[UPDATE] Audio-Roundup: 2.0- und 2.1-Soundsysteme im Vergleichstest

Kurzvorstellung und technische Daten

Die Edifier Studio R1800 gibt es als Grundmodell zwar mittlerweile zwar bereits in verschiedenen Revisionen, aber die Bluetooth-Variante ist neu. Leistungsmäßig angesiedelt zwischen den R1700 BT und R2000 DB soll das Edifier R1800 BT nunmehr die letzte Lücke im Portfolio der neueren Bluetooth-Modelle schließen.

Am Erscheinungsbild hat selbst sich nichts geändert. Edifier setzt erneut auf einen matt beschichteten MDF-Korpus, der an den Seiten mit zwei Klavierlack-Panels als optisches Highlight beplankt wurde. Die Frontbespannung lässt sich als Rahmen einfach abnehmen oder aufsetzen – je nach persönlichem Geschmack oder dem Alter der Kinder im Haushalt.

Edifier setzt im Inneren auf Class-D-Endstufen und DSP, die Lautstärkeregelung erfolgt elektronisch. Die Fächerregler samt Vorstufen sind jedoch nach wie vor analog, was beileibe kein Nachteil ist.

Der Lieferumfang ist umfangreich. So liegen neben dem proprietären Anschlusskabel für den passiven linken Lautsprecher gleich zwei Cinch-Anschlusskabel (eines davon als Adapter mit einem normalen 3,5-mm-Klinkenstecker für die Quelle) sowie Fernbedienung, Handbuch und Microfasertuch für die Entfernung der Fingerabdrücke auf den hochglänzenden Seitenteilen bei.

Konnektivität und Usability

Die Boxen sind leicht nach hinten geneigt, was dem Einsatz am Desktop oder der Aufstellung auf niedrigeren Sideboards neben dem TV-Gerät durchaus positiv entgegenkommt. Am im Durchmesser 11,6 cm großen Mittel-/Tieftöner aus eigener Produktion hat Edifier nichts geändert, auch die 1,9-cm-Seidenkalotte ist beibehalten worden. An der Front neu hinzugekommen ist das IR-Empfängermodul, das seitlich rechts neben der Berührungsstelle beider Lautsprecherchassis an der rechten Biox sitzt.

Die blaue LED signalisiert den Bluetooth-Betrieb, die grüne die Nutzung des analogen Eingangs, dessen beide Cinch-Eingänge parallel geschaltet sind und sich nur durch eine unterschiedliche Eingangsempfindlichkeit unterscheiden.

Positiv ist auch die Platzierung des Bassreflexrohres an der Front zu werten, da dies die Aufstellung in Regalen oder mit der Rückseite nah zur Wand recht unproblematisch macht.

Die Bedienelemente und Anschlüsse befinden sich ausschließlich an der Rückseite, das Netzkabel ist zugentlastet fest angebracht. Die Fächerregler für Höhen und Tiefen besitzen eine taktile Mittelstellung sowie einen festen Endanschlag auf beiden Regelseiten, während der Lautstärkeregler eine reine Impulsschaltung steuert und digital funktioniert. Zusätzlich kann er auch als Taster fungieren und so für die Kanalumstellung genutzt werden.

Die mitgelieferte Fernbedienung ist zweckmäßig, wenn auch nicht sonderlich ansehnlich. Neben der Mute-Funktion und der Lautstärkeregelung lassen sich noch die Kanäle umschalten, eine Ein-/Aus-Taste wird nicht benötigt. Denn neben der echten Netztrennung an der Rückseite gibt es keinen manuellen Schalter, die Lautsprecher schalten sich bei fehlendem Eingangssignal nach einigen Minuten von selbst aus.

Beim erneuten Anlegen eines Bluetooth-Signals im Standby kann es jedoch einige Sekunden dauern, bis das System wieder komplett angelaufen ist.

Die Verbindung über Bluetooth ist innerhalb des Raumes bis in einer Entfernung von etwa acht Metern stabil. Das Pairing ist denkbar einfach: Man benötigt keine extra Pairing-Funktion, denn das Gerät ist automatisch immer auf der Suche, solange der Bluetooth-Modus aktiviert und kein Gerät verbunden ist.

Messung und Sound-Check

Die Messung dieses Lautsprecherpaares bescheinigt die erwartete Abstimmung, offenbart jedoch keine Enttäuschung. In Mittelstellung sind die Bässe leicht angehoben, was dem kleinen Volumen der Boxen entgegenkommen dürfte. Die Höhen besitzen eine leichte Spitze bei ca. 8,5 KHz, was den Superhochton stärker hervorhebt ohne jedoch die Sibilanten allzu stark dominieren zu lassen. Mit dieser Abstimmung kann man gut leben, denn es zischt und klirrt faktisch nichts.

Klangregler auf Mittelstellung (Default)Klangregler auf Mittelstellung (Default)

Nutzt man beide Klangregler in Maximalstellung, dann wird man schnell merken, dass alles etwas “too much” klingt. Vor allem die Bässe sind für dieses kleine System absolut zu dominant, was zudem die Pegelfestigkeit enorm schrumpfen lässt. Bei geringeren Lautstärkepegeln kann es aber durchaus brauchbar klingen, wenn man es vor dem Endanschlag ein wenig ausbremst.

Klangregler auf MaximumKlangregler auf Maximum

Regelt man hingegen alles weg, erhält man fast schon ein lineares Abbild, dessen Kurve im Mitteltonbereich zwar immer noch etwas hoppelig erscheint, aber in der Realität besser klingt, als es der Frequenzgang auszudrücken vermag.

Klangregler auf MinimumKlangregler auf Minimum

Vergisst man die Kurven und konzentriert sich auf den subjektiven Eindruck, dann bleibt das positive Urteil erhalten. Die Wiedergabe ist für diese Preisklasse ausreichend präzise, jedoch weit davon entfern, analytisch zu sein. Das Ganze ist für den Musikkonsum absolut ausreichend, wenn man keine übertriebenen (und unrealistischen) HiFi-Anforderungen stellt oder im Nahfeld die Tiefen des Klanguniversums erforschen will.

Andere Audioinhalte wie Filme oder Spiele sind machbar, auch wenn der absolute Tiefgang der Bass-Effekte fehlt. Die Untergrenze von 50 bis 60 Hz für die einigermaßen pegelfeste und verzerrungsfreie Wiedergabe schiebt da logischerweise einen Riegel vor und die Kontraoktave kann man dann in der Völle sowieso vergessen. Orgeln oder sehr tief abgestimmte Bassgitarren gehen also eher unter, der Rest ist aber doch bestens dabei.

Fazit

Das  Edifier R1800 BT ist kein emotionsgeladenen Aufreger. Stattdessen erhält man grundsolide, ausgereifte Technik im schlichten Gewand, die für den aufgerufenen Preis absolut angemessen performt.

Das 2.0-Soundsystems ist nicht wirklich billig, aber den Einstiegspreis am Ende durchaus wert – natürlich immer vorausgesetzt, dass die rund 170 Euro Eintrittspreis für den eigenen Geldbeutel kein Thema sind.

Ein Paar Lautsprecher ohne echte Kritikpunkte muss man erst einmal finden, auch wenn wir neben der konsequenten Umsetzung der Bluetooth-Konnektivität im Gegenzug auch keine Faktoren für eine übertrieben große Euphorie finden konnten.

Edifier legt hier einen soliden, ausgeglichenen und emotionslosen Auftritt hin – nicht mehr, aber eben auch nicht weniger.

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