[UPDATE] Vergleichstest interne SSDs, Stand November 2016

Die M7V ist Plextors aktuelles Angebote für die SSD-Mittelklasse und wird sowohl als 2,5-Zoll- als auch M.2-Laufwerk angeboten, wobei dann beide Modelle über den SATA-Controller angesprochen werden. Der (deutlich) teurere Vorgänger M6V ist ebenfalls nach wie vor erhältlich. Insgesamt werden mit 128, 256 und 512 Gigabyte jeweils drei Kapazitätsklassen angeboten.

Vom Außenkleid her kommt die getestete 2,5-Zoll-Version im schlichten, silbergrauen Alukleid mit Herstellerschriftzug.

Im Inneren setzt Plextor auf aktuellen NAND-Flash von Toshiba, der im 15-nm-Verfahren gefertigt wird. Aus Gründen der Kostenersparnis wird allerdings auf TLC-Speicher gesetzt, beim Vorgänger gab es noch MLC-Flash.

Als Controller kommt Marvells 88SS1074B1 zum Einsatz, der bereits seit einiger Zeit auf dem Markt erhältlich ist und in ähnlicher Form auch in anderen Mittelklasse-SSDs wie beispielsweise Crucials MX300- oder Western Digitals Blue-SSDs zum Einsatz kommt. Er bietet vier Speicherkanäle und unterstützt die NAND-Edge-LPDC-Fehlerkorrektur.

Die getestete 512-GByte-Fassung der Plextor M7V kann zudem auf einen DDR3-Cache von insgesamt 768 Megabyte aus dem Hause Nanya zurückgreifen. Für einen weiteren, temporären Performance-Boost sorgen insgesamt sechs Gigabyte Pseudo-SLC-Cache: Hier wird der entsprechende Teil des TLC-Speichers ganz einfach im SLC-Modus angesprochen. Plextor selbst bezeichnet das Feature als PlexNitro. Den DevSleep-Mode unterstützt die M7V nicht.

Das PCB im Inneren des SSD-Gehäuses fällt nahezu verschwenderisch groß aus, rund die Hälfte des beidseitig mit NAND-Flash-Packages bestückten Boards bleibt ungenutzt. Der Blick auf die Innenseite des Gehäuses zeigt, dass hier ein (relativ dünner) Streifen Wärmeleitpad angebracht wurde, um die Abwärme des Marvell-Controllers schneller und großflächig an die Aluminiumhülle abgeben zu können.

Garantie und Leistungsdaten

Die Garantieabwicklung kann direkt über Plextor erfolgen. Für die M7V gewährt der Hersteller drei Jahre Garantie, wenn vorher nicht der TBW- oder MTBF-Wert erreicht wird. 320 TByte bzw. 1,5 Mio. Stunden gibt Plextor hier an – für ein 512 GByte großes Laufwerk fällt die Menge der Total Bytes Written somit sehr großzügig aus.

Laut den offiziellen Herstellerangaben befinden sich die sequenziellen Datendurchsatzraten jeweils im Bereich des Limits des SATA-Anschlusses, beim zufälligen Lesen und Schreiben von 4K-Blöcken fallen die angegebenen Werte mit 98.000 bzw. 84.000 IOPS hoch aus.

Software und Sonstiges

Plextor spendiert der M7V eine ganze Reihe unterschiedlicher Tools zu unterschiedlichen Zwecken. Grundlegende Informationen bietet das PlexTool, über das Laufwerksstatus und SMART-Werte abgerufen sowie beispielsweise ein Firmware-Update ausgeführt werden können.

Im Gegensatz zum Pseudo-SLC-Cache PlexNitro bietet PlexTurbo die Möglichkeit, einen definierbaren Teil (maximal ein Gigabyte) des Arbeitsspeichers des PC-Systems in Form als RAM-Disk als Zusatz-Cache für die SSD zu nutzen. Dadurch kann nicht nur mehr Leistung bereitgestellt werden, sondern auch die Lebensdauer der SSD gesteigert werden, da ein Teil der Schreiboperationen über die RAM-Disk ausgeführt wird.

Der PlexCompressor bietet die Möglichkeit zur Komprimierung von Daten auf der SSD, um bei einem vollen Laufwerk etwas Platz zu schaffen: Dateien, die 30 Tage lang nicht in Benutzung waren, werden automatisch komprimiert.

Für die Nutzung von PlexVault muss die verwendete Plextor-SSD das Systemlaufwerk sein – somit konnten wir das Programm im Rahmen des Tests nicht ausführen. Es bietet allerdings die Möglichkeit, einen privaten Bereich auf der SSD zu definieren (maximal ein Drittel des Laufwerksspeichers) und diesen auf Knopfdruck zu verstecken.

Auch können mehrere Nutzer eines Systems jeweils einen eigenen privaten Bereich anlegen, der dann vor den anderen Nutzern verborgen bleibt. Das alles (fast) auf Knopfdruck: Für Systeme, die innerhalb einer Familie genutzt werden, gibt es da sicher eine ganze Reihe sinnvoller Anwendungsszenarien.

Verlaufs- und Einzel-Benchmarks

Für eine Value-SSD, wie es das “V” in der Bezeichnung der Plextor M7V zum Ausdruck bringt, performt die M7V im ersten, kurzen Leistungscheck mittels eines HDTune-Schreibtests recht ordentlich.

Die durchschnittliche Schreibleistung liegt bei 172 MByte/s, wenngleich die Verlaufskurve aber auch immer einige Ausschläge nach unten aufweist. Der Einbruch der anfänglich über 300 MByte/s hohen Schreibleistung ist typisch für TLC-basierte SSDs mit einem Pseudo-SLC-Cache.

Auch im Langzeittest schlägt sich die M7V gut. Wir schreiben sechs Stunden lang zufällige 4K-Datenblöcke auf die SSD, dabei kann die M7V über eine halbe Stunde lang mehr als 55.000 IOPS liefern, bevor sie auf 24.000 IOPS einbricht und dann ganz langsam immer weiter nachgibt, bis sie deutlich unter 10.000 IOPS landet. Für ein Mittelklasse-Laufwerk dieser Größenklasse ist das durchaus ansprechend.

Beim Verarbeiten sequenziellen Daten liegt die M7V schnell nahe am Conroller-Limit. Bei den zufälligen gelesenen und geschriebenen Daten ist sie bei niedrigen Queue Depths im Benchmark allerdings ein wenig langsamer als einige direkte Konkurrenten.

Vergleichs-Benchmarks (siehe vorletzte Seite)

Plextors M7V schneidet in den Vergleichsbenchmarks auf der vorletzten Seite so ab, wie wir es in ihrer Preis-Leistungsklasse erwarten können: Nicht herausragend, aber gut. Im PCMark 8 und im ISO-Kopiertest von AS SSD kann sie sich knapp vor OCZs Trion 150 aus der gleichen Größenklasse setzen. Dafür fällt sie aber im Program- und vor allem deutlich im Game-Kopiertest hinter die OCZ zurück. Die Resultate waren in mehreren Durchläufen reproduzierbar.

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