Kaufberatung und Vergleichstest Mini-PC, Stand Februar 2017

Inhaltsverzeichnis

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Was sind Mini-PCs?

Die schwierigste Frage versuchen wir vorab zu klären: Was ist eigentlich ein Mini-PC? Dem Namen nach sind es besonders klein geratene Desktop-PCs. Allerdings haben sie teils einen größeren Funktionsumfang als gewöhnliche PCs. So haben sie zum Beispiel Bluetooth und WLAN an Bord, was im Desktop-Bereich meist nur besonders edlen und teuren Desktop-Rechnern vorbehalten ist.

UPDATE 23. FEBRUAR 2017
Heute haben wir diesen Artikel um die folgenden Geräte erweitert:

>>>   Acer Revo Base
>>>   Zotac Magnus EN1070

Zuletzt kam am am 21. September 2016 der
Gigabyte Brix BSi5HA-6300 und am 2. August 2016 der Shuttle XPC slim DS67U3 hinzu.

Diesbezüglich ähneln sie eher Notebooks – aber Laptops sind sie noch viel weniger. Denn hierfür fehlen ihnen Display und Akku und damit der entscheidende Aspekt der Mobilität. Trotzdem sind sie wenigstens teilweise mobil, weil sie schlicht sehr leicht zu transportieren sind.

Ein weiterer Aspekt zementiert dann die kleine Nische: Sie sind zumeist passiv gekühlt und deshalb sowohl lautlos als auch energiesparend. Das wiederum limitiert ihre Leistungsfähigkeit und unterscheidet sie von ihren großen Brüdern im Desktop-Bereich.

Wozu taugen sie?

Die Einsatzgebiete für Mini-PCs sind vielseitig; sie können vielerlei Aufgaben übernehmen. Leichter fällt die Definition über Ausschlusskriterien: Sie taugen nicht für aufwändige 3D-Spiele und für sehr leistungshungrige Anwendungsgebiete. Wer also nicht auf höchste Leistung Wert legt, kann sie durchaus als normalen PC für Büroaufgaben oder zum Surfen verwenden.

Wer technikaffiner ist, wird sie womöglich als stillen Rechenknecht einsetzen, damit sie als Multimedia-HTPC, Firewall, Fileserver oder lokaler E-Mail-Server dienen. Lautlos, klein und energieeffizient besitzen sie einige Vorteile gegenüber ausrangierten Desktop-PCs, die womöglich die gleichen Dienste erfüllen können. Gerade im Server-Einsatz kann sich die Energieersparnis durchaus summieren. Denn ein 24/7 laufender Rechner älterer Generation kann über die Jahre gut ins Geld gehen.

Liva X - Kleines Gehäuse- großer KühlkörperLiva X – Kleines Gehäuse- großer Kühlkörper

Was sind die Gemeinsamkeiten und Unterschiede?

Mini-PCs haben üblicherweise eine recht gute Ausstattung, was die Schnittstellen (kabelgebunden wie kabellos) betrifft. Hier übertreffen sie viele Laptops und dafür muss man noch nicht einmal auf das – in dieser Hinsicht negativ – legendäre 12-zöllige MacBook zurückgreifen, das mit nur einem einzigen Anschluss ausgestattet ist.

Stattdessen protzen sie mit etlichen USB-Anschlüssen (meist auch USB 3.0), LAN (häufig sogar zwei LAN-Anschlüsse), WLAN, Bluetooth und mehreren Videoausgängen. Dazu kommen meist  noch ein interner Kartenleser und natürlich Audio-Ein- und -Ausgänge.

Einige Geräte haben zudem Vorrichtungen, mit denen man sie an der VESA-Halterung eines Displays bzw. Fernsehers anbringen kann. Damit sind sie völlig aus dem Blickfeld verschwunden und befinden sich trotzdem dort, wo man sie einsetzen will. In Kombination mit einer Bluetooth-Maus und -Tastatur gibt es dann im Wohnzimmer keinerlei sichtbares Kabelchaos mehr.

ECS Liva X in seiner ganzen PrachtECS Liva X in seiner ganzen Pracht

Unterschiede gibt es aber natürlich auch – gerade bei den inneren Werten. Wie bei normalen PCs gibt es unterschiedliche Leistungsklassen, die man am Prozessor (Takt, Anzahl Kerne, Prozessorgeneration) und der Größe des Arbeitsspeichers, aber auch an Typ, Größe und Geschwindigkeit des Festspeichers festmachen kann.

Gerade die Qualität der Laufwerke unterscheidet sich derzeit noch gewaltig. Geräte mit nur einem eMMC-Laufwerk büßen sehr viel Potenzial gegenüber einem Gerät mit echter SSD ein. eMMC-Laufwerke sind letztlich eine Art fest eingebaute Speicherkarten und haben so deren Nachteile mit im Gepäck (geringe Geschwindigkeit und eventuell kein oder nur schwaches Wear-Leveling).

Ebenso wichtig ist natürlich die Größe des Laufwerks. Einige der Geräte sind nur mit 32 Gigabyte Festspeicher versehen. Damit stößt man schon nach Installation eines Windows-Betriebssystems und dessen Updates an die Grenzen des Laufwerks. 64 Gigabyte sind da deutlich sinnvoller – und weil die Geräte eh nicht für anspruchsvolle Spiele oder Hardcore-Software taugen, kommt man mit 64 Gigabyte auch recht weit.

Zbox Pico an der Rückseite eines DisplaysZbox Pico an der Rückseite eines Displays

Wie bei jedem Windows-System ist auch die Menge des RAM-Speichers ein wichtiger Faktor. Zwar ist keines der hier von uns getesteten Geräte mit weniger als zwei Gigabyte Speicher ausgestattet, aber dennoch sind vier Gigabyte in unseren Augen ein sinnvolleres Minimum, weil dann noch ausreichend Reserven für Multitasking vorliegen.

Last but not least unterscheiden sich natürlich auch die Prozessoren. Alle Geräte sind letztlich natürlich in ihrer Leistungsfähigkeit durch die passive Kühlung begrenzt, sodass keine Höchstleistungen auf Desktop-Niveau erwartet werden können. Dennoch gibt es Unterschiede, die sich entweder aus dem Design (z.B. Anzahl der Kerne) und natürlich auch der Effizienz bzw. Generation des Prozessors ergeben.

Geräteklassen und Kaufberatung

Wie immer im Leben hilft es, wenn man weiß, was man eigentlich braucht. Die verschiedenen Geräte sind dank ihrer Unterschiede eben auch für verschieden Zwecke geeignet. Wenn jemand weiß, wie er das Gerät einsetzen will, kann er entsprechend das perfekte Gerät für seinen Einsatzzweck aussuchen – vorausgesetzt der Preis passt auch. Anhand der Leistungsdaten kristallisieren sich drei Leistungsklassen heraus.

Klasse 1: Desktop Replacement (DTR)

Hierfür sollte das Gerät ausreichend RAM, eine “echte” SSD mit mindestens 64 Gigabyte und einen schnellen Prozessor haben. Stimmen hier alle Komponenten, hat man zwar immer noch keine Rennmaschine, kann aber fast alles mit dem Gerät tun. Im Extremfall verfügen diese Geräte teilweise sogar über eine aktive Kühlung.

Zotacs Zbox Nano ist ein flinker AllrounderZotacs Zbox Nano ist ein flinker Allrounder

Klasse 2: Mini-Server

Wer einen kleinen stromsparenden Server im Haus haben will, braucht im Normalfall weder viel Arbeitsspeicher noch einen sonderlich schnellen Prozessor. Einzig die Qualität und Größe der SSD könnte hier eine Rolle spielen. Besonders bei regelmäßigen Schreibzugriffen sollte über ein Gerät mit einer SSD mit vernünftigem Wear Leveling nachgedacht werden.

Giadas F110D ist als Mini-Server prädestiniertGiadas F110D ist als Mini-Server prädestiniert

Klasse 3: HTPC bzw. transportabler Mini-PC

Hier sind die Ansprüche eigentlich sehr gering. Gerade als Medienzuspieler muss das Gerät nicht sonderlich potent sein – eigentlich genügen alle vorliegenden Geräte diesen Ansprüchen. Interessant sind hier natürlich USB-3.0-Anschlüsse, um Mediendaten zügig übertragen zu können. Alternativ könnte hier auch ein Gigabit LAN-Port verwendet werden, der aber auch nicht selbstverständlich ist. Sollte viel darauf gesurft werden oder das Gerät viel verwendet werden, sollte über ein Gerät der DTR-Klasse nachgedacht werden.

Elitegroup ECS Liva XElitegroup ECS Liva X Zotac Zbox PicoZotac Zbox Pico

 

Einige Geräte verfügen über die Option, sie an die Vesa-Halterung des Fernsehers anzuschließen. Wenn diese Option für den Anwender interessant ist, sollte auch hierauf geachtet werden.

Allgemeine Kaufempfehlungen

Bei einigen Mini-PCs besteht allerdings die Möglichkeit, sie in verschiedenen Konfigurationen zu kaufen. So lassen sich gezielt Schwächen einzelner Geräte ausmerzen. Gerade einige der im Test aufgeführten Geräte schwächeln deutlich wegen der langsamen SSD und der geringen RAM-Ausstattung. Hier kann die Wahl einer besseren Ausstattung zur Eliminierung dieser Schwachpunkte führen und die Geräte somit universeller einsetzbarer machen.

Technische Daten Testgeräte

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