Nvidia GeForce GTX 1050 & GTX 1050 Ti: Pixelschlacht unter Full-HD

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Nvidia erweitert sein Portfolio um zwei neue Pascal-basierte Grafikkarten. Eine sieht wie ein Sieger aus, die andere … nicht so ganz.

Die GeForce GTX 1050 verbaut die GP107-GPU, bei der einer der sechs SMs deaktiviert ist. Die 640-Kerne-GPU agiert mit einem Basistakt von 1354 MHz und kann auf zwei Gigabyte GDDR5-VRAM zurückgreifen. Selbst in den DX12-Games, wo AMDs Architektur normalerweise glänzen kann, schafft es die Nvidia-Karte, die RX 460 auf Abstand zu halten. In DirectX-11-Titeln ist sie deutlich schneller. Nur in einem einzigen Benchmark (Doom) ist die RX 460 schneller – und dann auch nur um Haaresbreite.

Die GeForce GTX 1050 Ti integriert eine GP107-GPU in Vollausbau – also mit 768 CUDA-Kernen – sowie vier Gigabyte GDDR5-Speicher. Sie ist zweifellos schneller als die Standardversion der GTX 1050 – aber wir sind uns nicht sicher, ob der Leistungs- auch den Preisunterschied wert ist.

Die schmale Lücke zwischen der GTX 1050 und der GTX 1050 Ti ist zum Teil auf Nvidias 75-Watt-Begrenzung für die beiden in Sachen Performance von uns getesteten Karten zurückzuführen. Um die 1050 Ti in diesen Rahmen zu zwängen, mussten die Taktfrequenzen gesenkt werden – die normale 1050 kann da freier durchatmen.

Board-Partner, die einen 6-poligen Stromanschluss integrieren und die offizielle TDP überschreiten (könnten), haben massig Luft für aggressive Übertaktungen auf deutlich höhere Taktfrequenzen. Ein perfektes Beispiel dafür ist die von uns hier in Deutschland getestete “große” GTX 1050 Ti (MSI GeForce GTX 1050 Ti Gaming X 4 GB), die stabil mit 1900 MHz lief.

Sollte man eine der beiden Karten kaufen? Das hängt von einigen unbekannten, aber zueinander in Zusammenhang stehenden Variablen ab: Marktpreis, Konkurrenzdruck und Verfügbarkeit.

Die GeForce GTX 1050 Ti sollte laut Nvidia ab heute zu Preisen ab 155 Euro (139 Dollar zzgl. Steuern) verfügbar sein. Auf die normale GTX 1050 werden wir noch ein paar Wochen warten müssen; momentan wird die zweite Novemberwoche gehandelt. Sie soll dann 125 Euro (109 Dollar zzgl. Steuern) kosten. Andererseits sollte man die Launches von GTX 1080, 1070 und 1060 bedenken: Der Launch erfolgte mit Preis XY, dann heimsten sie Lob bezüglich des Preis-Leistungs-Verhältnisses ein– und die Preise … stiegen.

AMD hat uns separat informiert, dass die Preise für RX 470 und 460 auf 189 bzw. 109 Euro (159 bzw. 99 Dollar zzgl. Steuern) sinken. Aber weder AMD noch Nvidia konnten uns befriedigend erklären, warum die UVPs relevant sein sollen, wenn die Board-Partner sowie Aufpreise für Premium-Features draufpacken und die Attraktivität eines bestimmten Produktes so dramatisch verändern können. In einigen Fällen machen sogar Karten der Vorgängergeneration mehr Sinn als die neuesten “gepimpten” Modelle.

Wenn die GeForce GTX 1050 zu dem avisierten Preis auf den Markt kommt, wird sie fast schon zwangsläufig die GeForce GTX 950 in unseren Empfehlungen ersetzen und die Radeon RX 460 auf die Plätze verweisen (selbst sich diese auf AMDs neuem Preispunkt einpendelt). Diese Karte hat das Potenzial, das Mainstream-Gaming zu verändern – wenn denn Nvidia seine Versprechen einhalten kann.

Die GeForce GTX 1050 Ti ist nicht viel schneller als die normale GTX 1050, aber dafür zu teuer – zumindest in der von den US-Kollegen getesteten “gezügelten” Fassung der Karte. Das Ganze sieht etwas anders aus, wenn man sich eine in Sachen Stromversorgung “offene” Karte wie die von uns getestete und oben erwähnte MSI-Karte, die massives Übertaktungspotenzial bietet – mehr dazu in einem Folgeartikel.

Hinsichtlich der Konkurrenz hätte die Radeon RX 470 wohl von Haus aus eine 170-Dollar-Karte sein sollen. Warum sie immer noch im 200-Dollar-Bereich verkauft wird – vor allem, nachdem AMD so einen großen Tamtam um 200 Dollar teure RX 480er gemachte und es dann nicht geschafft hatte, dieses Preismodell aufrechtzuerhalten – ist uns unklar. Die Radeon RX 460 ist trotz allem immer noch eine überzeugende Mainstream-Karte, die besonders in den neuen DX12-Games eine gute Figur macht, aber in älteren Spielen durchweg abgeschlagen ins Ziel hechelt und somit– abhängig vom Marktpreis der GTX 1050 – unter starken Konkurrenzdruck kommen dürfte.

Keine der beiden Radeon-Grafikkarten –auch nicht im Licht von AMDs aktuellen Preisanpassungen – kann überschatten, was wir als die Stärken der normalen GTX 1050 ansehen: Sie ist preiswert, leistungsstark und sparsam, dürfte also für viele HTPC-Fans das aktuelle Non-Plus-Ultra darstellen.

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