diese meist per Akku betriebenen Speicher ermöglichen den Zugriff von mehreren (Mobil-)Geräten. Zudem schleifen die WLAN-Festplatten gleichzeitig die Internetverbindung mit durch und sorgen so im Optimalfall sogar für eine Verbesserung der Empfangsqualität.

Ob ein dediziertes NAS-System wirklich nötig ist, würden wir zumindest für den Durchschnitts-User vorsichtig verneinen: Medien-Streaming gelingt inzwischen auch über eine an den Router angeschlossene Festplatte recht gut, selbiges für einfache Backup-Aufgaben.

Ruggedized Produkte

Auch wenn aktuelle Speichermedien – abgesehen von laufenden Festplatten – nicht unbedingt mit Samthandschuhen angefasst werden müssen, gibt es für Nutzer mit erhöhten Ansprüchen an die Widerstandsfähigkeit spezielle Lösungen.

Wir halten diese Eigenschaft generell für sehr wünschenswert und unter Umständen auch sinnvoller als das letzte Fünkchen Performance. Die Anwendungsfälle für widerstandsfähige Speicher umfassen neben dem professionellen Einsatz (z.B. Wildfotograf) im Zweifelsfall auch den Privatnutzer, dessen in der Hosentasche aufbewahrter “normaler” USB-Stick einen Regenschauer nicht überlebt.

Grundsätzlich sind entsprechende Laufwerke meist etwas teurer und besitzen häufig leicht größere Abmessungen. Eine erwähnenswerte Ausnahme bilden hierbei SD-Karten, insbesondere die Evo(Plus)-Modelle von Samsung.

Bei der Auswahl eines passenden Laufwerks empfiehlt es sich dringend, die genauen Spezifikationen und Herstellerangaben zu studieren. So kann sich die Widerstandsfähigkeit gegen Wasser beispielweise auch nur auf Spritz- oder Strahlwasser beziehen. Hinzu kommt, dass die IP-Spezifikationen in speziellen Testumgeben klassifiziert werden, die etwa Salzwasser nicht mit einbeziehen und auch keine Druckspritzen, die beim “ins Wasser fallen” auftreten können

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