[UPDATE] Vergleichstest interne SSDs, Stand November 2016

Samsungs SSD 960 Pro löst allmählich die bereits länger erhältliche Baureihe SSD 950 Pro ab und richtet sich wie die Vorgängerin an Enthusiasten bzw. sogenannte Prosumer. Dementsprechend werden Laufwerksgrößen unterhalb der 512-GByte-Grenze gar nicht erst angeboten, maximal gibt es derzeit bis zu zwei Gigabyte Speicherkapazität.

Damit hat Samsung im Bereich der PCIe-basierten M.2-SSDs zumindest zu diesem Zeitpunkt die größte M.2-SSD im Angebot, die außerdem das aktuelle NVMe-1.2-Protokoll unterstützt und so schnell ist, dass sie unter Idealbedingungen am Limit der PCIe-3.0-Anbindung mit vier Lanes arbeitet.

Wir hatten diese SSD ja bereits zum Launch präsentiert und gliedern diesen Einzeltest nun in unseren Roundup ein. Zumindest in einem Punkt haben wir ihn einer Korrektur unterzogen: Im ursprünglichen Test hatten wir uns über das vergleichsweise schwache Abschneiden im PCMark 8 Storage-Test gewundert, denn das passte so gar nicht zu den übrigen Messwerten. Abhilfe schaffte mittlerweile ein BIOS-Update des verwendeten Asus Z170 Deluxe Mainboards von Version 1602 auf die aktuelle 2202.

Was zum jetzigen Zeitpunkt leider immer noch fehlt ist ein eigener NVMe-Treiber von Samsung. In sehr speziellen Fällen kann es unter Verwendung vom Microsoft-Standard-Treiber ebenfalls zu Performance-Problemen kommen. Diese treten zwar so selten auf, dass selbst große OEMs, die den Vorgänger SSD 950 Pro verbauten, einfach beim Microsoft-Treiber blieben. Dennoch würden wir gern noch einmal nachmessen, sobald ein entsprechender Treiber von Samsung zur Verfügung gestellt wird.

Die neue Baureihe setzt auf Samsungs Polaris-Controller an Stelle des UBX-Controllers der SSD 950 Pro. Der neue Chip kam bereits bei der für professionelle Anwender konzipierten SM961 zum Einsatz kam und ist nun bereit für den High-End-Consumer-Markt. Er bietet acht Speicherkanäle und ganze fünf Rechenkerne.

Das von uns getestete SSD-Modell mit einer Speicherkapazität von einem Terabyte verfügt über einen ein Gigabyte großen LPDDR3-Cache, der mit im Controller-Package (POP = Package-on-Package-Verfahren) untergebracht wurde.

Das führt ebenso zur Platzersparnis wie der Einsatz von NAND-Flash mit nun 48 statt 32 Schichten – diese Evolution kennen wir bereits vom Übergang der SSD-850-Evo-Baureihe zur SSD 850 Evo v3: Es lässt sich pro Speicherpackage eine höhere Speicherdichte umsetzen oder einfacher – ein einzelner Speicherchip auf dem PCB der SSD bietet nun mehr Platz.

Dass Samsung auch bei der SSD 960 Pro auf 3D-NAND an Stelle von planarem Speicher setzen würde, war klar – ebenso, dass dieser aus Samsungs eigener Produktion stammt. Aufgrund der High-End-Orientierung des Laufwerks wird selbstverständlich nicht auf TLC-, sondern auf MLC-Flash gesetzt.

Samsung hat sich der zunehmenden Temperaturentwicklung leistungsfähiger SSD-Controller angenommen. Beim Erreichen eines bestimmten Temperaturschwellwertes bricht dessen Leistung ein, um den Chip vor Überhitzung zu schützen (Dynamic Thermal Guard). Fairerweise muss hier angemerkt werden, dass dieses Verhalten im Alltag nur beim Kopieren großer Datenmengen oder aber eben in synthetischen Benchmarks auftritt.

Dennoch wollte Samsung auch in diesem Punkt Fortschritte gegenüber der Vorgängergeneration erzielen und integriert somit eine dünne Schicht Kupfer in den Typenaufkleber auf der SSD 960 Pro. Dadurch soll die unter Volllast entstehende Wärme besser abgeleitet werden, so dass die SSD über einen längeren Zeitraum die maximale Lese- und Schreibleistung bereitstellen kann.

Garantie und Leistungsdaten

Samsung gewährt fünf Jahre Garantie auf die SSD 960 Pro. Die MTBF wird mit normalen 1,5 Mio. Stunden beziffert, allerdings fällt der TBW-Wert mit einer theoretischen Schreibmenge von bis zu 800 TByte bei der 1-TByte-Version des Laufwerks komfortabel hoch aus.

Die Leistungsdaten klingen auf dem Papier verheißungsvoll: Sequenzielle Daten können laut Hersteller mit bis zu 3500 bzw. 2100 MByte/s gelesen bzw. geschrieben werden. Zufällige Datentransfers von 4K-Blöcken sollen bis zu 440.000 bzw. 360.000 IOPS absolviert werden.

Software und Sonstiges

Zur Software gibt es an dieser Stelle nicht viel anzumerken. Wer den Funktionsumfang des Samsung Magician nicht kennt, schaut am besten in den Testabschnitt zur SSD 850 Evo, wo wir bereits detailliert auf die Software eingegangen sind.

Wie bei Samsung üblich gibt es auch diesmal wieder die Möglichkeit zur Datenverschlüsselung über die SSD (AES 256 Bit, TCG Opal 2.0).

Verlaufs- und Einzel-Benchmarks

Samsungs 1-TByte-Modell der SSD 960 Pro kann in HDTune überzeugen. Ein erster Beschreibvorgang fördert keine Einbrüche bei der Schreibleistung zu Tage. Entscheidender sind andere Messwerte, aber das ist dennoch ein hoffnungsvoll stimmender Einstieg in die Messreihen.

Im sechsstündigen Dauerschreibtest mit zufälligen 4K-Datenblöcken kann Samsungs SSD 960 Pro regelrecht beindrucken: Selbst am Ende des Durchlaufs kann die SSD 960 Pro noch knapp über 30.000 IOPS für sich verbuchen. Fairerweise muss angemerkt werden, dass das nächst kleinere Modell der Baureihe hier voraussichtlich etwas schlechter abschneiden wird, dennoch ist das Gebotene eine High-End-würdige Leistung.

Beim sequenziellen Lesen und Schreiben gilt ebenfalls: Beeindruckend. Bereits bei niedriger Queue Depth steht hier viel Leistung zur Verfügung, die sich ziemlich schnell am Maximum von knapp über 2000 MByte/s (Schreiben) und sogar knapp 3500 MByte/s (Lesen) bewegt: Mehr ist über die PCIe-3.0-Anbindung mit vier Lanes nicht möglich. 2,5-zöllige SATA-SSDs sind also nicht die einzigen, die ins Limit laufen (wenngleich bei ihnen auf deutlich niedrigerem Niveau).

Zeit für eine schnellere Anbindung und neue Schnittstelle? Hoffentlich nicht, wir haben die Testplattform doch gerade erst etabliert…

Nur wenig Unterschied beispielsweise zur OCZ RD400A gibt es im 4K-Random-Durchlauf: Bislang haben wir mit dem neuen BIOS für das Mainboard unserer Teststation nur neue Werte für den PCMark 8 erhoben. Sollte sich in diesem oder anderen Benchmarks durch die Nachmessung auch noch ändern, werden wir die Charts entsprechend anpassen. Das bedeutet allerdings mitnichten, dass die gebotene Performance in diesem Testabschnitt nicht auch sehr hoch ist.

Vergleichs-Benchmarks (siehe vorletzte Seite)

Derzeit die Nummer 1: In keinem der für den Alltagseinsatz relativ aussagekräftigen Benchmarks PCMark 8 und AS SSD (Kopiertests) muss sich die SSD 960 Pro derzeit mit weniger als Platz 1 unter den Consumer-Laufwerken begnügen. Gerade im Storage-Testdurchlauf des PCMark 8, bei dem die Unterschiede der Total Storage Bandwidth meist relativ gering ausfallen, sind die erreichten 662,61 MByte/s eine echte Hausnummer.

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